Geben wir es doch mal zu: In viele Gärten passt einfach kein Maschendrahtzaun. Holzzäune sehen nicht nur toll aus, sie bieten auch Sichtschutz und fügen sich organisch in die Umgebung ein. Was Sie alles beachten müssen, wenn Sie einen eigenen Holzzaun bauen wollen, erzählt Ihnen Heimwerker Manuel Ohlemeyer!

Richtige Planung ist das A und O

Das Projekt ist beschlossen, ein Holzzaun soll her. Aber womit sollten Sie bei der Planung am besten anfangen? Wir haben Manuel Ohlemeyer, DIY-Profi mit dem eigenen Blog dannwollenwirmal.de gefragt. Holen Sie schon einmal Papier und Stift raus, denn:

„Bei allen meinen Holzprojekten beginne ich mit einer Zeichnung. Dafür sollten Sie sich auch reichlich Zeit nehmen; eine gute, bemaßte und detaillierte Zeichnung kann Ihnen schon im Vorfeld helfen, viele Fehler oder nicht gut durchdachte Dinge zu vermeiden.“

Damit die Zeichnung und der Zaun perfekt werden, gibt es laut Manuel noch einen wichtigen Punkt:

„Wichtig ist natürlich auch, dass Sie sich Gedanken über die Form  und die Holzart machen. Denn Sie sollten den Zaun auch in ein paar Jahren noch anschauen mögen.“

Haben Sie den Zaun auf Papier gebracht und sich für eine Holzart und Form entschieden, geht es an den nächsten wichtigen Punkt: die Baugenehmigung.

Baugenehmigung

Bevor Sie einen Holzzaun im Garten aufstellen, sollten Sie natürlich auf Nummer sicher gehen, dass Sie sich an geltendes Baurecht halten.

Ein Gartenzaun gilt, wie auch Mauer oder Hecke, rechtlich als Einfriedung. Einfriedungen sind nur bis zu einer gewissen Höhe baugenehmigungsfrei, was von Bundesland zu Bundesland variiert. Sie sollten sich also immer bei der zuständigen Baubehörde erkundigen.

Neben diesen unterschiedlichen Regelungen gibt es noch das Gebot der „Ortsüblichkeit“. Das heißt, dass die Einfriedung in ihrer Beschaffenheit das allgemeine Erscheinungsbild nicht zu sehr stören darf.

Detaillierte Informationen zur Rechtslage bei Einfriedungen erhalten Sie hier.

Aufbau – von Holz bis Fundament

Holzzaun mit Akkuschrauber befestigen

Mit gutem Werkzeug macht der Aufbau des eigenen Holzzauns sogar Spaß.

Sobald Sie sich entsprechend informiert haben, können Sie mit dem Bau Ihres Zauns beginnen. Dabei sollten Sie laut Manuel drei Sachen mitbringen: gutes Werkzeug, gutes Material und ausreichend Zeit. Was sie bei allen drei Punkten beachten sollten, erklärt er uns hier:

  1. „Beim Werkzeug sollten Sie nicht sparen. Wenn Sie öfter werkeln, sollten Sie sich zum Beispiel einen guten Akkuschrauber gönnen. Werkzeuge, die man seltener braucht, können Sie sich leihen oder mieten.

  2. Das Holz, Befestigungsteile und Zubehör sollte vom Fachhandel kommen; dieser ist in der Regel nicht teurer und Sie profitieren zudem von guter Beratung und entsprechender Qualitätskontrolle.

  3. Der Faktor Zeit ist nicht zu unterschätzen; lieber einmal mehr messen und lieber genau überlegen. Nicht im Stress bauen, das geht meistens schief.“

Nun kann es losgehen. Wir haben ein paar Tipps, die Sie beim Aufbau vor bösen Überraschungen schützen.

Das richtige Holz

Achten Sie beim Kauf bereits darauf, dass das Holz „kesseldruckimprägniert“ wurde. Das heißt, dass in einem speziellen Verfahren unter Druck Holzschutzmittel ins Material gepresst wurde. Dadurch wird das Holz vor Insekten- und Pilzbefall geschützt. Dank der verhältnismäßig schonenden Bearbeitung ist kesseldruckimprägniertes Holz auch relativ schadstoffarm, da die Behandlung ohne Chrome auskommt.

Verlauf markieren

Als allererstes sollten Sie den Verlauf des Gartenzauns auf Ihrem Grundstück markieren. Dazu bietet es sich besonders an, den Umriss zuallererst mit einer Maurerschnur nachzuziehen. Die Position der Pfosten sollten Sie mit einem Maßband einplanen. Wollen Sie ein Tor in den Zaun einbauen, markieren Sie den Bereich gesondert. Ein weiterer wichtiger Tipp: Holz braucht Platz, um zu „arbeiten“ (sich je nach Temperatur auszudehnen und zusammenzuziehen), diesen sollten Sie einplanen.

Gefälle prüfen

Ein Schritt, der zu schnell vergessen wird – prüfen Sie auf der geplanten Strecke das Gefälle mit einer Wasserwaage. Auch Abweichungen, die Sie mit dem Auge kaum wahrnehmen, können später zu Problemen führen.

