Sie überlegen, einen Knotengarten anzulegen? Dann nichts wie los! Denn Knotengärten sind etwas ganz Besonderes! Wie schön ein Knotengarten aussehen kann und wie Sie diesen anlegen und pflegen hat uns Bloggerin Anja im Interview verraten.

Bloggerin Anja: ihre Leidenschaft ist die „Gartenbuddelei“

Bloggerin AnjaAnja schreibt auf ihrem Blog Gartenbuddelei über ihr 400 Quadratmeter großes Gartenparadies. Natürlich könnte der Garten für Anja gerne noch etwas größer sein:

„Da würden mir schon eine Menge Ideen einfallen, was ich noch so alles verwirklichen könnte. Mein Garten ist aufgrund der vielen hohen Büsche und Bäume eher ein Schattengarten – eine wunderbare Möglichkeit, lauschige, waldähnliche Stimmungen zu erzeugen“, so die Münsterländerin. Die „Gartenbuddelei“ ist für sie ein Ruhepol:

„Die Arbeit im Garten ist für mich sehr befreiend und erholsam – das hat für mich nichts mit Zwang oder Druck zu tun. Ich denke, das ist auch der große Unterschied, ob man mit vollem Herzen Gärtner ist, oder ob man nur seine ‚Grünfläche‘ irgendwie in Ordnung hält. Beides ist völlig in Ordnung – aber einem „Gärtner aus Leidenschaft“ wird der Garten niemals zur Last.“

Seerosenteich in Anjas Garten

Anjas Garten hat auch außerhalb des Knotengartens viele Highlights zu bieten, wie zum Beispiel diesen versteckten Seerosenteich.

Der Knotengarten: Millimetergenaue Gärtnerkunst

Anja erklärt uns, was ein Knotengarten ist: „Ein Knotengarten besteht in den meisten Fällen aus Buchspflanzen und stellt ein Muster dar, das am besten in sich geschlossen ist. Die Buchspflanzen werden so exakt geschnitten, dass der Eindruck entsteht, als wenn die Hecken in sich verknotet wären und sich über- und untereinander hindurchschlängeln.

Anja hat sich schon immer für formale Gärten begeistert: „Die Kombination von exakt geschnittenen Buchskugeln, – hecken und –pyramiden zusammen mit üppig blühenden Stauden sprach mich schon immer an. Da war natürlich die logische Konsequenz, einen eigenen Knotengarten anzulegen.“

ein perfekter Knotengarten

„Besonders eindrucksvoll sieht so ein Knoten im Winter aus, wenn der Schnee die Konturen der Knoten nachzeichnet“, so Anja.

Aber macht das nicht jede Menge Arbeit?

Für Anja lohnt sich der Aufwand für einen Knotengarten auf jeden Fall:

„Grundsätzlich macht so ein Knoten viel weniger Arbeit, als man denken könnte. Natürlich ist die erstmalige Anlage schon ein großer zeitlicher Aufwand. Es muss alles gut vorbereitet sein – ein Platz im Garten sollte natürlich vorhanden sein. Ein Muster muss gut überlegt werden, die Übertragung vom Papier auf den Erdboden ist sicherlich auch ein wenig kniffelig und die Kosten für so einen Buchsknoten sind auch nicht von der Hand zu weisen. Mein Knoten besteht zum Beispiel aus ungefähr 400 Buchspflanzen – das bedeutet schon mal ungefähr 400 Euro, die man in gute Pflanzen investieren muss.“

Für Anja ist es das aber wert: „Das ist nicht viel Geld, wenn man bedenkt, dass man damit für viele Jahre einen absoluten Hingucker im Garten hat, der von jedem staunend begutachtet wird. Natürlich darf man nicht ängstlich sein, wenn es an den jährlichen Rückschnitt geht – ich schneide meinen Knoten jedes Jahr im Mai und brauche gut 2 Stunden, bis er wieder in seiner vollen Pracht vor mir liegt. Das ist aufwendig und auch anstrengend – wem schon das Zurückschneiden seiner normalen Hecken und Kugeln ein Greuel ist, der sollte dann vielleicht lieber auf einen Knotengarten verzichten.“

Knotentraum selbstgemacht: So legen Sie Ihren eigenen Knotengarten an

Knotengarten anlegen: Schritt 1

Die ersten Schritte zum Knotengarten: Das Gitter half Anja beim Vorzeichnen des Knotens.

Im März 2010 hat sich Anja den Traum vom Knotengarten schließlich erfüllt: „Ich habe mir ein passendes Muster im Internet herausgesucht. Dann ging es nur noch darum, einen geeigneten Platz im Garten zu finden. Ich habe mich damals für die Mitte unseres Rasens entschieden, denn so ein Knoten muss die volle Aufmerksamkeit auf sich ziehen, um zu wirken.“

Anjas komplette Anleitung für den perfekten Knotengarten finden Sie auf ihrem Blog.

Auch wenn Anjas wichtigster Tipp für den Knotengarten „Einfach Loslegen – und sich hinterher dran freuen!“ lautet, gibt es bei der Bepflanzung einiges zu beachten:

„Ich persönlich würde in Zeiten von Buchsbaumpilz und -zünsler im Moment vielleicht eher nicht auf Buchs zurückgreifen, sondern auf Berberitze oder ähnliches. Andererseits habe ich schon seit einigen Jahren in meinem Garten selber mit dem Buchsbaumpilz zu kämpfen, doch meinen Knotengarten gibt es immer noch – ich bin da aber auch sehr hartnäckig und lasse mich nicht beirren.“

Knotengarten vorzeichnen

Mithilfe von Vogelsand hat Anja den Knoten vorgezeichnet.

Der Knotengarten benötig je nach Jahreszeit eine besondere Pflege: „Mein Knoten sieht nach langen, regenreichen Wintern erstmal im Frühjahr nicht besonders gut aus – es gibt Kahlstellen und braune Blätter. Ab Februar spritze ich regelmäßig mit Siapton, einem biologischen Stärkungsmittel, das durch die Blätter in die Pflanze eindringt und sie von innen heraus stärkt. Dazu mische ich jedes zweite Mal ein Pilzmittel, um dem Pilzbefall vorzubeugen.“

Zusätzlich kalkt Anja ihren Buchsknoten im Frühjahr einmal und versieht ihn mit einem hochwertigen Buchsbaum-Langzeitdünger. „Nach dem Rückschnitt treibt der Knoten kräftig wieder aus – besonders an den angegriffenen Stellen. Und im Juni sieht er wieder so schön aus, wie er sein soll“, so die Bloggerin.

Knotengarten: So sieht er zu Beginn aus

Fertig – Die Zwischenräume hat Anja mit Pinienmulch bedeckt.

Haben Sie Lust auf ihren eigenen Knotengarten bekommen? Dann sehen Sie sich doch auf Anjas Blog „Gartenbuddelei“ vorbei, um noch mehr Tipps und Tricks zu erfahren!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Anja für das Interview und wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihren eigenen Knotengarten!

Bilder: © gartenbuddelei.blogspot.de