Ein neuer Gartentrend bewegt schon seit einiger Zeit die Gemüter und führt in mancher Kleingartenanlage zu allerlei Kontroversen:  Naturnahes Gärtnern.   Die Idee dieser Form der Gartengestaltung, die nicht etwa, wie manche meinen, nur eine „Wildnis unter Aufsicht“ ist,  geht vom ökologischen Ganzen aus. Nicht nur die menschlichen Gärtner und ihre Interessen werden berücksichtigt, sondern auch Tiere und Pflanzen, sowie die gesamte Umwelt. Was das im Einzelnen bedeutet, lässt sich gut im Unterschied zum klassischen Nutz- und Ziergarten zeigen.

Der traditionelle Garten: Rasen, Zier- und Gemüsebeete

GartenarbeitZwar gibt es viele unterschiedliche Gartenstile, doch in der Praxis findet man sowohl in privaten Gärten als auch in den Kleingartenanlagen noch immer mehrheitlich den klassischen Nutz- und Ziergarten vor. Meist gibt es dort eine mehr oder weniger gepflegte Rasenfläche, die als Kinderspielplatz und Aufstellort für Gartenliegen dient. Auf einigen Beeten wird Gemüse angebaut, wobei darauf geachtet wird, dass diese auf ansonsten kahler Erde stehen – ständiges „Unkraut jähten“ ist ein Muss.  Hinzu kommen Beete und Randstreifen mit Zierstauden und Sommerblumen, wobei die Beetkanten sehr deutlich mit diversen Materialien markiert werden. Eingegrenzt ist der Garten oft mit blickdichten Thuja-Hecken, preiswert und schnell wachsend.  Gelegentlich gibt es einen Gartenteich, häufig ein Tomatendach, einen Rosenbogen und einige Obstbäume und Beerensträucher. Anfallende Gartenabfälle werden in Säcken entsorgt, um keinen Platz für einen Komposthaufen zu verschwenden. Statt dessen werden die Nutz- und Zierpflanzen regelmäßig mit den Produkten des Handels gedüngt, zudem kommen Pflanzenschutzmittel gegen Pilze, Krankheiten und „Schadinsekten“ zum Einsatz.

Leitidee eines solchen Gartens ist die Ästhetik bzw. der Zierwert, die Nutzbarkeit als Freizeitareal oder die Nützlichkeit im Sinne einer guten Gemüseernte. Und zweifellos sehen solche Gärten oft ganz wunderbar aus, bedürfen allerdings auch sehr aufwändiger Pflege, sollen sie nicht „vernachlässigt“ aussehen.

Naturnahe Gärten: Wildkräuter, Wiese, Kompost…

Wie bei allen gärtnerischen Konzepten gibt es auch beim naturnahen Gärtnern unterschiedliche Meinungen und sich entwickelnde Traditionen. Gemeinsam ist allen Ideen der Gedanke, den Garten als ein ökologisch funktionierendes Ganzes zu entwickeln, das nicht auf immer wieder neu zugekaufte Produkte und schnell wieder verschwindende exotische Pflanzen angewiesen ist. „Unkraut“ gibt es in diesem Verständnis nicht, sondern Platz für Wildkräuter und heimische Gewächse. Auch Kleintiere, Vögel, Insekten und das „Bodenleben“ sind willkommen, Pflanzenschutz wird mit möglichst biologischen Methoden betrieben. Kahle Erde wird vermieden, damit der Boden nicht auslaugt oder zu schnell austrocknet, statt dessen wird gemulcht: Rasenschnitt und andere biologische Materialien bedecken den Boden rund um die gesetzten Nutzpflanzen, die es selbstverständlich auch im naturnahen Garten gibt.

Methoden und Elemente naturnahen Gärtnerns

Wer mit diesem Konzept sympathisiert, muss nicht von jetzt auf gleich sämtliche Empfehlungen des naturnahen Gärtnerns umsetzen, sondern kann sich dem schrittweise annähern. Im Folgenden führen wir die meistgenannten Elemente des naturnahen Stils auf – wie weit man selber gehen will, ist selbstverständlich eine Frage des individuellen Geschmacks und auch der eigenen Möglichkeiten. Vor allem sei angemerkt: auch ein naturnaher Garten braucht Pflege, soll er nicht zur einfachen „Wildnis“ werden!

