Das richtige Material für Ihre Terrassendielen zu finden ist nicht leicht. Mit unserer Sammlung an Vor- und Nachteilen zu Holz und WPC treffen Sie die richtige Entscheidung.

Holzdielen oder Dielen aus WPC? Was müssen Sie beachten?

Wie bei Gartenmöbeln hängt auch die richtige Wahl Ihrer Terrassendielen davon ab, wofür Sie diese nutzen bzw. wie stark Sie diese beanspruchen wollen. Die Personenzahl, die die Terrasse tagtäglich nutzt, die äußeren Einflüsse wie Wind und Wetter und auch die Lage bzw. Ausrichtung Ihrer Terrasse geben Rückschlüsse darauf, welche Dielen sich für Sie am besten eignen.

Eine Terrasse in Nordlage sollte unbedingt mit Dielen aus WPC verlegt werden, denn, obwohl die Materialoberfläche zwar relativ schnell durchtrocknet, dauert es beim Unterbau wesentlich länger. Feuchtigkeit ist bekanntermaßen des Holzes schlimmster Feind, da sie zu Schimmel und Morschsein führen kann. In Maßen gilt dies auch für eine Terrasse Richtung Osten.

Auch Ihr Wohnort spielt bei der optimalen Dielenwahl eine Rolle, denn ein Haus im Norden des Landes muss beispielsweise statistisch gesehen mehr Regen aushalten als eines im Süden von Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Fragen Sie ggf. bei Ihrem zuständigen Wetteramt nach und bedenken Sie dies bei der Wahl Ihrer Terrassendielen.

Gegebenenfalls sollten Sie über den Bau einer Terrassenüberdachung nachdenken, durch die Sie auch bei Nieselregen oder kälteren Temperaturen auf Ihrer Terrasse sitzen können. Tipps für kreative Ideen finden Sie in unserem Artikel: Außergewöhnliche Terrassenüberdachungen aus aller Welt

Terrassenüberdachung aus Aluminium

Darüber hinaus gibt es noch weitere Punkte, die Sie berücksichtigen sollten. Wir haben die wichtigsten Vor- und Nachteile für Holzdielen als auch für Dielen aus WPC für Sie zusammengestellt.

Terrassendielen aus Holz –  Vorteile

Holzarten gibt es viele. Dabei besitzen sie alle eigene, von einander unabhänige Eigenschaften auf: z.B. Farbnuance, Dichte, Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie Natur pur in Ihrem Garten bzw. auf Ihrer Terrasse wollen, sollten Sie auf jeden Fall zu Holzdielen greifen. Diese überzeugen mit natürlicher Optik, einer guten mechanischen Festigkeit und ihre Oberfläche ist selbst bei sommerlich heißen Temperaturen barfuß begehbar.

  • Douglasie Terrassendielen

Douglasien sind ursprünglich iu Nordamerika beheimatet, werden aber seit geraumer Zeit auch in Deutschland forstwirtschaftlich angebaut. Diese Holzsorte zählt unter den Nadelbäumen zu den resistentesten gegen Witterung, Pilz- und Schädlingsbefall. Ihr Holz ist dermaßen trocken, dass Rissbildungen nur geringfügig aufteten.

  • Bangkirai Terrassendielen

Bei Bangkirai handelt es sich um eine exotische Holzart aus Südostasien. Bäume aus diesen fernen Regionen müssen tagtäglich besondere klimatische Herausforderungen trotzen und verfügen somit über starke Widerstandskräfte gegen Schädlinge und Feuchtigkeit. Bangkirais hohe Dauerhaftigkeit macht es sehr geeignet für Terrassendielen. Doch auch die Sorte Garapa eignet sich für den Terrassenbau.

  • Kiefer Terrassendielen, Eiche Terrassendielen & Lärche Terrassendielen

Kiefernholz besitzt eine gute Qualität zu niedrigen Preisen, da es sich um heimische Bäume handelt und diese nicht extra importiert werden müssen. Das gilt ebenfalls für Eiche, Robinie und im weitesten Sinne auch die Lärche. Letztere Art besitzt einen hohen Harzanteil und ist aufgrund dessen besser gegen Pilze und Schädlinge gewappnet als andere Hölzer.

Wenn Sie von Anfang an eine geringere Lebensdauer Ihrer Terrassendielen einplanen, könnte Kieferholz KDI (Kesseldruckimprägnierung gegen Witterung) oder Lärchenholz die richtige Wahl sein. Diese sind zudem günstiger als WPC-Dielen.

