Carport: Baugenehmigung und Aufbau – Darauf müssen Sie achten

carport-aufbau

Ob Auto, Roller oder Fahrrad – unter einem Carportdach bleiben die Fahrzeuge auch bei Regen oder Schnee trocken und gut geschützt. Jedoch brauchen Sie für Ihren Carport in vielen Fällen eine Baugenehmigung. Wir sagen Ihnen, wie Sie am besten Ihren Bauantrag vorbereiten, welche Richtlinien Sie bei der Baugenehmigung beachten müssen und wo keine Genehmigung gebraucht wird. Außerdem zeigen wir, was Sie alles für den Aufbau benötigen, wie sich das Carportdach auch „grün“ nutzen lässt und welches Modell zu Ihnen passt.

Richtlinien für die Carport-Baugenehmigung

1.  Das Landesrecht verstehen: die Landesbauordnung

Die schlechte Nachricht vorweg: Die Antwort auf die Frage, ob Sie eine Baugenehmigung brauchen oder nicht, ist nicht ganz einfach. Beim Carport-Baurecht gelten sowohl das Landesrecht als auch die Vorschriften von Städten und Kommunen. Auch gelten für einen Anbau-Carport, der als Erweiterung des Hauses zählt, besondere Vorschriften, etwa im Hinblick auf den Brandschutz.

Das Landesrecht wird in jedem Bundesland in spezifischen Landesbauordnungen festgelegt. Allgemein in Abhängigkeit von der Art, Größe und Lage kann in jedem Bundesland der Bau eines Carports unter folgenden Bedingungen genehmigungsfrei sein:

Bundesland

 

Verfahrensfrei im Privatbereich:

Baden-Württemberg 50 Abs. 1 LBO Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe[1] bis zu 3 m und einer Grundfläche bis zu 30 m², außer im Außenbereich[2]
Bayern Art. 57 Abs. 1 Nr. 1b BayBO Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer Fläche bis zu 50 m², außer im Außenbereich
Berlin § 62 BauOBln Garagen, überdachte Stellplätze sowie deren Abstellräume mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m je Wand und einer Brutto-Grundfläche bis zu 30 m², außer im Außenbereich
Brandenburg § 55 der BbgBO oberirdische Garagen mit nicht mehr als einem Geschoss und nicht mehr als 150 m² Grundfläche
Bremen § 61 BremLBO Garagen, einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe und einer Bruttogrundfläche bis zu insgesamt 50 m² je Baugrundstück, außer im Außenbereich
Hamburg § 60 HBauO eine Garage mit einer Wandhöhe bis zu 3 m und einer Bruttogrundfläche bis zu 50 m² je zugehörigem Hauptgebäude, außer im Außenbereich
Hessen § 55 HBO Genehmigungsfrei sind Garagen aller Art bis 50 m² (auch Carports, Mehrfachparker, Tiefgaragen) als selbständige Anlagen für alle Arten von Kfz
Mecklenburg-Vorpommern § 61 LBauO M-V Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Brutto-Grundfläche bis zu 30 m2, außer im Außenbereich
Niedersachsen zu § 60 Abs. 1 NBauO Garagen mit nicht mehr als 30 m² Grundfläche, außer im Außenbereich
Rheinland-Pfalz § 62 LBauO Garagen und überdachte Stellplätze bis zu 50 m² Grundfläche und einer mittleren Wandhöhe der Außenwände von jeweils nicht mehr als 3,20 m, bei Wänden mit Giebeln einer Firsthöhe von nicht mehr als 4 m; außer im Außenbereich sowie in der Umgebung von Kultur- und Naturdenkmälern
Saarland § 61 LBO Garagen einschließlich Abstellraum mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und bis zu 36 m² Bruttogrundfläche
Sachsen
§ 61 SächsBO
Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Brutto-Grundfläche bis zu 50 m² je Grundstück, außer im Außenbereich
Sachsen-Anhalt § 60 BauO LSA Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Grundfläche bis zu 50 m², außer im Außenbereich, auch soweit sie nachfolgend von der Genehmigungsfreiheit ausgenommen sind
Schleswig-Holstein § 60 BauO S-H Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Grundfläche bis zu 50 m², außer im Außenbereich
Thüringen § 60 ThürBO Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und mit einer Brutto-Grundfläche bis zu 40 m2, außer im Außenbereich

(bei Angaben, in denen nur Garagen genannt werden, ist laut Verordnung Garage mit überdachten Stellplätzen gleichzusetzen.)

