Ein Hochbeet selber bauen: so einfach geht’s

Hochbeete mit Salat

Höhere Erträge, längere Erntezeiten und rückenschonendes Arbeiten: Das sind nur einige Vorteile eines Hochbeets. Mit dem Anbau von Gemüse, Blumen oder Kräutern brauchen Sie gar nicht länger warten, denn mit unseren Anleitungen können Sie Ihr Hochbeet ganz einfach selber bauen. Egal ob aus Holz, Stein oder IBC-Containern: mit unseren Tipps und Tricks werden Sie ganz schnell zum Hochbeet-Profi.

Die Vorteile eines Hochbeets

Hochbeete sind keine neumodische Erfindung. Schon im Mittelalter wurden die Vorzüge des hochgelegenen Beets für den Anbau von Pflanzen genutzt:

  • Durch die Höhe des Beets (in der Regel zwischen 70 und 100 cm) kann sich Unkraut nicht im Hochbeet verteilen, da sich der Hauptsamenflug am Boden abspielt.
  • Auch Schnecken haben es schwer in das Beet zu gelangen.
  • Die Höhe hat noch einen Vorteil: Der Rücken wird bei der Gartenarbeit weniger stark belastet.
  • Die Bodenschichten des Hochbeets bestehen aus sich zersetzenden Pflanzenresten, die wie Dünger wirken. Ergebnis: Der Ertrag liegt fast dreimal so hoch wie bei einem regulären Beet.
  • Die verrottende Erde sorgt für ein warmes Bodenklima: Pflanzen wachsen schneller und der Anbau ist über einen größeren Zeitraum möglich.
  • Sie können Ihr Hochbeet überall aufstellen. So ist der Gemüseanbau auch auf der Terrasse, dem Balkon oder in einem Garten mit schlechter Bodenqualität möglich.

 

Ein Hochbeet können Sie auch auf Schotter aufstellen.

Ein Hochbeet können Sie auch auf Schotter aufstellen.

Die Bodenschichten des Hochbeets

Bevor Sie sich an den Bau Ihres eigenen Hochbeets machen, haben wir noch ein paar Infos über die Zusammensetzung der Bodenschichten für Sie. In der Regel gilt:

  • Das Material muss von unten nach oben feiner werden.
  • Die Bodenschichten sind 25 bis 27 Zentimeter dick.
  • Um das Hochbeet vor Schädlingen zu schützen, ist es ratsam, den Boden mit einem Drahtgeflecht auszulegen.

Der Boden des Beets kann dann zum Beispiel so zusammengesetzt sein:

  • Die erste Schicht besteht aus Zweigen, Ästen oder Strauchabfällen.
  • Die zweite Schicht bilden feine, halb zersetzte Pflanzenreste.
  • Die dritte Schicht besteht aus Kompost.
  • Die vierte Schicht bildet Garten-, Humus- oder Komposterde.

Durch die Beet-Zusammensetzung aus Humus, Pflanzenresten und Zweigen oder anderem Baumschnitt entsteht, wie bei einem Komposthaufen, nährstoffreiche Erde und Wärme.

Das Hochbeet aus Holz

Der Bau eines Hochbeets in Eigenregie kann kostengünstig und einfach sein. Wie das geht, zeigt Viktor Peters von garden-blog.de.

Viktors Hochbeet aus Paletten

Viktors Hochbeet aus Paletten

Für „Viktors Hochbeet“ brauchen Sie:

  • Einwegpaletten
  • Holzreste
Ich arbeite schon solange ich mich zurückerinnern kann gerne mit Holz. Auf der Suche nach einem passenden Projekt bin ich auf das Hochbeet gestoßen. Mir gefiel der Gedanke: wenig Belastung für Rücken und Knie, Schutz vor Wildtieren und anderen störenden Tieren, angenehmes Aussehen.
Der Rahmen des Hochbeets steht schon, jetzt fehlen noch die Bodenschichten.

