Er ist der kleine Rückzugsort im eigenen Garten und lässt sich sogar leicht selber bauen: der Gartenpavillon. Er muss dabei aber nicht immer aus vorgefertigten Teilen bestehen: Gerade spezielle Materialien wie Weiden oder Europapaletten machen Ihren Pavillon zu etwas Besonderem. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die etwas anderen Gartenpavillons selber bauen können.

Anleitung 1: Direkt aus der Natur – der Weidenpavillon

Der Weidenpavillon besteht – natürlich – aus Weidenruten. Diese sollten Sie am besten im Frühjahr pflanzen, da die Ruten erst bei steigenden Temperaturen anfangen auszutreiben. Geschieht das, schließen sich noch bestehende Lücken im Gartenpavillon, die dann von sattem Grün überwuchert werden.

  • Perfekter Zeitpunkt für den Bau eines Weidenpavillons ist also der Frühling.

Welche Weidenart Sie benutzen, bleibt dabei Ihnen überlassen. Am besten eignen sich jedoch frisch geschnittene Ruten, da diese schneller austreiben. Die Ruten finden Sie zum Beispiel in der Pflanzenabteilung in Ihrem Baumarkt. Vor dem Einpflanzen sollten Sie dann am unteren Ende nochmals zehn Zentimeter abschneiden.

Wichtig ist zudem, dass Sie einen sonnigen Standpunkt wählen und für den Bau ausreichend lange Weidenruten (ca. 2-3 Meter) verwenden.

Noch ist er etwas kahl, doch mit den ersten warmen Sonnenstrahlen beginnen die Weidenruten auszutreiben.

Noch ist er etwas kahl, doch mit den ersten warmen Sonnenstrahlen beginnen die Weidenruten auszutreiben.

Sie brauchen:

  • Einen Spaten
  • Weidenruten
  • Etwas Sand
  • Ausreichend Seil zum späteren Zusammenbinden
  • Leiter

Und so geht’s:

  • Zeichnen Sie zunächst mit Schnüren und dann mit Sand die Umrisse des späteren Pavillons auf den Boden. Achtung: Bedenken Sie schon bei diesem Schritt, an welcher Stelle der Pavillon später offen bleiben soll.
  • Heben Sie den Boden entlang der Spuren mithilfe eines Spatens aus, sodass circa 20 cm breite Furchen entstehen.
  • Graben Sie daraufhin mit einer Eisenstange Löcher in gleichen Abständen in die Furchen, ca. 20-25 cm tief, sodass dort später die Weidenruten hineingesteckt werden können.
  • Stellen Sie die Weidenäste hinein, schütten Sie die vorher ausgehobene Erde darauf und treten Sie diese fest.
  • Danach können Sie die Weidenruten nach Belieben zusammenbinden. Bei runden Pavillons sollten Sie die Ruten am besten in gleichen Abständen einschnüren, also immer um den „Pavillon“ herum, bis sie oben spitz zulaufen. Hier hilft Ihnen eine Leiter, um den Rest von innen zu befestigen.
  • Jetzt müssen Sie nur noch warten, bis die Pflanzen austreiben und der Pavillon sich verdichtet und grünt.

Wie das am Ende aussehen kann, zeigt Andrea auf ihrem Blog liebedinge. Sie nennt ihre Kreation zwar den „Weidendome“, da er nicht geschlossen ist, doch ihre Bilder sind eine tolle Inspiration.

So könnte Ihr Pavillon aussehen – wenn Sie es offen mögen.

So könnte Ihr Pavillon aussehen – wenn Sie es offen mögen.

Wenn Sie noch unsicher sind, hilft Ihnen dieses Video beim Bau des Gartenpavillons:


Tipp: Besonders schön kommt der Pavillon abends zur Geltung, wenn er mit stimmungsvollen Lichtern behängt wird. Im Sommer, wie im Winter macht das Ihren Garten zu einem Wohlfühlparadies. Die Lichter können Sie dabei ganz einfach selbst basteln, wie diese Anleitungen zeigen.

Anleitung 2: Upcycling at its best – der Gartenpavillon aus Europaletten

Wenn Sie einen viereckigen Gartenpavillon bevorzugen, sollten Sie den Bau aus Europaletten in Erwägung ziehen. Denn aufgrund der Palettenstruktur ist ein eckiger Bau am einfachsten.

Auf 1001 Pallets haben wir dieses Prachtexemplar gefunden.

Mit ein wenig Fingerfertigkeit sind Sie nach ein paar Stunden Aufwand in Besitz eines prachtvollen Pavillons – selfmade.

