Angesichts der Vielfalt unterschiedlicher Gärten und Gartenhäuser kann es natürlich kein allgemein gültiges „Patentrezept“ für die Wahl des optimalen Standorts geben. Lage und Größe des Gartens spielen eine Rolle, Bäume und feste Installationen wie Teiche, Trockenmauern oder aufwändige Beete, die man nicht verändern möchte, beschränkten die Möglichkeiten von vorne herein. Auch die Nachbarschaft und die Rechtsgrundlage wirken in die Planung hinein: in einem Pachtgarten einer Kleingartenanlage herrschen andere Vorgaben als auf einem privaten Grundstück, die man tunlichst beachten sollte. Selbst wer das Glück (und die Mühe) hat, einen Garten von Grund auf selbst zu gestalten, wird ein paar Gegebenheiten berücksichtigen müssen, die auf jedem Grundstück anders sein können.

Im Folgenden wollen wir ein paar Punkte auflisten, die Ihnen bei der Standortwahl helfen sollen. Auch wenn man immer Kompromisse machen wird, ist es doch nützlich, zumindest alles zu bedenken, was für die Eignung eines Standorts wichtig sein könnte.

1. Vorprüfung: Baugenehmigung und Abstand zur Grundstücksgrenze

Bis zu einer gewissen Größe (umbauter Raum inkl. Dachüberstand) dürfen Gartenhäuser meist ohne Baugenehmigung errichtet werden. Allerdings differieren die Vorschriften von Bundesland zu Bundesland und auch die Gemeinden haben des öfteren unterschiedliche Vorgaben in ihren Bebauungsplänen erlassen. Es empfiehlt sich also auf jeden Fall, zuvor beim zuständigen Bauamt anzufragen, ob und wie groß ein Gartenhaus aufgestellt werden darf. Manche Gemeinden schränken den Bau von Gartenhäusern ein oder verbieten ihn gar ganz. In Ferienhausanlagen gelten besondere Bestimmungen, ebenso in Kleingartenanlagen. Ist der Bescheid positiv, müssen dennoch die Abstandsvorgaben eingehalten werden, in der Regel sind das drei Meter bis zur Grundstücksgrenze, doch auch das sollten Sie vorab genau erfragen! (Mehr dazu auf Nachbarrecht.de)

2. Welche Himmelsrichtung?

Hat man die freie Wahl, so wäre die nordöstliche Ecke des Garten ein idealer Standort. Jedenfalls dann, wenn es kein bloßer Geräteschuppen werden soll, sondern auch ein gemütlicher Aufenthaltsort mit Terrasse oder Sitzgruppe davor. Man kann dann auch nachmittags und Abends noch die Sonne genießen, die von Süden nach Westen zieht. Zwar kann es so auch mal zu heiß werden, doch ist es ja nicht schwer, für Sonnenschutz zu sorgen – auf jeden Fall besser, als im Frühjahr und Herbst zur besten Gartenzeit im kühlen Schatten zu sitzen.

3. Bodenbeschaffenheit prüfen!

Kommt ein Platz in die engere Wahl, sollte man den Boden genauer anschauen. Gartenhäuser benötigen in der Regel ein festes Fundament, das auf einer ebenen Grundfläche aufsetzt. Dafür sollte der Boden auch nicht zu feucht oder gar matschig sein, denn dann wird der Aufwand für das Fundament schon deutlich größer, evtl. wird noch eine zusätzliche Lage Kies gebraucht. Noch aufwändiger wird es, wenn Sie das Haus an einer Hanglage bzw. leichten Schräge aufstellen wollen. Nichts ist unmöglich, doch muss die Schräge dann zunächst ausgeglichen werden, zusätzliche Erde wird benötigt, die Arbeit wird mehr und also auch die Kosten.

4. Verwunschene Idylle oder freie Sicht?

Überlegenswert ist auch, ob man das Gartenhäuschen inmitten üppigem Grün möglichst „im Verborgenen“ aufstellen will oder ob man die freie Sicht auf den Garten vorzieht. Dies ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, die Sie – wie auch alle anderen Standortfragen – mit allen besprechen sollten, die das Haus später mitnutzen.

5. Ein Blick nach oben!

Beachten Sie auch die Höhe Ihres geplanten Gartenhauses. Gibt es in der Vertikalen genug Platz oder stören große Äste der umstehenden Bäume? Wer etwa ein Haus mit Satteldach und Schlafboden erwerben möchte, braucht auch nach oben mehr Platz als für eine kleinere Hütte.

6. Teiche und andere Gewässer

Zwar ist so ein Häuschen nah am Teich, an einem Bach, Graben oder Ufer ungemein idyllisch, doch hat das auch unübersehbare Nachteile. Friert der Boden im Winter nach viel Regen durch, kann es Bodenbewegungen in Richtung des Gewässers geben und das Gartenhaus neigt sich im Lauf der Jahre in Richtung Wasser. Auch sitzt es sich in Wassernähe nicht besonders gemütlich, wenn in bestimmten Monaten Myriaden hungriger Mücken und Schnacken unterwegs sind. Drei Meter Abstand zum Gewässer sind empfehlenswert, selbst wenn es sich nur um einen kleinen Gartenteich handelt.

7. Die lieben Nachbarn…

Zwar ist hierzulande alles akribisch geregelt, was man in Bezug auf die Nachbarschaft darf oder nicht darf. Dennoch gibt es unzählige Nachbarschaftsstreitigkeiten, die sich eigentlich niemand wünscht, die aber dennoch oft vor Gericht landen und auf jeden Fall die Psyche belasten. Bei neuen Vorhaben wie dem Bau eines Gartenhauses sollte man also vorab mit den Nachbarn reden – auch ohne dazu verpflichtet zu sein. Auch abgesehen von der Bauordnung ist das „Abstand halten“ eine gute Wahl, denn niemand möchte in seiner Privatheit gestört werden und jedes Wort vom Nachbarn mitbekommen. Hecken und blickdichte Zäune können hier ebenfalls helfen.

8. Der richtige Platz – wie fühlt er sich an?

Der Garten ist ein Ort der Erholung, doch Wohlfühlen, Entspannen, Loslassen sind keine rationalen Tätigkeiten. Probieren Sie also den Standort Ihrer Wahl aus, stellen Sie eine Gartenliege oder einen gemütlichen Sessel auf und verbringen sie ein halbes oder ganzes Stündchen an dieser Stelle. Sie werden danach wissen, ob Ihre Wahl richtig war, oder ob „irgend etwas“ an diesem Standort ungemütlich wirkt.

Haben Sie all diese Überlegungen angestellt und Ihre Entscheidungen getroffen, können Sie guten Mutes mit der Umsetzung Ihrer Gartenhaus-Planung beginnen. Am richtigen Standort wird es Ihnen viel Freunde machen. Wir wünschen gutes Gelingen!

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