Sei es Entertainment oder Erreichbarkeit, für den Job oder privat. Sie spielen mit dem Gedanken Ihr Gartenhaus mit Internet auszustatten und dieses als Arbeitsplatz nutzen? Wir haben mit Jörg Seefeldt, einem Internet-Experten, gesprochen und geben die wichtigsten Informationen zur WLAN im Garten Umsetzung gerne an Sie weiter.

Internet im Gartenhaus: Was Sie benötigen

Damit Sie im Garten bzw. Gartenhaus Internet bekommen, spielen neben dem richtigen Equipment auch weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Beispielsweise die Entfernung zum Gartenhaus, das maximal Budget, dass ausgegeben werden soll und der Aufwand, der für die Installation betrieben werden muss.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Internet im Gartenhaus in einem Radius von 100 Metern, um den Router möglich ist. Auch darüber hinaus ist es möglich, das Signal kann jedoch mit jedem weiterem Meter Schwankungen unterliegen.

WLAN im Garten: Variante 1 – PowerLAN oder dLan

Eine günstige und weniger aufwendige Variante, um Ihr Netzwerk bis zu Ihrem Gartenhaus auszubauen, ist das sogenannte PowerLAN oder auch dLAN.

Hierfür benötigen Sie lediglich spezielle Adapter, welche die für die Internetverbindung benötigten Signale umwandeln und es ermöglichen, diese über das Stromnetz zu verteilen. Tipps zum Umgang mit Strom beim Aufbau Ihres Gartenhauses finden Sie in unseren Artikeln Die 10 größten Fehler beim Gartenhausbau und So können Sie im Gartenhaus Strom verlegen.

Die Internetverbindung kommt also aus der Steckdose. Voraussetzung hierfür ist, dass Ihr Gartenhaus am selben Stromkreis angeschlossen ist wie Ihr Hausnetzwerk, nur so ist es möglich via Adapter im Gartenhaus das Signal umzuwandeln. Übertragbar ist eine Internetverbindung bis zu 300 Metern, allerdings unterliegt sie ab 100 Metern starken Schwankungen.

Unser Tipp: Entscheidend ist dabei auch die Dicke des Stromkabels.

Gartenhaus WLAN: Und die Kosten?

Das PowerLAN ist eine günstige Variante, um auch im Garten im World Wide Web unterwegs zu sein. Die entsprechenden Adapter gibt es schon für circa 35€ zu kaufen, ein zusätzliches Ethernetkabel für unter 3€.

Gartenhaus WLAN: Wie aufwendig ist die Installation?

Die Installation ist ziemlich simpel.

Der Adapter wird in die Streckdose gesteckt und mit dem Ethernetkabel gespeist. Es besteht eine Kabel-Verbindung zwischen Router und Adapter.

In Ihrem Gartenhaus stecken Sie dann den zweiten Adapter in die Steckdose, dieser encodiert das Signal aus der Stromleitung.

WLAN im Garten: Variante 2 – LAN-Kabel

Das LAN-Kabel kennen viele noch aus der „Prä-Wireless“-Ära. Aber es ist noch nicht ganz verschwunden, denn zum Versorgen externer Orte ist es immer noch mehr als dienlich und sorgt für eine stabile Internetverbindung, auch wenn einige Wände und ein Stück Garten zu überwinden sind.

Bei dieser Variante wird das Kabel mit dem Modem verbunden und bis zum Gartenhaus verlegt. Hier können Sie dann mit Hilfe eines Routers das Signal in ein WLAN Signal umwandeln, um kabellos mit Ihren Geräten zu surfen.

Unser Tipp: Für diese Variante spricht eindeutig die stabilere Verbindung im Vergleich zum PowerLAN.

Gartenhaus WLAN: Und die Kosten?

Während die Anschaffung der PowerLAN-Adapter sich noch relativ kostengünstig gestaltet, ist die Anschaffung eines LAN-Erdkabels teurer.

Hier können Sie sich auf Kosten zwischen 1 und 2 Euro pro Meter einstellen, da es sich bei diesem Kabel um ein isoliertes Erdkabel handelt.

Gartenhaus WLAN: Wie aufwendig ist die Installtion?

Das Verlegen eines LAN-Kabels ist mit mehr Mühe verbunden als das Einstöpseln von Adaptern. Das Kabel sollte dabei in einer sicheren Tiefe im Erdreich verlegt und bis zum Gartenhaus geführt werden.

Dafür sind einige Arbeiten im Erdreich nötig. Am besten Sie verlegen das LAN-Kabel gleich mit, wenn Sie Ihr Gartenhaus mit Strom versorgen. Somit sparen Sie sich das zweimalige Ausheben des Erdreichs.

Wer nun denkt: Strom kann ich auch über Solarpanelen auf dem Dach erzeugen? Der irrt. Solarstrom für Ihr Gartenhaus ist zwar umweltfreundlich, mit Solarstrom lässt sich allerdings keine Internetverbindung herstellen. Wichtig ist nämlich, dass Ihr Gartenhaus mit dem selben Stromkreislauf verbunden ist, wie auch Ihr Wohnhaus.

WLAN im Garten: Alternativen

Alternativ können Sie auch einen Surfstick oder Ihr Smartphone als Hotspot benutzen. Hierbei ist ihr Internet jedoch abhängig von der mobilen Netzabdeckung, welches in vielen Teilen Deutschlands noch starken Schwankungen unterliegt. Außerdem weisen diese Varianten auf Dauer und je nach verbrauchter Datenmenge einen wesentlich höheren Kostenfaktor auf.

wlan im schrebergarten

WLAN im Schrebergarten?

Es gibt bereits Kleingartenvereine, welche ihre Schrebergärten mit einem Hotspot ausgestattet haben. Dies läuft dann ähnlich wie in Hotels. Über eine externe Seite kann man sich so anhand eines Passworts in das WLAN Netzes des Schrebergartens einwählen. Allerdings ist so ein Netzwerk vielerorts immer noch die Ausnahme zur Regel.

Sie wollen auf Internet im Schrebergarte nicht verzichten? Greifen Sie auf Alternativen wie den Smartphone Hotspot oder einen mit SIM-Karte ausgestatteten Router zurück. Allerdings kommt es auch in diesem Fall auf die Netzabdeckung des Anbieters an, ob Ihre Internetverbindung wirklich stabil ist.

Unser Tipp: Am besten sprechen Sie mit anderen Vereinsmitgliedern. Eventuell lässt sich gemeinschaftlich ein Weg finden, wie auch Ihre Kleingartenanlage mit Internet ausgestattet werden kann.

WLAN im Garten: Aufrüsten für die Zukunft

Wie schon in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens hat die moderne Technik auch die Gärten erreicht. Auf den Gartenmessen 2018 begegnen Ihnen bereits einige „smarte“ Gartengeräte. Neben Mährobotern, gibt es dort intuitive Wassersprinkler, Sensoren die Feuchtigkeit messen und vieles mehr.

Um solche Geräte im Garten umfassend nutzen zu können, ist es empfehlenswert ein stabiles und weitflächiges Internet im Garten zu haben. Die Versorgung des Gartenhauses mit WLAN ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Vielen Dank an unseren Experten Jörg Seefeldt, der uns für diesen Artikel sehr hilfreich zu Seite stand.

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Bilder: ©GartenHaus GmbH; Bild 2: Commons.wikimedia.org, Kleingartenanlage, Bild 3: ©Jörg Seefeldt