Ein Brunnen im Garten macht Sie unabhängig vom Wasserversorgungswerk. Doch muss ein Brunnen im Garten genehmigt werden? Wo und wie wird am besten nach Grundwasser gebohrt? Und was kostet es, einen Brunnen anzulegen? Diese und weitere Fragen beantwortet wir Ihnen in diesem Artikel.

Lohnt sich ein Brunnen im Garten?

Wasser in Trinkwasserqualität wie es bei uns flächendeckend aus dem Wasserhahn kommt, ist ein teures Gut: Ein Kubikmeter Wasser kostete 2012 durchschnittlich 1,94 Euro in der Bundesrepublik Deutschland, 1,76 Euro in Österreich und 1,62 Schweizer Franken in der Schweiz. Wer angesichts solcher Wasserpreise mit dem Gedanken spielt, in Sachen Wasser zum Eigenversorger zu werden, sollte bedenken: Das Wasser, das ein Brunnen im Garten liefert, darf in der Regel nicht ohne weiteres als Trinkwasser verwendet werden.

Das Brunnenwasser kann als

  • Waschwasser für die Spül- und/oder Waschmaschine,
  • als WC-Spülwasser und
  • als Gartenwasser (Gießwasser) zum Bewässern der Pflanzen

zum Einsatz kommen.

Steinbrunnen mit Eimer

Ob klein oder groß: Brunnen können ganz unterschiedliche Formen haben.

Die Antwort auf die Frage, ob sich das Anlegen eines Brunnens im Garten lohnt oder nicht, ist abhängig davon, wie viel Wasser Sie im Garten brauchen und wofür. In die Kalkulation müssen Sie Ihren Wasserverbrauch, die daraus resultierenden Kosten in Abhängigkeit vom lokalen Wasserpreis, die zu erwartende Lebensdauer Ihres Gartenbrunnens sowie die Kosten für dessen Bau (Baukosten sind einmalige Kosten) und Betrieb (Betriebskosten sind laufende Kosten) einbeziehen. Ergibt sich unterm Strich eine Ersparnis, spricht das Ergebnis für das Anlegen eines eigenen Gartenbrunnens.

Die Bundesfachgruppe Brunnenbau sagt, dass sich das Brunnen anlegen im Garten lohne, wenn sich der Brunnen binnen fünf Jahren amortisiere. Daher solle man die erwartete Kostenersparnis mal fünf nehmen und den Brunnenbaukosten gegenüberstellen. Der Brunnen im Garten lohne sich dann, wenn die Ersparnis der größere der beiden Posten sei.

Darüber hinaus gibt’s von den Brunnenbauexperten folgende Faustregel: Das Anlegen eines Brunnens in einem durchschnittlich großen Eigenheimgarten lohne sich nur, wenn der Grundwasserspiegel dort höchstens sechs Meter unter der Geländeoberfläche liege. Sei das Grundstück dagegen sehr groß, dürfe er auch tiefer liegen. Über den Stand des Grundwasserspiegels in Ihrem Garten können Sie sich bei der zuständigen Wasserbehörde, dem Wasserversorger oder bei einem ortsansässigen Brunnenbauer informieren. In der Regel sind die Kennwerte auch online veröffentlicht.

Muss ein Brunnen im Garten genehmigt werden?

Wer einen Brunnen anlegen möchte, um Grundwasser zu schöpfen, muss das Vorhaben in Deutschland auf jeden Fall anmelden. Brunnen unterliegen der Genehmigungspflicht. Deutsche Kommunen erteilen die Genehmigung zum Brunnenbau: Jeder Grundwasserbrunnen muss demnach bei der zuständigen lokalen Behörde, meist die untere Wasserbehörde, gemeldet werden. Andernfalls drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro! Ein nicht angemeldeter Gartenbrunnen zur Bewässerung (nicht zur Trinkwasserversorgung) gilt als Ordnungswidrigkeit.

Während die Anmeldung eines einfachen Schlag- oder Rammbrunnens (siehe Brunnentypen weiter unten) vielerorts gebührenfrei ist, müssen Sie mancherorts mit Bearbeitungsgebühren für die Betriebserlaubnis rechnen. Wichtig: Die Meldepflicht betrifft neue Brunnen ebenso wie die Wiederinbetriebnahme bestehender Altbrunnen und bauliche Veränderungen, die Sie am Bestandsbrunnen planen beziehungsweise bereits vorgenommen haben. Beim Anmelden werden Sie in der Regel danach gefragt, wo das Brunnenwasser herkommt, welchen Brunnentyp Sie betreiben und ob Sie Brunnenwasser an Dritte abgeben. Außerdem müssen Sie Wartungsintervalle benennen, erklären, wofür Sie das Wasser nutzen und wie Sie die Wasserableitung gestalten.

In Österreich braucht der Grundeigentümer zum Benutzen von Grundwasser keine wasserrechtliche Bewilligung, wenn die Entnahme auf eigenem Grund für den eigenen notwendigen Haus- und Wirtschaftsbedarf und in einem angemessenen Verhältnis zur eigenen Grundfläche erfolgt. In der Schweiz gehört das Grundwasser dem jeweiligen Kanton (sogenanntes Regalrecht). Zur Nutzung von Grundwasser ist das Amt für Wasser und Abfall (AWA) zu konsultieren.

