Ein Gartenhaus dient häufig zur Aufbewahrung von Gartengeräten. Doch immer mehr Leute gestalten ihr Holzhäuschen zur Wohnstätte um – so wie Oliver Schlotte aus Lauterbach. Er weiß, warum sich der Aufwand lohnt und worauf es beim Umbau ankommt. Wir haben mit Familie Schlotte gesprochen.

Gartenhaus als Wohnraum – warum eigentlich nicht?

Wozu würden Sie ein Gartenhaus verwenden? Zum Einlagern von Gerätschaften und Gartenmöbeln? Das wären die klassischen Möglichkeiten. Oder aber als Rückzugsort, als Hobbyraum, als Teehaus, als Party-Area? Das wären kreative Varianten. Doch ein Gartenhaus kann sogar noch mehr sein!

Für Oliver Schlotte aus Lauterbach in Hessen ist das Gartenhaus Arizona 44 der Gartenhaus GmbH seit letztem Sommer seine erste eigene Wohnung. Vier Monate lang hat der 22-jährige Handwerker in Eigenregie an Inneneinrichtung und Ausstattung gearbeitet, dann thronte das neue Zuhause im elterlichen Garten. „Er hat sich ein eigenes kleines Reich geschaffen“, sagt seine Mutter stolz.

Familie Schlottes Gartenhaus zum Wohnen

Familie Schlottes Gartenhaus zum Wohnen

Damit ist er nicht allein. Immer mehr Menschen finden Gefallen an dem Gedanken, ihr Gartenhäuschen in eine Wohnstätte umzuwandeln. Und warum eigentlich nicht? Wer ein echtes Abenteuer sucht, dem wird ein Wochenende im rustikalen Flair einer Hütte aus Naturholz gefallen. Oder ein gratis Sommerurlaub. Oder eben gleich das Namensschild samt Klingel und Briefkasten am Gartenhaus. Aber auch als eine Art Mini-Hotel für Besuche von z. B. Verwandten lässt sich der Wohnraum nutzen.

Bei Familie Schlotte hatte die Gartenhaus-Lösung für den Sohnemann ganz praktische Gründe: „Olivers Zimmer wurde irgendwann einfach zu klein, aber in eine Mietwohnung umzuziehen, kam für ihn nicht in Frage. Die Idee, in einem Gartenhaus auf unserem Grundstück zu wohnen, kam schon auf, als er ungefähr 16 Jahre alt war. Da wir einen großen Garten haben und er nun endlich seinen eigenen Freiraum genießen wollte, haben wir nach einiger Internetrecherche die Gartenhaus GmbH im Internet gefunden. Das Gartenhaus Arizona 44 kam für ihn sofort in Frage; wegen den drei Räumen und des Schlafbodens.“

Gartenhaus Arizona

Im Garten wohnen – darf man das überhaupt?

Doch wer den verlockenden Gedanken, im eigenen Gartenhaus zu wohnen, wirklich in die Tat umsetzen möchte, wird schnell feststellen, dass einige Hürden auf ihn warten – nicht nur in handwerklicher Hinsicht. Zunächst einmal muss man sich mit der deutschen Bürokratie auseinandersetzen. Denn mal eben fest im Gartenhaus einziehen, das ist rechtlich problematisch.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass schon die Errichtung eines Gartenhauses unter Umständen einer Baugenehmigung bedarf. Das hängt von den baurechtlichen Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes bzw. der Gemeinde ab. Wenn Sie Ihre Gartenlaube als Wohnstätte nutzen möchten, müssen Sie aber in jedem Fall einen Antrag auf Umnutzung stellen. Bedenken Sie dazu, dass alle Bauten mit Aufenthaltsraum, Feuerstelle und Toiletten in Deutschland genehmigungspflichtig sind und auch bezüglich Dämmung, Feuerschutz, Schallschutz und Entwässerung den Bauvorschriften unterliegen.

Genehmigung, Stempel mit Aufdruck Genehmigung

Ein Wochenende im Gartenhäuschen zu verbringen, ist in aller Regel völlig unproblematisch. Ob Sie jedoch eine Genehmigung zum dauerhaften Wohnen im Garten erhalten, hängt vor allem vom Bebauungsplan der Gemeinde ab. Jeder Ort besitzt einen Grundriss für Wohn-, Gewerbe- und Erholungsgebiete. Wenn Sie Ihr Gartenhaus in einem Mischgebiet errichten, also auf einer Wohnfläche, die zugleich als Erholungsgebiet dient, haben Sie gute Chancen auf eine Bewilligung. Darüber hinaus spielt die Erreichbarkeit hinsichtlich Infrastruktur eine Rolle, ebenso wie eine feste Adresse. Ihr neues Zuhause braucht also eine eigene Hausnummer samt Briefkasten. Unser Tipp: Statten Sie dem örtlichen Bauamt so früh wie möglich einen Besuch ab und erklären Sie Ihr Vorhaben. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Auf aemter.org finden Sie eine ausführliche Liste mit Kontaktdaten der meisten Bauämter Deutschlands.

Die rechtlichen Hürden musste auch Oliver Schlotte überspringen: „Das Genehmigungsverfahren hat sich ungefähr zwei Monate hingezogen. Es war ziemlich aufwändig, da ein Architekt unterschreiben und ein genauer Plan erstellt werden musste, wie das Haus genutzt wird.“ Doch am Ende klappte es, und der junge Handwerker konnte sein Projekt in Angriff nehmen.

In 4 Schritten vom Gartenhaus zum Wohnhaus

Wenn man erst einmal die behördliche Genehmigung in der Tasche hat, kann es losgehen. Wenn Sie noch nicht über ein Gartenhaus verfügen, können Sie sich das für Sie passende aussuchen – so, wie es Oliver Schlotte getan hat. Sehen Sie sich doch einfach die Sonderangebote in unserem Shop an.

