Während manche auf selbsternannte Profis oder chemische Mittelchen vertrauen, bittet Hanne die Natur um Unterstützung beim Gärtnern in ihrem Permagarten. Was genau Sie sich unter einer „permakulturelle Bewirtschaftung“ einer Grünfläche vorstellen können, erklärt Ihnen die Gärnterin höchstpersönlich.

Die Grundidee des permakulturellen Gärtnerns unterscheidet sich nicht von der konventionellen Bewirtschaftung einer Grünfläche: Ziel ist es, möglichst viel Ertrag und eine möglichst große Pflanzenvielfalt zum Wachsen zu bringen.

Doch im Permagarten gilt zudem das Prinzip „Lass die Natur dich regulieren“, wie Hanne betont. Denn durch die enge Zusammenarbeit mit der Natur – ob Pflanze oder Tier – minimieren Permagärtner ihren Aufwand und maximieren ihren Ertrag. Wie sie dabei vorgeht und welch beeindruckende Ergebnisse sie damit erzeugt, können Sie auf ihrem Permagarten Blog nachverfolgen.

Impressionen aus dem Permagarten

Auf den ersten Blick erscheint eine solche Grünfläche als Unkrautsammlung – doch beim genauen Hinsehen kommt eine beeindruckende Pflanzenvielfalt zum Vorschein.

Garten versus Permagarten: Wo liegen die Unterschiede?

Permagärtner wie Hanne haben das Ziel „sich dauerhaft aus der Natur ernähren zu können. Und zwar mit so wenig Aufwand wie möglich, gleichzeitig einfach und selbstverständlich in der Fülle.“

Das Geheimnis dahinter liegt im Vertrauen auf die Regulierung der Natur. Diese müssen Sie gar nicht erzwingen oder generieren, sondern einfach nur „zulassen, was in der heutigen Gesellschaft nicht ganz so einfach ist.“

Der Fokus dieser Art der Bewirtschaftung liegt deshalb „auf Dauerhaftem und auf Bleibendem. Auf Pflanzen, die nicht viel Pflege brauchen, aber trotzdem stets Ernten bringen.“

Hanne und die Permakultur

Hanne war schon immer eine begeisterte Gärtnerin und kennt daher auch die konventionelle Gartenarbeit. Seit vielen Jahren jedoch ist sie Permagärterin aus Leidenschaft:

„Mit der Permakultur befasse ich mich seit circa 16 Jahren. Ich habe schon immer Gemüse angebaut und bin mit der Thematik aufgewachsen, doch das Permakultur-Gärtnern hat mir Wege aufgezeigt, die einfacher und sinnvoller sind – logisch eben.“

Ihr jahrelang erworbenes Wissen gibt sie auch gerne an alle Interessenten weiter:

Seit über 7 Jahren gebe ich Kurse, um diese sinnvollen Fingerzeige auch vielen anderen Menschen näher bringen zu können. Seit 3 Jahren bringe ich zudem eigene Publikationen zum permakulturellen Gärtnern und Leben heraus.“

Sie sind bereits begeisterter Naturgärtner oder wollen tiefer in die Welt des Permagärnterns kennen lernen? Besuchen Sie doch eines von Hannes Seminaren! Die Workshops in ihrer Selbstversorgerakademie garantieren ein lehrreiches und gleichzeitig gemütliches Wochenende – denn Sie können dabei sogar in einem unserer Gartenhäusern übernachten: Sie haben zum Beispiel die Wahl zwischen dem Hexenhaus, dem Campinghouse 44 ISO oder dem Schmetterlingshaus – unserem Gartenhaus Modell Mari-B.

Gartenhäuser Permagartenseminar

Hexenhaus (Campinghouse 44 ISO), Druidenhaus oder das Gartenhaus Modell Mari-B alias Schmetterlingshaus- in welchem unserer Gartenhäuser würden Sie gerne übernachten?

Mehr Infos zu Hannes Gärtner-Workshops finden Sie in diesem Beitrag.

Gartenarbeit im Permagarten

Im Permagarten gelten andere Regeln – damit ändert sich die Gartenarbeit von Grund auf.

Würmer in der Rolle der Gartenkralle

Wer braucht schon eine Gartenkralle oder eine Bodenhacke, wenn es Würmer gibt?

„Es wird nicht umgegraben – wir mulchen und überlassen die Erdlockerung den Würmern. Damit diese optimal arbeiten können, sollte die Erde stets abgedeckt sein. Damit verringert sich nebenbei die Gießarbeit. Ein Hacken und Jäten ist auch nicht mehr notwendig.

Wenn wirklich Jäten nötig ist, wird das Unkraut ausgerissen und wieder auf das Beet gelegt, damit die Reste den Würmern zugute kommen und die Nährstoffe, die das Beikraut entnommen hat, wieder ins Erdreich übergehen.“

Samen, die Samen produzieren

Anstatt die Samen im Pflanzenhandel zu besorgen, beauftragen Permagärtner ihre Pflanzen mit deren Produktion:

Permakulturen im Hochbeet

Der Vorteil der Mischkulturen: Sie produzieren nicht nur Gemüse, sondern auch Saatgut.

„Im Permagarten arbeiten wir mit Mischkulturen, verwenden nur samenechtes Gemüse, von dem auch wieder Saatgut geerntet werden kann und beachten die Fruchtfolge.“

Assistenz aus der Tierwelt

Ob Insekten oder wildes Kleintier: Im Permagarten ist jedes Lebewesen willkommen – und alle helfen fleißig mit!

