Ihr Garten erscheint Ihnen im Winter so trist mit den kahlen Bäumen und dem schneebedeckten Boden? Das lässt sich schnell ändern! Wir zeigen Ihnen wie Sie die drei beliebtesten frostbeständigen Pflanzen richtig pflegen, die Ihren Garten im Nu in ein farbenfrohes und blühendes Winterwunderland verwandeln werden!

Diese 3 Pflanzen schmücken Ihren Garten im Winter trotz Frost und Schnee

Während die meisten Pflanzen in der kalten Jahreszeit ihren Winterschlaf antreten, erwachen die Winterblüher zum Leben und entfalten ihre ganze Pracht. Die drei beliebtesten winterharten Pflanzen sind die zarte Christrose, der knallige Winterjasmin und der duftende Winterschneeball. Zwar sind alle drei für die kalten Bedingungen geschaffen, benötigen jedoch eine unterschiedliche Pflege. Wir erklären Ihnen, worauf Sie beim Umgang mit den Winterschönheiten besonders aufpassen müssen, was Sie dabei vermeiden sollten und wie Sie die Pflanzen verwöhnen können.

1.    Die Christrose

Wie der Name vermuten lässt, kann die Christrose im Dezember schon ihre ersten Blüten entfalten; deshalb wird sie auch Schnee- oder Weihnachtsrose genannt. Damit auch Sie zu Heiligabend die Blütenvielfalt bewundern können, zeigen wir Ihnen, wie die Christrose zu handhaben ist.

Dunkelrote Christrosen

Dunkelrote Christrosen sorgen für Farbakzente in Ihrem Garten.

Das lieben Christrosen

Die winterlichen Christrosen sind, was ihre Pflege betrifft, relativ unkompliziert. Sie bevorzugen bei kalten Temperaturen einen geschützten Standort. Dafür ist ein Plätzchen unter einem Strauch oder einem Baum, der im Sommer für genügend Schatten sorgt und im Herbst das Laub abwirft, am besten geeignet. Die verrottenden Blätter versorgen die Christrose dabei auch zusätzlich mit nötigen Nährstoffen. Am liebsten hat die Christrose einen kalkhaltigen und gelockerten Boden, der im Idealfall bereits im Vorhinein eine lehmhaltige und humose Konsistenz aufweist. Alternativ können Sie auch nachhelfen, indem Sie der Erde selbst etwas Kalk und Lehm zugeben.

Was sie überhaupt nicht mögen

Schneerosen benötigen im Winter zwar viel Licht, aber direkte Sonneneinstrahlung können sie gar nicht leiden. Bei der Standortwahl ist auch wichtig, dass der Boden gut Wasser ableiten kann, da die Pflanze keine Staunässe verträgt. Außerdem will sie möglichst ihre Ruhe haben, deshalb sollten Sie die Christrose auf keinen Fall zu oft umpflanzen.

Pflanzen und pflegen

Christrosen sind sehr langlebig, bei der richtigen Pflege können sie sogar bis zu 25-30 Jahre alt werden und über Generationen bestehen. Außerdem nehmen sie nicht allzu viel Platz im Garten ein, da sie nur bis zu 30 Zentimeter groß werden.

Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen ist der frühe Herbst oder das Frühjahr. Wenn die Christrosen schon im kommenden Winter blühen sollen, dann sollten Sie die Blumen spätestens bis Anfang Oktober einpflanzen. Sie brauchen nämlich eine gewisse Zeit, um sich in ihrer Umgebung einzuleben und anzuwachsen. Die Blütezeit richtet sich nach der Sorte und nach den Witterungsverhältnissen. In der Regel fängt die Christrose schon im November oder Dezember an zu blühen, manche Arten blühen jedoch erst ab Februar.

Beim Gießen sollten Sie darauf achten, dass der Boden nicht vollkommen austrocknet, aber auch nicht übermäßig bewässert wird. Auch beim Düngen ist Sparsamkeit die Devise. Verwenden Sie dazu am besten organische Dünger, wie zum Beispiel Kompost oder Hornmehl, um die Christrosen zu Beginn ihrer Blüte und ein zweites Mal ungefähr im August zu düngen.

Die Schneerosen sorgen selbstständig mithilfe ihrer Samen für eine Verbreitung im Garten, alternativ können Sie diese auch durch eine manuelle Teilung vermehren.

Wenn Sie Christrosen nicht im Beet, sondern im Kübel halten wollen, ist dies auch möglich.

