Gartenhaus Aufbau – schnell & einfach selbst bauen

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Gartenhaus bauen Anleitung

Inhalt:

  1. Planung: Das Projekt Gartenhaus sollte umsichtig geplant sein
  2. Der Fertigbausatz als ideale Lösung
  3. Das Fundament selber anlegen
    1. Die Fundamentplatte
    2. Das Streifenfundament
    3. Das Punktfundament
  4. So stellen Sie das Gartenhaus auf
    1. Errichten der Unterkonstruktion
    2. Aufbau der Wände
    3. Isolierende Dämmung selber herstellen
    4. Aufbau des Daches

Sie haben sich entschieden, in Ihrem Garten ein Gartenhaus zu errichten. Zunächst müssen Sie wissen, was das Gartenhaus leisten soll, denn beim Blick durch die Gärten hierzulande werden Sie beobachten, wie unterschiedlich die Häuschen im Grünen sein können. Was ist für Sie wichtig? Soll das Gartenhaus ausschließlich praktischen Nutzen haben und vor allem für die Aufbewahrung von Gartengeräten, Maschinen und Werkzeugen dienen, dann reicht in der Regel ein kleineres Gerätehaus. Wollen Sie aber gesellige Abende darin verbringen und vielleicht auch übernachten, muss das Gartenhaus schon wesentlich komfortabler gebaut sein.

Der Markt bietet heute eine erfreulich breite Angebotspalette an Gartenhäusern, so dass Sie auf jeden Fall fündig werden, wenn Sie sich über den Zweck Ihres Gartenhauses im Klaren sind. Vom Material her geht der Trend im Garten eindeutig hin zum Blockbohlenhaus, weil diese Holzhäuser sich am besten in das natürliche Gartenambiente einfügen.

1. Planung: Das Projekt Gartenhaus sollte umsichtig geplant sein

Die Errichtung eines Gartenhauses bedarf einer umsichtigen Planung, will man nicht in Kauf nehmen, womöglich gegen bestehende Vorschriften zu verstoßen oder einen Dauerstreit mit dem Gartennachbarn vom Zaun zu brechen. Für die Standortwahl gibt es gleich mehrere Dinge zu beachten. Dazu gehört eine gute Erreichbarkeit sowie ein Strom- und Wasseranschluss in der Nähe.

Auch sollte die Fläche eben sein oder sich ohne großen Aufwand in eine ebene Fläche verwandeln lassen, damit Sie auch ein gerades Fundament für das Gartenhaus errichten können. Wollen Sie ein bewohnbares Gartenhaus mit einer komfortablen Größe errichten, sollten Sie vorher Kontakt mit dem zuständigen Bauamt aufnehmen, denn eventuell benötigen Sie für Ihr Gartenhaus eine Baugenehmigung. Es ist wesentlich besser, sich vorher zu erkundigen, als das Haus im schlimmsten Fall später wieder abreißen zu müssen.

Den Abstand zum Nachbargrundstück sollten Sie ebenfalls im Vorfeld einvernehmlich mit Ihrem Gartennachbarn besprechen, damit Ihnen auch hier kein Ärger droht. Schließlich sollten Sie noch einen Blick in die gesetzlichen Vorgaben des Bundeskleingartengesetzes werfen, wenn Sie Ihr Gartenhaus zeitweise zum Wohnen nutzen wollen.

2. Der Fertigbausatz als ideale Lösung

Ein Gartenhaus kann man von Anfang bis Ende selber bauen oder als komplettes Fertighaus erwerben, die Wahrheit liegt genau dazwischen und bedeutet, dass Sie mit einem Fertigbausatz genau richtig liegen, weil hier die Vorteile aus den beiden anderen Lösungen übernommen werden. Solch ein Gartenhaus ist im Nu aufgebaut, Sie müssen lediglich das Fundament selber errichten. Alles andere ist ein Kinderspiel, denn die einzelnen Bestandteile werden passgenau und vollständig mit der entsprechenden Anleitung geliefert.