Der Rahmen des Hochbeets steht schon, jetzt fehlen noch die Bodenschichten.

Ran an den Aufbau

  1. Heben Sie den Boden 20-30 cm tief aus und legen Sie die Grasnarbe (Die obere Schicht des Bodens, die mit Gras bewachsen ist) an die Seite.
  2. Legen Sie die Holzwände aus Einwegpaletten aneinander.
  3. Schrauben Sie die Paletten an den Ecken mit Winkeln zusammen. In der Mitte des Hochbeetes können einfache Holzplatten verwendet werden, um die Paletten miteinander zu verbinden.
  4. Jetzt werden die Bodenschichten angelegt. Viktor hat hierzu erst eine Schicht Geäst aufgeschüttet, dann Laub, anschließend die gesammelten Grasnarben und zum Schluss Erde und Humus darüber geschichtet.
  5. Das Hochbeet ist fertig und kann bepflanzt werden!

Noch mehr Informationen zu Viktors Hochbeet-Bau finden Sie in seinem Artikel.

Die erste Möhren-Ernte aus dem Hochbeet.

Die erste Möhren-Ernte aus dem Hochbeet.

Tipps und Erfahrungen

Schon seit zwei Jahren bewirtschaftet Viktor sein Hochbeet und ist immer noch von der Konstruktion überzeugt. Die Pflege des Hochbeets bedarf allerdings einigen Wissens.

Man muss wissen, was für eine Erdzusammensetzung sinnvoll ist, welche Pflanzen sich gut miteinander vertragen und was für Pflegemaßnahmen in welchem Wachstumsstadium sinnvoll sind.

Für alle unter Ihnen, die jetzt mit dem Bau eines Hochbeets beginnen, hat Viktor noch vier Tipps:

1. Ich würde Ihnen empfehlen, die Konstruktion mehrmals durchzuplanen und gemeinsam mit Freunden anzusehen. So stößt man am ehesten auf Konstruktionsfehler.

2. Bedenken Sie besonders, dass Holz und Feuchtigkeit sich auf lange Sicht schlecht vertragen. Planen Sie also eine Oberflächenbehandlung ein.

3. Denken Sie daran, dass das Hochbeet mit der Zeit einsackt und daher aufgefüllt bzw. mit der Zeit auch neu befüllt werden muss.

4. Beschäftigen Sie sich zuletzt mit der Zusammensetzung der Erde. Diese sollte zu der geplanten Verwendung passen. Hierzu gibt es einige tolle Bücher auf dem Markt. Mir hat damals „Garten Basics – Gärtnern für Anfänger“ von GU sehr geholfen.

Unser Tipp: Hochbeete profitieren von Sonneneinstrahlung. Suchen Sie deshalb einen Standort mit Nord-Südausrichtung aus. Dadurch wird das Beet auch im Herbst und Frühjahr noch von der Sonne beschienen.

Das Hochbeet aus Stein

Nicht nur Holz eignet sich für den Bau eines Hochbeets. Robuster, witterungsbeständiger und weniger feuchteanfällig ist ein Hochbeet aus Stein. Nadja Mende von „Neues vom Landei“ hat eine Kombination von Rasterflorsteinen und Rasengittersteinen für den Bau ihres Hochbeets gewählt.
Der Vorteil: Die Steine speichern besonders gut Wärme und lassen sich dabei genauso gut bepflanzen.

Wie der Bau des Hochbeets abläuft, können Sie hier sehen:

Das Hochbeet für den Balkon oder die Terrasse

Ein weiterer Vorteil von Hochbeeten: Sie können mit geringen Platzverbrauch auf der Terrasse oder dem Balkon aufgestellt werden. So hat es auch Rebecca gemacht und den Bau der Balkon-Hochbeete auf ihrem Blog colorfulworld.at beschrieben.