Carport

In bestimmten Richtlinien darf ein Carport auch ohne Baugenehmigung aufgestellt werden.

Ausnahme:

Nordrhein-Westfalen § 65 ff BauO NRW Errichtungen/Änderungen von Garagen und Carports sind nach §§ 63 beziehungsweise 68 BauO NRW immer baugenehmigungspflichtig. Hierzu ist ein Bauantrag nach § 69 BauO NRW einzureichen(Quelle)

Wichtig!

Die Verfahrensfreiheit gilt nur, wenn

  • Abstandsflächen eingehalten werden
  • Abstände zum Eigen- und zum Nachbargrundstück der jeweiligen Regelung entsprechen
  • Brandschutzvorschriften berücksichtigt wurden
  • Die Wandhöhen nicht den Grenzwert überschreiten
  • Eventuelle Denkmalschutz- und die Umweltschutzregelungen geachtet werden

Bei allen Bundesländern müssen Sie zur Ermittlung der mittleren Wandhöhe noch in den jeweiligen Landesbauverordnungen nachlesen (siehe Tabelle), bis zu welcher Höhe Sie Ihren Carport frei errichten dürfen. Dort gelten nochmals verschiedene Sonderregelungen.

Tipp!
Am besten fragen Sie bei Ihrem zuständigen Bauamt nach. Hier kann man Ihnen auch bei Fragen rund um den Antrag und bei Sonderfällen weiterhelfen. Vor allem für erweiterte Regelungen innerhalb von Kommunen und Gemeinden lohnt sich eine Beratung. Hier existieren nochmal eine Vielzahl an Vorschriften und Bebauungsplänen, die genau vorgeben, was auf welchem Grundstück wie gebaut werden darf.

2.  Das kommunale Recht beachten: Der Bebauungsplan

Bebauunsplan Beispiel

Beispiel für einen Bebauungsplan. Hier: Berlin – Alt-Treptow

In einem Bebauungsplan werden individuell von den Kommunen die Vorschriften und Regelungen für Bauten festgelegt, entsprechend auch die Zulässigkeit von Carports, Garagen oder Stellplätze. Damit steuern die Kommunen die städtebauliche Ordnung, sowie die bauliche und sonstige Nutzung von Grundstücken (Kommunale Bauleitplanung § 8 Abs. 1 BauGB). Oft ist der Bau im Vorgarten, zwischen Straße und Hauskante nicht zulässig. Im Bebauungsplan werden für Ihren Carport gelegentlich festgelegt:

  • der vorgesehene Standort für Stellplätze
  • eine bestimmte Dachneigung oder Dacheindeckungsmaterialien (z. B. Begrünung)

Sollte es für Ihre Gemeinde keinen Bebauungsplan geben, müssen Sie sich nur nach den bundesweiten gesetzlichen Vorschriften für den Bau von Carports im Innen- und Außenbereich richten, also an die jeweiligen Landesbauordnung. Allgemein gilt, dass sich ein Carport immer in die Umgebung einfügen sollte. Einen Bebauungsplan Ihrer Kommune finden Sie bei Ihrem zuständigen Bauamt.

3.  Nachbarrecht: Eine Genehmigung vom Nachbarn

Oftmals scheitert der Bau des eigenen Carports aber weniger an den kommunalen oder landesrechtlichen Vorschriften oder dem Bauantrag, sondern vielmehr an Streitereien mit dem Nachbarn. Denn auch Ihr Nachbar hat eigene Rechte, festgelegt in der Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke BauNVO. Bevor es deshalb zu Auseinandersetzungen kommt, sollten Sie sich vorher über seine und Ihre Rechte informieren.

In der Regel dürfen Garagen, Gartenhäuser oder Carports in Deutschland grenznah ohne die Genehmigung von Nachbarn errichtet werden, wenn folgende Abstandsflächen eingehalten werden.

  • Eine maximale Länge von 9 m
  • Eine maximale Höhe unter 3 m
  • Vorsicht! In manchen Städten weichen die Maximalhöhe und -Länge von der Norm ab. Bitte also beim Bauordnungsamt vorher nochmal erkundigen.