Mit ein wenig Fingerfertigkeit sind Sie nach ein paar Stunden Aufwand in Besitz eines prachtvollen Pavillons – selfmade.

Wie Sie beim Bau eines Palettenpavillons am besten zu Werke gehen, zeigt Ihnen dieses Video (Englisch!):

Damit Sie das auch schriftlich haben, ist hier noch einmal die Anleitung für Sie.

Sie benötigen:

  • Paletten (je nach Pavillon-Größe)
  • Tacker oder Nägel und Hammer
  • Winkelverbinder, Schrauben und Akkuschrauber
  • mehrere dünne Holzplatten als Bodenbelag
  • circa 8-14 große quadratische Steine (je nach Größe des Pavillons)
  • Holbalken zur Stützung der Fensteröffnungen

Und so geht’s:

  • Messen Sie die Fläche aus, auf der der Pavillon entstehen soll und zeichnen sie mit Sand nach. Am besten legen Sie schon hier die Paletten an, damit zum Schluss nichts übersteht.
  • Anschließend platzieren Sie die Steine jeweils in den Ecken und in der Mitte.
Setzen Sie lieber zu viele als zu wenige Steine als Fundament. Das sorgt für mehr Stabilität.

Setzen Sie lieber zu viele als zu wenige Steine als Fundament. Das sorgt für mehr Stabilität.

  • Im nächsten Schritt tackern oder nageln Sie einige Paletten zu einer Bodenfläche zusammen, um sie später einfacher auf den Steinen platzieren zu können. Darauf befestigen Sie dann die dünnen Holzplatten, sodass der Boden eben ist.
  • Legen Sie den fertigen Boden auf die Steine.
  • Überlegen Sie sich bereits jetzt, an welcher Stelle der Pavillon zum Schluss offen sein soll.
  • Beginnen Sie mit der untersten Palettenreihe: Legen Sie eine Palette am Rand auf den Boden und tackern bzw. nageln sie diese fest. Dann setzen Sie eine weitere Palette daneben, die wieder am Boden und zusätzlich an der Palette daneben befestigt wird. So fahren Sie fort, bis eine Wand entsteht.
  • Machen Sie mit der nächsten Seite weiter und verbinden Sie die Ecken mit Winkelverbindern.
Schritt für Schritt zum Ziel.

Schritt für Schritt zum Ziel.

  • Soll der Pavillon offener sein, können Sie auch Fenster einplanen, indem Sie eine oder mehrere Paletten in der Mitte der einzelnen Wände weglassen.
Ein Pavillon lebt von seinen offenen Fensterpartien.

Ein Pavillon lebt von seinen offenen Fensterpartien.

  • Achten Sie jedoch darauf, dass der Pavillon stabil bleibt. Hier können Sie sich beispielsweise mit einfachen Holzbalken behelfen, die Sie in der Fenstermitte platzieren.
Gehen Sie mit zusätzlichen Balken auf Nummer sicher.

Gehen Sie mit zusätzlichen Balken auf Nummer sicher.

  • Beim Bau des Daches gehen Sie vor wie beim Boden und setzen die entstandene Platte oben auf die vier Wände. Befestigen Sie das Ganze mit Nägeln und verbinden Sie es am besten zusätzlich innen mit Winkelverbindern mit den einzelnen Wänden. Wenn Sie lieber ein spitzes Dach hätten, wird Ihnen hier gezeigt, wie Sie ein Spitzdach selbst bauen.

Fertig!

Tipp: Wenn Sie wollen, dass das Ganze noch etwas mehr hermacht, lassen Sie den Pavillon mit blühenden oder immergrünen Kletterpflanzen überwuchern. So bekommt er einen verwunschenen Touch und die Paletten – besonders, wenn sie schon ein wenig älter sind – verschwinden unter der Pflanzenpracht. Wenn Sie jetzt noch Lichter an den Pavillon hängen, ist er perfekt!

Für noch mehr Inspiration besuchen Sie doch unser Pinterest Board!

Viel Spaß und Erfolg beim Bau Ihres eigenen Gartenpavillons!

 

Bilder: Bild 1: ©iStock.com/GagarinART/james63, liebedinge.blogspot.de, 1001pallets.com, Bild 2+3: liebedinge.blogspot.de, Bild 4: 1001pallets.com, Bild 5: Grafik ©gartenhaus-gmbh.de, Bild 6: 1001pallets.com, Bild 7+8: Grafik ©gartenhaus-gmbh.de.