Es muss nicht immer Kunststoff sein: Für Schutzelemente gegen Wind und Wetter gibt es wunderbare natürliche Alternativen, die oft kostengünstig aus eigenen, schon vorhandenen Gartenmaterialien gezaubert werden können. Sie fügen sich als organisches Material optimal in die Gartenatmosphäre ein – sowohl ökologisch, als auch ästhetisch. Mit unseren Tipps und Experten-Ratschlägen wird Ihnen der Bau eines natürlichen Sichtschutzes im eigenen Garten ganz einfach gelingen.

1. Natürlicher Schutz mit Rankenpflanzen

Efeu Ranke

Die natürlichen Holzelemente des Gartenpavillons geben der Natur ein Standbein und viel Spielraum.

Besonders schön und harmonisch wirken natürliche Schutzwände aus Rankenpflanzen und Ausläufern. Efeu und Wein eignen sich hervorragend für solche Konstruktionen, da sie schnell und dicht wachsen. Mit einem Holzgitter, Holzzaun oder Holzstäben als Fundament können Pflanzenhecken rund um Pavillons oder Terrassen als Wetterschutz angebracht werden. Auch Elemente eines Gartenpavillons können als Stütze für das wilde Pflanzenwachstum genutzt werden, wie auf dem obigen Bild noch in einem Anfangsstadium zu sehen.

Einfache, alte Zaungerüste können als Kletterhilfe zu neuem Leben erwachen:

Efeu am Gartenzaun

Im Prinzip können viele Gartenelemente als Kletterwand für Rankenpflanzen dienen, also einfach kreativ werden!

Übersicht über die wichtigsten Kletterpflanzen in Deutschland

Es werden folgende Kletterpflanzen unterschieden:

  1. Schlinger
  2. Ranker: a) Sprossranker b) Haftscheibenranker c) Blattstielranker
  3. Wurzelkletterer
  4. Spreizklimmer

Hier eine kleine Übersicht über passende Kletterpflanzen für Ihren Gartenpavillon:

Pflanze Art des Wachstums Kletterart Benötigte Hilfe
Efeu Sehr stark, 10-25m Wurzelkletterer Anbinden und dann selbstklimmend
Wilder Wein Sehr stark, 10-18m Sprossen/Haftscheibenranker selbstklimmend
Weinrebe Stark, 10-12m Sprossranker Rankgerüste
Kletterhortensie Mittel, 3-8m Wurzelkletterer Selbstklimmend oder Rankgerüste
Wald-Geißblatt Mittel, 2-6m Schlinger Seile, Drähte, Stäbe
Blauregen (Wisterie) Sehr stark, 10-15m Schlinger Stabile Seile, Stäbe
Akebie (Klettergurke) Stark, 4-6m Schlinger Seile, Drähte, Stäbe
Pfeifenwinde Stark, 8-10m Schlinger Seile, Drähte, Stäbe

(Quelle und viele nützliche Infos: Naturgarten praktisch)

Anleitung: Wie klappt das Ranken?

Rankenpflanzen wollen nicht immer so, wie man sich das vorstellt. Manchmal kann es also von Nöten sein, sich ihnen anzupassen, anstatt sie sich unseren Wunschkonstruktionen anpassen zu lassen. Es ist sehr wichtig, die genauen Eigenschaften der Kletterer zu kennen, um ihnen eine optimale Wachsatmosphäre zu schaffen. Deshalb lohnt in jedem Fall eine genaue Studie der verschiedenen Kletterkünstler. Wie im folgenden Video erklärt, haben manche Kletterpflanzen nämlich ganz eigenartige Angewohnheiten:

 

2. Stabile Flechtwerke aus Weidenruten

Flechtelement Garten

Flechtelemente aus Weiden sehen toll aus und sind sehr wetterrobust.

Sonnen- und Windschutzwände aus natürlichen Materialien fördern die Harmonie zwischen Mensch und Natur im eigenen Garten. Flechtwerke sind dabei optisch besonders schön und in Aufbau und Verwendung sehr flexibel: Sie können je nach Größe und Material als Blickschutz dienen, Sonne und Wind abhalten oder Nachbarn aufgrund ihrer natürlichen Schönheit neidisch machen.

Folgende Materialien eignen sich zum Flechten von Gartenelementen:

Pflanzenteile, die sich zum Flechten eignen Pflanzenart Erntezeit
Ranken-Pflanzen Efeu, Clematis, Immergrün, wilder Wein Oktober
Triebe Weide, Esche, Hasel, Esche, Hartriegel Zwischen November und Ende Februar
Baumwurzeln Kiefer, Tanne, Fichte Frühjahr
Baumrinden Ahorn, Linde, Kirche, Birke, Kiefer, Tanne Frühjahr
Blätter und Gräser Schilf, Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Lilie, Mais Kurz vor der Verarbeitung

(Quelle)

Flechtwand Gartenpavillon

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Flechtwerke bei harten Witterungsbedingungen unterstellen.

Der Flechtstar in deutschen Gefilden ist eindeutig die Weide. Sie eignet sich aufgrund ihres schnellen Wachstums und ihrer Elastizität hervorragend zum Flechten von Schutzwänden- oder zäunen. So können Sie individuelle Schutzelemente bauen, die nebenbei noch dekorativ sind und Überbleibsel aus dem eigenen Garten verwerten.

Die Firma re-natur hat sich auf natürlichen Schutz im Garten spezialisiert. Das Unternehmen setzt dabei besonders auf Nachhaltigkeit, Regionalität und Individualität im Garten und hat sich das Ziel gesetzt, die Welt ein bisschen grüner zu machen.