Soll das Brunnenwasser als Trinkwasser verbraucht werden, kommt in Deutschland auch das Gesundheitsamt ins Spiel. Die konkrete Amtseinbindung ist regional unterschiedlich: Während Sie einigen Ämtern nur eine Wasseranalyse vorlegen müssen, wollen andere die Anlage begehen, bevor sie diese genehmigen. Grundsätzlich wird dabei geprüft, dass die Wasserkreisläufe zur Brauchwassernutzung strikt getrennt sind. Die Wasseranalyse, auch Wassergutachten genannt, ist je nach lokaler Regelung Sache der Ämter (Gesundheits- und Umweltämter) oder Ihre Sache: Das heißt, Sie müssen ein amtlich beglaubigtes Gutachten vorlegen. Entsprechend variieren auch die Kosten dafür.

Und noch etwas müssen Sie von Amts wegen beachten. Die Erstgenehmigung für das Anlegen Ihres Brunnens bringt weitere „Amtshandlungen“ mit sich: So müssen Sie in den folgenden Betriebsjahren alljährlich ein aktuelles Wassergutachten vorlegen und besondere Vorkommnisse, darunter Undichtigkeiten, Einspülungen oder Sanierungsmaßnahmen, gegebenenfalls dokumentieren.

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Welche Brunnentypen können Sie im Garten (selbst) anlegen?

Zum Brunnen anlegen haben Sie mehrere Möglichkeiten. Gängig sind die Brunnentypen

  • Schachtbrunnen,
  • Bohrbrunnen und
  • Rammbrunnen.

Ein Schachtbrunnen ist ein bis zu zehn Meter tiefer Schacht, der sich ähnlich wie ein Wasserloch verhält, das Sie am Strand buddeln: Das Wasser sickert stetig nach, bis es auf Höhe des Grundwasserspiegels steht. Schachtbrunnen sind die auch als „Märchenbrunnen“ bekannten Brunnen, die unter anderem auf Burgen einst üblich waren. Sie werden heutzutage kaum noch gebaut und wenn, dann mit Betonringen, gleichwohl solche Schachtbrunnen recht langlebig sind. Ein Grund für das Aussterben dieses Brunnentyps dürfte sein hoher Preis sein: Das Anlegen eines Schachtbrunnens kostet mehrere Tausend Euro, rechnen Sie mit mindestens 5.000 Euro. Nachteilig ist bei diesem Brunnentyp auch zu bewerten, dass die damit zu Tage beförderte Wassermenge vergleichsweise gering ist.

Metalleimer auf Brunnenrand

Ein Schachtbrunnen ist die verbreiteste Variante eines Brunnens

Ein Bohrbrunnen hat eine sehr lange Lebensdauer. Um ihn anzulegen, wird von einem Fachbetrieb ein Bohrrohr durch die wasserführende Schicht des Grundwassers hindurch bis auf den Grundwasserträger abgeteuft (anderer Ausdruck für das Erstellen senkrechter Hohlräume, Schächte & Co.) und anschließend wieder gezogen. Im Grundwasser bleibt bei dieser Vorgehensweise ein gelochtes beziehungsweise geschlitztes Brunnenfilterrohr. Das wird mit sogenanntem Filterkies umgeben. Daran schließt sich ein vollwandiges Rohr bis zur Erdoberfläche an, durch das hindurch das Wasser gefördert wird. Ein solcher Bohrbrunnen für private Zwecke ist im Durchschnitt sechs bis zehn und (im privaten Bereich) maximal bis zu 20 Meter tief. Sein Durchmesser beträgt 30 Zentimeter. Er liefert eine brauchbare Wassermenge, die auch den WC-Betrieb im Garten zulässt. Die Kosten für einen solchen Bohrbrunnen belaufen sich auf etwa 1.200 bis 1.500 Euro.

Der Rammbrunnen wird auch Schlagbrunnen genannt. Weil er recht einfach anzulegen ist und noch dazu vergleichsweise wenig kostet (etwa 300 Euro), ist dieser Brunnentyp sehr verbreitet. Und so legen Sie den Rammbrunnen selbst an: Mit Hilfe einer elektrischen Ramme, die Sie bei einem Fachbetrieb leihen können, wird ein Metallrohr in den Boden gestoßen, wobei der Grundwasserspiegel nicht tiefer als sieben Meter liegen darf, weil andernfalls die bei diesem Brunnentyp üblicherweise zur Anwendung kommende Handpumpe (manuelle Bedienung ohne extra Stromzufuhr) nicht in der Lage ist, das Grundwasser nach oben zu befördern. Der auf sieben Meter begrenzte Pumpweg wird dem Rammbrunnen oft als Nachteil angekreidet. Ebenso die vergleichsweise geringe Fördermenge, die er zu Tage bringt: Sie reicht nicht für ein WC. Und auch die Tatsache, dass das Förderrohr etwa alle fünf bis sieben Jahre ausgetauscht werden muss, weil es sich nach und nach zusetzt, gilt als Nachteil des Rammbrunnens. Da es beim Rammbrunnen keine speichernde Filterkiespackung gibt, ist er für Böden, die Wasser schlecht abgeben, eher ungeeignet.