Die Christrose – schön, aber giftig

Nun wollen wir Sie auch auf die Schattenseite der Christrose aufmerksam machen. Sie trägt ebenfalls die unschöne Bezeichnung Nieswurz, da sie zum einen zur Gattung der Nieswurze gehört. Außerdem wurde aus ihr früher Niespulver sowie Schnupftabak produziert, was für die Anwender jedoch häufig tödlich endete. Die Pflanzen sind insbesondere im Winter zwar ein schöner Anblick, aber wie alle Ranunkelgewächse für Menschen, genauso wie für Haustiere, extrem giftig. Der Saft der Christrose reizt stark die Haut und Schleimhaut, was zu Entzündungen und Blasenbildung führt. Der Verzehr einer solchen Pflanze ruft durch Inhaltsstoffe wie Saponine oder Helleborin Erbrechen, Durchfall und Magenschmerzen hervor. Diese sind ausnahmslos in allen Teilen der Pflanze, aber insbesondere im Wurzelstock zu finden.

Christrose liegt auf schneebedeckten Tannenzweigen

Christrosen sind ein schöner Blickfang für jedes Wintergesteck. Tragen Sie beim Schneiden und Dekorieren am besten jedoch Handschuhe, um in keinen direkten Kontakt mit dem giftigen Saft der Christrose zu gelangen.

Übersicht zu den Pflegetipps

Damit Sie bei all den Informationen den Überblick behalten können und beim Pflanzen bis hin zur Routine nichts vergessen, haben wir für Sie eine Infografik mit allen wichtigen Tipps rund um das Pflegen der Christrose zusammengestellt. Einfach ausdrucken und in Gartennähe aufhängen!

Infografik zu den Pflegetipps der Christrose

 

2.    Winterjasmin

In der dunklen Jahreszeit erscheint alles meist sehr blass und karg. Wenn Sie nicht nur Ihr Haus durch Kerzenschein erleuchten wollen, dann können Sie mithilfe von Winterjasmin auch Ihren Garten zum Leuchten bringen. Seine außergewöhnlich satte und kräftige gelbe Farbe wird auch Sie bei jedem Blick in Ihren Garten automatisch zum Strahlen bringen.

Die gelben Blüten des Winterjasmins

Bringen Sie mit Winterjasmin Ihren Garten in grauen Wintermonaten zum Leuchten.

Das liebt der Winterjasmin

Ähnlich wie die Christrose stellt auch der Winterjasmin keine allzu hohen Ansprüche an seine Umwelt und Pflege. Er bevorzugt einen nährstoffreichen, leicht kalkhaltigen Boden, der aber kein Wasser speichern sollte. Den Standort sollten Sie so wählen, dass er ausreichend Windschutz bietet und im Halbschatten liegt. Dort darf es jedoch auch nicht an einer gesunden Portion Sonne fehlen.

Was er überhaupt nicht mag

Der Winterjasmin gehört zur Familie der Ölbaumgewächse und ist somit besonders pflegeleicht, deshalb bereitet er seinem Besitzer in der Regel keine großen Schwierigkeiten. Die Pflanze ist winterhart, aber bei zu starkem Frost können die Blüten dennoch darunter leiden. Seine Knospen hingegen sind sehr widerstandsfähig, sie vertragen bis zu minus 15 Grad Celsius.

Pflanzen und pflegen

Bei einem milden Winter fängt der Winterjasmin schon ab Dezember an zu blühen, sonst entfaltet er erst zwischen Januar bis Anfang April seine gelbe Blütenpracht. Die Pflanze sollte am besten im Frühling gepflanzt werden, dann blüht sie schon im nächsten Winter. Da der Winterjasmin eine Kletterpflanze ist, ist er ideal als Zierde für Hauswände, Gartenmauern, Flechtzäune, Torbögen und ähnliches geeignet. Außerdem benötigt er Kletterhilfen, an denen er sich emporschlängeln kann oder zum Stützen daran festgebunden wird. Winterjasmin kann eine beachtliche Höhe von bis zu fünf Metern erreichen.

Beim Pflanzen sollten Sie auf einen ausreichenden Abstand zum nächsten Gewächs achten, beispielsweise würde dieser bei einer Zwischenpflanzung in Hecken circa einen Meter betragen. Der Winterjasmin sollte regelmäßig gegossen werden, es darf jedoch keine schädigende Staunässe entstehen. Zudem muss er nicht zwingend gedüngt werden, aber im Frühjahr freut er sich über etwas Kompost, gut verrotteten Stallmist oder Kalk.

