Sie nutzen Ihren Balkon aufgrund von schlechtem Wetter nur selten und möchten diesen in einen Wintergarten umbauen? Dabei ist mehr zu beachten als diesen nur zu verglasen. Unsere Checkliste und DIY-Tipps zeigen, wie Sie bei der Planung und beim Umbau am besten vorgehen und was Sie rechtlich beachten sollten.

Vom Balkon zum Wintergarten: Auf die Planung kommt es an!

Wie bei vielen Projekten rund um Haus und Garten ist auch beim Wintergarten Umbau eine gründliche Planung schon die halbe Miete.

Nehmen Sie sich also die Zeit, da eine Investition in einen Wintergarten den Wert Ihrer Wohnung steigern kann.

Erstellen Sie zu Beginn eine To-Do-Liste und gegebenenfalls auch einen Zeitplan. Diese geben Ihnen im Verlauf des Umbaus eine bessere Übersicht und zeigen auf, wo gegebenenfalls etwas vergessen wurde.

Nutzung: Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten?

Zuallererst sollten Sie sich entscheiden, wie und wann Sie Ihren Wintergarten nutzen möchten.

Dabei sind zwei Typen von Wintergärten zu unterscheiden: Kaltwintergarten und Wohnwintergarten!

Ein Beitrag geteilt von le. (@bambusbjoerne) am

Was ist ein Kaltwintergarten?

Ein Kaltwintergarten wird nicht beheizt und auch nicht isoliert. Räumlich muss er von der restlichen Wohnung thermisch getrennt werden – eine normale Balkontür reicht dafür schon aus.

Der Arbeitsaufwand im Vergleich zu einem Wohnwintergarten ist durch Wegfall von Heiz- und Isolierarbeiten geringer. Im Winter ist er für gemütliche (gemeinsame) Stunden leider zu kalt, doch eignet sich dieser wunderbar zur Überwinterung Ihrer Gartenpflanzen und -möbel.

Balkon zum Wohnwintergarten umbauen

Wie der Name schon sagt, ist der Wohnwintergarten oder Warmwintergarten, wie er auch genannt wird, eine Ergänzung Ihres Wohnraums. Dieser besitzt eine konstante Wärme von 19 Grad Celsius und kann so das ganze Jahr über genutzt werden.

Wichtig: Für die Fassade des Wintergartens gelten dieselben Vorschriften wie für die herkömmliche Fassade Ihres Gebäudes, gegebenenfalls ist aufgrund der Energiesparverordnung (EnEV) eine Fassadendämmung notwendig. Sowohl beim Kalt- als auch beim Wohnwintergarten sollte der Eintritt von Regenwasser weitestgehend verhindert und eingedrungene Flüssigkeit kontrolliert abgeleitet werden.

Die Form Ihres Balkons: Loggia oder auskragender Balkon

Bei der Wahl Ihres Wintergartens sollten Sie auch die Form Ihres Balkons mitberücksichtigen. Denn das Aussehen Ihres späteren Wintergartens wird maßgeblich durch den bereits vorhandenen Balkon mitbestimmt.

Besitzen Sie eine Loggia oder einen auskragenden Balkon? Beide Formen sind als Wohnraumerweiterungen anzusehen. Doch der Hauptunterschied zwischen ihnen ist, dass eine Loggia fester Bestandteil des Gebäudes und dreiseitig geschlossen ist, während ein Balkon aus dem Gebäudegrundriss herausragt und eine geöffnete Bauform besitzt.

Unser Tipp: Wenn Sie einen großen Balkon haben, können Sie sich entscheiden, ob Sie die eine Hälfte als verglaste Wintergarten-Wohnraumerweiterung und die andere Hälfte weiterhin als ungeschützten Balkon nutzen möchten.

Wird Ihr Balkon von oben begrenzt?

Wird Ihr Balkon von oben durch einen weiteren Balkon oder ähnliches begrenzt, behindert das zwar Ihre Sicht, doch schützt es Ihren zukünftigen Wintergarten im Sommer auch vor übermäßiger Hitze. Diese kann solche extreme Ausmaße annehmen, dass selbst der dahinterliegende Raum nicht genutzt werden kann. Haben Sie also von Ihrem Balkon aktuell eine offene Sicht auf den freien Himmel, sollten Sie bei dem Umbau zum Wintergarten auf jeden Fall eine Beschattungsmöglichkeit zum Beispiel in Form einer Haube, Markise oder Sonnensegel einplanen.

