Unsere Tipps verraten, worauf Sie bei der Garagentor Planung, Auswahl und beim Kauf achten müssen, um das richtige Tor für sich zu finden.

Mit unseren 12 Tipps wählen Sie das richtige Garagentor

Das richtige Garagentor auszuwählen ist oftmals schwieriger als zu Beginn gedacht. Denn Garagentore unterscheiden sich nicht nur in ihrer Optik, sondern auch in ihrer werkstoffähnlichen Beschaffenheit, ihrem Aufbau und ihrer Funktionsweise.

Mit unseren nachstehenden 12 Tipps sind Sie optimal vorbereitet, um ein Garagentor auszuwählen – egal, ob Sie ein Tor für eine neue Garage (Garagentorkauf) oder eine bestehende Garage (Garagentortausch) suchen.

1. Wie viele „Flügel“ soll Ihr Garagentor haben?

Garagentore haben typischerweise ein Torblatt oder zwei Torflügel. Bei einem Garagentor mit zwei Torflügeln handelt es sich um eine sehr beliebte Variante, die auch Doppelflügeltor genannt wird. Dessen Tore können Sie entweder einzeln oder mit beiden „Flügeln“ öffnen. Planen Sie ausreichend Platz ein, denn je nach Flügelbreite fällt der Schwenkbereich der Tür unterschiedlich weit aus. Sollte nach Einbau des Garagentors gegebenenfalls nicht genügend Platz zur Verfügung stehen, kann Ihr Flügeltor schnell zum Problem werden.

2. Brauchen Sie eine Schlupftür?

Wie wollen Sie Ihre Garage nutzen? Als Abstellort für Ihren Wagen oder als Mehrzweck-Garage? Das Tor einer Garage, die zum Bespiel als Werkstatt oder Lagerraum genutzt wird, immer wieder öffnen und schließen zu müssen, kann schnell lästig werden. Für diesen Fall sollten Sie über eine integrierte Tür, eine sogenannte Schlupftür, nachdenken.

Weiße Schlupftür in brauner Garage

Solch eine Schlupftür ist in das Torblatt eingelassen. Ihr Gebrauch schont die Bewegungsmechanismen des Garagentorblatts, so dass Schäden infolge von Verschleiß gemindert werden. Der große Vorteil einer Schlupftür ist aber der: Selbst bei einem Stromausfall eines elektrisch geregelten Schließmechanismus (siehe Tipp 4) bleibt die Schlupftür begehbar. Es wird zwischen Schlupftüren mit und ohne Schwelle unterschieden.

3. Wie wollen Sie das Garagentor öffnen und schließen?

In Abhängigkeit vom Mechanismus, mit dem Sie das Garagentor öffnen und schließen, werden Garagentore unterteilt. So gibt es:

  • Schwingtore beziehungsweise Kipptore,
  • Sektionaltore (in den Varianten: Seitensektionaltor und Deckensektionaltor),
  • Rolltore,
  • Schiebetore,
  • und Flügeltore.

Klassische Flügeltore (siehe Punkt 1) mit zwei Flügeln (einem Geh- und einem Stellflügel) sind bei modernen Garagen kaum noch zu finden. Kommen sie zum Einsatz, handelt es sich in der Regel um Maßanfertigen vom Schreiner. Beim Garagentorkauf haben Sie heute in der Regel die Wahl zwischen Schwingtoren, die sicher auch wegen ihres guten Preis-Leistungsverhältnisses weit verbreitet sind, Rolltoren, Schiebetoren und Sektionaltoren.

Ein Schwingtor öffnet sich nach oben hin. Es ist robust, denn es ist aus einem kompletten Stück gemacht. Ein Rolltor dagegen funktioniert wie ein Rollladen:  Es verschwindet in aufgerollter Form im oberen Torbereich. Schiebetore verschieben sich parallel zur Garagenwand, Sie brauchen dafür nicht nur Schubkraft (manueller oder elektrischer Quelle, siehe Punkt 4), sondern links oder rechts neben der Garagenöffnung auch entsprechend Abstellfläche. Das Sektionaltor lässt sich ebenfalls nach oben hin öffnen. Es passt in jede Garagenöffnung, ganz gleich, ob diese rechteckig oder abgeschrägt ist. Sogar Garagentore mit Rundbögen sind mit Sektionaltoren realisierbar.

4. Soll Ihr Garagentor mit Muskelkraft oder per Elektromotor geöffnet werden?

Während die einen Garagentore per Hand geöffnet und geschlossen werden, übernimmt diese Aufgabe bei anderen Modellen eine Automatik. Sie bezieht ihre Energie über einen Elektromotor. Bitte beachten Sie: Die Automatik verbraucht für den Antrieb Ihres Garagentors elektrischen Strom, der die Betriebskosten Ihres Haushalts erhöhen kann.

