Über das Thema Düngen entfachen zwischen Gartenbesitzern immer wieder hitzige Diskussionen. Die einen schwören auf chemischen Mineraldünger aus dem Handel, die anderen verfechten ausschließlich natürliche Düngemittel. Aus ökologischen Gesichtspunkten bietet ein biologischer Dünger viele Vorteile für den Boden und die Pflanzen. Daher ist es immer gut, mit alternativen Düngemitteln zu arbeiten. Wir zeigen Ihnen, welche natürlichen Dünger es gibt, wie Sie sie ganz einfach selbst herstellen und welche Hausmittel das Wachstum Ihrer Pflanzen beschleunigen.

Formen der Düngung

Kompostieren: natürlichen Dünger selbst herstellen

Kompost

Küchenreste können problemlos kompostiert werden

Wer seinen Garten pflegt und liebt, der sollte zu natürlichem Dünger greifen. Natürliche, meistens organische Dünger, bestehen aus pflanzlichen Abfällen, die kompostiert werden. Auf einem Komposthaufen können Sie alle Abfälle, die in Haus und Garten anfallen, sammeln. Dazu gehören zum Beispiel Laub, Stroh, Pflanzen- und Rasenschnitte genauso wie Reste von Salat, Gemüse, Obst, Eierschalen, Kaffeesatz, Zwiebelschalen und alte Blumenerde. Selbst tierische Produkte wie Blut, Knochen und Fischmehl können ohne Bedenken auf den Kompost wandern.

Wenn Sie all diese Abfälle regelmäßig auf einen Haufen zusammentragen, entsteht mit der Zeit ein wertvoller organischer Dünger. Dadurch, dass die Nährstoffe in dem selbst hergestellten Dünger nicht so konzentriert vorliegen wie in einem gekauften, chemisch hergestellten Mineraldünger, brauchen Sie etwas Geduld, bis das Düngen den gewünschten Erfolg erzielt. Für die Pflanzen und Ihren Boden sind alternative Dünger aber die weitaus schonendere Variante.

Komposthaufen

Ein Komposthaufen sollte in jedem Garten zu finden sein

Wer also einen eigenen Garten, aber noch keinen Kompost besitzt, sollte sich spätestens jetzt eine Ecke auf dem Grundstück dafür suchen. Am besten wählen Sie ein schattiges Plätzchen, auf dem der Kompost direkt auf dem Boden stehen kann und von allen Seiten ausreichend belüftet wird. So kommen Regenwürmer ungehindert hinein und sorgen für eine schnelle Kompostierung. Besonders förderlich für die Kompostierung sind auch Garten- und Komposterde, Kalk und Kompostbeschleuniger. Rasenschnitt sollte nur dünn und getrocknet auf den Komposthaufen gestreut werden. Alle zwei bis drei Monate sollten Sie den Kompost umschichten, durchsieben und die groben Stücke heraussammeln. So entsteht ein natürlicher Dünger, den man generell für alle Blumen, Pflanzen und Gemüsearten verwenden kann.

Den fertigen natürlichen Dünger können Sie in einer Schicht von zirka zwei bis fünf Zentimetern auf die Beete oder Töpfe geben und leicht einharken.

Fruchtbarer Boden durch Gründüngung

Gemüsegarten

Gründüngung eignet sich besonders im Gemüsegarten

Bei der Form der Gründüngung werden im Herbst Pflanzen angebaut und über den Winter im Beet gelassen. Diese Methode stammt ursprünglich aus dem Ackerbau und sorgt dafür, dass der Boden durch die Wurzeln der Pflanzen aufgelockert und seine Substanz verbessert wird: Die verdorrten Pflanzenreste auf den Beeten wirken über die Herbst- und Wintermonate wie Mulch und verbessern das Bodenklima, die Durchlüftung und die organische Substanz des Bodens durch den steigenden Humusanteil.

Die Gründüngung bietet sich besonders im Gemüsegarten als Alternative zu chemischen Düngemitteln an. Ringelblumen oder Tagetes sind hierzu besonders beliebte Formen der Gründüngung, die man entweder in die für die Einsaat abgeernteten Flächen oder die Zwischenräume der Gemüsereihen pflanzt und über Herbst und Winter stehen lässt.

In diesem Video können Sie sich genau ansehen, wie eine Gründüngung in den Boden eingesät wird und über die Herbst- und Wintermonate als natürlicher Dünger wirkt.

