Die unscheinbare Gartenhaus-Gefahr: Holzwurm und andere Holzschädlinge erkennen und bekämpfen

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Nicht nur im innerhäuslichen Gebälk kann er sich einnisten, sondern auch Ihr Gartenhaus kann von Holzwurm und Hausbock befallen werden. Doch das wird meist erst zu spät bemerkt. Damit Sie gegen den Holzwurm und anderes holzschädigendes Ungeziefer gerüstet sind, zeigen wir Ihnen, wie Sie die Schädlinge erkennen und erfolgreich bekämpfen.

Zunächst sei gesagt, dass für Ihr Holzgartenhaus nur der allgemeine Holzwurm und der Hausbockkäfer gefährlich werden können, da diese Nadelhölzer befallen – auch unsere Gartenhäuser verwenden primär hochwertige nordische Fichte. Andere holzschädigende Insekten wie die Holzwespe oder der Splintholzkäfer nisten hingegen nur in Frischholz oder Laubhölzern.

Die Gefahr erkennen

Wenn Sie die ersten Indizien für einen Schädlingsbefall erkennen, ist es meist schon zu spät. Denn die eigentliche Gefahr geht von den Larven der holzschädigenden Käfer aus. Sie nisten innerhalb des Holzes und sind für den außenstehenden Gartenhausbesitzer nicht sichtbar. Erst wenn die Käfer ausgewachsen sind, lassen sich Spuren erkennen.

Dennoch ist es wichtig, dass Sie beim Entdecken des Schädlingsbefalls sofort handeln. Nur, welches Ungeziefer nistet in Ihrem Gartenhaus? Glücklicherweise gibt es dafür lediglich zwei Möglichkeiten:

Der allgemeine Holzwurm

Steckbrief: Allgemeiner Holzwurm (auch Nagekäfer genannt)
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Aussehen:

– 3-5 mm lang

– Oval

– Dunkelbraun

– Larven sind weiß und gekrümmt

Indizien:

– Kleine Bohrmehlhäufchen (diese stammen von den fressenden Larven)

– Kleine Fluglöcher (Durchmesser: 1-2 mm), aus denen die erwachsenen Käfer herauskommen

– Eventuell entdecken Sie auch einen ausgewachsenen Käfer

– Je mehr Löcher, desto mehr Käfer

Vorlieben:

– Totes, verbautes Holz

– Splintholz*

– Selten farbiges Kernholz wie Douglasie, Kiefer, Lärche und Eiche – Etwas feuchteres Holz (also ist der Käfer z.B. nicht in Wohnräumen anzutreffen)

*Splintholz ist die aktive Zone des Baumstammes und somit wasserreicher als der Rest des Stammes. Es ist meist heller als das Kernholz und liegt nah unter der Rinde.

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Löcher im Holz sind das auffälligste Indiz für einen Holzwurmbefall.

Der Hausbockkäfer

Steckbrief: Hausbockkäfer
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Aussehen:

– Flach

– Dunkelbraun bis schwarz

– Weiße Flecken auf den Flügelpanzern

– 10-25 mm lang

– Larve ist segmentiert, hat einen dicken Kopf und ist bis zu 30 mm lang

Indizien:

– Kleine Bohrmehlhäufchen (diese stammen von den fressenden Larven)

– Kleine Fluglöcher (Durchmesser: 1-2 mm), aus denen die erwachsenen Käfer herauskommen

– Eventuell entdecken Sie auch einen ausgewachsenen Käfer

– Fraßgeräusche

– Je mehr Löcher desto mehr Käfer

Tipp: Durch einen Klopftest können Sie Hohlräume feststellen, da die Larven ihre Gänge knapp unter der äußersten Holzschicht fressen. Also immer mal wieder testen!

Vorlieben:

-Nur Nadelholz

– Splintholz

– besonders in Holzkonstruktionen wie Dachstühlen und Holzhäuschen verbautes Holz

! Die Holzbockkäfer können sogar ganze Dachstühle und andere Holzkonstruktionen zu Fall bringen.

Schädlingsbefall bekämpfen

Haben Sie die Käfer erst einmal entdeckt, müssen sie so schnell wie möglich beseitigt werden. Wichtig ist dabei, dass sowohl Larven als auch ausgewachsene Käfer eliminiert werden. Die Larven entwickeln sich nämlich meist über mehrere Jahre. So kann es vorkommen, dass die Schädlinge nach ein paar Jahren Ruhe wiederkommen. Rücken Sie den unerwünschten Gästen also zu Leibe!

Chemisch

Die chemische Variante hat es in sich, denn die Mittel müssen in jedes einzelne Loch eingespritzt werden und sind meistens sogar für den Menschen gefährlich. Deshalb sollten Sie diese wirklich nur im Extremfall selbst verwenden und – wichtig! – dabei einen Schutzanzug tragen. Besser ist es jedoch, wenn Sie einen Fachmann beauftragen.