Mit dieser Lösung sparen Sie nicht nur Geld sondern auch wichtige Zeit. Da heute die Auswahl an Fertigbausätzen für ein Gartenhaus jeden Anspruch zufriedenstellt, laufen Sie in keiner Weise Gefahr, dass Sie ein Einheitshaus in Ihren Garten aufstellen.

3. Das Fundament selber anlegen

Betonplatten für GerätehäuserEs gibt verschiedene Möglichkeiten ein Fundament zu errichten. Die Entscheidung dafür ist vor allem abhängig vom jeweiligen Gartenhaustyp. Bei sehr kleinen Gerätehäusern, wo ausschließlich Gartenutensilien gelagert werden sollen, reicht normalerweise eine einfache Einebnung und Verdichtung des Untergrundes aus. Sie können aber auch für solche Geräteschuppen eine stabilere Unterlage aus Betonplatten oder Betonpflastersteinen errichten.

Hierfür heben Sie die Grundfläche mit einem Rundum-Überhang von je zehn Zentimetern aus, wobei die Grube etwa 25 Zentimeter tief sein sollte. Danach kippen Sie eine etwa zehn Zentimeter dicke Schicht Kies darauf, der eine etwas dünnere Sandschicht folgt. Darauf verlegen Sie nun die Platten oder Pflastersteine. Die Fugen werden anschließend mit Sand eingeschlämmt, zum Abschluss legen Sie noch eine Mörtelstütze an den Rändern an.

Ist das Gartenhaus allerdings größer und wird zum Beispiel auch als Wochenendhaus zu Wohnzwecken genutzt, dann ist das Errichten eines frostsicheren Betonfundamentes die bessere Lösung. Hierfür gibt es mit der Fundamentplatte, dem Streifenfundament und dem Punktfundament drei verschiedene Möglichkeiten. Die Wahl dafür ist von mehreren Faktoren abhängig, darunter zählt die Beschaffenheit des Baugrundes genauso wie die jeweiligen Bestimmungen der Kleingartenanlage, die unter Umständen die Fundamentart vorschreiben kann.

3.1 Die Fundamentplatte

Die Fundamentplatte kommt bei Gartenhäusern sehr häufig zum Einsatz, was nicht nur daran liegt, dass sie gegenüber dem Streifen- oder Punktfundament leichter selber herzustellen ist. Solch eine Platte ist auch die beste Lösung, wenn der Baugrund eine geringe Standfestigkeit aufweist, da hier die Lastenverteilung auf eine große Fläche möglich ist.

Fundamentplatte als Fundament für ein Gartenhaus

Zunächst heben Sie eine etwa 30 bis 35 Zentimeter tiefe Grube aus, wobei die ausgehobene Fläche umlaufend stets zehn Zentimeter größer als die Gartenhausgrundfläche gewählt wird. Anschließend fertigen Sie eine Randschalung aus Brettern an und befüllen die ausgehobene Grube mit einer etwa 15 Zentimeter dicken Kiesschicht. Den Kies verdichten Sie nun am besten mit einer Rüttelplatte und verlegen darauf eine Folie aus Polyethylen, kurz PE-Folie genannt. Sie schützt später den Beton sowohl vor Frostschäden als auch vor Nässe aus dem Boden.

Nun wird mit Beton aufgefüllt, wobei zwischen zwei Betonschichten eine sogenannte Stahlmatte eingezogen wird. Die Stahlmatte darf dabei nicht an den Seiten herausragen. Am Schluss wird die Betonoberfläche per Abzieher waagerecht gerade gezogen.

3.2 Das Streifenfundament

Für das Streifenfundament wird unter den tragenden Außenwänden ein Graben ausgehoben. Er ist etwa 80 Zentimeter tief, 30 Zentimeter breit und wird mit Beton gefüllt wird. Durch das Streifenfundament wird die Lastenverteilung verändert, so dass die Bodenplatte wesentlich dünner errichtet werden kann und nur noch etwa zehn Zentimeter dick sein muss. Idealerweise betonieren Sie Bodenplatte und Streifenfundament gleichzeitig aus einem Stück.