  • Der Komposthaufen: anstatt gekauften Dünger zu verwenden, wird ein Komposthaufen aus sämtlichen Gartenabfällen errichtet. Liegt der Garten am Haus, können auch pflanzliche Küchenabfälle dort landen. Kompostwürmer und Bakterien zersetzen die Abfälle zu Kompost, der dann als Dünger auf die Beete aufgebracht wird und gekauften Dünger erspart.
  • Natürliche Düngemittel: Zusätzlich zum Kompost können Pflanzenjauchen als Dünger zum Einsatz kommen. Besonders beliebt ist die traditionelle Brennesseljauche, die man leicht mit Brennesseln aus der Umgebung selber herstellen kann. Auch Hornspäne und Gesteinsmehle werden verwendet.
  • Regentonne: das Regenwasser wird in Tonnen gesammelt und zum Gießen verwendet – das spart nicht nur Geld, sondern tut den Pflanzen gut, da es nicht so kalt und auch nicht mehr „hart“ ist.
  • Mischkulturen: Gemüse wird aus Sorten, die sich gegenseitig fördern in sogenannten „Mischkulturen“ gepflanzt. Z.B. Mangold zwischen Buschbohnen oder Borretsch zusammen mit Erdbeeren.
  • Pflanzenschutz: auf Chemie wird verzichtet, statt dessen werden biologische Mittel und Methoden angewendet.
  • Pflanzenauswahl: Heimische Pflanzen und alte Sorten werden bevorzugt angebaut, auch Wildkräuter haben im naturnahen Garten ihren Platz.
  • Hecken: Bei der Wahl der Heckenpflanzen wird darauf geachtet, dass die heimische Tierwelt mit ihnen auch etwas anfangen kann (Stichwort „Vogelnährgehölze“).
  • Hügel- und Hochbeete: Sie dienen der Verrottung von Astmaterial, das gleichzzeitig die auf dem Beet wachsenden Pflanzen düngt.
  • Trockenmauern und Steinhaufen bieten Kleintieren wie Eidechsen Unterschlupf und sind eine optische Bereicherung des Gartens.
  • Totholzhaufen dürfen bleiben und dienen ebenfalls als Verstecke und Überwinterungsmöglichkeit für Kleintiere.
  • Wiese statt Rasen: eine bunte Blumenwiese sieht hübsch aus und muss nicht so oft gemäht werden wie ein Rasen, der nur aus wenigen Grassorten besteht;
  • Gartenwege und Terrassen werden wasserdurchlässig gestaltet, nicht zubetoniert;
  • Gründüngung: Nicht genutzte Beete werden mit Düngerpflanzen bepflanzt, die den Boden mit Nährstoffen anreichern für die folgende Nutzung.
  • Nisthilfen für Vögel werden geschaffen, evtl. auch ein Insektenhotel, sofern die Umgebung nicht genug Nistmöglichkeiten bietet;
  • Gewässer: Wenn möglich, wird ein Teich angelegt oder ein Feuchtbiotop geschaffen, das den Artenreichtum im Garten noch einmal deutlich erhöht.

Das passende Gartenhaus für den naturnahen Garten

Ohne Zweifel gehört auch in den naturnahen Garten ein Gartenhaus, zumindest ein Geräteschuppen, oft auch ein Gewächshaus. Da ein solcher Garten im Lauf der Zeit sehr idyllisch aussieht und in jeder Hinsicht „natürlich“ wirkt, passt ein Gartenhaus aus dem Naturmaterial Holz am besten zu diesem Stil.

Für Gärten mit wenig Platz gibt es im Sortiment der Gartenhaus GmbH auch ein kombiniertes Geräte- und Gewächshaus – hier im Bild allerdings noch inmitten eines „klassischen“ Gartens mit Rasen:

Gartenhaus mit Gewächshaus

Wir hoffen, Sie mit unseren Tipps gärtnerisch inspiriert zu haben!