Die Blätter werden bunt, Kastanien fallen einem vor die Füße, es wird kälter: der Herbst ist da! Und mit ihm kommt neue Gartenarbeit. Denn der heimische Garten mit allem, was in ihm lebt und gedeiht, muss auf den Frost, die Kälte und den Schnee des Winters vorbereitet werden. Schließlich soll die Pflanzenpracht im Frühjahr ebenso lebendig und farbenfroh erwachen, wie sie jetzt zur Ruhe gelegt wird. Damit das aber auch wirklich gelingt, haben wir sechs Schritte, die Ihnen helfen, Ihren Garten so winterfest zu machen, dass Sie sich im Frühling an frischen Knospen, grünen Trieben und bald darauf an bunten Blüten erfreuen können. Eben an einem rund um gesunden Garten!

1.Laub – wo es stört und wo es hilft

blätter

Laub sollte im Winter vom Rasen komplett entfernt werden, damit keine unschönen, braunen Stellen entstehen.

Es ist typisch Herbst: die Blätter fallen langsam von den Bäumen und beginnen sich auf dem Boden zu sammeln. Und was übrig bleibt, ist für uns meist lästiges Laub, das umständlich aufzusammeln ist und zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeutet. Aber nicht überall ist es notwendig, den Boden von dem Blätterteppich zu befreien. So schützt er zum Beispiel unter Bäumen und Sträuchern oder auf Beeten vor Bodenfrost und fungiert als natürliche Mulchschicht.

Das ist in Sachen Laub zu erledigen:

  • Das überschüssige Laub auf Beeten und unter Bäumen und Sträuchern verteilen.
  • Vom Rasen sollte es dagegen entfernt werden, da sonst unschöne braune Flecken entstehen, ausgelöst durch Schimmel-oder Pilzbefall.
  • Auch von Wegen und Durchgängen beseitigen, weil nasse Blätter die Rutsch- und somit auch Verletzungsgefahr erhöhen.
  • Sämtliche Regenrinnen müssen laubfrei bleiben. Darin liegende Blätter verstopfen die Rinnen, die dann die Wassermengen nicht mehr ableiten und regulieren können.
  • Lösung: Schutzgitter in der Dachrinne anbringen. Mit dessen Hilfe werden jegliche Blätter sofort abgefangen.
  • Das Gitter in regelmäßigen Abständen leeren, sodass sich auf ihm nicht das ganze Laub ansammelt und trotzdem die Rinne verstopft.
Igel gartenhaus

Blätter bieten kleinen Tieren Unterschlupf für den Winter.

Tipp für Tierfreunde: Da Laub nicht nur abgefallene Blätter sind, sondern auch ein Lebensraum für einige Tiere und Insekten darstellt, sollte auf Laubbläser verzichtet werden. Denn sie wirbeln die Blätter extrem kraftvoll auf und stellen so eine Bedrohung für die darin lebenden Tiere dar. Wer etwas Gutes tun will, baut lieber einen kleinen Laubhügel im Garten, in dem sich Igel für ihren Winterschlaf einnisten können. Hier erfahren Sie, wie Sie Tiere generell im Garten überwintern lassen können.

2. Frühblüher rein, Knollenpflanzen raus

Einige Pflanzen, allen voran Knollenblumen wie zum Beispiel die Dahlie, sind nicht winterfest. Um aber trotzdem deren Schutz in kalten Wintermonaten zu garantieren, sollten sie ausgepflanzt und an einem trockenen, dunklen Ort gelagert werden, bis sie im Frühjahr wieder in die Erde dürfen. Als Einlagerungsort bietet sich zum Beispiel ein Gartenhaus an, insofern dort noch genügend Platz ist, sonst können die Knollenpflanzen auch im Keller Schutz finden.

Anna_44

Im Gartenhaus können Pflanzen gut überwintern. Modell Anna 44 , © Gartenhaus GmbH

Im Gegenteil dazu stehen die Frühlingsblüher. Denn sie müssen genau jetzt in den Herbstmonaten eingepflanzt werden, um im Frühjahr ihre volle Pracht entfalten zu können. Wer sich also direkt nach dem Wegtauen des letztens Schnees an einer Blumenpracht aus Krokussen, Narzissen und Tulpen erfreuen will, der sollte im Herbst zum Spaten greifen! (Quelle)

3. So mache ich meine Pflanzen winterfest

Icy_LingonBerry

Diese Pflanze ist auch im Winter draußen geblieben. Der Frost schadet ihr sichtbar.

