Wer Schimmel in der Sauna hat, der hat ein Problem: Schimmel verändert die Beschaffenheit der Sauna optisch und bauphysikalisch. Schlimmstenfalls müssen Sie die Sauna abbauen. Denn Schimmel geht an die Substanz, sowohl an die bauwerkstoffliche der Sauna als auch an Ihre körperliche. Atmen Sie Schimmelsporen, Zellbestandteile und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen ein, reizen diese Ihren Körper und rufen allergische Reaktionen hervor. Schimmel vergiftet Sie im schlimmsten Fall. Lesen Sie, was Sie tun können, wenn sich in Ihrer Sauna Schimmel zeigt und wie sie den unerwünschten Mitbewohner nachhaltig aus der Sauna fernhalten.

Sauna Schimmel: So entsteht Schimmel in der Sauna

In unserem Magazinbeitrag „Schimmel im Gartenhaus: So vermeiden und entfernen Sie ihn dauerhaft“ haben wir Ihnen bereits ausführlich erklärt, was Schimmel ist und unter welchen Bedingungen er sich entwickelt.

Zu den idealen Lebensbedingungen für Schimmel gehören demnach:

  1. ein sättigender Nährboden aus organischen Substanzen,
  2. eine hohe Feuchtigkeit (relative Oberflächenfeuchte > 70 Prozent)
  3. und Temperaturen zwischen Null und 60 Grad Celsius, wobei die meisten Schimmelarten recht warme 25 bis 35 Grad Celsius bevorzugen.

Sie können aus den Beschreibungen der drei idealen Lebensbedingungen leicht ablesen, dass eine Sauna zum idealen Lebensort für Schimmel werden kann, da sie Schimmel mindestens zwei oder gar alle drei der genannten Lebensbedingungen bietet. Wobei die Betriebsart der Sauna an sich maßgeblich Einfluss darauf nimmt, ob Schimmel zum Problem in der Sauna wird oder nicht.

Von den beiden verbreiteten Saunatypen:

  • klassische Sauna mit ihrem trocken-heißen Klima
  • und Dampfsauna mit ihrem warm-feuchten Klima

ist es in erster Linie die Dampfsauna, die Schimmelprobleme macht.

Sauna Schimmel – typisches Vorkommen

Von den gut 130.000 heute bekannten Schimmelarten sind es beispielsweise die Vertreter der Schimmelpilz-Gattung Bortrytis, die sich häufig in Bädern und Saunen niederlassen. Bortrytis-Schimmelpilze haben eine Vorliebe für feucht-warme Klimata. Sie wachsen bei Temperaturen zwischen 5 und 35 Grad Celsius mit einem Optimum zwischen 22 und 25 Grad Celsius. Das allergene Potential dieser Schimmelpilz-Gattung wird als sehr hoch bewertet.

Die Praxis zeigt, dass Schimmel in der Sauna an verschiedenen Stellen wachsen kann. Bei einer Innensauna zum Beispiel, die Sie in einen Raum Ihres Hauses integriert haben, bildet sich Schimmel häufig:

  • im Schwitzraum,
  • im Lüftungssystem
  • und/oder um die Sauna herum (an Bauteilflächen, Kältebrücken).

Elementsauna Massivholzsauna innen

Als Gründe dafür sind die folgenden 3 zu nennen:

  1. Der Aufstellraum ist für den Saunabetrieb grundsätzlich ungeeignet.
  2. Sauna und Aufstellraum werden nicht ausreichend gelüftet, so dass ein Zuviel an Wärme und Feuchtigkeit nicht abziehen beziehungsweise verdunsten kann und stattdessen in der Sauna bleibt (Innenseite, die dem Schwitzraum zugewandt ist, Lüftungswege) und/oder sich Kondenswasser an ihrer Außenseite niederschlägt, die dem Aufstellraum zugewandt ist.
  3. Die Sauna ist mangelhaft errichtet worden (Konstruktionsmängel und/oder Materialmängel).