Welche Pumpe braucht mein Gartenbrunnen?

Die Wahl der zum Brunnen im Garten passenden Pumpe ist von der Brunnentiefe abhängig: Bei einem Pumpweg von maximal acht, neun Metern eignet sich eine selbst ansaugende Kreiselpumpe. Die kostet zwischen 200 und 300 Euro. Wichtig: Achten Sie auf den Geräuschpegel, die die Brunnenpumpe in Betrieb verursacht – das monotone Geräusch des Pumpenmotors kann schlimmstenfalls lauter als ein Rasensprenger sein. Eine leise Tauchdruckpumpe, die dauerhaft unter Wasser bleibt, ist deutlich teurer – doch bei tiefen Brunnen kommen Sie um diese Pumpenart nicht herum.

Wann ist ein guter Zeitpunkt, um einen Brunnen im Garten anzulegen?

Grundsätzlich lässt sich ein Brunnen jederzeit im Garten anlegen. Da Sie dafür jedoch schweres Gerät brauchen, ist es ratsam, den Brunnen dann zu bohren, wenn nicht gerade Hauptsaison im Garten ist: Denn die schweren Maschinen hinterlassen Spuren im Garten.

Welche Stelle im Garten ist für das Anlegen eines Brunnens geeignet?

Für das Anlegen eines einfachen Grundwasserbrunnens sollten Sie die Stelle im Garten wählen, wo die bodennächste wasserführende Schicht ist. Das Anlegen eines Bohrbrunnens ist anders als das Anlegen geschlagener beziehungsweise gerammter Brunnen eine langjährige und endgültige Sache. Daher spielen für die Auswahl des geeigneten Brunnenplatzes neben der vorteilhaften Grundwasserlage und Bodenbeschaffenheit auch optische und gestalterische Aspekte eine Rolle.

Wie kann ich den Brunnen optisch gestalten?

Ein Bohrbrunnen muss nicht aussehen wie ein Bohrbrunnen. Sie können die Verrohrung auch in einen teilweise gemauerten Brunnen münden lassen, der Sie zumindest optisch an den typischen Märchenbrunnen erinnert. Alternativ zur Ausschachtung eines dafür nötigen Brunnenlochs von gut zwei Metern ließe sich auch eine Art Brunnentrog errichten.

Dabei handelt es sich um einen (aus Natursteinen gemauerten oder aus Beton gegossenen) geschlossenen Trog, der Ihnen entweder als ständiges oder als zeitweiliges Wasserreservoir dient. Häufig kommt ein solcher Trog als Spritzschutz oder Unterbau für einen Schlagbrunnenaufbau zum Einsatz. Kleinere Brunnentröge aus Beton mit maximalen Seitenmaßen oder Höchstdurchmessern von einem Meter können Sie mit starken Kartons oder Kunststoffgefäßen als Gießformen formen, die sich auch als Trogeinbettungen eignen.

Den Wasserauslass des Brunnenrohrs Ihres im Garten angelegten Brunnens können Sie beispielsweise mit Hilfe einer Brunnenverkleidung an die Gartenlandschaft und deren Bewuchs anpassen. Solche Brunnenverkleidungen gibt es passend zu einem Natursteingarten aus gemauertem Naturstein oder aus Holz, wobei sie hier eine große Auswahl an Gestaltungsmöglichkeiten haben, darunter rund gesetzte Palisaden und Holzleistenverkleidungen. So lassen sich Elemente eines Zierbrunnens nutzen, die Sie – falls gewünscht – mit einem parallel angelegten geschlossenen Wasserkreislauf kombinieren können. Auf diese Weise können Sie Gießwasser schöpfen und Rinnsale, Wasserfällen oder Wasserspiele betreiben.

Wasserstrahl in Teich

Kreative Brunnenumsetzung: Transportiert diese Sie nicht auch direkt in ein fernöstliches Land?

Besonders stimmig wird das Bild, wenn Sie den Brunnen bepflanzen. Dafür kommen wasserliebende Pflanzen in Frage, wie zum Beispiel Farne, Sumpfgräser oder Bambus. Das Grünzeug verdeckt die Brunnentechnik und erweckt den Eindruck einer natürlichen Wasserquelle. Toll dazu sehen sehen unsere 5-Eck-Gartenhäuser, Modernen Gartenhäuser und generell auch Gartenhäuser aus Stein aus.

Das waren die wichtigsten Informationen, die Sie zum Brunnen anlegen im Garten wissen müssen. Sollten Sie weitere Fragen haben, schreiben Sie uns einen Kommentar unter diesen Beitrag! Gerne können Sie uns auch von Ihren Brunnenbau-Erfahrungen berichten! Wir freuen uns auf Ihre Post!

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Titelbild: ©iStock/schulzie
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