Gartenfachmann der Firma re-natur, Ulf Manke, gab uns Tipps zum richtigen Umgang mit Weidenruten. Die beste Erntezeit ist ihm zufolge die Phase der Saftruhe bei abfallenden Laub, also im Winter zwischen November und März. Hier findet sich frisches, austriebsfähiges, elastisches Weidenmaterial – die Voraussetzung für stabile Flechtwerke. Er warnt: Die gewählten Naturmaterialien dürfen nicht zu trocken sein, damit sie bei der Flechtarbeit nicht brechen.

Für einen längeren Halt der Elemente empfiehlt der Fachmann die Platzierung unter dem Dach eines Pavillons oder einer Terrasse, wie im obigen Bild dargestellt. Diese Exemplare halten schon seit 13 Jahren! Den optimalen Sonnen- bzw. Windschutz bieten dabei seitliche Flechtwerke.

DIY-Anleitung: Weidenzaun selber flechten

So werden Weidenruten am besten für Schutzelemente geflochten:

Weidenflechten Schritte 1

Weidenflechten Schritte 2

Diese Fotos zeigen die ersten Schritte beim Bau eines Schutzelements aus Weiden durch die Firma re-natur.

Eine ausführliche Erklärung des Flechtvorgangs sehen Sie in diesem Video:

In einem Leitfaden hat die Firma zusätzlich tolle Tipps und Infos rund ums Flechten und der Arbeit mit Naturmaterialien im Garten zusammengestellt.

3. Flechtwerke aus Haselnuss

Auch Haselnussruten eignen sich hervorragend für Flechtelemente, wie Gärtner Haiko Kuntze aus Haldensleben im nächsten Video demonstriert. Er schützt seinen Garten zusätzlich mit Hecken: „keine Hecke im klassischen Sinn, sondern Flieder, Himbeere, Brombeere, Blutpflaume, Haselnuss, Mahonie, Holunder… also Pflanzen mit unterschiedlichen Formen und Farben und Früchten zum naschen und verwerten.“ Auf seinem YouTube-Kanal „eintausendundein Gartentipp“ gibt er außerdem viele hilfreiche Tipps rund um Haus und Garten – beispielsweise dazu, wie man ein Gewächshaus selber baut oder Rebkugeln aus wildem Wein zaubert.

DIY-Anleitung: Haselnusszaun selber flechten

Hier zeigt uns der Hobbygärtner zusammen mit seinem Nachbarn, wie einfach – und unterhaltsam – ein Haselnusszaun entsteht:

 

4. Seitenmarkisen aus Naturmaterialien

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Sichtschutzelemente aus Kastanienstaketen trotzen Wind und Wetter.

Holz ist ein hervorragendes Material für die Konstruktion von Trennwänden und Seitenmarkisen. Besonders die Edelkastanie ist ein wahrer Trumpf im Garten: Sie ist besonders lange haltbar (15-20 Jahre) und robust, wodurch sie ohne Schutzlack oder Imprägnierung im Garten verwendet werden kann (Quelle) – natürlicher geht’s nicht!

Auch Heidekrautmatten sind praktische Schutzelemente für die eigene Gartenoase. Sie integrieren sich besonders harmonisch in die Ästhetik eines naturbelassenen Gartens.

DIY-Anleitung: Herstellen und Anbringen einer Seitenmarkise aus Heidekraut

Für diese natürliche Seitenmarkise der Firma re-natur wird Heidekraut zu Bündeln zusammengefasst und mit stabilem, verzinktem Draht verbunden. Die entstandenen Heidekrautmatten werden an einer Trägerkonstruktion, zum Beispiel aus Holzpfählen, im Garten befestigt und sind besonders widerstandsfähig gegenüber jeder Witterung.

 

5. Natürliche Paravents aus Holz und Bambus

In unserem Artikel „6 Tipps zum Schutz vor Wind und Wetter“ haben wir ein To-Do-Video zum Bau eines Paravents vorgestellt.

Anstelle der darin benutzten Plissee-Rollos können nun mit Draht oder Faden aneinandergebundene Holzstöcke, Stäbe oder Bambusrohre verwendet werden. Das sorgt für einen noch natürlicheren Look und ist auch wetterresistenter als die zarten Plissee-Vorhänge.

green bamboo background

Bambus eignet sich auch optisch besonders gut für schöne Sichtschutzelemente.

Fazit: Natürliches natürlich belassen!

Naturmaterialien sind so beliebt, weil sie „atmen“. Auf Lackschichten und Imprägnierungen sollten Sie deshalb so gut es geht verzichten – besser ist es, von Natur aus stabile und wetterresistente Materialien wie Edelkastanie, Weiden und Heidekraut zu verwenden.

Wir wünschen Ihnen in jedem Fall viel Freude beim Werkeln und eine erholsame Zeit in Ihrer eigenen, natürlichen Wohlfühloase!

Sie suchen zusätzliche Inspiration rund um Gartenhäuser? Schauen Sie doch auf unserem Pinterest-Kanal vorbei. Dort haben wir eine Vielzahl an schönen Boards rund um Haus und Garten zusammengestellt.

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Bildrechte: istockphoto.com/Ulga/JamesTD/choness;  Alle Bilder zum Flechten von Weiden sowie das Foto der Kastanienstaketen hat die Firma re-natur zur Verfügung gestellt.

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