Der Boden unter Bäumen und Sträuchern sowie auf Beeten kann am leichtesten mit Laub abgedeckt werden (das ist ja schon kostenlos vorhanden). Alternativ oder zusätzlich bieten aber auch Gartenvlies oder Reisig einen optimalen Schutz gegen Frost, der ohne Abdeckung Wurzeln, Blätter oder Äste schädigt (Quelle).

Ein Garten besteht aber oft nicht nur aus im Boden wachsenden Pflanzen, sondern auch aus einigen Kübelpflanzen, die meist auf der Terrasse oder auf dem Balkon stehen. Auch die müssen vor Kälte, Wind und Wetter geschützt werden. Und zwar am besten durch die Lagerung an einem dunklen, kühlen Ort wie beispielsweise dem Gartenhaus. Leider ist in Gartenlaube oder Keller aber selten Platz für alle Pflanzen und so müssen einige auf der Terrasse verweilen. Gar kein Problem, denn den draußen gebliebenen Kübelpflanzen können Sie einfach eine „Winterjacke“ umlegen, die vor Frost und Kälte schützt. Dafür gehen Sie so vor:

  • Die Pflanzenkrone mit Gartenvlies umwickeln und festmachen.
  • Den Stamm mit Reisig verkleiden.
  • Um den Blumenkübel eine Noppenfolie legen und zusätzlich einen Jutesack darüberstülpen.
  • Den eingepackten Pflanzenkübel auf eine Styroporplatte stellen, um den Bodenfrost abzuhalten.

Besonderer Fall: Zitruspflanzen und Palmen. Sie brauchen Licht und mögen es nicht zu kalt – was ihrer Herkunft nach zu urteilen auch verständlich ist. Deshalb sollten diese Pflanzen am besten im Wintergarten zwischengelagert werden, in dem sie gelegentlich etwas Helligkeit genießen können (Quelle). Als Alternative für all diejenigen, die keinen Wintergarten besitzen oder dort nicht genügend Platz verfügbar ist, bietet sich das Gartenhaus Modell Palermo – 44 ISO an, mit seiner großen Fensterfront. Aber auch jegliche Gartenpavillons können optimal zur Aufbewahrung von Zitruspflanzen und Palmen im Winter genutzt werden.

Palermo_Bild

Auch im Winter ein heller Ort für sonnenverwöhnte Pflanzen: Modell Palermo 44 ISO , © Gartenhaus GmbH

4. Der letzte Schnitt vor der Winterpause

Bäume, Sträucher, Hecken – ihnen muss vor dem großen Wintereinbruch nochmal eine neue Frisur verpasst werden. Ein bisschen zurechtgestutzt können junge Triebe im Frühjahr nämlich besser austreiben. Und der Herbst bietet sich für ein Zurechtschneiden besonders an, da zu dieser Jahreszeit das Wachstum der Pflanzen vorerst abgeschlossen ist (Quelle). Bevor es aber an die Heckenscheren geht, sollten wirklich alle Blätter abgefallen sein, so sieht man auch besser, was zurechtgeschnitten werden muss. Dann wird mit kranken, abgestorbenen Ästen begonnen, um dann zu langen und sich überschneidenden Ästen überzugehen. Am besten schneiden Sie die Äste dabei nah am Stamm und etwas schräg. Das gleiche Prozedere gilt auch für die Hecken. Hier ist es jedoch von Vorteil, die Hecke im oberen Teil etwas schmaler zu stutzen, damit auch der untere Teil Sonnenlicht abbekommt und frisch nachwachsen kann.

5. Schutz für Gartenmöbel und -geräte

Nicht nur die Pflanzen, auch die Gartenmöbel und jegliche Gartengeräte sollen den Winter überstehen. Die ersten Frühlingssonnenstrahlen wollen Sie schließlich draußen auf der Terrasse – auf Stühlen – genießen.  Deshalb sollten Sie beachten:

  • Gartenmöbel in der Gartenlaube oder dem Geräteschuppen platzieren.
  • Vor allem hölzerne Exemplare sind empfindlich gegen Nässe und Frost, diese sollten also besonders schonend aufbewahrt oder mit speziellen Schutzmitteln lackiert werden.
  • Kein Platz im Gartenhaus und auch nicht im Keller ist? Es gibt bestimmte Abdeckfolien, die die Möbel vor Schnee und Regen schützen.
  • Die abgedeckten Gartenmöbel sollten trotzdem untergestellt nicht der vollen Witterung ausgesetzt werden. Denn durch Nässe können leicht schimmelige Stellen entstehen, die erhebliche Schäden verursachen.
  • Nicht nur Holzmöbel, sondern auch alle anderen Modelle – aus Kunststoff oder Metall – müssen im Winter, sei es mit Plane oder im Gartenhaus, geschützt werden.