Wintergarten auf Bakon: Baugenehmigung – ja oder nein?

Diese Frage ist leider nicht pauschal zu beantworten. Denn die Antwort hängt nicht nur von der Größe des Balkons ab, sondern variiert auch von Region zu Region.

Zudem muss für die Erteilung einer Baugenehmigung geprüft werden, ob der betreffende Balkon das zusätzliche Gewicht überhaupt tragen kann. Falls nicht, braucht Ihr Balkon eine zusätzliche Abstützung, deren Berechnung von einem Experten durchgeführt werden muss.

Unser Tipp: Suchen Sie vor Baubeginn Ihr örtliches Bauamt auf. Diese sind in der Regel sehr hilfsbereit.

Ich bin Mieter in einem Mietshaus und möchte meinen Balkon umbauen. Darf ich das?

Sie können als Mieter Ihren Balkon nicht ohne weiteres zu einem Wintergarten umbauen. Dafür brauchen Sie die Einverständniserklärung Ihres Vermieters, da dieser rechtlich gesehen für den Balkonumbau verantwortlich ist.

Ich bin Eigentümer. Brauche ich die Zustimmung der anderen Eigentümer?

Anders ist es bei Eigentumswohnungen. In diesem Fall muss vor Baubeginn die Eigentümergemeinschaft, das heißt alle Eigentümer der übrigen Wohnungen im selben Haus, um Erlaubnis gebeten werden, da auch hier eine bauliche Veränderung vorgenommen wird.

Wenn Sie neben einem späteren Nachbarschaftsstreit auch rechtlichen Konsequenzen bis hin zu Rückbaumaßnahmen vorbeugen wollen, sollten Sie unbedingt eine Zustimmung einholen.

Tipps zur Umsetzung Ihres Wintergartens auf dem Balkon

Davon abhängig, wie geschützt Ihr Balkon aktuell schon ist, genügt es, wenn Sie dessen offene Seiten mittels einiger Fensterscheiben verglasen. Vorteil: Sie werden überrascht sein, in welchem Maße eine (gut isolierte) Verglasung Straßengeräusche minimiert. Nicht nur auf dem ehemaligen Balkon, sondern auch in dem sich dahinter befindlichen Innenraum.

Bereits bei der Planung Ihres Wintergartens sollten Sie sich zudem Gedanken zu Außenjalousien für die Beschattung und eine gute Dämmung machen. Ebenso sollten Sie eine möglichst automatische Lüftung einplanen. Dies betrifft auch die Isolierung und die Heizungsmöglichkeit.

Haben Sie vor, Ihren Wintergarten auf die gleiche Weise zu nutzen wie Ihren Balkon, sollten Sie über einen Holzboden nachdenken. Wenn Sie diesen aber als Erweiterung Ihres Wohnraumes sehen, bewirkt derselbe Fußboden wie der in der Wohnung eine optische Täuschung und somit mehr Platz.

Balkon zum Wintergarten umbauen: Die Verglasung

Wenn Sie Ihren Balkon zum Wintergarten umbauen, können Sie einige Arbeitsschritte selbst verrichten. Bei der Verglasung sollten Sie jedoch unbedingt auf einen Fachmann setzen, da Verglasungselemente oft maßangefertigt werden müssen. Der Experte berät Sie in Bezug auf das für Ihren Wintergarten richtige Glas, Design und Energieangelegenheiten.

Nutzen Sie mindestens Einscheibensicherheitsglas. Besser wäre aber zwei- oder dreifach Isolierglas. Denn je geringer der Wärmedurchgangskoeffizient (Ug-Wert), desto besser ist Ihre Wärmedämmung und umso weniger müssen Sie heizen. Fragen Sie den Experten ggf. auch nach Sonnenschutzglas, das eine zu starke Hitzeentwicklung im Inneren verhindert.

