Es ist möglich, ein Gartendach mit einem Flachdach zu bauen, statt sich auf das klassische Steildach zu verlassen. Gartenhäuser mit Flachdach sehen schön aus und sind einfach aufzubauen, aber Sie sollten dabei eines nicht vergessen: die Abdichtung. Im Folgenden finden Sie Tipps, wie sich das Flachdach-Gartenhaus abdichten lässt und was es alles zu beachten gibt.

Das Gartenhaus mit Flachdach

Gerade, wer auf einen modernen Baustil Wert legt oder wer vielleicht auch einen Carport oder eine Garage mit Flachdach auf dem Grundstück stehen hat, entscheidet sich gern für ein Flachdach-Gartenhaus. Flachdächer eignen sich nicht zuletzt dazu, ein ökologisches Gartenhaus zu bauen und dabei auf Dachbegrünung und weitere umweltschonende Maßnahmen wie eine Photovoltaik-Anlage für Solarenergie oder eine Pelletheizung für den Winter zu setzen. Ein begrüntes, flaches Dach verfügt quasi über eine natürliche Dämmung und Isolierung, doch auch hier kommen Sie nicht um die korrekte Flachdach-Abdichtung herum. Gartenhäuser mit Flachdächern sind nämlich weitaus mehr den Witterungseinflüssen ausgesetzt als solche mit Steildächern. Regen oder Schnee trifft direkt von oben auf die waagreche Angriffsfläche und bleibt dort teilweise lange stehen, weil es keine Neigung zum Abfließen gibt. Schneeschichten bilden sich im Winter und belasten nicht nur das Dach durch das schwere Gewicht, sondern es kann auch Feuchtigkeit eindringen, durchsickern und heruntertropfen. Das lässt das Holz faulen, erzeugt Schimmel und macht Reparaturen notwendig. Sie sollten daher nicht einfach nur das Flachdach-Gartenhaus aufbauen, sondern es unbedingt auch richtig abdichten.

Materialien zum Abdichten

Es stehen mehrere Materialien zur Auswahl, um ein flaches Gartenhausdach abzudichten. Manche kommen auch beim Wohnhaus selbst oder z. B. bei der Terrasse und beim Carport zum Tragen. Die folgenden Abdichtungsmaterialien sind üblich:
Abdichtungsmaterialien
Diverse Aspekte sprechen für und gegen das jeweilige Material. Sie sollten die Wahl u. a. von dem Bau selbst – Stil und Material des Gartenhauses – sowie von den an die Dachdichtung gestellten Erwartungen abhängig machen. Nicht zuletzt ist der zeitliche und finanzielle Aufwand unterschiedlich.

Der Klassiker: Dachpappe

dachpappe verlegen

Auslegen der Dachpappe.

Kaufen Sie einen Fertigbausatz aus dem Handel, wird das Gartenhaus mit Flachdach meist mit Dachpappe abgedichtet. Die hierfür verwendete Pappe wurde mit Bitumen – oder früher Teer – getränkt, um sie wasserdicht und robust zu machen. Soll das Ganze so UV-resistent und abriebfest wie möglich sein, arbeitet der Hersteller zum Teil Schiefersplitter, Kies oder grobkörnigen Sand in die Dachpappe ein. Sie kommt sozusagen als „zweite Haut“ zum Einsatz, und zwar direkt unter den Dachziegeln oder einer anderen Form der Dacheindeckung. Optional reicht nur die Dachpappe aus, wie dies bei eher einfachen und kleinen Gartenhäusern der Fall ist. Während man die Flachdach-Pappe lose verlegt und sie nicht sehr lange haltbar ist, werden die damit verwandten, dickeren Bitumen-Schweißbahnen verschweißt. Dachpappe mit Polymer-Bitumen ist frei von Teer, gilt aber dennoch nicht als besonders umweltfreundlich oder hochwertig.

Gartenhaus-Flachdach abdichten mit Bitumen

Bitumenbahn

Die Schweißbahnen werden auf dem Flachdach verlegt und miteinander verschweißt.