Nach dem Markieren des Grundstückes heben Sie dazu den betreffenden Boden in einer Tiefe von 20 Zentimeter aus. Danach wird der Graben unter den Außenwänden in einer Tiefe von 60 Zentimeter und einer Breite von 30 Zentimeter errichtet. Damit kommt das Streifenfundament auf die frostsichere Tiefe von 80 Zentimeter. Abhängig von der Bodenbeschaffenheit ist nun zu prüfen, ob eine zusätzliche Schalung per Spanplatten und Kanthölzern erforderlich ist.

Streifenfundament nach dem Aushub   Streifenfundament fertig betoniert

Nun kann betoniert werden, die eventuelle Schalung verbleibt im Erdreich und dient zukünftig als Dämmung. Das Betonieren der Fläche geschieht wie bei der Fundamentplatte inklusive Kiesschicht und Stahlplatte.

3.3 Das Punktfundament

Ein Punktfundament besteht in der Regel aus neun Einzelfundamenten, die symmetrisch an den Außenwänden entlang und in der Mitte des Grundstücks angeordnet werden. Zu empfehlen ist ein solches Fundament allerdings nur, wenn der Baugrund an allen Stellen ungefähr dieselbe Beschaffenheit aufweist, sonst besteht die Gefahr, dass das Fundament unterschiedlich gesetzt wird.

Für ein Punktfundament werden quadratische Löcher mit einer Seitenlänge von etwa 40 Zentimeter ausgehoben, wobei die Tiefe nicht unter 80 Zentimeter betragen sollte. Bei standfestem Boden kann auf eine Einschalung verzichtet werden. Die Löcher werden dann mit Beton gefüllt.

Punktfundament beim Betonieren   Punktfundament fertig betoniert

Normalerweise wird hier ohne Bodenplatte gearbeitet, deshalb ist es wichtig, dass die Betonoberkanten der einzelnen Punktfundamente etwa fünf Zentimeter aus der Erdoberfläche herausragen und natürlich alle plan in einer Ebene liegen. Überprüfen können Sie das am besten mit einer Schlauchwaage.

4. So stellen Sie das Gartenhaus auf

Bevor Sie beginnen, das Gartenhaus aufzubauen, muss das zuvor errichtete Fundament erst vollständig ausgehärtet sein. Beim Gartenhaus-Fertigbausatz gehört eine gut verständliche Aufbauableitung zum Lieferumfang. In der Regel wird das Gartenhaus in drei Etappen aufgebaut. So folgt der Unterkonstruktion der Wandaufbau, bevor das Dach errichtet wird.

4.1 Errichten der Unterkonstruktion

Zur Errichtung der Unterkonstruktion werden zunächst die Bodenbalken per Stahlwinkel und Holzschrauben miteinander verbunden, nachdem sie vorher auf das Fundament gelegt wurden. Unterlegte Streifen aus Dachpappe sorgen für den Feuchtigkeitsschutz des Holzes.

An die Bodenbalken schrauben Sie nun die Sockelbohlen an. Überprüfen Sie, dass in allen vier Ecken die Rechtwinkligkeit gewährleistet wird. Möglich ist auch eine Verdübelung der Unterkonstruktion mit dem Fundament. Ob nun der Zeitpunkt gekommen ist den Boden auf die mit isolierender Folie bedeckten Unterkonstruktion zu montieren hängt vom jeweiligen Gartenhaustyp und der vorliegenden Aufbauableitung ab.

Unterkonstruktion für das Gartenhaus   Fertige Unterkonstruktion

Bei kleineren Gartenhäusern erfolgt die Verschraubung des Bodens vor der Errichtung der Wände. Hierfür werden die hochdruckimprägnierten Holzplatten auf die Unterkonstruktion aufgeschraubt. Anders verhält es sich bei den komfortablen, großen Gartenhäusern. Hier kommen in der Regel Holzdielen zum Einsatz, sie werden erst nach dem Rohaufbau der Wände mit der Unterkonstruktion fest verbunden.

