Der Erdkeller- ein optimaler und energieeffizienter Lagerraum. Wie Sie diesen richtig nutzen und was Sie über die Lagerbedingungen der einzelnen Obst- und Gemüsesorten unbedingt wissen sollten, erfahren Sie hier.

Wir leben in einer Zeit, in der über den Vertrieb genmanipulierte Lebensmittel gestritten wird und sich der Inhalt vieler Supermarktprodukte aus schier unaussprechlichen Geschmacks­verstärkern zusammensetzt. Gerade deshalb stellt die Ernte der eigenen, natur­belassenen Gemüse- und Obstsorten für Viele einen wahren Segen dar. Der Erdkeller bietet Ihnen die Möglichkeit Ihre eigene Ernte effizient und nährstoffschonend einzulagern.

Apfelkisten

Die korrekte Obst- und Gemüseaufbewahrung ist essentiell für den Lagererfolg

Der Erdkeller

In unserem Artikel „Vorräte lagern – Welcher Erdkeller darf‘s denn sein“ haben wir Sie bereits umfassend über Planung und Bau des Erdkellers informiert. Hier haben wir für Sie noch einmal kurz die Funktionsweise definiert:

Der Erdkeller ist ein Loch im Boden, welches ohne zusätzlich Bodenplatte auskommt: Der gestampfte Lehm/Erdboden fördert den natürlichen Luft-und Feuchteaustausch und garantiert unter den richtigen Bedingungen eine optimale und natürliche Lebensmittellagerung ohne zusätzlichen Energiebedarf.

Im Gegensatz zu Konservierungstechniken wie Einfrieren oder Einkochen, die Zellenzerstörung und den Verlust der Naturbelassenheit eines Produktes nach sich ziehen, stellt die sogenannte „lebendige“ Obst- und Gemüseaufbewahrung im Erdkeller eine effiziente und gesunde Lageralternative dar.

Die optimale Lagerung im Erdkeller

Hier erfahren Sie von der Eignung, über die Ernte, bis hin zur korrekten Lagerung Ihres Obst- und Gemüses alles, was Sie über die Nutzung des Erdkellers wissen müssen.

Grundvoraussetzungen

Die Temperaturen im Inneren des Kellers sollten optimaler Weise zwischen 2 und 6, auf jeden Fall jedoch unter 10 Grad liegen. So lagern Obst und Gemüse zu jeder Jahreszeit kühl und frostsicher.

Die Luftfeuchtigkeit im Inneren, gefördert durch den lockeren und unbetonierten Untergrund, sollte zwischen 80 und 95 Prozent betragen. Eine hohe Feuchtigkeit verhindert das Austrocknen der Früchte und erhöht die Lagerzeit.

Um eine optimale Lagerung zu gewährleisten, sollten Sie zudem darauf achten, dass die Lebensmittel stets licht- und mäusegeschützt aufbewahrt werden.

Eine kühle und lichtgeschützte Umgebung bringt die Stoffwechselvorgänge der Pflanzen und Früchte zum Erliegen und verhindert, dass diese Vitamine abbauen oder gar zu faulen beginnen.

Lebensmittel Eignung

Diese Lebensmittel und Pflanzen eignen sich für eine Lagerung im Erdkeller:

  • Kohlgemüse: Kohlrabi, Weiß- und Rotkohl
  • Wurzelgemüse: Gelbe Rüben, Sellerieknollen, Rote Bete, Pastinake, Petersilien- und Schwarzwurzel, Kartoffeln, Topinambur, Rettich, Meerrettich, Zwiebel, Knoblauch
  • Streuobst: Apfel, Birne, Pflaume
  • Pflanzen: Auch nicht winterharte Pflanzen, wie Knollen, Stauden und Rosen können im Erdkeller in Töpfen überwintern
  • Konserven, Marmeladen und Säfte
  • Kürbisgewächse: Gartenkürbis
Lagerung im Keller

Die richtige Lageung im Erdkeller.

Die richtige Ernte

Bereits bei der Ernte sollten Sie auf bestimmte Qualitätsfaktoren achten. Werden diese nicht berücksichtigt, wird eine Lagerung erschwert, oder sogar unmöglich.