Der große Vorteil einer elektrischen Öffnungs- und Schließweise ist, dass sie leichter und schneller von der Hand geht. Doch der elektrische Antrieb punktet auch in Sachen Sicherheit (siehe Tipp 8): Ein automatisch verschlossenes Garagentor lässt sich nicht mit der Hand öffnen, beim Versuch blockiert es.

5. Wollen Sie das Garagentor fernsteuern können?

Ein Handsender ist eine praktische Sache: Er erspart Ihnen das lästige Aussteigen aus dem Auto, denn dank spezieller Funktechnik genügt ein Knopfdruck, um das Garagentor wie von Zauberhand zu öffnen oder zu schließen. Bei Regen bleiben Sie so trocken und auch, wenn Ihnen ein hilfreicher Beifahrer zum Garagentoröffnen fehlt, bewährt sich ein funkgesteuerter Handsender.

Gut zu wissen: Der praktische Handsender ist entweder Teil der Grundausstattung eines neuen Garagentors oder als optionales Zubehör zu kaufen, so dass Sie gegebenenfalls auch ein bestehendes Garagentor im Nachhinein damit aufrüsten können. Dabei müssen Sie darauf achten, dass der Handsender zum Garagentor beziehungsweise zu dessen Torantriebssystem passt.

Hand hält Fernsteuerung für Garage

6. Soll sich das Garagentor automatisch öffnen, wenn Sie sich ihm nähern?

Neben einem manuell zu betätigenden Fernauslöser, stellt ein Lichtschrankensystem eine weitere Möglichkeit zum Öffnen und Schließen des Garagentors dar. Mit einem Lichtschrankensystem öffnet sich das Garagentor, sobald Sie in den Bereich der Lichtschranke treten bzw. fahren. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn Sie keine freie Hand zum Öffnen des Tores haben. Dieses System bringt darüber hinaus Personen mit Handicap Vorteile, da sich das Garagentor komplett automatisch öffnet und schließt.

7. Sollen Haus und Garage in einheitlicher Optik erscheinen?

Für den Gesamteindruck Ihres Anwesens spielt es eine wichtige Rolle, wie sich das Garagentor in die Umgebung einfügt: Je näher die Garage am Haus steht, desto auffälliger wirken optische Unterschiede. Eine ähnliche Gestaltung wie die des Wohnhauses vermittelt einen ruhigen Eindruck, während ein auffälliges Garagentor für einen eher unruhigen Anblick sorgt.

Für die Optik des Garagentors sind mehrere Faktoren entscheidend, darunter Material, Farbe und Oberfläche. Auch die Bauart und der Baustil bestimmen das Aussehen eines Garagentores.  Machen Sie sich also am besten vorab Gedanken dazu, wie Sie Ihre Garage gestalten wollen.

8. Aus welchem Material soll das Garagentor beschaffen sein?

Gängige Materialien für moderne Garagentore sind

  • Holz,
  • Edelstahl,
  • und Aluminium.

Massivholz ist ein hochwertiger Werkstoff für Garagentore, der neben seiner naturnahen Optik eine natürliche Wärmedämmung mitbringt. Aber: Massives Holz wie Mahagoni, Rotzeder und Merbau ist schwer. Wir empfehlen daher einen ausreichend starken, elektrischen Antrieb (siehe Tipp 4) einzuplanen. Beim Kauf von Garagentoren aus Holz müssen Sie zudem bedenken, dass Holz ein Naturprodukt ist, das sich im Laufe der Zeit und unter Einfluss von Licht, Temperatur und Feuchtigkeit verändert. Je nach Holzart entstehen Risse oder Farbveränderungen, die sich mehr oder weniger stark auf die Qualität des Garagentors auswirken. Weil Holz „arbeitet“, braucht ein Massivholz-Garagentor einen schützenden Anstrich, der regelmäßig erneuert werden muss.

Auch Garagentore aus Edelstahl und Aluminium müssen vor Wind und Wetter geschützt werden. Es gibt viele Lacke für die Metalltore, mitunter verlangt ein Lack eine Grundierung. Aluminium-Garagentore brauchen zudem noch einen Haftgrund.

