Wer seinen Garten und Rasen richtig bewässert, wird mit sattem, gesundem Grün belohnt. Doch wie bewässern Sie richtig? An welche Gartenregeln sollten Sie sich beim Bewässern halten? Sind auch offizielle Bewässerungsvorschriften zu beachten? Welche Bewässerungsmethoden gibt es – und wie unterscheiden sie sich? Lohnt sich ein automatisches Bewässerungssystem? Fragen über Fragen, die wir beantworten.

Rasen bewässern: Warum eigentlich?

An einem Sommertag verdunsten in Ihrem Garten bis zu vier Liter Wasser pro Quadratmeter Rasenfläche. Das mit 15 Zentimetern eher flach wurzelnde Gras bekommt dann kaum noch genug Wasser aus dem tieferen und feuchteren Erdreich: Auf einem sandigen Boden ist das einst sattgrüne Gras nach zwei Wochen Durst welk und verdorrt – wenn Sie den Rasen nicht bewässern.

Ein verdursteter Rasen sieht nicht schön aus. Je nach Ausmaß der Rasenfläche dominiert er als Schandfleck Ihre Gartenoptik. Und nicht nur das: Ein schlecht bewässerter Rasen macht auch Platz für Unkraut, das sich durch die nun nicht mehr dichte Rasendecke ans Tageslicht schiebt. Habichtskraut und Wegerich kommen mit Trockenheit besser klar als Ihr Rasen – und geben diesem den Rest, indem sie dem Gras auch noch das letzte Wasser nehmen.

Wer den Durst seines Rasens erst dann löscht, wenn dieser sichtbare Trockenschäden zeigt, handelt zu spät: Die meisten Blätter und Halme sind, einmal trocken, nicht mehr zu retten. Reagieren Sie besser schon auf erste Anzeichen wie schlaffe, stumpfe Halme, die einen leichten Graustich zeigen. Wir zeigen Ihnen im Folgenden die Möglichkeiten zur Rasen- und Gartenbewässerung auf und erklären deren Vor- und Nachteile. So können Sie die Bewässerungsmethode wählen, die den Durst Ihres Rasens am besten löscht.

Methoden zur Garten Bewässerung im Überblick

Gießkann Wasserstrahl Erde

Bewässern per Hand: Gießkanne und Gartenschlauch

Für die einfachste Methode, Ihren Rasen zu bewässern, brauchen Sie nur eine Gießkanne und eine Regentonne beziehungsweise einen Wasseranschluss.

  • Regenwasser vs. Leitungswasser zum Bewässern im Garten

Das Bewässern mit gratis gesammeltem Regenwasser bringt Ihnen Vorteile:

  • Zum einen sparen Sie teures Leitungswasser aus dem Hahn. Gerade im Sommer rechnet sich das Gießen mit Regen- bzw. Gartenwasser, denn immerhin braucht ein Quadratmeter Rasen dann bis zu 20 Liter Wasser pro Woche. Das Gießen mit Regenwasser kommt also Ihrem Geldbeutel zugute.
  • Zum anderen profitieren die Pflanzen davon, denn Regenwasser ist wegen seiner Zusammensetzung bekömmlicher als vom Wasserwerk aufbereitetes Trinkwasser aus der Leitung. So reagieren Rhododendron und Kamelie beispielsweise empfindlich auf einen hohen Kalkgehalt (Stichwort: Wasserhärte) im Leitungswasser, wie er in einigen Regionen üblich ist. Und zu Konservierung zugesetztes Chlor, Fluor oder Ozon mögen manche Pflanzen auch nicht.

Hand Gartenschlauch Wasserstrahl

Auch zum Gartenschlauch greifen Sie per Hand. Sie ersparen sich damit das Schleppen schwerer Gießkannen voll Regenwasser, müssen aber für das Wasser aus der Leitung, an die Sie den Schlauch anschließen, bezahlen. Dafür ist der Schlauch leistungsstark. Je nach Wasserdruck und Schlauchmodell kommen da pro Minute schon mal 24 Liter Wasser raus – das sind fast fünf 5-Liter-Gießkannen!

Automatische Bewässerungsmethoden für den Garten

Automatische Bewässerungssysteme erleichtern Ihnen das Bewässern von Rasen und Garten auf unterschiedliche Weise.

Bewässern mit Schlauch, Bewässerungscomputer und Sprengern (oberirdische Bewässerung)

Als Gartenbesitzer mit einem vollen Terminkalender verschafft Ihnen ein Bewässerungscomputer regelmäßige Bewässerung: Sie legen fest,

  • wie häufig der Garten/Rasen pro Tag bewässert werden soll,
  • wann der Sprinkler angehen
  • und für lange er jedes Mal in Betrieb sein soll.