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Chemische Flüssigkeiten sind giftig. Tragen Sie immer entsprechende Schutzkleidung!

Natürlich

Eindeutig sicherer als die chemische Behandlung ist die natürliche Variante mit Isopropanol. Das Erdöldestillat, das zu 99,9 % aus Alkohol besteht, ist nämlich nicht giftig (aber trotzdem nicht trinkbar!). Ein weiterer Vorteil ist die Geruchslosigkeit, durch welche keine unangenehmen Düfte am Holz zurückbleiben wie beispielsweise bei Petroleum oder Essigsäure.

Und so funktioniert es:

Streichen oder sprühen Sie befallene Stellen schnell und großzügig mit Isopropanol ein und umwickeln Sie diese sofort mit einer Folie, um den Alkohol am Verdunsten zu hindern. Sie müssen dabei wirklich rasch sein, da sich die Flüssigkeit schnell verflüchtigt. Im Falle eines großflächigen Auftretens an Ihrem Gartenhaus müssen Sie abwägen, ob es möglich ist, die entsprechende Fläche so abzuschirmen, dass der Alkohol tatsächlich keine Verdunstungsmöglichkeit hat.

Nun sollten Sie das behandelte Holz 1-3 Tage ruhen lassen. Die Larven und Käfer sterben dann durch die entstehenden Dämpfe an Alkoholvergiftung. Achten Sie bei der Behandlung außerdem auf genügend Belüftung, da die alkoholischen Dämpfe schnell in den Augen brennen können.

Die ausführliche Anleitung zeigt Ihnen dieses Video.

Thermisch

Auch Hitze kann zum Tod des Holzwurms, des Hausbockkäfers und vor allem dessen Larven führen. Bei Temperaturen über 55 Grad Celsius gerinnt das Eiweiß, aus dem die Käfer und Larven hauptsächlich bestehen, und sie sterben.

Eine einfache Methode hierfür ist, das befallene Holz in schwarze Folie zu packen und die Sonneneinstrahlung ihre Arbeit machen zu lassen. Durch die Wärmebildung unter der Plane werden die Holzschädlinge abgetötet. Sie müssen jedoch etwas Geduld mitbringen.

Achtung: Trockenes Holz neigt zu Rissen, weshalb Sie sich vor der Wärmebehandlung sicherheitshalber noch einmal über die Beschaffenheit Ihres Gartenhauses informieren sollten.

Der Nachteil der thermischen Variante ist, dass Sie dafür auf die Sommermonate und eine entsprechende Sonneneinstrahlung angewiesen sind.

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Zum Schluss sollte weder Käfer noch Larve übrig bleiben.

Gartenhaus schädlingsfrei machen

Durch die Größe eines Gartenhauses wird die Vernichtung von Holzschädlingen unter Umständen erschwert, vor allem, wenn es sich um großflächigen Befall handelt. Sind nur einzelne Teile des Hauses betroffen, können Sie diese relativ einfach ausbauen und säubern beziehungsweise austauschen.

Ist das Gartenhaus großflächig angegriffen, sollten Sie auf jeden Fall einen Fachmann zu Rate ziehen. Bei fortgeschrittenem Fraß müssen Sie sich überlegen, ob sich der entsprechende Aufwand lohnt, oder nicht doch ein neues Gartenhaus in Frage käme.

Was Sie im schlimmsten Fall für den Abriss und die Entsorgung Ihres alten Gartenhauses wissen müssen, erklären wir Ihnen hier.

Schädlingsbefall vorbeugen

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Erster Schritt: Imprägnieren. Dann brauchen Sie auch keine Angst vor Schädlingen haben.

Um das Gartenhaus von vornherein vor Holzschädlingen zu schützen, ist es äußerst wichtig, dass Sie es imprägnieren. Haben Sie vor, die Imprägnierung selbst vorzunehmen, finden Sie hier eine Anleitung.

Außerdem sollten Sie nur die besten Imprägniermittel verwenden, wie Sie sie bei unseren Gartenhäusern erwarten dürfen, die Sie auf Wunsch bereits imprägniert kaufen können.

Besitzen Sie ein Natur-Gartenhaus, sollten Sie besonders darauf achten, das Holz Ihres Gartenhauses richtig zu behandeln.

Erst nach der Imprägnierung wird das Gartenhaus mit schützender Farbe oder Naturlack gestrichen. Doch Achtung: Wirklichen Schutz bietet nur eine Imprägnierung.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Schädlingsbekämpfung und eine holzwurmfreie Zukunft!

 

Bilder: Bild 1: Perytskyy, Bild 2: Henrik_L, Bild 3: Dean_Fikar, Bild 4: Foto von Siga, bereitgestellt unter Public Domain, Bild 5: OlafSpeier, 6: thawornnurak, Bild 7: RusN