Sind Sie dabei, einen Garten komplett neu anzulegen, kann sich eine Gründüngung auch vor dem Bepflanzen schon lohnen. Auf Neubaugrundstücken ist der Erdboden durch die Baumaschinen stark verdichtet. Eine Reihe verschiedener Gründüngungs-Bepflanzungen lockert den Boden wieder auf und lässt ihre Pflanzen von Anfang an besser gedeihen. Es empfehlen sich dazu zum Beispiel Gelbe Lupinen, Gelbsenf, Winterraps oder Bienenfreund.

Jede Pflanze, die für die Gründüngung geeignet ist, hat spezielle Eigenschaften, die bei der Auswahl berücksichtigt werden sollten.

  • Bei einer Düngung mit Schmetterlingsblütlern wie Lupinen oder Inkarnat-Klee verstärkt Algenkalk oder Steinmehl die Wirkung im Boden. Zudem sollte man diese Pflanzenarten nicht dort einpflanzen, wo vorher Erbsen oder Bohnen ausgesät waren. Da sie zur gleichen Pflanzenfamilie gehören, besteht die Gefahr der sogenannten Bodenmüdigkeit.
  • Für stark verdichteten Boden eignen sich besonders Pflanzen mit tief dringenden Wurzeln. Dazu gehören unter anderem die Ackerbohne, der Ölrettich, die Puffbohne, Sonnenblumen, Winterraps oder auch der Steinklee. Eine ausführliche Auflistung aller Gewächse für eine Gründüngung finden Sie hier.

Natürliches Wunder-Düngemittel: Terra Preta

Terra Preta ist eigentlich vielmehr eine Bodenart statt ein Dünger im herkömmlichen Sinne. Die Erde soll aber so fruchtbar sein, dass zusätzliches Düngen vollkommen überflüssig wird. Entdeckt wurde die Terra Preta ursprünglich in Brasilien und wird dort von den Indios selbst hergestellt. Das Besondere an der Erde ist, dass sie Nährstoffe aufgrund ihres extrem hohen Humusgehalts über einen sehr langen Zeitraum speichern kann. Und genau das macht sie so fruchtbar.

Terra Preta

Terra Preta soll zusätzliches Düngen überflüssig machen

Mit den richtigen Zutaten und in kleineren Mengen können Sie diese fruchtbare Erde zu Hause selbst herstellen. Dafür werden Garten- und Küchenabfälle klein geschnitten und mit etwa 10 Prozent hochwertiger Holzkohle vermischt. Zusätzlich gibt man Steinmehl für den Mineralgehalt sowie Mikroorganismen hinzu. Mikroorganismen kann man im Fachhandel kaufen und sorgen dafür, dass der Vorgang der Fermentierung beschleunigt wird. Die Mischung muss in einem luftdicht verschließbaren Eimer zusammengemischt werden und mindestens zwei Wochen ruhen. Die Temperatur darf dabei nie unter 15 Grad sinken. Nach der Ruhezeit können Sie die Mischung auf dem Gartenboden verteilen und mit herkömmlicher Erde bedecken. Zusätzlich sollten Sie die Fläche mit einer Plane vor Regen schützen. Darunter sorgen Regenwürmer und die Mikroorganismen dafür, dass das Gemisch weiter arbeitet. Nach zirka sechs Monaten ist aus dem Gemisch natürliche Terra Preta entstanden.

Tipp: Durch den Kohlegehalt in der Erde ist sie sehr salzhaltig und weist einen hohen pH-Wert auf. Deswegen ist die Terra Preta für salzempfindliche Kulturen wie Kräuter, Bohnen und Erbsen eher weniger geeignet.

Düngen mit Hausmittelchen: Tricks von der Großmutter

Neben den oben genannten alternativen Düngemethoden gibt es auch Hausmittel, die sich hervorragend zum Düngen von Pflanzen eignen. Wir haben eine kleine Auswahl an Hausmitteln zur Düngung zusammengestellt:

  • Kaffeesatz
Kaffeesatz als Dünger

Kaffeesatz ist ein exzellenter Rosendünger

Durch den hohen Stickstoffgehalt ist Kaffeesatz der ideale Dünger für Rosen, Geranien und Rhododendron. Er versorgt die Wurzeln mit zusätzlichem Phosphor und Kalium und regt den Stoffwechsel, das Wachstum und die Samenbildung der Pflanzen an. Wichtig ist, dass man den Kaffeesatz gut in die Erde einharkt, da der feuchte Kaffeesatz sonst schnell anfängt zu schimmeln.

Tipp: Auch auf dem Komposthaufen wirkt Kaffeesatz effektiv. Er lockt Regenwürmer an, die für eine schnelle Kompostierung sorgen.