Den Bewässerungscomputer schließen Sie zwischen Wasserhahn und Gartenschlauch an. Dann entscheiden Sie sich für eins der vorkonfigurierten Bewässerungsprogramme. An einen Bewässerungscomputer können Sie je nach Ausführung einen oder gar mehrere Sprinkler anschließen. Platzieren Sie diese an gewünschter Stelle auf dem Rasen oder im Garten. Nach dem Start des gewählten Bewässerungsprogramms des Bewässerungscomputers läuft die Bewässerung automatisch.

Unser Tipp: Ein Regensensor ist ein praktisches Extra für einen Bewässerungscomputer. Er regelt, dass Sie Ihren Garten oder Rasen bewässern, wenn das Wetter dies erfordert.

Gartenschlauch Wasserstrahl

Bei Sprengern/Sprinklern/Regnern werden die folgenden Typen unterschieden:

  • Impulsregner/Schwinghebelregner: Regner, die auf einem Stativ sitzen oder via Erdspieß in den Boden kommen. Das Wasser tritt zur Bewässerung durch eine einzelne Düse mit hoher Reichweite aus und wird von einem Strahlbrecher zerteilt. Einsatz: Gut geeignet fürs Bewässern großer Rasen- und Gartenflächen
  • Getrieberegner: Meist Versenkregner (sogenannte Pop-ups). Steht die Leitung unter Druck, fährt der Regnerkopf aus dem im Boden versenkten Regner aus. Das gelingt, weil der Wasserdruck ein Getriebe antreibt, das den Regner rotierten lässt. Getrieberegner gehören häufig zu Beregnungsanlagen, bei denen der Wasserdurchlass zum Regner mit Magnetventilen ferngesteuert wird.

Die beiden Regner-Typen Impulsregner und Getrieberegner drehen sich um eine zentrale Achse und lassen sich so einstellen, dass volle Kreise oder Kreisausschnitte bewässert werden. Sie heißen deshalb auch Kreis- oder Sektorenregner.

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  • Viereckregner: Regner, die rechteckige Flächen beregnen. Das Wasser sprühen sie durch Düsen in einem Strahl aus. Die Düsen sind kippbar gelagert, ihre Bewegung kommt durch den Wasserdruck zustande.
  • Sprühregner: Kleine Düsen mit Standfuß oder Erdspieß ohne bewegliche Bauteile.

Bewässern mit Perlschlauch (oberirdisch)

Ein Perlschlauch ist ein Schlauch mit mikroskopisch kleinen Poren, über die Wasser an die Umgebung abgegeben wird. Er wurde ursprünglich zum Bewässern des Fußballrasens in Stadien entwickelt und hat sich insbesondere auf großen Rasenflächen bewährt. Der Perlschlauch eignet sich auch gut zum Bewässern eines Gewächshauses.

Tipp: Einen Perlschlauch können Sie auch in DIY-Manier selbst herstellen. Schlagen Sie dazu mit der spitzen Seite eines Hammers in gleichmäßigen Abständen kleine Löcher in einen herkömmlichen Gartenschlauch.

Erde Pflanze Wasser

Bewässern mit unterirdischen Bewässerungssystemen

Zur unterirdischen Bewässerung vergraben Sie Rohre im Erdreich unter dem Rasen oder im Garten. Diese Bewässerungsmethode erfordert Planung, damit jeder Winkel des Rasens/Gartens bedacht wird. Sie lässt sich deshalb am besten beim Anlegen des Gartens umsetzen. Infolge des Wasserdrucks in den Rohren schieben sich entweder zugehörige Sprinkler aus dem Boden (siehe oben: Getrieberegner), die das Wasser verteilen.

Oder es handelt sich um sogenannte Tropfrohre, also Rohre mit Vorrichtungen, die Wasser tropfen für Tropfen abgeben (Tropfer). Sie eignen sich insbesondere fürs Bewässern von Hecken, Randbepflanzung sowie kleinen Rasen- und Pflanzflächen.

Tipp: Moderne Sensoren überwachen die Feuchtigkeit im Erdreich und setzen das automatische Bewässerungssystem für den Rasen oder Garten bei Bedarf selbsttätig in Gang.

Die Vorteile einer unterirdisch verlegten automatischen Bewässerungsanlage sind:

  • Das unsichtbare Bewässerungssystem stört die Gartenoptik nicht.
  • Der Rasen kann ungehindert gemäht werden.
  • Das System ist frostfest.

Bewässern von Rasen und Garten mit Brunnenwasser

Gärten, die nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind, werden in der Regel mit Wasser aus dem garteneigenen Brunnen bewässert, der meist auch das Trinkwasserliefert. Das Bewässern mit Brunnenwasser geschieht mit Hilfe von Pumpen und daran angeschlossenen Verteilungssystemen.