Schimmelbildung vorbeugen – die Anforderungen an den Aufstellraum

Das heißt für Sie, dass Sie schon bei der Wahl eines Aufstellraums für Ihre Innensauna darauf achten sollten, dass dieser

  • von vornherein trocken
  • sowie ausreichend beheizbar ist
  • und sich zudem auch gut lüften lässt.

Das schließt feuchte, kalte und nicht belüftbare Kellerräume grundsätzlich als Aufstellraum für die Sauna aus. Denn an den warmen Außenwänden der Saunakabine würde sich Kondenswasser absetzen, das wegen der sowieso schon feuchten und kalten Luft im Keller weder abziehen noch verdunsten kann. Früher oder später käme es so ganz sicher zu Schimmelbefall. Ähnliches gilt für Räume in Schuppen und unbeheizten Gartenhäusern.

Auch eine unpassende Raumgröße kann die Ausbildung von Schimmel fördern: So verhindern (zu) kleine und (zu) niedrige Räume, in denen die Innensauna an einer oder mehreren Wänden und/oder an der Decke anliegt, eine ausreichende Durchlüftung. Die Empfehlungen für Mindestabstände zu Decke und Wänden variiert je nach Quelle zwischen fünf und sieben Zentimetern.

Unser Rat: Sie müssen nicht auf eine Sauna im Haus verzichten, auch wenn Ihr Wunsch-Aufstellraum dafür klein und/oder niedrig ist. Doch anstelle sich mit einer Elementsauna oder Massivholzsauna in Standardgröße womöglich auch ein Schimmelproblem ins Haus zu holen, sollten Sie ein diesem Fall besser auf eine individuell für Sie angefertigte Sauna setzen. Der Saunabauer, der Ihnen Ihre Sauna maßschneidert, kann dabei sämtliche Besonderheiten Ihres Raumes berücksichtigen und so Schimmel schon beim fach- und raumgerechten Aufbau der Sauna (gegebenenfalls mit entsprechender Hinterlüftung der Konstruktion) vorbeugen.

Sauna Innenkabine Modell 1 Manda

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3 Typische Feuchtigkeits- und Schimmelprobleme in der Sauna und Lösungen dafür:

  • Punktuell feuchte Flecken an der Decke über der Sauna, mitunter auch mit Tropfen

Die Ursache dessen ist oft eine Undichtheit in der Saunadecke, wie sie bei senkrechten Kabelbohrungen auftritt, die nicht abgedichtet worden sind. Durch die Undichte strömt die feuchtheiße Saunaluft aus und scheidet direkt an der Decke darüber Wasser ab, weil diese deutlich kühler ist. Als Gegenmaßnahme ist das Abdichten der Undichte mit Silikon oder handelsüblichem Quellband zu empfehlen.

  • Sauna gefangen in einem Raum schimmelt

Hier fehlt es oft an Hinterlüftung, weil die Saunakonstruktion entweder nicht oder nur unzureichend dafür ausgelegt ist (Stichworte: Querlatten statt hinterlüftungsfreundlichem Aufbau, günstige, instabile Profilbrettkrallen). Dagegen hilft nur ein fachgerechter Aufbau mit Hinterlüftung.

  • Fliesen im Sauna-Aufstellraum sind ständig nass

Ein komplett gefliester Aufstellraum „schluckt“ nur schlecht Feuchtigkeit, weil zu wenig „nackte“ Bauteilfläche da ist, über die Feuchtigkeit diffundieren kann. Abhilfe schaffen verstärktes Heizen und Lüften.

Schimmel Fliesen Sauna

Heiz- und Lüftungsregeln gegen Schimmel in der Sauna und im Aufstellraum

Die Temperaturlage eines Nebenraums Ihres Hauses (Gartenhauses), den Sie zum Sauna-Aufstellraum auserkoren haben, ist bauphysikalisch recht kompliziert: Der Raum an sich wird in der Regel selten beheizt. Er bleibt demnach meistens kalt, so dass auch seine Bauteilflächen (Wände, Decke, Boden) auskühlen. Bei einer durchschnittlichen und aus gesundheitlichen Aspekten empfehlenswerten Saunanutzung von einem Saunabesuch pro Woche entstehen auch nur einmal in der Woche Wärme und Feuchtigkeit im Raum. Diese Wärme und Feuchte kann der ansonsten kühle Raum mit seinen eher kalten Wänden kaum verarbeiten. Trifft die feuchtwarme Saunaluft auf kalte Oberflächen, schlägt dort Tauwasser aus, der Wasserdampf kondensiert zu Wasser.

