150 JAHRE DEUTSCHE SCHREBERJUGEND: Interview mit Sandra Böhme, Vorsitzende des Deutschen Schreberjugend Bundesverbandes e.V.

Seit 1864 in Leipzig der erste Schreberverein gegründet wurde, hat der Verein so einiges erlebt. Die Herausbildung von Kinder- und Jugendgruppen, das Verbot des Vereins in Zeiten des Nationalsozialismus, die Vollmitgliedschaft beim Bundesjugendring oder die Zusammenarbeit mit internationalen Partnerorganisationen – der Deutsche Schreberjugend Bundesverband e.V. blickt bereits nach 150 auf eine bewegte und spannende Zeit zurück. Wir haben mit Sandra Böhme, Vorsitzende des Deutschen Schreberjugend Bundesverbandes e.V., über das diesjährige Jubiläum, die Geschichte hinter dem Jugendverband, geplante Projekte und über den Sinn der Gemeinschaft gesprochen.

Ein Drittel „Kleingärtnerische Nutzung“ – Vorschriften und Tipps

In privaten Gärten schreibt niemand vor, was dort angepflanzt werden soll. Die Eigentümer sind frei, nach eigenem Gusto zu gärtnern, egal ob die Selbstversorgung mit Gemüse, der Zierwert oder die Nutzung als Freizeitgelände im Vordergrund steht. Anders sieht es in Kleingartenanlagen aus („KGA“), die dem Bundeskleingartengesetz unterliegen.  In ihren Pachtparzellen ist „ein Drittel kleingärtnerische Nutzung“ Pflicht. Aber was ist das genau und wie bekommt man es auch mit weniger Zeit hin?

Mein Garten mitten in der Stadt – Interview mit Peter Paschke, Präsident des Bundesverbands für Gartenfreunde e.V.

Der Schrebergarten:  für viele Städter die Ruhe-Oase, die einem eine kurze Auszeit vom hektischen und chaotischen Alltag verschafft. Hier können wir uns der Gartenarbeit widmen, die Sonne genießen, einfach mal die Seele baumeln lassen. Und alle Sorgen für eine Weile vergessen. So ist es, wenn man bereits einen Kleingarten besitzt. In den Großstädten warten aber jedes Jahr mehr Menschen auf einen Kleingarten, als es freie Gärten gibt. Wir haben mit Herrn Paschke vom Bundesverband für Gartenfreunde e.V. über das Phänomen Schrebergarten sowie dessen Nutzung und Entwicklung gesprochen. Und natürlich auch über das Problem der Gartenknappheit in großen Städten.

Schrebergarten – Die wichtigsten Zahlen und Fakten

Schon seit Jahren geht der Trend hin zum eigenen Garten. Immer mehr Städter hegen den geheimen Wunsch nach einem idyllischen Fleckchen Erde, auf dem sie nach Lust und Laune den Freuden des Gärtnerns nachgehen, grillen und sich vom Trubel des Alltags erholen können. Schon im frühen 19. Jahrhundert, als Ausgleich für die körperlich schwere Fabrikarbeit,[1] konnten sich Arbeiter  für kleines Geld Gartenland samt Hütte mieten, um sich dort zu erholen und auch eigenes Gemüse zur Selbstversorgung anzubauen. Außerdem galt: Gartenarbeit hält jung und frisch![2] Heutzutage sind diese Anlagen bekannt als Schrebergärten oder Kleingärten. Grund genug für uns, Ihnen die wichtigsten Zahlen und Fakten rund um Kleingärten zu präsentieren:

Die neue Lust der Deutschen an ihrem Garten

Jedes mittelalterliche Kloster hatte einen Garten, in dem Gemüse, Obst, Würz- und vor allem Heilkräuter gezogen wurden. Dieser Besitz wurde liebevoll, fachkundig und im Wissen um dessen Bedeutsamkeit für das Wohl und Wehe der Mönche und Nonnen gepflegt. Auch die Bauernhöfe kannte ihn lange Zeit als festen Bestandteil der Selbstversorgungskette: den Bauerngarten.

Beschreibt das die Motive der über 65 Millionen Bundesbürger, die einen Garten ihr eigen nennen? Nicht ganz, wie eine kürzlich erstellte Umfrage ergab: Da wurde die Selbstversorgung mit knapp 30 % erst an dritter Stelle genannt.