Rebeccas Balkon-Hochbeet

Rebeccas Balkon-Hochbeet

Für Rebeccas Balkon-Hochbeet brauchen Sie:

  • Nut-und Federbretter vom Baumarkt. Die haben den Vorteil, dass sie einrasten und so keine Erde durchfallen kann.
  • Fichten-Kantholz, damit man die Seitenteile miteinander verbauen kann.

So wird das Hochbeet gebaut

  • Zuerst schneidet man sein Holz (die Bretter und das Kantholz) auf die gewünschte Größe zu, unseres war 80x80cm groß.
  • Das zugeschnittene Holz wird an den Ecken mit einem Kantholz verschraubt. Für das erste Seitenteil nimmt man zwei Kanthölzer und schraubt die Bretter darauf.
  • Mit Schrauben am besten nicht sparen. Wenn die erste Seite steht, fängt man bei einem der Kanthölzer an und schraubt die nächsten Bretter im 90°-Winkel an.
Das Hochbeet ist schon fast fertig.

Das Hochbeet ist schon fast fertig.

  • Die Bretter werden dann mit dem dritten Kantholz verschraubt und dann kommt das nächste Seitenteil mit derselben Vorgehensweise dran.
  • Der Boden kommt erst danach darauf. Dafür wird das Hochbeet umgedreht und die Bodenplatten einzeln am Rand festgeschraubt. Da nimmt man am besten dünne, aber nicht zu kurze Schrauben, damit das Holz nicht splittert.
Noch ein bisschen Farbe und schon ist das Balkon-Hochbeet fertig.

Noch ein bisschen Farbe und schon ist das Balkon-Hochbeet fertig.

Rebeccas Hochbeet-Erfahrungen

Nach einem Jahr mit ihrem Hochbeet hat Rebecca natürlich auch einige Erfahrungen gesammelt. Im Großen und Ganzen ist sie sehr zufrieden mit dem Balkon-Beet, denn der Ertrag war trotz der nicht optimalen Bedingungen (wenig Sonne) in ihrem ersten Gärtner-Jahr gut, „besonders bei den Radieschen und Karotten“.

Los geht es mit dem Bepflanzen!

Los geht es mit dem Bepflanzen!

Einen Tipp hat sie auch für alle unter Ihnen, die ihr eigenes Hochbeet auf dem Balkon oder der Terrasse aufstellen wollen:

Für das Anfüllen von Hochbeeten geht man im Garten anders vor als auf der Terrasse in der Stadt, weil man da weniger Zugang zu Kompost hat. Normalerweise gibt man ganz unten Zweige, Blätter, Grünschnitt hinein, dann noch Kompost und dann erst Gartenerde. Auf der Terrasse haben wir Erde aus dem Baumarkt verwendet und haben auch mit dieser gute Erfahrungen gemacht.

Das Hochbeet aus IBC-Containern

Sie wollen weder Steine noch Holz für den Hochbeet-Bau verwenden? Dann ist vielleicht diese Idee von „Distel Wolf“ etwas für Sie. Zum Einsatz kommen handelsübliche IBC-Container aus Plastik. Sie werden aufgeschnitten und mit Löchern versehen. Dann folgt das Auffüllen mit Schotter, Zweigen, Holz und Grasschnitt. Fertig ist das Hochbeet.

Wie das im Detail funktioniert, zeigt Hobbygärtner „Distel Wolf“ in diesem Video:

Viel Spaß und Erfolg beim Bau Ihres eigenen Hochbeets wünscht Ihnen das Team der Gartenhaus GmbH. Wir bedanken uns bei Rebecca, Viktor, Nadja und „Distel Wolf“ für die tollen Tipps und Anleitungen!

 

Bild 1 und 2:  © iStock.com/7000  Bilder 3 bis 5 : Viktor/garden-blog.de, Bilder 6 bis 9: Rebecca/colorfulworld.at, Video1: https://www.youtube.com/channel/UCgX6imIc-mHWM03aEvopHjg, Video 2: https://www.youtube.com/watch?v=HTT-GyVeGLo