Die besten Tipps zum richtigen Rasenbewässern und Gartenbewässern

Tipp 1: Wie viel Wasser Sie zum richtigen Bewässern brauchen

Beim richtigen Bewässern von Rasen und Garten kommt es auf die Wassermenge an. nehmen Sie zu wenig Wasser, dringt es nur wenige Zentimeter in den Boden ein. Die Rasenwurzeln in bis zu 15 Zentimeter Tiefe werden dann nicht komplett durchnässt und der Rasen sich in die oberen Bodenschichten. Er wurzelt demnach noch flacher, was ihn noch anfälliger für Wassermangel macht.

Deshalb gilt für Sie: Das Wasser sollte bei jedem Bewässern 15 Zentimeter tief in den Rasenboden einsickern. Das heißt fürs Rasenbewässern:

  • lockeren Sandboden: 10 bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter alle drei bis vier Tage
  • lehmigen bis tonigen Boden: 15 bis 20 Liter Wasser einmal pro Woche

Es gilt die Faustregel, lieber seltener gründlich zu gießen, als häufiger nur oberflächlich.

Tipp 2: Wie Sie kontrollieren können, ob Sie den Rasen richtig bewässert haben

Erde Spaten

Diese drei Methoden helfen Ihnen zu kontrollieren, ob Sie den Rasen ausreichend bewässert haben:

  • Methode 1: mit Spaten dicke Grassode ausstechen und dunkle, durchfeuchtete Zone messen
  • Methode 2: nach oben genannten Wassermengen für unterschiedliche Böden bewässern und dabei die Regenmenge berücksichtigen (Stichwort: Regenmesser)
  • Methode 3: mit Durchflussmengen-Zähler Wassermenge der automatischen Bewässerungssysteme dosieren

Tipp 3: Wie Sie beim Bewässern von Rasen und Garten Wasser sparen

Bewässern Sie Ihren Rasen am besten spät abends, nachts oder am frühen Morgen, dann fallen die wenigsten Verdunstungsverluste an, weil der Boden abgekühlt ist. Außerdem können die Pflanzen das Wasser dann schon verarbeiten und sich für die tagsüber anstehende Hitze wappnen. Wenn Sie regelmäßig Mulch mähen, senken Sie die Verdunstungsrate des Bodens extra. Platzieren Sie Regner so, dass Pflasterflächen oder Hauswände nicht beregnet werden. Eine extra Portion Kaliumdünger mit Patentkali im Sommer soll zudem das Wurzelwachstum der Rasengräser fördern und deren Wasseraufnahmekapazität steigern.

Tipp 4: Warum Sie den Rasen und Garten gleichmäßig feucht halten sollten

Viele Pflanzen gedeihen bei gleichmäßiger Feuchtigkeit am besten. Aber: Ein leichtes Austrocknen des Pflanzenballens vor dem Bewässern soll das Wurzelwachstum anregen.

Tipp 5: Warum Sie beim Bewässern die Blätter besser trocken halten

Nassen Blättern droht Pilzbefall eher als trockene. Und nasse Blätter, auf die Sonnenschein trifft, bekommen wegen des Brennglaseffekts der Wassertropfen eher Brandflecken. Auch gut zu wissen: ein nasser Rasen lockt Schnecken an.

Pflanze Keim Gießkanne

Tipp 6: Warum Sie große Wassermengen in Portionen bewässern sollten

Es dauert einen Moment, bis das Wasser im Boden versickert. Damit es nicht ungenutzt abfließt, bewässern Sie Rasen und Garten besser in Portionen als in einem Schwall.

Tipp 7: Warum Sie das Wasser um die Pflanze gleichmäßig verteilen sollten

Wenn Sie eine Pflanze stets nur an einen Wurzelpunkt bewässern, wachsen die Wurzeln nur einseitig Wurzelwachstum. Das verschlechtert die Nährstoffausbeute im Boden. Besser ist es, das Wasser rund um die Pflanze und im gesamten Traufbereich zu verteilen.

Tipp 8: Warum Sie Staunässe beim Bewässern vermeiden sollten

Zu starke Bewässerung führt schnell zu Staunässe, die den Wurzeln das Atmen erschwert oder gar unmöglich macht – die Wurzeln ertrinken in Staunässe, weil es ihnen an lebenswichtigem Sauerstoff mangelt.

Tipp 9: Warum Sie auf tonreiche Erde pflanzen sollten

Erde, die reich an Tonmineralien ist, sorgt mit höherer Wasserhaltekraft für eine optimale Quellfähigkeit des Bodens und damit gleichmäßigere Wasserversorgung der Pflanzen. In nassen Zeiten, sommers wie winters, hilft tonreiche Erde, den Wasserabzug zu verbessern und Staunässe zu vermeiden.

Tipp 10: Warum Sie auch im Winter ans Bewässern des Gartens denken sollten

Ein trockener Herbst oder Winter macht es mitunter nötig, den Garten oder spezielle Pflanzen darin auch zur kalten Jahreszeit zu bewässern, damit diese nicht austrocknen und am Wassermangel eingehen.

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Artikelbild: ©iStock/bobiwankanobi
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