Haben Sie schon mal über einen eignen Erdkeller nachgedacht? Wenn Sie in Erwägung ziehen, tatsächlich einen eigenen Vorratsspeicher in Ihrem Garten zu bauen, sollten Sinn und Zweck des Vorhabens geklärt sein. Warum möchte oder brauche ich einen Keller? Wie groß muss er dafür mindestens sein? Wieviel Geld möchte ich investieren? Brauche ich eine Baugenehmigung? All das sollte bereits bei der Planung des Erdkellers berücksichtigt werden. Egal, ob Sie ihr Gartenhaus unterkellern möchten oder einen zusätzlichen unterirdischen Raum in Ihrem Garten schaffen wollen – wir haben ein paar Erdkeller-Modelle herausgesucht, die sich als kleiner und großer Vorratsspeicher, Weinkeller oder Bierkühler vielleicht auch für Sie eignen.

Das spricht für einen Erdkeller:

  • Finanzen: Die Lagerung der eigenen Ernte kann helfen viel Geld zu sparen. Auch der Vorratskauf lokaler Produkte zur Erntezeit kann eine gut Idee sein, um saisonale Nahrungsmittel wie Kartoffeln, Wurzelgemüse oder Früchte jederzeit essen zu können.
  • Umwelt: Mit einem Erdkeller schaffen Sie sich eine umweltfreundliche Lager-Option ohne zusätzlichen Energieverbrauch.
  • Optik: Ein Garten kann auf Grund eines Erdkellers optisch ansprechender wirken. Durch einen aufgeschütteten Hügel mit kleiner Tür wird neben der Lagerungsmöglichkeit zusätzliche Anbaufläche für Blumen und Kräuter geschaffen, die sich auch wunderbar zum Spielen eignet.
Erdkeller auf Hügel

Ein Erdkeller kann den Garten optisch ansprechener gestalten.

Ringe aus Beton

Erdkeller, die aus vorgefertigten Betonteilen, wie beispielsweise aus Betonringen, gebaut werden, sollten auf der Grundlage eines Kiesbettes angelegt werden. Das Kiesbett sollte zur Eingangstür ein leichtes Gefälle vorweisen. Zuerst wird hierfür eine Grube ausgehoben, die mindestens ein Drittel so tief sein sollte wie der Durchmesser der Betonringe. Die Länge richtet sich nach der Anzahl der hintereinander gesetzten Betonringe des zukünftigen Erdkellers. Der hintere Teil des Kellers sollte mit einem Betonelement abgedeckt werden, das im Baumarkt erhältlich ist. Dort wo die Eingangstür eingepasst werden soll, wird mit einem Holzrahmen oder einem Mauerwerk die Öffnung verschlossen. Die ausgehobene Erde aus der Grube wird nun über den Betonzylinder gelegt, bis dieser ganz bedeckt ist. Dann kann der so entstandene Hügel nach Belieben bepflanzt werden. Jetzt kann der Keller eingerichtet werden und Obst, Wein und Gemüse praktisch eingelagert werden (Quelle).

Erdkeller aus Betonringen

Wer etwas mehr investieren möchte und wenig Zeit hat, kann beim Fachhändler auch fertige Betonraumzellen bestellen und aufstellen lassen. Diese fertigen Betonzellen funktionieren vom Prinzip wie der selbstgebaute Erdkeller aus Betonringen.

Alles im Eimer!

Die wohl einfachste und am leichtesten umzusetzende Form eines Mini-Erdkellers, ist die mit Hilfe eines Eimers, eines alten Dampfentsafters oder eines alten großen Topfes. Mit einer Schaufel, einer Bohrmaschine und dem Topf bewaffnet, kann dann im Hand umdrehen ein kleiner Lagerraum für Gemüse geschaffen werden. Hierfür werden unterhalb vom Rand des Eimers in etwa zehn Zentimeterabständen kleine Löcher gebohrt, damit die Belüftung stimmt. Um dem Kondenswasser ein wenig Einhalt zu gebieten, kann ein Blumenuntersetzer mit Löchern verkehrt herum in den Eimer gelegt werden (Quelle).

Erdkeller aus einem Topf

Der Topfdeckel sollte anständig schließen, damit kein Regen hineinlaufen kann. Im Winter sollte der Topf wegen Frost und Eis mit Stroh oder Bambusmatten abgedeckt werden, damit das Gemüse frisch bleibt.

