Ob Löwenzahn, Bärlauch, Kresse oder Gänseblümchen – wilde Kräuter werden oft unterschätzt und manche von ihnen sogar als Unkraut verpönt. Gartenbloggerin Birthe jedoch hat das Potential dieser unscheinbaren Pflänzchen erkannt und teilt mit uns Ihre 4 liebsten Kräuterrezepte.

Vor knapp zwei Jahren hat Gartenbloggerin Birthe ihre Leidenschaft zu Kräutern entdeckt. Insbesondere ist sie fasziniert von der Vielseitigkeit von Wildkräutern. Ob als Heilmittel, zu kosmetischen oder kulinarischen Zwecken – es existieren unzählige Möglichkeiten, die wild wachsenden Kräuter aus Wald, Wiesen und dem Garten einzusetzen. Ein paar davon sind auch auf Birthes buntem Blog-Garten zu finden. Ihre vier Lieblingsrezepte mit Wildkräutern stellt uns Birthe heute vor.

1. Löwenzahnhonig

Schon Peter Lustig wusste, dass der Löwenzahn mehr ist als bloß Unkraut. Aus den unscheinbaren gelben Blüten bereitet sich auch Birthe gerne mal einen schmackhaften „Honig“ zu. Ob zum Süßen, als Beigabe zu Desserts oder als Brotaufstrich.

Honig in Einmachgläsern

Der Löwenzahnhonig ist vielseitig einsetzbar und noch dazu vegan.

Zutaten

  • 250g Löwenzahnblüten (ca. 2 Handvoll)
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg Zucker

Zubereitung

1. Entfernen Sie die Stiele vom Löwenzahn und geben Sie die Blüten zusammen mit einem Liter kaltem Wasser in einen Topf.

2. Lassen Sie das Wasser mit den Blüten einmal aufkochen. Anschließend schalten Sie den Herd aus und lassen alles mit geschlossenem Deckel über Nacht – also circa 10 bis 12 Stunden – abkühlen.

Löwenzahnblüten im Topf

3. Nun nehmen Sie die Löwenzahnblüten heraus und sieben die Flüssigkeit durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter ab.

4. Geben Sie anschließend Zucker im Verhältnis 1:1 zu der Flüssigkeit hinzu. Je nach Belieben können Sie auch noch ein wenig Zitronensaft und -schale dazugeben.

5. Kochen Sie die Löwenzahnbrühe auf und lassen Sie diese bei niedriger Temperatur so lange einkochen, bis diese eine dickflüssige Konsistenz erreicht hat. Hierzu können Sie auch eine Gelierprobe vornehmen: Geben Sie einen halben Teelöffel auf einen Teller. Wenn der Honig sich nur zäh über den Teller verteilt, ist er abfüllbereit.

6. Füllen Sie den Löwenzahn-Honig zum Schluss in Einmachgläser oder Twist-Off-Gläser und lassen Sie ihn abkühlen.

2. Wildkräuteressig

In den Sommermonaten gibt es nichts Wohltuenderes für den Magen als frische und leichte Salate, die den Kreislauf nicht zu sehr belasten. Als Dressing verwendet Birthe meist einen leckeren Essig mit frischen Wald-und Wiesenkräutern.

Frühlingsessig mit Wildkräutern

Zutaten für einen halben Liter Wildkräuteressig

  • 6 Bärlauchblätter oder alternativ 1 Bund Schnittlauch
  • 6 Stängel Wiesenschaumkraut oder Gartenkresse
  • 12 Gänseblümchen (oder 20 bis 30 Duftveilchen-Blüten)
  • 4 Löwenzahnblüten
  • 6 Sauerampfer-Blätter
  • ½ Liter Weißweinessig
  • gepflückte wilde Kräuter

    Zutaten für den Wildkräuteressig.

Zubereitung

1. Waschen Sie die frischen Kräuter gründlich und tupfen Sie diese trocken.

2. Geben Sie die Kräuter in eine Flasche und füllen Sie diese mit Weißweinessig auf.

3. Nun lassen Sie alles circa 14 Tage lang bei Zimmertemperatur reifen. Anschließend sieben Sie alles ab und füllen den Essig in eine große dekorative Flasche – zum Beispiel eine alte Weiflasche – um.

3. Bärlauchsuppe

An Bärlauch liebt Birthe nicht nur sein unvergleichliches, würziges Aroma, sondern vor allem auch seine Vielseitigkeit, wie sie in einem ihrer Blogbeiträge erklärt. Dieses Rezept für eine kräftige Bärlauchsuppe zählt daher zu Birthes absoluten Favoriten, denn die Suppe eignet sich sowohl als Vorspeise als auch als leichtes Hauptgericht.