Terrassendielen aus Holz – Nachteile

So schön wie Ihre Holzdielen am Anfang aussehen, tun sie das nur zirka ein Jahr – zumindest ohne eine regelmäßige, intensive Pflege. Denn durch die UV-Strahlung der Sonne nehmen sie über die Zeit sonst einen silbergrauen Farbton, die sogenannte graue Patina, an. Diese Farbveränderung ist vielleicht nicht schön, hat allerdings keine Auswirkung auf die Stabilität Ihrer Terrasse.

Unser Tipp: Die notwendigen Pflegemittel wie Öle, Lasuren, Schutzfarben etc. erhalten Sie bei uns im Onlineshop. Damit stellen Sie sicher, dass Ihr Holz auch Jahre später noch so schön glänzt wie am ersten Tag. Zudem beugen sie damit Witterungserscheinungen, Insekten- und Pilzbefall vor.

Wenn Sie hingegen lieber eine pflegeleichtere Alternative suchen, sollten Sie über Dielen aus WPC nachdenken. Bei diesen Dielen fällt der Vergrauungsprozess erheblich geringer aus.

Bangkirai bezaubert zwar viele Terrassenbesitzer durch sein prächtiges Farbenspiel. Doch was viele Menschen nicht wissen: Diese Holzart besitzt eine mehr oder wenige große Anzahl an Löchern. Diese sehen aus wie von Holzwürmern, doch stammen sie von Fluginsekten, die direkt nach dem Einschlag absterben. Die Löcher sind demnach unbedenklich, sollten aber bei der Wahl Ihrer Holzterrassen mit eingeplant werden.

Exkurs: Was sind Dauerhaftigkeitsklassen?

Holz, das sich für das Verlegen auf Terrasse oder Balkon eignet, muss eine bestimmte Dauerhaftigkeitsklasse besitzen. Früher wurde sie auch Resistenzklasse genannt. Doch was bedeutet das?

Holz mit einer hohen Dauerhaftigkeitsklasse ist resistenter und langlebiger gegen Witterung, Pilze und holzzerstörende Insekten als diejenigen mit einer kleinen Klasse.  Je nach Pilz- oder Insektenbefall werden verschiedene DIN-Normen unterschieden.

Bangkirai ist in der höchsten Dauerhaftigkeitsklasse zu finden – so wie viele exotische Holzarten, wohingegen die Robinie zu den dauerhaftesten Hölzern aus den heimischen Wäldern zählt. Auch WPC ist in der Klasse anzutreffen, obwohl diese Dielen generell nicht von Insekten angegriffen werden. Danach folgen Eiche, Douglasie, Lärche und Kiefernholz. Kesseldruckimprägnierte Kieferdielen besitzen zwar eine relativ niedrige Dauerhaftigkeitsklasse, überzeugen dafür aber mit einem attraktiveren Preis als dessen Vergleichshölzer.

Wie sieht es mit dem Umweltschutz aus?

Von allen Hartholzarten für Terrassendielen ist die Douglasie die einzige, die in Europa in nachhaltiger Bewirtschaftung angebaut wird. Alle anderen stammen aus amerikanischen oder indischen Tropenwäldern, dessen unnachhaltiger Abbau oft kritisiert wird. Denn diese Bäume wachsen nur sehr langsam, benötigen das tropische Klima des Regenwaldes und lassen sich deshalb nicht wirtschaftlich auf Plantagen anbauen. Teils werden diese Tropenhölzer jedoch auch nachhaltig geschlagen, tragen als Zeichen dafür dann das FSC-Siegel.

WPC Dielen – Was ist das?

WPC Dielen erfreuen sich in jüngster Zeit immer größerer Verwendung bei Terrassenliebhabern. Doch was sind das eigentlich und woraus werden sie gemacht?

WPC steht für Wood-Plastic Composite und ist ein Holz-Kunststoff-Gemisch. Terrassendielen, die aus diesem Material bestehen, setzen sich aus Holzfasern, Polyethylen und Zusatzstoffen wie UV-Blockern und Farbpigmenten zusammen. Sie werden unter hohem Druck gepresst und erhalten so ihr stets gleiches Aussehen (im Vergleich zu den Farbnuancen bei Echtholz).

