Ein Gartenhaus ermöglicht es Ihnen, inmitten der Natur eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Der Kauf oder Bau sollte wohlüberlegt durchgeführt werden, damit Sie lange Freude an dem Gartenhäuschen haben. Zu all den Gesichtspunkten wie dem Baustil, den Materialien, dem Standort, den Maßen und der Einrichtung gesellt sich noch ein weiterer Faktor, der zunehmend Beachtung findet: der ökologische Aspekt. Wollen Sie sich und der Umwelt etwas Gutes tun, dann setzen Sie auf ökologische Gartenhäuser aus der nachhaltigen Forstwirtschaft. Im Folgenden erklären wir Ihnen, worauf es zu achten gilt und was für Vorteile die Investition mit sich bringt.

Das Gartenhaus aus Holz

Das bevorzugte Material für das Gartenhaus ist Holz, denn es ist so naturnah wie möglich und kann auf nachhaltige Weise in den Alltag integriert werden. Das Naturmaterial Holz ist ein gesunder Baustoff, der weder während der Nutzungsphase noch danach eine Belastung darstellt. Die vielen Vorteile des Holzgartenhauses und die Integration eines umweltfreundlichen Daches haben wir für Sie hier zusammengefasst. Der Artikel führt vor Augen, dass sich ein Gartenhaus aus Holz ökologisch nutzen lässt und eine sinnvolle, sogar lobenswerte Investition in die Zukunft darstellt. Was ist aber dran an den Protesten, man betreibe Raubbau an der Natur, wenn man sich für solche Produkte aus der Holzwirtschaft entscheide? Es lohnt sich, diese andere Seite der Medaille zu betrachten, denn es ist durchaus zu beobachten, dass Hersteller in ihrem rücksichtslosen Profitstreben die Natur belasten. Ein umweltfreundlicher Rohstoff ist das eine, nachhaltiges Wirtschaften das andere. Wollen Sie beide Aspekte verbunden sehen, sollten Sie sich auf Gartenhäuser aus der nachhaltigen Forstwirtschaft verlassen. Woran sind diese zu erkennen?

Nachhaltig hergestellte Gartenhäuser: Richtlinien und Merkmale

Wald

Ein Gartenhaus aus Holz vereint neben seiner Nachhaltigkeit viele weitere Vorteile.

Wie dies beispielsweise bei Bio-Lebensmitteln und Textilien der Fall ist, werden auch ökologische Gartenhäuser gekennzeichnet, um als solche erkennbar zu sein. Sie dürfen sich nur dann ökologisch nennen, wenn das für den Bau verwendete Holz umweltfreundlich ist. Bevorzugt stammt es aus dem regionalen Anbau und stammt von einer Baumart, die in großen Mengen wächst und daher bedenkenlos verarbeitet werden darf. Zu den gern gewählten Gewächsen zählt die Fichte. Es ist verboten, exotische Holzarten zu verwenden, die aus zertifizierten Urwäldern bezogen werden oder gentechnisch verändert wurden. Die teuren, schön aussehenden Tropenhölzer mögen zwar für eine edle Optik und ein Gefühl von Luxus sorgen, doch ihr Bezug bringt diverse Gefahren und Belastungen für die Umwelt mit. Zudem sind sie in der Regel selten oder sogar bedroht. Sie kommen deshalb nicht infrage.

Außerdem vermeidet der Hersteller eines ökologischen Gartenhauses aus der nachhaltigen Forstwirtschaft die folgenden Vorgänge bzw. Praktiken:

  • lange Anfahrten / aufwendige Transporte
  • komplizierte Lagerung
  • Giftstoffe für den Holzschutz oder eine spezielle Behandlung

Es wird darauf geachtet, dass durch den Holzschlag nicht wichtige Lebensräume für Tier und Mensch vernichtet und das ökologische Gleichgewicht des Biotops bedroht werden. Nicht nur das Holz selbst trägt dazu bei, dass ein Gartenhaus ökologisch ist. Auch die übrigen Materialien und die Verarbeitung müssen unbedenklich für die Umwelt sein. Es kommen also Lasuren, Leime und Farben zum Einsatz, die auf natürlicher Basis gewonnen werden und keine umweltschädlichen Chemikalien beinhalten. Zertifikate bescheinigen, dass ein ökologisches Gartenhaus aus nachhaltiger Forstwirtschaft mit all jenen Vorschriften konform ist.

FSC®-Zertifizierung: das Zertifikat für ökologische, nachhaltige Forstwirtschaft

Nachhaltigkeit

Ein vertrauenswürdiges Zertifikat für Nachhaltigkeit: das FSC Zertifikat.