Bei freistehenden Häusern dürfen auch beide Grundstückseiten bebaut werden, jedoch darf die Länge der Bauwerke insgesamt nicht 15 Meter überschreiten. Sollte Ihr Carport die maximale Länge von 9 m und die maximal Höhe von 3 m überschreiten, müssen Sie mindestens die schriftliche Genehmigung vom Nachbareigentümer einholen. Diese Genehmigung ist nicht überall formlos möglich, sondern muss je nach Bundesland auch beurkundet und im „Baulastenverzeichnis“ eingetragen werden. Die jeweiligen Bestimmungen zur Grenzbebauung finden Sie in der Landesbauordnung und in den Richtlinien des Bauordnungsamts unter dem Paragraph für Abstandsflächen. Die Ihrem Bundesland entsprechende Bauordnung ist in der obigen Tabelle verlinkt.

Am besten bei grenznahen Bauvorhaben ist jedoch meistens: Sprechen Sie sich vorher mit Ihren Nachbarn ab.

Checkliste: Bauantrag für Carport

Carport-Bauantrag

Wenn Ihr gewünschter Carport nicht unter die verfahrensfreien Regeln fällt oder Sie in NRW wohnen, ist ein Bauantrag unumgänglich. Für einen formschönen und kompletten Bauantrag benötigen Sie:

  • Eine Bauzeichnung (Maßstab 1:100)
  • Einen Auszug aus dem Liegenschaftskataster
  • Statik-Berechnungen

Den Bauantrag mit sämtlichen vorgeschriebenen ausgefüllten Formulare samt Lageplan erarbeitet Ihnen dann ein qualifizierter Entwurfsverfasser (Bauingenieur, Architekt) mit einer Bauvorlageberechtigung für Ihr Bundesland.

Bauantragsservice Kontaktformular

Bauantragsservice Gartenhausbaugenehmigung
  • Sie möchten ein Gartenhaus, Carport oder eine Terrassenüberdachung bauen und brauchen eine Genehmigung? Doch Sie haben keine Zeit für Papierkrieg oder kennen sich schlichtweg nicht aus? Kein Problem! Unsere Experten stellen Ihnen alle nötigen Unterlagen zusammen. Sie müssen den fertigen Antrag dann nur noch bei der Behörde einreichen. Wenn Sie von einer stressfreien Abwicklung träumen, helfen wir Ihnen gerne weiter! Nehmen Sie hier gleich Kontakt mit unserem Bauantragsservice auf.

Einen aktuellen Auszug aus dem Liegenschaftskataster bekommen Sie vom Katasteramt. Wie das genaue Bauantrags- oder Bauanzeigeverfahren anschließend abläuft, ist von der jeweiligen Kommune und Baubehörde abhängig. Erkundigen Sie sich deshalb vor dem Einreichen des Bauantrags bei dem Bauverwaltungsamts Ihres Kreises. Planen Sie allerdings auf jeden Fall einige Wochen Vorlaufzeit mit ein, da es bei den Bauämtern durchaus etwas länger dauern kann, bis Ihr Antrag abschließend bearbeitet werden kann.

Hier nochmal zur Übersicht ein Merkblatt zum Ausdrucken.

Der Carport-Bau

Wenn Ihr Projekt genehmigt wurde oder Ihr gewünschtes Modell verfahrensfrei war, geht es jetzt ans Bauen. Hierbei sollten Sie auf folgende Punkte achten:

1.  Standsicherheit

Informieren Sie sich vor dem Bau des Carports auch, ob Ihr Boden eben ist oder noch ausgeglichen werden muss! Ein Höhenausgleich kann in der Regel von Gartenexperten durchgeführt werden. Ansonsten haben Sie bei einem Carport-Bausatz den Vorteil, dass bereits ein Techniker die Bauteile auf Statik und Sicherheit geprüft hat und die Teile standsicher und schneefest sind sowie genau zusammenpassen.

2.  Wetterfeste Holzimprägnierung

In der Regel ist das mitgelieferte Holz bereits auf Wetterfestigkeit vorimprägniert worden. Trotzdem lohnt es sich, nochmals einen Holzschutzlack oder eine Lasur aufzutragen. Hier können Sie auch nach eigenem Belieben einen Farblack wählen und so Ihren Carport individuell auffrischen. Achten Sie dabei auf umweltfreundliche Produkte. Zudem sollten Sie die Lasur jährlich wiederholen und vor allem die Trägerpfosten nach jeder Saison auf Wetterschäden und Fäulnis untersuchen und entsprechend warten. Sonst kann Ihr Carport im schlimmsten Fall einstürzen. Weiter Informationen dazu gibt es hier.