Verglasungssysteme für Ihren Wintergarten

Wenn Sie Ihren Wintergarten kostengünstig verglasen möchten, raten wir zu einer Festverglasung. Diese lässt sich entweder gar nicht oder nur an einzelnen Stellen bzw. Fenstern durch Dreh-Kipp-Funktion öffnen. Damit können Sie im Winter eine gute Wärmedämmung mit relativ wenig Aufwand erreichen.

Mit Türen aus Faltglas können Sie Ihren Wintergarten mühelos und fast vollkommen öffnen. Die Elemente werden einfach wie bei einem Fächer zusammenschoben. Diese Konstruktion ausreichend zu isolieren ist jedoch sehr aufwändig.

Je nach persönlichen Geschmack und Geldbeutel wäre auch ein Schiebesystem mit variablen Laufschienen eine Option. Es birgt den Vorteil, dass Sie den Wintergarten in den warmen Monaten auch als offenen Balkon nutzen könnten. Dafür werden die Scheiben an Kunststoffgriffen oder Einbuchtungen einfach zur Seite geschoben. Eine Nutzung im Winter ist aufgrund der mangelhaften Isolierung aber leider nicht möglich.

Die weniger handwerklich Begabten unter Ihnen können die komplette Verglasung auch von Fachbetrieben durchführen lassen. Diese geben zudem Garantie auf Material und Einbau. Der Preis einer Balkonverglasung unterscheidet sich je nach Größe und Ausführung der Verglasung.

Wintergarten auf Terrasse selbst bauen

Sie haben keinen Balkon, dafür aber eine Terrasse und möchten diese zum Wintergarten umbauen? In unserem Magazinartikel erhalten Sie viele Tipps und Tricks, damit Ihr Aufbau ein Erfolg wird.

Eine überdachte Terrasse mit Glasschiebewänden

Mit Glasschiebewänden können Sie Ihre Terrasse in einen Wintergarten verwandeln.

Eine Vielzahl an schönen Wintergärten und Glasschiebewänden finden Sie in unserem Onlineshop.

Zusammenfassung: Unsere Checkliste für Ihren Umbau vom Balkon zum Wintergarten

Diese Punkte sollten Sie beachten, wenn Sie Ihren Balkon zum Wintergarten umbauen wollen:

Sie sind Mieter

  • Fragen Sie den Eigentümer um Einverständnis.

Sie sind Eigentümer

  • Informieren Sie die Eigentümergemeinschaft und holen deren Zustimmung ein.

Darüber hinaus sollten Sie

  • sich bei Ihrem zuständigen Bauamt über das für Sie greifende Baurecht informieren. Achtung: Dieses ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich!
  • sich gegebenenfalls eine Baugenehmigung einholen.
  • von einem Experten die Statik Ihres Balkons ggf. Gebäudes überprüfen lassen.
  • sich entscheiden, ob Sie Ihren Balkon komplett oder nur teilweise verglasen wollen.
  • klären, ob durch Ihren Umbau zusätzlicher Wohnraum entsteht.
  • sich entscheiden, ob Sie Lüftung und Heizung einbauen wollen.
  • im Voraus eine ungefähre Kostenkalkulation erstellen.

Einrichtungsideen für Ihren Wintergärten

Sie sind schon einen Schritt weiter und suchen nach Einrichtungsideen für Ihren Wintergarten? Dann werden Sie ebenfalls in unseren Magazin fündig.

Sie suchen zusätzliche Inspiration rund um den Wintergarten? Schauen Sie doch einmal auf unserem Pinterest-Board zu „Lichtdurchfluteter Rückzugsort: Der Wintergarten“ vorbei. Dort haben wir zudem eine Vielzahl an schönen Boards zu Haus und Garten für Sie zusammengestellt.

Folgen Sie uns auch gern auf FacebookInstagram und Twitter, damit Sie keinen unserer neuen Artikel zu Garten und Gartenhaus mehr verpassen.

Wir wünschen viel Spaß beim Planen und Umsetzen Ihres Balkon-Umbaus zum Wintergarten!

***

Artikelbild: ©iStock/kievith
Beitragsbild 6: ©GartenHaus GmbH