  • Die Ernte sollte keinesfalls bei Regen erfolgen.
  • Nur gesundes und ausgereiftes Obst und Gemüse bleibt langfristig knackig. Besonders geeignet für die Überwinterung sind vor allem festfleischige Sorten.
  • Kohl und Wurzelgemüse sollte erst kurz vor dem ersten Frost geerntet werden. Kartoffeln sollten nach der Ernte noch circa zwei Wochen nachtrocknen, bevor sie gehäuft eingelagert werden.

Lagerungsbedingungen

Das bestimmte Lebensmittel für die Lagerung im Erdkeller geeignet sind, heißt noch nicht, dass diese die Überwinterung auch schadenfrei überstehen. Um eine optimale und effiziente Lagerung ohne größere Verluste zu gewährleisten, sollten Sie einige wichtige Details beachten, sowie entsprechende Vorkehrungen treffen.

Apfellagerung

So lagern Sie Äpfel korrekt.

Obst und Gemüse müssen in jedem Fall getrennt voneinander gelagert werden. Vor allem das Streuobst, aber auch Bananen und Pfirsiche sondern nach der Ernte das Wachstumshormon Ethylen aus, welches den Verderb anderer Früchte beschleunigt und diese binnen kürzester Zeit faulen lässt. Kartoffeln können in diesem Fall austreiben und es wird von einem Verzehr abgeraten.

Eine regelmäßige Kontrolle und Auslese der Ware ist unverzichtbar. Verdorbene Produkte müssen sofort aussortiert werden, um Fäulnis und Schimmelausbreitung vorzubeugen.

In dieser Tabelle haben wir alles Wissenswerte für Sie zusammengefasst.

Lebensmittel Lagerbedingungen Lagerzeit
Äpfel und Birnen Einlagig und gut belüftet mit dem Stiel nach oben.Am besten eignen sich hierzu so genannte Apfelstiegen oder Apfelschubladen.Lagerfähige Äpfel und Birnen entfalten erst nach einer gewissen Lagerzeit ihr volles Aroma Bis zu 7 Monate
Kürbisse In einem Holzregal oder aufgehängt in Netzen.Die Kürbisse sollten vor der Lagerung nicht behandelt, oder gewaschen werden. Der Stiel kann gegebenenfalls einen Zentimeter gekürzt werden.Einen reifen Kürbis erkennen Sie dran, dass die Schale so hart ist, dass sie sich nicht mit dem Nagel einritzen lässt Bis zu 8 Monate
Wurzelgemüse (außer Kartoffeln) Schichtweise in Sandkisten mit feuchtem Sand vergraben.Zwiebeln und Knollen können auch an ihren geflochtenen Blättern aufgehängt werden 2-6 Monate
Kartoffeln In Holzkisten, oder Leinensäcken, in jedem Fall jedoch getrennt von Obst.
Eine gute Belüftung ist besonders wichtig.Stapeln Sie nicht zu viele Kartoffeln
übereinander, da diese leicht Druckstellen bekommen.Kartoffeln, die zu viel Licht ausgesetzt sind, bekommen grüne Stellen, in denen sich das Pflanzengift Solanin anlagert.
Bis zu 7 Monaten
Kohlgemüse Kohlgemüse lagert sich am besten in Backpapier gewickelt und aufrecht in eine Holzkiste gestellt, kann aber auch kopfüber aufgehängt werden 1-4 Wochen

Tipp für Weinliebhaber

Die Lagerung von Weinen ist im Erdkeller aufgrund der Temperaturen nur bedingt empfehlenswert. Weißweine lagern in der Regel bei 11-14 Grad und Rotweine bei 15-18 Grad. Vor allem Flaschen mit Naturkorken sollten dabei getrennt von Zwiebeln und anderen stark riechenden Lebensmitteln aufbewahrt werden, da die Korken Gerüche leicht aufnehmen und an das Aroma im Flascheninneren weitergeben.

Alternative zum Erdkeller: Das Gartenhaus

Auch ohne einen Erdkeller gibt es eine schöne Alternative für das Einlagern der eigenen Ernte, die vielleicht schon in Ihrem Garten steht: Ihr Gartenhaus! Im Winter können Lebensmittel hier energieschonend bei Temperaturen über 8 Grad gelagert werden, ohne dass sie dabei erfrieren. Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Artikel „Das Gartenhaus als Vorratskammer im Winter“.

Interesse geweckt? In unserem GartenHaus Onlineshop finden Sie eine große Auswahl unterschiedlichster Gartenhäuser, die den perfekten Überwinterungsplatz für Ihre Vorräte bieten.

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