Auch wird in Foren rund um den eigenen Erdkeller im Garten häufig von vergrabenen alten Kühlschränken, Waschmaschinentrommeln und Regentonnen berichtet, die ihren Zweck als kleinen Lagerraum ebenfalls erfüllen können. Wie der Erdkeller aus einer rostfreien Waschmaschinen- oder Trocknertrommel aussehen kann, sehen Sie hier. Sollte ihr „Lagerraum“ keinen eigenen Boden haben, ist es hierbei wichtig, diesen mit Betonplatten oder Maschendraht zu schaffen, da sich sonst vielleicht Wühlmäuse und andere Gartenbewohner über Ihre Vorräte freuen. Auch vor Regen und Feuchtigkeit sollte der kleine Keller geschützt werden.

Ein ordentlicher Unterbau

Für die Unterkellerung des eigenen Gartenhauses ist meist etwas mehr Aufwand nötig. Gut geeignet sind dabei Gartenhäuser mit einem Holzboden wie unser Schwedenhaus, da sich so leichter eine Luke in den Fußboden integrieren lässt und das Holz als zusätzliche luftige Dämmung für den Keller dienen kann. Ob für die Unterkellerung eine Baugenehmigung erforderlich ist, sollten Sie beim zuständigen Gemeindeamt abklären lassen. Die Baugenehmigungspflicht kann, wie auch für den Bau eines Gartenhauses, von Bundesland zu Bundesland variieren. Die Unterkellerung sollte möglichst vor dem Bau des Gartenhauses erfolgen. Wenn Sie Ihr Gartenhaus selber bauen, können Sie vor der Legung des Gartenhaus-Fundaments Ihr Häuschen je nach Bodenbeschaffenheit unterkellern. Wenn bereits ein Häuschen steht, sollten Sie lieber die Möglichkeit eines neuen Erdkellers auf dem Grundstück in Betracht ziehen. Der Keller unter dem Gartenhaus kann, laut Empfehlung von Hobby-Gärtnern und Hobby –Erdkellerbauern, sehr gut auf einem Sand oder Kiesbett liegen, auf welchem dann Gehwegplatten aus dem Baumarkt aufgelegt werden können und so den Boden des Kellers bilden. Die Seitenwände können aus Kalksandstein bestehen, die helfen das Raumklima zu regulieren und nach oben hin kann der Keller durch Holzschichten und Dämmmaterial abgedichtet werden. Der Einstieg kann bequem durch eine Klappluke im Fußboden erfolgen (Quelle).

Erdkeller unter dem Gartenhaus

Glasfasern machen’s möglich

Auch die Möglichkeit eines Erdkellerbaus mit einem glasfaserverstärkten Polyesterrahmen besteht. Da dieser langlebige Verbundwerkstoff sehr stark und oftmals auch sehr leicht ist, ist er einfach zu handhaben und im Vergleich zu einem Transport von einem Beton- oder Steinkellerraum günstiger. Er kann in einen Stahltank, der ebenfalls als Erdkeller dienen kann integriert werden. Oder er wird als fertiges Modul mit doppelt isolierten Türen, eingebauten Wänden und sechs Regalen fertig geliefert. Den Keller vor Ort zu nutzen, geht dann vergleichsweise sehr einfach. Ein Tiefbauunternehmen kann hierbei Bedarf den Erdaushub, die Platzierung mit drainierter Unterlage sowie Auffüllung und Gestaltung übernehmen. Natürlich kann der Erdkeller auch bei Lieferung im quasi fertigen Zustand in Eigenleistung platziert und gestaltet werden. (Quelle).

Alter Erdkeller

Einen Erdkeller selber planen:

Wer einen Erdkeller selber planen und bauen möchte, sollte vier Dinge unbedingt berücksichtigen:

  • Lage
  • Belüftung
  • Ausgestaltung
  • Größe

Lage und Tiefe

Am besten eignet sich eine Lage an einem Nordhang oder eine schattige Nordlage für einen Erdkeller. Die Höhe des Kellers und die des Grundwasserspiegels betreffend, sollte über der höchsten Gewölbestelle ein dreiviertel Meter Erde liegen. Die Tiefe des Erdkellers muss in jedem Fall noch über dem Grundwasserspiegel liegen. Sie sollten bei der Planung auch unbedingt steigendes Grundwasser mit einkalkulieren.

Größe und Lagerung

Die Größe des Kellers ist davon abhängig, für welche Art Sie sich entscheiden und ob Sie Ihren Keller gänzlich selber bauen oder fertige Raumzellen kaufen. Für die Lagerung verschiedener Gemüsesorten mit unterschiedlichen Erntezeiten, sollten Sie sich überlegen, Zwischenmauern in Ihren Erdkeller einzuziehen, da es sich empfiehlt, beispielsweise Kartoffeln nicht mit anderem Gemüse gemeinsam zu lagern. Ebenso sollte frisches Obst von bereits länger eingelagertem Gemüse und Früchten getrennt aufbewahrt werden. Auch die Aufbewahrung in Kunststoffkisten kann hilfreich für eine Trennung von Frischem und Altem sein.