3.  Dachgefälle- und Begrünung

Carport mit begrüntem Dach

Ein grünes Dach auf dem Carport sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch gut für Tier- und Umwelt.

Das Dachgefälle sollte mindestens 2 Prozent betragen, damit das Regenwasser gut ablaufen kann. Gut eignen sich Bitumenbahnen für die Dachdeckung oder eine UV-beständige EPDM-Folie. Die Folie hat den Vorteil, dass Sie Ihren Carport auch „grün“ nutzen können. Denn begrünte Dächer sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern:

  • tragen zusätzlich zum Umweltschutz und zur Sauberkeit der Luft bei
  • leisten zusätzlichen Abdichtungsschutz bei Regen und Schnee
  • können je nach Pflanzenart sogar die Arterhaltung von Tieren gewährleisten.

Mehr Informationen zur Dachbegrünung und welche Voraussetzungen und Bedingungen dafür an Sie und Ihren Carport gestellt werden, finden Sie hier.

Außerdem: Die kleine Werkzeug-Liste für den Carport-Bau:

  • Spaten
  • Zollstock
  • Hammer
  • Wasserwaage
  • Säge
  • Bohrmaschine
  • Schraubendreher
  • Lot, Winkel und Maßband

Kleines Extra für alle Gartenhauskunden:

Montagematerial fürs Carport

Zum Schluss: Den richtigen Carport finden

Wenn Sie sich zu einem Carport-Bau entschlossen haben, brauchen Sie nur noch das richtige Modell für Ihre Ansprüche. Auch wenn es sicherlich viel Zeit und Nerven erspart, sich bereits im Vorhinein für ein Modell zu entscheiden, das unter die genehmigungsfreien Regelungen fällt, sollte das nicht Ihr erstes Kriterium der Wahl sein. Denn Ihr Carport sollte besser genau zu Ihren Bedürfnissen passen und Ihnen lange Freude bereiten. Wichtig: Denken Sie dabei nicht nur an die jetzige Lebenssituation, sondern planen Sie auch mit ein, wieviel Platz Sie eventuell in ein paar Jahren benötigen. Als kleines Richtmaß können Sie folgendermaßen planen:

Für Klein- und Mittelklassewagen:

  • 3 – 4 Meter Breite
  • 5 – 7 Meter Länge
  • 2,20 – 3 Meter Höhe

Für Oberklassewagen und Limousinen muss entsprechend etwas mehr Platz eingeplant werden. Beliebt bei den kleinen Modellen ist unser Carport „Klaus“. Er bietet mit einer Fläche von 3,15 mal 3,72 m Kleinwagen guten Schutz und ausreichend Platz. Große Limousinen passen dagegen gut zu unserem Modell „Tenerife“ mit einer Fläche von 3,60 mal  516 m.

Carport Modell Tenerife

Carport Tenerife: für nur 1.799,00 EUR

Tipp!
Wenn Sie keine weitere Unterstellfläche im Garten haben, bietet es sich auch an, ein Carport mit einem kleinen Anbauschuppen auszuwählen. Dann haben Sie sowohl Ihr Auto, als auch Gartenutensilien oder Fahrräder sicher verstaut.

Darüber hinaus gilt natürlich wie immer, dass der Carport auch gefallen muss. In unserer großen Auswahl werden wir bestimmt auch Ihren Traum-Carport dabei haben.

[1] Die mittlere Wandhöhe wird in den jeweiligen Landesordnungen festgelegt.

[2] Außenbereich: Unter den Außenbereich fallen alle Grundstücke, die nicht im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplans liegen und die auch nicht zu einem im Zusammenhang bebauten Ortsteil (unbeplanter Innenbereich) gehören. Ein Bebauungsplan regelt die Art und Weise der möglichen Bebauung von parzellierten Grundstücken und die Nutzung der in diesem Zusammenhang stehenden von einer Bebauung frei zu haltenden Flächen.

 

Bilder:

Beitragsbild: © Gartenhaus-GmbH, EPDM Dachfolien für Flachdächer und Pultdächer; Bild 1: © Gartenhaus-GmbH; Bild 2: © „Berlin-Alt-Treptow Karte“ von Alexrk2 – own work, Lizenziert unter CC BY-SA 3.0; Bild 3: © istock.com / AndreyPopov; Bild 4 und 5: © Gartenhaus-GmbH; Bild 6: © istock.com / jferrer; Bild 7: © Gartenhaus-GmbH, Montagematerial; Bild 8: © Gartenhaus-GmbH