Hinter der Abkürzung FSC steht der englische Begriff Forest Stewardship Council. Es handelt sich hierbei um eine Non-Profit-Organisation, die im Jahre 1993 in Deutschland – genauer gesagt, in Bonn – auf die Beine gestellt wurde. Damit wurde weltweit zum ersten Mal ein System für die Zertifizierung der nachhaltigen Forstwirtschaft ins Leben gerufen. Unter dem Motto der Gewährleistung nachhaltiger Forstwirtschaft agiert das Council im internationalen Raum und sichert die ökologische, umweltfreundliche Waldnutzung. Das FSC hat zur Kontrolle einen einheitlichen, länderübergreifenden Standard entwickelt, der zehn Kriterien und Prinzipien umfasst. Nur, wenn all jene Punkte auf nationaler Ebene berücksichtigt werden, erhält ein Betrieb das begehrte FSC®-Zertifikat.

Circa 500.000 Hektar Wald in Deutschland – das entspricht rund 5 % der gesamten Waldfläche in der Bundesrepublik – waren 2013 zertifiziert. Das Holz für ökologische Gartenhäuser stammt aus einem solchen Gebiet, und der komplette Herstellungsprozess entspricht den zehn Kriterien für die Zertifizierung von Forstbetrieben. Die Gesichtspunkte setzen sich u. a. mit dem Respektieren von Rechten indigener Völker, dem Gewährleisten von Biodiversität, der Realisierung eines Bewirtschaftungsplans und mit ökonomischer Effizienz auseinander. Das FSC®-Siegel wird vergeben, nachdem die Einhaltung der Standards einmal im Jahr durch unabhängige Zertifizierer überprüft wurde.

Unabhängig hiervon werden ökologische Gartenhäuser und Produkte der nachhaltigen Forstwirtschaft auch mit dem PEFC-Siegel versehen. Dieses Zertifikat vom Programme for the Endorsement of Forest Certification Scheme steht ebenso für eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung. Wie beim Forest Stewardship Council berücksichtigt die global anerkannte Organisation bei ihrer Zertifizierung soziale und ökonomische Kriterien genauso wie den ökologischen Hauptaspekt. Zusätzlich existiert die unabhängige RAL Gütegemeinschaft für den Holzhandel, die ein Nachhaltigkeits-Zertifikat verleiht und die Arbeitsprozesse überprüft.

Umweltbewusstes Bauen im Garten

Wenn Sie auf ein ökologisches Gartenhaus mit FSC®-Zertifizierung setzen, dann ist es wichtig, dass auch das „Drumherum“ stimmt. Es macht Sinn, bei der Inneneinrichtung und den Möbeln im Gartenhaus ebenfalls auf Nachhaltigkeit zu setzen. Das betrifft z.B. Dämmstoffe und Bodenbeläge, die aus natürlichen Materialien gefertigt sein sollten. Sowohl die Wände als auch die Fenster und Türen sind so zu isolieren und dämmen, dass Sie im Inneren gegen Kälte und Nässe geschützt sind und dass keine wertvolle Energie verlorengeht. Natürliche Dämmmaterialien wie Holzwolle, Mineralwolle und Hanffasern eignen sich. So wird das Gartenhaus auf ökologische Weise winterfest. Entscheiden Sie sich für Farben und Klebstoffe ohne Chemikalien, die auf Pflanzenbasis gewonnen werden. Nutzen Sie bei der Energieversorgung Sonnenenergie und bereiten Sie Regenwasser auf. Damit unterstreichen Sie die Umweltfreundlichkeit Ihres Gartenhauses. Für Wärme im Winter empfiehlt sich eine Pelletheizung für das Gartenhaus.

Fazit: Gartenhäuser mit FSC®-Zertifizierung und ihre Qualitätsmerkmale

FSC®-zertifizierte Gartenhäuser – in den meisten Fällen aus nordischer Fichte erbaut – bringen Vorteile für die Umwelt und für Sie mit. Sie unterstützen das grüne Bauen und sichern die Zukunft von Mensch und Natur. Der Kostenmehraufwand ist eher gering, und für den Aufpreis können Sie sich sicher sein, dass Sie die nachhaltige Forstwirtschaft unterstützen. An Form- und Farbauswahl, an Baustilen und Größen mangelt es nicht, sodass sich für jeden Garten, jeden Geschmack und jeden Verwendungszweck etwas Passendes findet.

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