Nach der Blüte sollte er bis auf einige Augen geschnitten werden, da er wieder sehr schnell nachwächst. Das Rückschneiden sollten Sie insbesondere bei älteren Sträuchern durchführen, um diesen wieder einen frischen Glanz zu verleihen.

Wenn Sie Winterjasmin vermehren wollen, geht das ganz einfach: Sobald ein Trieb für eine geraume Zeit am Boden liegt, schlägt er schnell Wurzeln und kann danach von der ursprünglichen Pflanze getrennt werden. Da sich die Pflanze selbstständig rasch vermehren kann, sollten Sie ansonsten immer rechtzeitig die abgefallenen Triebe vom Boden entfernen.

Das Besondere am Winterjasmin

Der Winterjasmin ist eine sehr dankbare Pflanze, da er weder anfällig für Schädlinge noch Krankheiten ist. Seine Blüten öffnen sich erst nach und nach, deshalb können Sie sich an der satten Farbe im Garten den ganzen Winter über erfreuen.

Im Herbst verliert die Pflanze ihre Blätter, während die Knospen anfangen sich zu öffnen. Da die Zweige selbst aber eine grüne Färbung aufweisen, wirkt es so, als wäre der Winterjasmin immergrün. Aufgrund seines farbintensiven gelben Meeres an Blüten und seiner Höhe gerät er oft in Verwechselungsgefahr mit der Forsythie, die jedoch erst im Frühling ab Anfang April anfängt zu blühen.

Blühende Forsythie

Zum Verwechseln ähnlich: Die Forsythie, der scheinbare Zwilling des Winterjasmins.

Übersicht zu den Pflegetipps

Wie war das nochmal, wo sollten Sie am besten den Winterjasmin pflanzen? Keine Sorge, dafür müssen Sie nicht nochmal hochscrollen. Wir haben für Sie eine Infografik mit den wichtigsten Aspekten zur Pflege des Winterjasmins erstellt, damit Sie alle wichtigen Tipps auf einem Blick haben. Am besten gleich ausdrucken und ab ans Gärtnern!

Infografik zu den Pflegetipps für den Winterjasmin

3.    Der duftende Winterschneeball

Wenn der Schnee in den Wintermonaten wieder etwas auf sich warten lassen sollte, können Sie mit Winterschneebällen für das zauberhafte Wintergefühl sorgen. Der Schneeball zählt zu den Geißblattgewächsen und lässt sich in rund 150 Arten unterteilen. Zierlichere und frostanfälligere Varianten sollten im Kübel auf der Terrasse oder dem Balkon gehalten werden, während Winterschneebälle bei kalten Temperaturen im Garten ihre Pracht entfalten. Sie können neben der typischen weißen Farbe auch eine zarte Rosafärbung aufweisen, was zum Ende des Winters hin schnell für aufkommende Frühlingsgefühle sorgt.

Blüten des Winterschneeballs

Dank dem Winterschneeball sorgen Sie trotz klirrender Kälte für ein duftendes Blütenparadies in Ihrem Garten.

Das lieben Winterschneebälle

Winterschneebälle sollten an sonnigen bis halbschattigen Plätzen im Garten gepflanzt werden. Dies ist ausschlaggebend, da durch zu geringe Sonneneinstrahlung die Bildung der Blüten reduziert werden könnte. Wichtig bei der Bodenbeschaffenheit ist es, dass der Boden ausreichend locker und feucht ist. Ein geschützter Standort nahe einer Mauer ist ideal, da die Blüten starken Frostwind meiden sollten.

Was sie überhaupt nicht mögen

Allzu trockene Erde, aber auch Staunässe sind Feinde jedes Winterschneeballs. Vor dem Einpflanzen sollten Sie deshalb die Bodenbeschaffenheit prüfen.

Die Pflanze verträgt zwar einen radikalen Schnitt, aber danach kann es sein, dass sie ein Jahr lang nicht blüht. Der Schneeball ist empfindlich und sehr anfällig für Blattläuse, deren Befall zu verwelkten und entstellten Blättern, bis hin zum totalen Ausbleiben der Blüte führt. Um dies zu verhindern, ist die Auswahl des passenden Standortes und eine ausreichende Wasserversorgung essentiell. Alternativ können Sie die Pflanze auch beispielsweise zusätzlich mit Brennesseljauche kräftigen.

Darüber hinaus kann der Schneeball durch die Blattfleckenkrankheit, Grauschimmel und Pilzbefall ebenfalls gefährdet werden. In diesem Fall sollten Sie befallene Pflanzenteile radikal abschneiden und entsorgen.