 

Suppe aus Bärlauch in Schüssel

Zutaten (für 4 Personen)

  • 1 Zwiebel
  • 150 g Bärlauchblätter
  • 4 Kartoffeln
  • 700 ml Gemüsebrühe
  • 50 ml Sahne oder Creme fraiche
  • 3 Scheiben Toastbrot
  • 2 EL Butter
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

1. Hacken Sie die Zwiebel klein und dünsten Sie diese in einem Topf goldgelb an.

2. Geben Sie die Gemüsebrühe, die Kartoffeln und den Bärlauch hinzu und lassen Sie alles für circa 10 Minuten bei geringer Hitze köcheln. Schmecken Sie die Brühe zum Schluss mit Salz und Pfeffer ab.

3. Während die Suppe köchelt, schneiden Sie das Toastbrot und rösten es in einer Pfanne in der Butter goldgelb an.

4. Nehmen Sie nun den Topf vom Herd und pürieren Sie die Suppe.

5. Zum Schluss geben Sie die Sahne oder alternativ Creme fraiche zu der Suppe und lassen alles nochmal kurz aufkochen.

Servieren Sie die Suppe garniert mit den Toastbrot-Croutons und einem Klecks Creme fraiche.

4. Wildkräuter-Rollen mit Schafskäse & Wildkräuterquark

Wenn die Wildkräuter im Sommer auf der Wiese blühen, bereitet Birthe am liebsten diese leckeren vegetarischen Bätterteigrollen aus Wildkräutern zu. Das Beste an diesem Rezept: Je nach Saison können Sie die Kräuter beliebig variieren.

 

Blätterteigrollen mit Wildkräutern und Schafskäse

Gerne isst Birthe die Rollen auch mit Bärlauchblättern.

Zutaten

  • Circa 300 g Wildkräuter (zum Beispiel: Brennnessel, Bärlauch, Gänseblümchen, Giersch, junge Löwenzahnblätter, Spitzwegerich, Sauerampfer)
  • 1 Packung Blätterteig-Platten (TK)
  • 2 EL Kräuterbutter
  • 100 bis 150 g Schafskäse
  • 1 Eigelb
  • 250 g Quark
  • 100 g Naturjoghurt
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

1. Legen Sie die Blätterteigplatten nebeneinander auf eine Arbeitsplatte und lassen Sie diese auftauen.

2. Waschen Sie währenddessen 250 g der Wildkräuter und tupfen Sie diese anschließend trocken. Zerkleinern Sie die großen Blätter.

3. Blanchieren Sie nun die gewaschenen Kräuter für ein bis zwei Minuten in etwas siedendem Wasser. Danach gießen Sie sie ab und schrecken sie mit kaltem Wasser ab. Anschließend schleudern Sie die Kräuter trocken und hacken sie fein.

4. Zerlassen Sie im nächsten Schritt die Kräuterbutter in einem Topf und bestreichen Sie damit den aufgetauten Blätterteig.

5. Verteilen Sie die Kräuter auf den Teigplatten und würzen Sie diese mit Salz und Pfeffer. Nun zerkrümeln Sie den Schafskäse auf den Kräutern.

Platten aus Blätterteig mit Kräutern

Füllung der Blätterteigtaschen

6. Rollen Sie die Teigplatten nun auf und legen Sie diese mit der Naht nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech. Verrühren Sie das Eigelb mit einem Esslöffel Wasser und bestreichen Sie damit die Teigrollen.

7. Backen Sie die Wildkräuter-Rollen bei 180°C (Umluft 160°C) circa 25 Minuten aus. Sobald diese eine schöne goldgelbe Farbe annehmen, sind sie servierfertig.

8. Während die Teigrollen im Ofen backen, können Sie den Wildkräuterquark zubereiten: Dazu mischen Sie den Quark mit dem Joghurt und geben die restlichen fein gehackten Kräuter hinzu. Das Ganze schmecken Sie am Ende mit Salz, Pfeffer und einer Knoblauchzehe ab.

Falls Sie sich noch für weitere Rezepte von Birthe interessieren, dann werfen Sie doch mal einen Blick auf Birthes Rezeptsammlung auf  ihrem Blog.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Zubereitung der Rezepte und ein würziges Geschmackserlebnis!

Bilder: © birthesgartenzeiten.wordpress.com