Fundament und Aufbau

Wichtig für ein dauerhaftes Wohnvergnügen im Garten ist zunächst ein solides Fundament (das übrigens auch genehmigungspflichtig ist). Wie Sie bei der Fundamentlegung am besten vorgehen sollten, erfahren Sie hier hier in unserem Magazin. Anschließend kann das neue Gartenhaus errichtet werden. Mit den Gartenhäusern der Gartenhaus GmbH geht das in aller Regel unkompliziert vonstatten. Bei Familie Schlotte dauerte der Aufbau nicht mehr als zwei Tage. Wir stehen Ihnen jederzeit gerne mit Rat und Tat zur Seite, und als zusätzliche Hilfestellung verraten wir Ihnen hier, welche häufigen Fehler Sie beim Aufbau vermeiden sollten.

Fundament eines Gartenhauses

Grundversorgung

Steht die neue Residenz aus Naturholz, beginnt der Ausbau. Dabei sollten Sie bedenken: Wenn Sie in einem Gartenhaus wohnen möchten, muss es natürlich über die gleiche Ausstattung verfügen wie ein „normales“ Haus, also über Heizung, Licht, Kücheneinrichtung, WC, Dusche usw. Dazu braucht es Strom und eine (Warm-)Wasserversorgung. Da die Laube aber ohnehin auf dem eigenen Grundstück steht und damit in Reichweite der Hausanschlüsse, gestaltet sich die Aufrüstung gar nicht so schwierig. „Von den bestehenden Anschlüssen wurden einfach Stromkabel und Wasserrohre unterirdisch bis unter die Bodenplatte verlegt und dort nach oben geführt“, erklärt Frau Schlotte. „Das waren ungefähr 25 Meter. Die Versorgung mit Warmwasser erfolgt mithilfe eines Durchlauferhitzers. Als Heizung dient ein Ofen, dessen Abluft durch einen Edelstahl-Außenschornstein abgeführt wird.“

Übrigens sind auch Pelletheizungen momentan ziemlich in Mode. Hier finden Sie die wichtigsten Infos dazu. Wenn Sie sich hinsichtlich der Rechtmäßigkeit Ihrer Heizung nicht sicher sind, ziehen Sie einen Schornsteinfeger zurate.

Ausstattung

Bad im Gartenhaus

Nun müssen die Kabel im Haus verlegt und die sanitären Anlagen installiert werden. Tipps und Tricks dazu finden Sie im Internet reichlich, zum Beispiel hier. Was Sie jedoch bei der Ausstattung Ihres Gartenhauses immer im Hinterkopf behalten müssen, ist die Tatsache, dass Sie mit Holz werkeln. Holz arbeitet, es kann also seine Substanz verändern. Darauf mussten auch die Schlottes Rücksicht nehmen: „Der Wandaufbau im Bad mit Rigipsplatten gestaltete sich etwas schwierig, da beide Außenwände arbeiten. Man muss also aufpassen, dass keine Spannungen entstehen, durch die die Fliesen später reißen könnten.“ Dieses Problem löste Oliver Schlotte schließlich mit einer freistehenden Holzständerkonstruktion. So können die Wände getrennt voneinander arbeiten.

Stichwort Wände: Gerade wenn Sie auch in kalten Monaten im Gartenhaus residieren möchten, sollten Sie über eine Dämmung der Wände und von Fenster und Türen nachdenken. Das hält nicht nur die Wärme im Häuschen, sondern schützt auch gegen Schimmel. Bei der Isolation gibt es aber einige Dinge zu beachten, wie etwa die sogenannte Dampf- und auch die Feuchtigkeitssperre. Auch hierzu finden Sie im Internet zahlreiche Infos.

Inneneinrichtung

Wenn die Kabel verlegt, die sanitären Anlagen installiert und womöglich auch die Wände isoliert sind, geht es an die Inneneinrichtung. Hier können Sie – genauso wie im normalen Wohnhaus – Ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Küche im Gartenhaus

Bei Küchenauswahl, Schlafzimmergestaltung und Einrichtung des Wohnbereichs können Sie sich nach Belieben austoben.

Wir haben darüber hinaus noch ein paar Tipps für Sie:

Einrichtungstipps für Gartenhäuser

Weitere Einrichtungstipps finden Sie auch in unserem Magazin.

Zum Schluss noch ein ganz wichtiger Hinweis: Wenn Sie Ihr Gartenhaus zu Ihrer neuen Wohnung machen, sollten Sie es auch entsprechend sichern. Denken Sie also rechtzeitig an Türschlösser und Fenstersicherungen! Dann ist die Freude am neuen Zuhause auch dauerhaft garantiert.

Freude hat übrigens auch Oliver Schlotte an seinem fertigen Garten- bzw. Wohnhaus. „Es war eine große Herausforderung für ihn, den Innenausbau selbst vorzunehmen“, sagt seine Mutter. „Eine manchmal sehr anstrengende Zeit, in der er aber auch viel dazu gelernt hat. Und letztendlich hat sich der Aufwand für ihn gelohnt, da sein Haus wirklich total gemütlich ist und er sich sehr wohl darin fühlt. Sein eigenes kleines Reich.“

Wir freuen uns riesig, dass auch wir unseren Beitrag zu diesem tollen Projekt leisten konnten, und bedanken uns herzlich für den Einblick, den Familie Schlotte uns gewährt hat!

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Bild 1: © Ilona Schlotte

Bild 2: © Ilona Schlotte

Bild 3: © GartenHaus GmbH

Bild 4: © iStock/filmfoto

Bild 5: © GartenHaus GmbH

Bild 6: © Ilona Schlotte

Bild 7: © Ilona Schlotte