Während Gartenhäuser es ein Leichtes machen, sich inmitten von all dem Grün wohlzufühlen oder als Gerätehäuser genutzt zu werden, sind Gewächshäuser genau das Richtige, um sich über selbst angebautes Gemüse zu freuen. Wenn Sie sich für das passende Modell entscheiden und es richtig bepflanzen, ist das ganze Jahr über frisches Gemüse zur Hand. Hier finden Sie eine praktische Anleitung für die Bepflanzung des Gewächshauses.

Auf den Gewächshaustyp kommt es an

Nicht jedes Gewächshaus kann auf dieselbe Art und Weise bepflanzt werden. Ein kleines, unbeheiztes Modell wie z. B. ein Folienhaus eignet sich eher zum Frostschutz oder zur Setzlings-Aufzucht, statt zum Anbau von allerlei Gemüse. Wollen Sie ein Ganzjahresgewächshaus optimal nutzen, sollten Sie in ein Warmhaus oder besser noch in ein Treibhaus investieren. Eine Gewächshausheizung sorgt das gesamte Jahr über tagsüber wie nachts für eine konstante, warme Temperatur. Entscheiden Sie sich für Kunststoff – Plexiglas oder Polycarbonat – statt Glas und sorgen Sie für eine ideale Isolierung und Wärmedämmung, dann ist es Ihnen möglich, schon früh im Jahr mit der Bepflanzung zu beginnen. Es lohnt sich zudem, den Standort überlegt zu wählen, denn die Pflanzen sollten zu jedem Zeitpunkt des Jahres ausreichend Sonnenlicht erhalten. Während Nord-Süd für ein unbeheiztes Gewächshaus (Kalthaus) empfehlenswert ist, raten andere beim Treibhaus zu einer Ost-West-Ausrichtung. Der Vorteil am Gewächshaus ist, dass es – ähnlich wie in geringerem Maße das Frühbeet – die Erntezeit verlängert.
Gewächshaus American

Allgemeine Tipps zum Gewächshaus bepflanzen

Wie dies im Garten an sich auch gilt, lautet die Devise: Weniger ist mehr. Vor allem bei kleinen Gewächshäusern neigt man dazu, den Platz so gut wie möglich nutzen zu wollen. Als Konsequenz pflanzt man zu eng aneinander und das Gemüse kann sich nicht voll entwickeln. Außerdem sollten Sie nicht planlos verschiedene Pflanzen nebeneinander oder im selben Beet aufziehen, denn es kann so zu Pilzbefall, Konkurrenzkampf und einer ungerechten Verteilung von Wasser und Nährstoffen kommen.

Vergessen Sie darüber hinaus nicht, dass ein Gewächshaus geschlossen und isoliert ist. Das bedeutet wiederum, dass nicht wie im Freien Wind weht. Sie müssen sich somit um die Belüftung – automatisch geregelt oder durch Fenster – kümmern und sich dessen bewusst sein, dass im Sommer rasch ein Hitzestau entsteht. Davon abgesehen haben die Pflanzen verschieden lange Keim- und Wachstumszeiten. Bohnen und Tomaten keimen nach circa sieben Tagen, wohingegen bestimmte Kräuter wie Majoran drei bis vier Wochen Keimzeit besitzen.

Was wird wann angepflanzt: der Aussaatkalender

Manche Pflanzen gehören zur Kategorie der Frühjahrskulturen und dürfen bereits zu Beginn des Jahres (Ende Winter / Anfang Frühling) im Gewächshaus gepflanzt werden. Ihnen schließen sich die Sommerkulturen und Herbstkulturen an. Im Folgenden finden Sie einen kurzen, allgemeinen Überblick darüber, welche Aussaat wann stattfindet:
Aussaatkalender
Der nachstehende Aussaatkalender gibt ebenso Aufschluss darüber, welche Gemüsesorten sich zu welcher Jahreszeit anbieten.