4.2 Aufbau der Wände

Beim Aufbau der Wände beginnen Sie am besten mit der Rückseite, die Frontseite kommt dann nach den Seitenwänden zuletzt an die Reihe. Bei kleineren Gartenhäusern kann es durchaus sein, dass die Wanddielen bereits vormontiert geliefert werden. Hier müssen Sie die fertige Wand nur noch mit den Sockelbohlen und an den Ecken des Gartenhauses verschrauben.

Wandaufbau mit Nut-und-Feder-SystemLiegen wie bei allen größeren Gartenhäusern die Wandelemente einzeln vor Ihnen, werden die Bohlen per Nut- und Federsystem Element für Element ineinander und aufeinander gesteckt. Zum Nachhelfen benutzen Sie am besten einen Gummihammer, kontrollieren Sie ebenfalls regelmäßig mit der Wasserwaage die senkrechte und waagerechte Ausrichtung.

Erst wenn alle Wandelemente rundum aufgestellt sind, werden die Fenster und die Tür eingebaut.

Wandaufbau ohne Dach   Wandaufbau mit Dach

4.3 Isolierende Dämmung selber herstellen

Wenn Sie sich für ein Blockbohlen-Gartenhaus entschieden haben, wo Sie hin und wieder auch übernachten möchten, sollten Sie darauf achten, ob im Lieferumfang vom Fertigbausatz auch eine isolierende Dämmung enthalten ist. Wenn nicht, empfiehlt es sich, selber für die Dämmung zu sorgen. Dazu werden im Hausinneren sowohl an den Wänden wie auch an der Dachplatte mehrere Dachlatten oder Holzleisten in regelmäßigen Abständen angeschraubt. Die auf diese Art und Weise entstandenen Zwischenräume werden nun mit Dämmstoff gefüllt, für die Verkleidung sorgt eine abschließende Vertäfelung per Holzdielen.

Falls Sie Stromleitungen und Steckdosen verlegen wollen, bieten sich diese Zwischenräume natürlich auch an. Eine Wärmeisolierung kann auch der Fußboden vertragen. Bevor sie die Bodendielen montieren, wird dazu die Unterkonstruktion mit einer Spezialfolie unterlegt. Die Bodenzwischenräume befüllen Sie mit Dämmstoff und decken das Ganze mit einer weiteren Folie ab. Darauf kommen dann die Bodendielen.

4.4 Aufbau des Daches

Dachaufbau beim Gartenhaus-BausatzAuch wenn es Gartenhäuser mit Flachdach oder Dachbegrünung gibt, so wählen die meisten Kunden als Haustyp doch ein Gartenhaus mit Giebeldach. Die Giebelelemente für das Dach sind bei einem Gartenhausbausatz bereits vorgeformt. Deshalb besteht Ihre erste Aufgabe beim Aufbau des Daches darin, dass Sie die Dachpfetten in die vorgefertigten Aussparungen anbringen und das Ganze verschrauben. Gleich ob die Dachplatten Spanplatten sind oder aus Massivholz bestehen, sie werden im Anschluss mit den Dachpfetten und den Wandelementen verschraubt.

Damit ist das Dach aber noch nicht vollkommen fertig. Jetzt werden Dachpappe oder Dachschindeln auf das Dach gelegt und mit Dachpappennägel fixiert. Die Überstände schneiden Sie einfach ab. Auch die Dachrinne wird zum Schluss nicht vergessen. Beachten Sie beim Anbringen an den Längswänden, dass ein Gefälle von etwa 1 Prozent entsteht. Regenrinne und Abflussrohr werden per Schellen an der Wand verschraubt. Ihr Gartenhaus ist jetzt fertig.

Festnageln der Dachpappe   Dachschindeln aus Bitumen