Das richtige Fundament

Die Holzpfosten sollten Sie auf keinen Fall direkt in die Erde rammen. Auch wenn das Holz vorbehandelt ist, in der Erde wird es früher oder später verrotten. Besser fahren Sie mit sogenannten Bodenhülsen. Diese halten den Holzzaun vom Boden fern und verankern die Pfosten zuverlässig im Erdreich.

Den Holzzaun streichen

Gartenzaun wird weiß gestrichen

Der Voranstrich von Manuels Holzzaun sieht nicht nur hübsch aus, sondern schützt das Holz auch vor Schäden.

Auch wenn das Holz Ihres Zauns kesseldruckimprägniert ist, ist es nicht gänzlich geschützt.  Denn Wasser, das im Winter ins Holz eindringt und gefriert, UV-Strahlung und Pilze können immer noch Schaden anrichten. Deshalb ist es ratsam, den Zaun auch mit einer Lasur oder Holzschutzfarbe zu versehen.

Generell bietet es sich an, dass Sie den Holzzaun bereits vor dem Aufbau das erste Mal streichen. So gelangt die schützende Farbe nämlich auch an Stellen, die Sie später nicht mehr erreichen. Achten Sie vor dem Streichen darauf, dass das Holz sauber und trocken ist.

Lasur

Holzlasuren bieten sich besonders an, wenn Sie die natürliche Maserung des Holzes beibehalten wollen. Angeboten werden Dünn- und Dickschichtlasuren. Dickschichtlasuren sorgen für eine glatte und glänzende Oberfläche, neigen aber dazu, nach einer Weile abzublättern, wenn das Holz nicht Maß hält.

Geeigneter sind Dünnschichtlasuren. Sie ziehen tief ein, schützen aber weniger vor Wasser und müssen öfter nachgetragen werden.

Farbe

Deckende Holzschutzfarben oder Lacke schützen nicht nur gut, sie können den Zaun auch optisch aufwerten. Achten Sie hier darauf, dass die Farbe auch wirklich als „Holzschutzfarbe“ gekennzeichnet ist. Eine ordentliche Grundierung ist vor dem Streichen Pflicht.

Dabei sollten Sie sich allerdings nicht zu sehr an den Unterschieden aufhängen, denn Manuel gibt zu bedenken:

„Ob man eine Lasur oder eine Wetterschutzfarbe wählt, ist eher Geschmackssache. Die Lasur erhält den natürlichen Charakter des Holzes eher als eine Farbe und kann ohne viel Aufwand nachbehandelt werden. Bei der Wetterschutzfarbe bekommen Sie einen sehr dauerhaften Anstrich, hier ist die Farbauswahl natürlich größer als bei der Lasur.“

weißer Holzzaun mit roten Kästen

Manuels fertiger Holzzaun – jetzt muss er nur noch richtig gepflegt werden.

Die richtige Pflege

Mit dem ersten Anstrich ist es dabei nicht getan. Aber wie oft sollten Sie eigentlich nachstreichen? Es ist schwer, dafür eine Faustregel zu formulieren, da die Schäden am Holz stark von individuellen Witterungsbedingungen abhängen. Im Zweifelsfall

„schauen Sie sich am besten die Stellen an, die besonders der Witterung ausgesetzt sind (Oberseiten der Bretter, Spitzen der Pfosten usw.). Wenn Sie hier Oberflächenschäden feststellen (Risse im Holz, Farbe platzt ab) sollten Sie schleunigst nachstreichen. Hier gilt die Devise: Besser zu früh als zu spät.“

Dabei hat Manuel einen einfachen Tipp parat, mit dem Sie sich von vorneherein so einiges an Kopfzerbrechen sparen können:

„Fast noch wichtiger als der Anstrich ist der konstruktive Holzschutz. Stehendes Wasser und damit Staunässe sollten Sie unbedingt vermeiden. Dies erreichen Sie zum Beispiel durch das Anschrägen von Latten oder durch eine spitze Form oder eine Abdeckung der Zaunpfosten.“

Umfangreichere Informationen zu dem Thema Holzpflege finden Sie übrigens in unseren Artikeln zum Thema Gartenhaus streichen und Naturholz Gartenhäusern.

Suchen sie zum Anstreichen noch Holzfarben, schauen Sie doch einfach bei uns im Shop vorbei.

Und falls ein klassischer Holzzaun doch nichts für Sie sein sollte, haben wir auch Metallzäune und Glastrennwände im Sortiment.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Bau Ihres Holzzauns und bedanken uns bei Manuel für das Interview!

Manuel Ohlemeyer
manuel-ohlemeyerManuel Ohlemeyer betreibt den Blog dannwollenwirmal.de. Dort bringt er regelmäßig spannende, hilfreiche, lustige, fragwürdige, nachdenkliche und packende Themen rund um die Themen DIY und Heimwerken. Eine Gratwanderung zwischen Unterhaltung, Wissen und Wahnsinn.

Bilder: Bild 1: ©iStock/ Wuka / Bild 2: ©iStock / Gajus / Bild 3,4,5: ©Manuel Ohlmeyer