Und auch Dekoration mag kein Winterwetter. Deshalb sollten Sie Ihre Lieblings-Gartendeko ins Warme und Trockene holen, um sie auch im nächsten Jahr wieder unbedenklich und in voller Pracht im Garten anzubringen. Welche Gartendekoration jedoch im Oktober nicht rein, sondern raus gehört, ist der Halloween-Schmuck. Im Magazin finden Sie eine tolle Anleitung zu flackernden Windlichtern und schaurigen Kürbisköpfen.

Wenn jetzt noch Platz im Gartenhäuschen ist, müssen auch noch die Gartengeräte dort hinein. Denn auch sie vertragen weder Schneestürme noch  frostige Regenschauer. Genauso wenig wie die Wasserleitungen zu Ihrem Brunnen, insofern Sie welche besitzen. Die Leitungen müssen vor dem ersten Gefrieren unbedingt geleert werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sie bersten und erneuert werden müssen. Nach dem Entleeren einfach das Hauptventil schließen. Schon  kann nichts mehr passieren.

6. Auch der Teich wird winterfest

teich

Der Teich ist ein wichtiges Biotop, sodass auch er winterfest gemacht werden muss.

Der Gartenteich muss auf jeden Fall auch auf den Winter vorbereitet werden. Denn auch wenn man meinen mag, man könnte in diesem Fall die Natur sich selbst überlassen, falsch gedacht: Wer einen gesunden Teich mit gesunden Lebewesen behalten will, muss sich auch im Winter um die richtige Pflege kümmern:

  1. Zunächst die Wasserpflanzen recht weit am unteren Teil des Stiels zurückschneiden, damit sie im Frühling wieder austreiben können.  Dafür eignet sich am besten eine Teichschere, da sie über einen langen Stiel verfügt und Sie somit überall im Teich problemlos schneiden können. Die losen Blätter lassen sich dann ganz einfach mit einem Kescher abfangen.
  2. Der nächste Schritt: den Röhricht ausdünnen, jedoch nicht komplett entfernen. Er ist im Winter wichtig für den Austausch von Gasen und dient zudem als Lebensraum für einige Insekten.
  3. Laub von der Wasseroberfläche entfernen. Denn von dort sinken die Blätter ab und bilden Faulschlamm auf dem Teichboden, der giftige Gase freisetzten kann und so den Wasserlebewesen schadet. Vor allem wenn die Wasseroberfläche zugefroren ist und die Gase nicht entweichen können. Deshalb muss der Schlamm, der sich bereits gebildet hat genauso wie das Laub, das für seine Bildung verantwortlich ist, entfernt werden. Abhilfe schaffen hier ein Teichschlammsauger und ein Netz, das über den Teich gespannt wird und die Blätter vor dem Absinken abfängt (Quelle). Wahlweise können Sie den Schlamm auch manuell mit einem Eimer am Stiel entfernen.
  4. Dann: Einen Eisfreihalter einsetzen (Quelle). Der Styroporkorpus mit Belüftungsrohr hält auch im Winter einen Teil der Eisfläche offen, sodass ein Gasaustausch stattfinden kann und so vor allem die schädlichen Faulgase entweichen können. Achten Sie aber darauf, den Eisfreihalter rechtzeitig ins Wasser zu setzen, denn ist der Teich erst einmal gefroren wird es schwieriger ihn zu platzieren und gleichzeitig die Fische nicht zu stören. Sie befinden sich nämlich in der Winterstarre und sollen nicht aufgeschreckt werden. Deshalb einen kleinen Teil der Eisfläche mit einem Föhn oder Ähnlichem auftauen, anstatt das Eis zu zerbrechen.
  5. Zu guter Letzt muss noch die Wasserpumpe herausgenommen werden, da sie bei Minusgraden leicht gefrieren und kaputt gehen kann. Die entfernte Pumpe können Sie einfach über die Wintermonate in ihrem Gartenhaus zwischenlagern.

 

Nach dem sechsten und letzten Schritt ist es nun endlich geschafft: Ihr Garten ist winterfest und die Kälte kann kommen!

 

 

Bildquellen, nach der Reihenfolge (Gartenhaus GmbH ausgenommen):

1. lilmedia, ZwergeGartenzwergWinterSchnee, unter Creative Commons

2. PublicDomainPictures, BlätterHerbstGrasBodenBodendeckerRotOrange, unter Creative Commons

3. Hrald, West European Hedgehog (Erinaceus europaeus)1, unter Creative Commons

4. Staffan Enbom, Icy LingonBerry, unter Creative Commons

5. Emha, Seerosenteich im Botanischen Garten Gießen, unter Creative Commons