Um einer Schimmelbildung in der Sauna vorzubeugen, sind daher die folgenden Heiz- und Lüftungsregeln zu beachten:

  • Heizen Sie alle Räume im Haus kontinuierlich und ausreichend, so dass diese zumindest temperiert sind. Es gilt: Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Deshalb sollten Wohnräume nicht unter 18 bis 20 Celsius und Nebenräume nicht unter 16 bis 18 Grad Celsius auskühlen. Bedenken Sie dabei stets, dass Sie mehr Heizenergie brauchen, um ausgekühlte Räume wieder auf angenehme Temperaturen zu bringen, als solche dort stets zu halten.
  • Halten Sie kühlere Räume möglichst geschlossen.
  • Lüften Sie sämtliche Räume regelmäßig und gründlich. Optimal wäre ein mehrmaliges Stoßlüften pro Tag für jeweils fünf bis zehn Minuten. Das gilt insbesondere für ei Sauna-Belüftung nach dem Saunagang.
  • Vermeiden Sie energiefressendes Dauerlüften (Fenster auf Kippstellung).
  • Ist die Sauna nicht in Betrieb, sollten Sie die Tür zur Sauna offen stehen lassen, damit die Luft zur Saunabelüftung ungehindert zirkulieren kann.

Maßnahmen bei Schimmel in der Sauna

Das Erste, was Sie tun sollten, wenn Sie Schimmel in der Sauna bemerken, ist: Rufen Sie einen kompetenten und möglichst unabhängig agierenden Schimmelexperten zu Hilfe. Der kann die Ursache für den Schimmelbefall abklären und Ihnen geeignete Gegenmaßnahmen vorschlagen.

Unser Rat: Schimmel besitzt lebend wie tot allergenes Potential. Das bedeutet, er muss stets komplett entfernt werden. Bei großflächigem Befall (Schimmelbefall > ein Quadratmeter) sollten Sie mit der Schimmelbekämpfung unbedingt einen Fachbetrieb beauftragen.

Mann bekämpft Schimmel im Gartenhaus

  • Ist eine Dampfsauna von Schimmel befallen, wird häufig zur chemischen Desinfektion mit fungiziden Mitteln geraten.
  • Bei Schimmel in einer klassischen Sauna lautet die empfohlene Gegen-Maßnahme: Aufheizen auf 100 Grad Celsius, denn die große Hitze tötet Keime wie Schimmelsporen. Zum Reinigen und Desinfizieren des verbauten Holzes bietet der Fachhandel spezielle Desinfektionsprodukte, darunter einfach zu handhabende Sprays. Sie sollen Schimmelsporen chemisch beseitigen.

Hilft alles nichts, müssen die verschimmelten Bauteile komplett ausgetauscht werden.

Unser Rat: Bevor Sie ein x-beliebiges Anti-Schimmel-Mittel kaufen, hilft ein Blick ins Internet. Dort gibt es diverse Testberichte zu Schimmelentfernern (herkömmliche Chemiekeulen wie sogenannte Hausmittel), an denen Sie sich gut orientieren können. Zum Beispiel vom NDR oder von Stiftung Warentest. Viele Tests gehen einerseits auf die Anti-Schimmel-Wirkung der geprüften Mittel ein und liefern andererseits auch Hinweise auf die chemische oder andere Art und Weise, mit der diese Wirkung erzielt wird. Achten Sie hier unbedingt auf die Angaben zu Schadstoffen, die Ihrer Gesundheit gefährlich werden können.

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Titelbild: ©iStock/qwerty01
Artikelbilder: ©GartenHaus GmbH;  ©GartenHaus GmbH; ©iStock/IPumbaImages; Collage: Bild links: ©iStock/Heiko119; Bild rechts: ©iStock/grebcha