Pflanzen und pflegen

Die Blütezeit des Winterschneeballs ist abhängig von der Witterung, im Normalfall reicht sie in etwa von November bis März. Beim Pflanzen muss für genügend Platz gesorgt werden, da der er bis zu 3,5 Meter groß werden kann. Der Zeitpunkt des Pflanzens ist sehr flexibel, da der Winterschneeball in einer breiten Spanne vom Frühjahr bis zum späten Herbst in die Erde gesetzt werden kann. Dabei sollte ein Pflanzabstand von circa einem Meter zum jeweils anderen Gewächs eingehalten werden.

Beim Gießen können Sie sich an die Faustregel halten, dass die Pflanze gegossen werden muss, sobald die oberste Erdschicht trocken ist. Ein Düngen der Pflanze ist an sich nicht notwendig, aber mit Kompost, Grünschnitt oder Rindenmulch können Sie nichts falsch machen.

Die Vermehrung der Winterschneebälle erfolgt durch verholzte blätterlose Triebstücke, die in der Erde anfangen zu wurzeln. Wenn Sie eine Verbreitung jedoch vermeiden wollen, sollten Sie regelmäßig die jungen Sprosse vom Erdboden aufsammeln.

In der Regel ist es nicht zwingend die Pflanze zurückzuschneiden, aber aus Schönheitsgründen durchaus möglich. In diesem Fall kann der Winterschneeball nach der Blüte im Frühling beschnitten werden. Beschädigte Triebe sollten Sie jedoch auf jeden Fall entfernen.

Die Beeren des Winterschneeballs: Für Vögel gesund, für Menschen giftig

Der Winterschneeball wird nicht umsonst auch Duftschneeball genannt. Er versprüht während seiner Blüte einen angenehmen Vanille-ähnlichen Duft im Garten. Im Herbst und Winter bilden die Pflanzen außerdem kleine rote Beeren aus, die in ihrer Optik Cranberrys ähneln. Die Früchte stellen für Vögel im Winter eine sehr wichtige Nahrung dar. Wie Sie Ihren Garten möglichst vogelfreundlich gestalten können, erfahren Sie in unserem Artikel „Vögel im heimischen Garten: Wie locke ich Sie an?“.

Was für die Tiere ein Gaumenschmaus ist, ist für Menschen jedoch gefährlich. Ein Verzehr der roten Beeren kann Erbrechen, Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, Durchfall, Atemnot und Reizungen der Schleimhaut nach sich ziehen. Nicht nur die Beeren, sondern auch die Blätter und Rinde sind giftig. Deshalb sollten Sie einen Standort wählen, an den kleine Kinder und Haustiere nicht so leicht hingelangen können. Auch beim Beschneiden der Pflanze sollten Sie unbedingt Handschuhe tragen, um sich unangenehme Hautreizungen zu ersparen.

Beeren des Winterschneeballs

Die knalligen Beeren des Winterschneeballs schauen zwar verführerisch aus, sind aber für Menschen giftig.

Übersicht zu den Pflegetipps

Auch zum Winterschneeball finden Sie hier eine übersichtliche Grafik mit den wichtigsten Informationen und wertvollen Pflegetipps zur winterlichen Pflanze.

Infografik für die Pflegetipps für den Winterschneeball

Ab jetzt wird Ihr Garten auch im Winter blühen und Ihnen die kalten Monate versüßen!

Wenn Sie sich schon auf die warmen Sonnenstrahlen freuen und sich im Frühjahr voller Tatendrang frisch in Ihrem Garten ans Werk machen wollen, schauen Sie doch auf unserem praktischen Aussaatkalender zum Ausdrucken vorbei!

Sie können den Sommer auch kaum erwarten? In unserem Artikel „Pflanzenpflege: Tipps für die 3 beliebtesten Sommerblumen“ erfahren Sie jetzt schon, wie man die schönsten Blumen im Sommer richtig pflegen kann.

Wir wünschen Ihnen noch eine kuschelige Winterzeit und ein gutes Gelingen in Ihrem Garten!

Bilder: Beitragsbild: © iStock\ AnglianArt , Bild 1: © iStock\ Astrid860, Bild 2: © iStock\ rsester, Bild 3:  © iStock\ BasieB, Bild 4: © iStock\ SchmitzOlaf, Bild 5: © iStock\ cadifor, Bild 6: © iStock\ DimaSobko