Eine hohe Qualität bei Terrassendielen aus WPC zeigt sich daran, wie nah sie einer natürlichen Holzoptik kommen und wie lange diese ihren Anfangsfarbton behalten. Denn minderwertige WPC Dielen sehen langfristig irgendwann aus wie billiges Plastik.

Bei Terrassendielen aus WPC werden zwei Varianten unterschieden: Hochpreisige, massive WPC-Dielen und WPC-Dielen mit Hohlkammerprofil im unteren Preissegment. Erstere besitzen eine bessere Haltbarkeit und weisen ihre ursprünglichen Form länger auf. Dafür sind sie aber schwerer beim Transport und auch bei der Verarbeitung. Die Varianten mit Hohlkammerprofil benötigen im Gegensatz dazu Abschlussleisten am Rand, können im Winter durchaus spröde werden und bei winterlichen Temperaturen reißen, wohingegen sie sich bei sommerlichen Temperaturen verformen können.

Unser Tipp: Jumbo-Massivdielen eignen sich sehr gut für große Terrassen.

Terrassendielen aus WPC – Vorteile

WPC Dielen gibt es in vielen Farben und Ausführungen und bieten sich aufgrund ihrer hohen Rutschfestigkeit und Splitterfreiheit vor allem für das Verlegen rund um einen Swimmingpool oder Gartenteich an. Dies ist ein wichtiger Faktor für Familien mit (kleinen) Kindern.

Dielen aus WPC sind leicht zu verlegen. Im Gegensatz zu Holzdielen sind Terrassendielen aus WPC zudem selbst ohne Pflegemittel widerstandsfähig und resistent gegen äußere Einflüsse wie Pilze, Insekten, Wind und Wetter. Sie bedürfen also einen viel geringen Pflegeaufwand und benötigen lediglich Wasser und ggf. ein spezielles WPC-Reinigungsmittel zur Schmutzentfernung.

Terrassendielen aus Kunststoff vergrauen zudem nicht so schnell. Zwar tritt auch bei diesem Material über Zeit ein gewisser Grad einer Farbaufhellung ein, aber nichts im Vergleich zu dem bei Holzdielen. Aufgrund des geringeren Verwitterungsgrades wird WPC stets für Terrassen auf der „Wetterseite“ genutzt. Quellen und Schwinden ist bei WPC keine stark ausgeprägten Probleme.

Unser Tipp: Nutzen Sie WPC-Terrassendielen, die Recycling Kunststoffe verarbeitet haben.

Terrassendielen aus WPC – Nachteile

Sie können unter einer großen Auswahl an WPC Terrassendielen wählen, doch diese sind stets sehr homogen in der Optik. Ihnen fehlt das natürliche Aussehen einer Holzmaserung. Das muss man mögen.

Ein weiterer Nachteil von Terrassendielen aus Kunststoff ist, dass diese sich bei warmen Temperaturen bzw. direktem Sonnenschein sehr stark aufheizen, so dass das Barfußlaufen schmerzhaft und das Sitzen auf Ihren Gartenmöbel nur mit Schuhen möglich ist.

Tipp: Achten Sie auf eine langlebige Unterkonstruktion!

Beide Varianten, Holzdielen als auch Dielen aus WPC, brauchen eine Unterkonstruktion. Dabei sollten Sie auf Qualität achten und z.B. eine Konstruktion aus Aluminium wählen. Diese ist deutlich langlebiger im Gegensatz zu Holzstreben und ihr macht selbst Feuchtigkeit von unten nichts aus.

Fazit: Was denn nun? Terrassendielen aus Holz vs. WPC?

Überlegen Sie sich vorab, welche Erwartungen Sie an Ihre Terrasse und dessen Dielen haben. Entscheiden Sie sich zudem vorab zwischen glatter und geriffelter Oberfläche, wobei die geriffelte die rutschfestere ist.

Am besten planen Sie die Dielen direkt mit Bezug auf die spätere Gestaltung bzw. Einrichtung. Lesen Sie dafür unseren Artikel zu Terrasse gestalten. Damit sparen Sie sich im Nachhinein Zeit und Geld.

Wer an seinen Terrassendielen besonders lange Freude haben möchte, sollte sich durchaus eine Investition in langlebige Hölzer (oder WPC) überlegen. Am Ende können nur Sie entscheiden, ob Sie Terrassendielen aus Holz oder Dielen aus WPC schöner finden.

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Artikelbild: ©iStock/tab1962
Beitragsbild: ©GartenHaus GmbH