Die Bitumen-Schweißbahn für das Gartenhaus-Flachdach stellt eine Kombination aus einem Trägermaterial wie Kunststoffvlies oder Glas und einer beidseitigen Beschichtung dar. Sie verlegen die Schweißbahnen auf dem Flachdach und verschweißen sie miteinander. Das Flämmen hat zur Folge, dass die Abdichtung wasserdicht wird, weil die Bahnen überlappend miteinander verschweißt werden. Die Schweißbahnen sind zwar robust und relativ hart im Nehmen, müssen jedoch in der Regel alle zwei bis drei Jahre per Behandlung mit einem bitumösen Dachlack gestärkt und gepflegt werden. Da es sich um einen Werkstoff mit poröser Oberfläche handelt, sind Bitumenbahnen ein wenig empfindlich gegenüber Witterungseinflüssen wie UV-Strahlen und Regen. Es könnten Risse entstehen, durch die Feuchtigkeit eindringt. Dennoch kommen Schweißbahnen nach wie vor gern zum Einsatz. Sie haben die Möglichkeit, Dachschindeln oder eine Dacheindeckung auf die Bitumen-Schweißbahnen zu legen oder sich für ein hochwertigeres Produkt mit Kunststoffzusatz zu entscheiden.

EPDM-Folie zum Flachdach abdichten

EPDM Folie Verlegen

Zur Abdichtung des Gartenhaus wird immer häufiger EPDM Folie genutzt.

Eine immer beliebter werdende Alternative zur Dämmung und Isolierung bzw. Abdichtung mit Bitumen ist das Foliendach beim Gartenhaus. Die EPDM-Folie kommt u. a. beim Gartenteich, bei der hinterlüfteten Fassade und bei der Dachabdichtung zum Einsatz. Die Dichtungsbahn in Folienform wird als gummielastischer Werkstoff bezeichnet. Das Kürzel steht für Ethylen-Propylen-Dien-(Monomer)-Kautschuk. Vieles spricht für EPDM-Folien für die Gartenhaus-Flachdach-Abdichtung:

  • wasserdicht
  • sehr UV-beständig
  • bis zu 500 % dehnbar
  • vergleichsweise kostengünstig
  • bei Frost und Hitze ausgesprochen elastisch (hält Temperaturen von -40° bis +120° aus)
  • 30 bis 50 Jahre Lebensdauer
  • kein zusätzlicher Oberflächenschutz notwendig
  • dürfen mit Bautenschutzmatten und EPS kombiniert werden
  • in 1 mm oder 1,6 mm Stärke erhältlich

Weitere Vorzüge zeichnen EPDM-Dichtungsfolien aus. So lassen sie sich auf verschiedene Weise verarbeiten. Manche der Folien können Sie mithilfe von Kontaktkleber vollflächig verkleben. Wünschen Sie eine Dachbegrünung beim nachhaltigen Gartenhaus aus Holz, verlegen Sie die Dichtungsbahnen lose und beschichten diese mit Substrat oder einer mehrere Zentimeter dicken Auflageschicht aus Kies. Wichtig ist bei der Verarbeitung die Nahtfügung der EPDM-Folien: Entweder verbinden Sie die Bahnen per Vulkanisation, per Heißluftverschweißung oder per Nahtband. Je nach Größe und Verarbeitungsart brauchen Sie nur rund eine Stunde für das Abdichten. Ein Tipp: Die Unterlage, auf die Sie die Folien anbringen, darf keine scharfen Kanten besitzen, denn die Dichtungsbahnen sind empfindlich gegen Schnitte.

In diesem Video sehen Sie, wie Sie ein EPDM-Dach verkleben.

Flüssiger Kunststoff als individuelle Lösung

Es hat sich inzwischen eingebürgert, dass Gartenhausbesitzer auf flüssigen Kunststoff zurückgreifen, um das Flachdach abzudichten. Die 100 % wasserdichten Flüssigkunststoffe lassen sich für eine Dachsanierung – also zum Abdichten von gefährdeten Stellen oder zum Füllen von Ritzen und Löchern – genauso nutzen wie von Anfang an für die Dachabdichtung. Der Vorteil ist, dass der Werkstoff ausgesprochen elastisch und witterungsbeständig ist. Flüssigkunststoff besitzt eine Lebenserwartung von 30 Jahren oder mehr. Sie sollten eine Schicht von 2 bis 3 mm auftragen und dafür einen Pinsel oder eine Rolle verwenden. Sowohl ein Bitumendach als auch ein Flachdach aus Metall kann mit flüssigem Kunststoff abgedichtet werden. Auf die erste Grundschicht folgt die zweite Deckschicht. Undichte Stellen sollten Sie vorher mit PU-Dichtmasse vorbehandeln, wobei als erster Schritt natürlich eine gründliche Dachreinigung ansteht. Nach circa einer halben Stunde ist der flüssige Kunststoff trocken und regenfest sowie nach einer Stunde vollständig ausgehärtet, was speziell beim Reparieren und Sanieren des Gartenhauses von Vorteil ist.

Das folgende Video bietet eine Anleitung zum Abdichten eines Bitumen-Daches mit Flüssigkunststoff.

Merken

Merken

Merken