  • Bananenschalen

Bananenschalen liefern viele Mineralien und Spurenelemente und fördern besonders bei Rosen die Bildung von neuen Blättern und Blüten. Klein geschnitten können die Bananenschalen einfach unter die Erde geharkt werden. Um auszuschließen, dass schädliche Stoffe mit in die Erde gelangen, sollten Sie zum Düngen ausschließlich die Schalen von Bio-Bananen verwenden.

  • Bier

Abgestandenes Bier kann als nährstoffreiches Gießwasser für Ihre Garten- und Zimmerpflanzen genutzt werden.

Tipp: Bier ist auch ein ideales Hausmittel für die Bekämpfung von Schädlingen wie Schnecken. Einfach ein Glas Bier in den Garten stellen und abwarten. Die Schnecken werden von dem Bier angelockt und ertrinken in der Flüssigkeit.

  • Koch- und Mineralwasser

Auch mit Wasser, in dem Sie Kartoffeln, Eier oder Gemüse gekocht haben, können Sie Ihre Pflanzen gießen und natürlich düngen. Während des Kochens geben die Kartoffeln, das Gemüse und die Eier Mineralstoffe an das Wasser ab, die auch das Pflanzenwachstum fördern. Wichtig ist aber, dass das Kochwasser nicht gesalzen wurde.

Auch abgestandenes Mineralwasser mit nur noch wenig oder gar keiner Kohlensäure ist gut für die Pflanzen. Das Wasser ist reich an Mineralstoffen und die Kohlensäure löst den Kalk im Boden.

  • Eierschalen

Nicht nur das Wasser zum Eierkochen, sondern auch die Eierschalen eignen sich als Dünger. Eierschalen können Sie einfach mit unter die Erde mischen, die die darin noch enthaltenen Mineralien an die Erde abgeben.

  • Magermilch für den Gemüsegarten
    Tomatenpflanze

    Tomaten freuen sich über Gießwasser mit Magermilch

Wenn Sie Ihrem Gießwasser ein wenig Magermilch beimischen, nehmen die Pflanzen über die Wurzeln die Aminosäuren der Milch auf und fördern so das Pflanzenwachstum. Besonders Tomaten bringt das nährstoffreiche Wasser zum Sprießen. Zusätzlich ist die Mischung ein guter Schutz gegen schädliche Pilze auf Ihren Tomatenpflanzen; bei Rosen und Staudengewächsen können die Aminosäuren sogar Mehltau-Befall vorbeugen. Das richtige Mischverhältnis ist dabei 1:8 (1 Liter Milch auf 8 Liter Wasser).

 

  • Holzasche

Eine Mischung aus Blumenerde mit Holzasche aus Ihrem Kamin eignet sich wegen der extra Portion Kalium sehr gut als natürlicher Dünger. Zusätzlich wirkt die Holzasche pilz- und fäulnishemmend. Da sie stark alkalisch ist, sollte man damit keine Pflanzen düngen, die einen niedrigen pH-Wert gewöhnt sind, wie zum Beispiel Lavendel oder Kamille. Achten Sie darauf, dass die Asche keine künstlichen Bestandteile wie Leim, Plastikpartikel oder Farbe enthält. Asche aus Pressspanholz ist als Dünger gänzlich ungeeignet.

  • Jauche

Jauche versprüht zwar einen sehr unangenehmen Geruch, ist für Ihre Pflanzen aber eine wertvolle Nähr- und Gerbstoffquelle. Sie können Jauche beispielsweise aus Brennnesseln, Beinwell oder Schachtelhalm herstellen. Letzteres ist zusätzlich ein wirkungsvoller Schutz gegen Pilzkrankheiten. Für die Zubereitung lässt man die ausgewählte Pflanze über einige Stunden in kaltem Wasser gären. Dabei wird wichtige Energie freigesetzt, die für die Zellerhaltung, das Wachstum und die Fortpflanzung der Pflanzen wichtig ist. Nach der Gärzeit können Sie das Wasser direkt zum Gießen verwenden.

  • Tee aus Zwiebelschalen
    Gartenarbeit

    Regelmäßiges Gießen ist ein Muss

Ein Tee aus Zwiebelschalen ist schnell gemacht und ein guter Dünger für Ihren Gemüsegarten. Lassen Sie den Tee nach der Zubereitung gut abkühlen und sieben Sie ihn durch, bevor Sie ihn zum Gießen verwenden. Wenn man den unteren Teil der Tomatenpflanzen mit dem Tee einsprüht, bietet er einen effektiven Schutz gegen Pilzkrankheiten.

Weitere natürliche Düngemittel sind unter anderem:

  • Senf
  • Gips
  • Schwarzer Tee/Teesatz
  • Schafwolle
  • Tabak oder Zigarettenasche
  • Salz
  • Tannennadeln
  • Stroh
  • Hefe

 

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