9. Wie soll das Garagentor gesichert werden?

Einbrecher sehen Ihre Garage oft als ein leichteres Ziel an als Ihr Haus. Nicht ohne Grund: Viele Garagen sind weniger sicher verschlossen als Wohngebäude. Dennoch werden dort neben dem Auto gerne weitere Fahrzeuge geparkt, zum Beispiel Motorräder und Fahrräder. Die scheinbare Sicherheit einer Garage verleitet ihre Besitzer sogar häufig dazu, ihre Fahrzeuge nicht mitnahmesicher abzustellen.

Doch es geht nicht nur um Fahrzeuge: Auch Werkzeuge und haustechnisches beziehungsweise gartentechnisches Geräte werden häufig in der Garage untergebracht. Setzen Sie also auf ein Garagentor, das Einbruchsversuchen Widerstand bietet und eine einbruchhemmende Sicherung.

Modernen Garagentore kommen schon ab Werk mit Schließeinrichtungen daher, die den hohen Anforderungen an die Sicherheit gerecht werden. Damit sie sicher funktionieren, ist es ratsam, das neue Garagentor samt Sicherheitstechnik vom erfahrenen Fachmann installieren zu lassen. Das geht auch im Nachhinein. Die Polizei empfiehlt zur Nachrüstung von Garagentoren und Türen zudem sogenannte Stangenschlösser.

Auch Nebeneingänge zur Garage sollten in das Sicherheitskonzept einbezogen werden. Insbesondere dann, wenn es eine Verbindung zwischen Garage und Wohnhaus gibt.

Wichtig zu wissen: Für Garagentore gelten dieselben Schutzklassen (sogenannte Einbruchswiderstandsklassen) wie für Fenster. Empfehlenswert ist für Garagentore die Schutzklasse RC2, bei besonderer Gefahrenlage auch eine höhere.

10. Soll Ihr Garagentor überwacht werden?

Wenn Sie Ihr Anwesen bereits mit einem Alarmsystem überwachen, sollten Sie das neue Garagentor in das Überwachungskonzept unbedingt mit einbeziehen. Wer noch keine Alarmanlage besitzt und die Investition dafür scheut, kann auch eine Alarmsicherung am Garagentor vortäuschen.

11. Hat das Garagentor einen Klemmschutz?

Es ist zwar eher die Ausnahme, aber es kommt vor, dass man von einem Garagentor verletzt wird. Bei Sektionaltoren zum Beispiel geraten Finger schon einmal in die Zwischenräume der einzelnen Torglieder. Seit 2005 unterliegen Garagentore der europäischen Norm EN 13241-1. Diese legt Sicherheitsstandards fest, darunter

  • einen Fingerklemmschutz,
  • einen Seiteneingreifschutz,
  • eine Absturzsicherung,
  • und einen Abschaltmechanismus, falls das Tor beim Öffnen oder Schließen auf Hindernisse trifft,

um Garagenbesitzer und insbesondere ihre Kinder zu schützen. Achten Sie also beim Garagentorkauf darauf, ob Ihr Wunschtor der Norm entspricht.

12. Soll das Garagentor wärmegedämmt sein?

Eine Garage, die direkt am Wohnhaus angebaut ist, sollten Sie im energetischen Konzept für das Gebäude berücksichtigen. Es ist quasi Teil der Gebäudehülle – und die unterliegt den Vorschriften der aktuellen Energieeinsparverordnung. Dabei kommt es insbesondere auf die optimale Dämmung von Garage und Garagentor an. Fehlt die Dämmung, geht teure Heizwärme über Ihre Garage und Ihr Tor ungenutzt verloren. Eine mangelhafte Dämmung weist außerdem häufig unerwünschte Wärmebrücken auf, die zu unkontrollierbaren Energieverlusten führen. In einer optimal gedämmten Garage ist es im Winter wärmer und im Sommer kühler als draußen. Damit erhöhen Sie also auch den Nutzwert der Garage, zum Beispiel als Werkstatt oder Atelier.

Zu guter Letzt noch etwas Inspiration für Ihre Garagentorgestaltung. Haben Sie erkannt, dass es sich dabei um gemalte Bilder und nicht um echte Autos handelt?

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Wir hoffen, unsere 12 Tipps zum Garagentorkauf konnten Sie bei der Vorbereitung und Ihrer Kaufentscheidung unterstützen. Wie wäre es beispielsweise mit einer Holzgarage inklusive Carport? Oder können Sie sich noch nicht zwischen Holzgarage und Carport entscheiden? Benötigen Sie Infos zur Baugenehmigung für Carports oder möchten Sie die Holzgaragen im GartenHaus Onlineshop durchstöbern?

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Titelbild: © iStock/Volga2012
Artikelbilder 2 & 4: © iStock/Watcha; © iStock/Manuel-F-O