Für die Lagerung speziell von Äpfeln rät die Ortsgruppe Lemgo des BUND, diese getrennt von Gemüse zu lagern. „Äpfel müssen frostfrei gelagert werden. Eine Temperatur zwischen 2o und 6o Grad sollte es sein. Ein Natursteinkeller wäre da wohl ideal, da viele unserer heutigen Keller viel zu warm sind. Eine Alternative ist da schon eher der Vorraum eines Kellerfensters. Die Äpfel werden mit Stil eingelagert und mit dem Blütenkelch nach oben gelegt“, meint der Pressesprecher der Lemgoer-BUND-Gruppe Willi Hennebrüder. Auch sollten die Äpfel keinerlei Druck- oder Faulstellen, Bohrlöcher und Fraßstellen aufweisen und nicht übereinander gestapelt werden. Für Äpfel, die bei sonnigem Wetter gepflückt werden, empfiehlt es sich, diese erst abkühlen zu lassen. „In den ersten 2 Monaten sollte man die Äpfel einmal pro Woche kontrollieren und angefaulte Äpfel aussortieren. Ideal für die Lagerung sind einlagige Regale“, so Hennebrüder. Hierfür hat die BUND-Gruppe sogenannte Apfelstiegen entwickelt und empfiehlt für weitere Informationen rund um die Apfellagerung ihre Internetseite bund-lemgo.de.

Planung

Das A und O bei jedem Erdkeller der Marke Eigenbau ist die Planung. Was hier nicht genauestens geklärt ist, lässt sich hinterher meist nur schwer wieder beheben. Die Baugrube sollte entsprechend dem Plan ausgehoben werden und das Fundament aus Stein- und Kiesschichten sowie Sandschichten errichtet werden. Zur Isolierung kann Isolierplane, Vlies oder anderes dämmendes Material verwendet werden, welches dann betoniert oder mit Steinen belegt werden kann. Gemauerte Seitenwände sind zu empfehlen, ebenso wie eine gemauerte Rückwand und ein gemauerter Eingangsbereich. Keinesfalls sollte versäumt werden, für eine geeignete Belüftung zu sorgen (Quelle).

Belüftung

Jeder Erdkeller, der als Lagerraum benutzt wird, braucht eine anständige Belüftung. Daher sollte unbedingt Platz für ein Lüftungsrohr eingeplant werden, um Kondensation zu vermeiden und die Haltbarkeit des Gelagerten zu wahren. Frischluft-Ventile in der Tür oder dem Innenraum können ebenfalls dazu beitragen. Bei betonierten Räumen sollte die Lüftung durch ein Rohr und zudem Belüftung durch die Tür erfolgen.

 

Ein Erdkeller lohnt sich

Durch die konstante Temperaturspanne im Erdkeller (je nach Bau zwischen 2 bis 8 Grad Celsius) eignet sich dieser besonders gut zur Lagerung von Gemüse, Obst und Wein. Da die meisten herkömmlichen Wohnhaus-Keller zusätzlich als Hobby-, Fitness- oder Partyräume genutzt werden, sind diese für Lagerzwecke oftmals zu warm. Aber auch ohne einen eigenen Erdkeller gibt es eine schöne Alternative für das Einlagern der eigenen Ernte, die vielleicht schon in Ihrem Garten steht: Ihr Gartenhaus! Aber Vorsicht – nur im Winter geeignet! Denn auch in Ihrem unbeheizten Gartenhäuschen klettert das Thermometer in den kalten Monaten nicht über die acht Grad hinaus und dieser Bereich eignet sich prima für die Lebensmittel-Lagerung. Falls Sie also nun Ihr Gartenhaus als Vorratskammer nutzen möchten, gilt ähnliches wie bei jeder Art von Lagerung: Da auch Tiere sehr an Ihrem Vorrat interessiert sind und durch die Nahrungsknappheit von Mutter Natur gerade im Winter einen großen Hunger haben, sollten Sie ihre Lebensmittel sicher verpacken und aufbewahren. Zudem sinkt durch eine gute Belüftung des Gartenhauses die Gefahr des Schimmelbefalls und die getrennte Aufbewahrung von Obst und Gemüse verlängert die Haltbarkeit ihrer eingelagerten Lebensmittel. Ob Sie sich nun für einen Erdkeller oder die Aufbewahrung in Ihrem Gartenhaus entscheiden: Ein zusätzlicher Lagerraum lohnt sich so gut wie immer!

 

Titelbild: Keller: ©iStock.com/TomasSereda; Apfel: ©iStock.com/lucentius; Kartoffeln: ©iStock.com/CristiNistor; Dosen: ©iStock.com/pkruger; Nüsse: ©iStock.com/R_T_S; Einmachgläser: ©iStock.com/Radist
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