  • zu Beginn des Jahres anpflanzen: Radieschen, Rettich, Steckzwiebeln sowie Feldsalat, Rauke und Pflücksalat
  • im Frühjahr aussäen: Spinat, Mangold, Kohlrabi, Tomaten, Blumenkohl, Paprika, Auberginen, Knollensellerie, Knollenfenchel, Kürbis und Peperoni
  • ab Ostern: Zwiebeln, Radieschen, Gurken, Zucchini, Zuckermais, Tomaten und wahlweise Melonen
  • in den Sommermonaten: Stangenbohnen, Zwiebeln, Winterendivien und Pflücksalat
  • ab Herbst: Petersilie, Feldsalat, Winterportulak, Mangold, Endivien, Stielmus, Spinat, Salatrauke, Radieschen und Karotten

In den Wintermonaten ab Oktober sollte eher nichts angepflanzt werden, und es kehrt etwas Ruhe im Gewächshaus ein.

Regelmäßige Gartenarbeiten im Gewächshaus

Vorarbeiten erleichtern das Bepflanzen und sind zudem teilweise unerlässlich. Der Boden des Gewächshauses ist vorzubereiten. Erst wird der Bewuchs aus dem Vorjahr mitsamt dem Wildwuchs aus den Wintermonaten restlos entfernt. Dann lockern Sie den Erdboden auf und geben Kompost hinzu.

Je nach Saison bieten sich nicht nur andere Gemüsesorten an, sondern parallel zum Aussäen sollten Sie auch den anderen Gartenarbeiten Aufmerksamkeit schenken. Anfang des Jahres mag es z. B. notwendig sein, auf Zusatzbelichtung zu achten und das Saatgut mit Vlies abzudecken, da Frostgefahr besteht. Es empfiehlt sich die Nutzung einer Bodenheizung, deren Kabel weniger als einen halben Meter tief unter dem Anzuchtbeet eingegraben werden. Ab Februar oder spätestens März wird meist auf sie verzichtet. Gelüftet wird kaum oder gar nicht, gegossen nur in Maßen.
Anlehnhaus Ida in Dunkelgrün
Frühe Gewächshaussorten wie Salate müssen Sie pikieren, bevor sie bei ausreichender Größe ins Grundbeet ausgepflanzt werden. Als Faustregel fürs Pikieren gilt, dass die ersten grünen Sprossen zu greifen sein müssen. Vor dem Umsetzen der Jungpflanzen geht es daran, das Grundbeet vorzubereiten: Sie sollten die Erde auflockern und Kompost einarbeiten. Eine gute Belüftung ist in den Frühlingsmonaten und während der Wachstumsphase genauso wichtig wie ausreichend Licht.

Im Mai findet ein Saisonwechsel statt. Es entsteht neuer Platz im Gewächshaus, weil die meisten Jungpflanzen nun hart im Nehmen sind und sich draußen im Garten wohlfühlen. Nach dem Auspflanzen können Sie in einem Abstand von etwa drei Wochen all das aussäen, was sie im Sommer ernten wollen. Der Kreislauf aus Aussäen, Pikieren und Lüften geht weiter, und vorsichtiges Düngen ist ebenfalls sinnvoll.

In den heißen Sommermonaten liegt das Hauptaugenmerk auf dem regelmäßigen Lüften und Gießen. Schädlingskontrolle und ausgiebiges Düngen gehören ebenfalls zu den Arbeiten im Gewächshaus. Ein Luftumwälzer ist zu diesem Zeitpunkt besonders wichtig. Das Auflockern und / oder Hacken des Bodens ist anzuraten, damit sich die Verdunstung reduziert und weniger Ungeziefer die Pflanzen heimsucht.

Mit dem September beginnt die Herbstsaison und es steht sozusagen ein Hausputz im Gewächshaus an. Lüften und Gießen ist nur noch geringfügig notwendig. Stattdessen geht es darum, die abgeernteten Flächen zu bearbeiten und die Bodenqualität zu verbessern. Das Gewächshaus wird innen und außen gereinigt und die Sommerkulturen müssen bis Oktober ausgeräumt werden. Im November ernten Sie teilweise spät gesätes Gemüse und winterharten Salat, während der Dezember gewöhnlich ein Ruhemonat ist. Nur in optimal beheizten Gewächshäusern findet noch Wachstum statt und es muss gut geheizt und gelüftet werden.

Sie haben weitere Tipps für das Gewächshaus? Teilen Sie uns gerne Ihre persönlichen Erfahrungen in einem Kommentar mit!

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