„Wir achten auf ein ökologisches Gleichgewicht: Viele Blühpflanzen rund um unsere Gemüse locken Nutzinsekten an, die die Schadinsekten vertilgen. Wir bauen auch Nützlingsbiotope nahe an unser Gemüse, wie zum Beispiel Laub- und Totholzhaufen, Stein- und/oder Scherbenhaufen, für Igel, Eidechsen und Mauswiesel. Insektenhotels und Wildbienenhotels und ganz viele Nisthilfen für unsere Singvögel.“

Bienenschwarm im Permagarten

Auch Bienen sind in Hannes Permagarten gern gesehene Gäste.

Ungebetener kriechender Gäste muss Hanne sich dank ihrer tierischen Assistenten nicht mehr entledigen und hat „keinerlei Probleme mehr mit Läusen, weißen Fliegen, Raupen und so weiter. Auch die Schnecken werden dadurch dezimiert, weil Eidechsen und Igel diese wegfressen.“

Eidechse im Permagarten

Während sie auf ihre nächste Beute wartet, sonnt sich die Eidechse entspannt im Ziegelzaun.

Neben den kleineren haben auch große Nutztiere in Hannes Permagarten einen festen Platz – und die Hühner sogar ein Eigenheim: ihren „Hühnertraktor. Ein kleines, versetzbares Gehege mit Stall für circa drei Hühner.“ Auch diese legen beim Gärtnern Hand – oder besser Schnabel – an: „Sie können Flächen frei räumen, die wir später wieder anbauen wollen.“

Huehner im Permagarten

Für Hühner ist der Permagarten ein wahres Paradies.

Hanne selbst hält zudem Hängebauchschweine, doch davon würde sie „einem normalen Hausgärter absolut abraten“. Sie warnt: „Die Haltung von Schweinen läuft meist nicht ohne Probleme ab!“

Haengebauchschweine im Permagarten

Hannes Hängebauchschweine fühlen sich in ihrem Winterlager sichtlich wohl.

 Frühlingserwachen im Permagarten

Die Gartensaison beginnt im Permagarten ähnlich wie im Hausgarten: „Mit der Voransaat der einjährigen Gemüsepflanzen.“

Der Fruehling im Permagarten

Die Tomaten sind im Tunnel, die einjährigen Gemüsepflanzen sind angesät: Jetzt kann der Frühling kommen.

Anschließend steht der große Frühjahrsputz auf dem Gärtnerplan:

„Sobald das Wetter stabiler wird und die Insekten die ganzen dürren Halme nicht mehr benötigen, wird im Garten ‚aufgeräumt‘. Über den Winter bleiben bei uns nämlich die dürren Halme aller Pflanzen für die Insekten und als Bodenbeschattung zum Schutz vor der tückischen Wintersonne stehen.“

Sie fragen sich nun, wie Sie die trockenen Halme entsorgen können? Brauchen Sie nicht! Denn auch die geschnittenen Pflanzenstängel können Sie im Permagarten wiederverwenden. Hanne zum Beispiel „schneidet alles Dürre ab und verwendet es als Mulchmaterial in den Baumscheiben des intensiven Früchte-Beeren-Systems oder in den Extensivbeeten.“

Extensivbeete Permagarten

Ihre Extensivbeete beanspruchen Hannes vollste Aufmerksamkeit.

Genau um diese kümmert sich unsere Permagarten-Expertin als nächstes: „Die Beete werden zur Einsaat oder aber auch schon für die ersten Jungpflanzen von Salat und Rettich vorbereitet.“

Sobald sie ihre grüne Oase schließlich wieder in Form gebracht hat, widmet sie sich der Erweiterung ihrer Spielfläche, indem sie „wieder einen neuen Gartenbereich erschließt und ihn der Verwilderung entreißt.“

Gemüsevielfalt in der Wildnis nach Plan

Nach und nach bringt Hanne auf diese Weise Struktur in ihren Naturgarten, doch trotzdem wird ihr „Permakultur-Garten immer eine kleine Wildnis bleiben, jedoch eine Wildnis nach Plan“.

Permagarten Intensivzone

Besonders in der Intensivzone wächst im Permagarten eine beeindruckende Pflanzenvielfalt.

Für die Natur ist diese Art der Bewirtschaftung wahrlich eine Oase, in der sie zeigt, was sie alles Leckeres hervorbringen kann – deshalb ist in dieser „Wildnis so gut wie alles essbar“.

Besonders freut sich Hanne auf ihren „üppigen Löwenzahn, den kein Kultursalat ersetzen könnte“ und viele weitere Wildkräuter- und Wildgemüsesorten, die aus ihrer Küche nicht mehr wegzudenken sind:

Die Wildkräuter nehmen bei uns einen größeren Teil der Salatspeisen ein als die Kultursalate. Auch die Wildgemüse spielen im Frühling eine sehr große Rolle. Jetzt ernten wir zum Beispiel Topinambur, Haferwurzel, wilde Pastinake, Nachtkerzenwurzeln und wilde Möhre. Bald kommt auch der Wiesen-Bärenklau dazu, der ganz frisch in die Pfanne kommt. Es gibt immer etwas zu ernten und zu knabbern im Garten.“

Ernte im Permagarten

Jedes Jahr aufs Neue ist Hanne in ihrem Permagarten eine reiche Ernte garantiert.

Wie Hanne es schafft, dass ihr Permagarten ohne großes Zutun eine solche Gemüsevielfalt hervorbringt?

„Wir mähen unsere Wiesen immer erst sehr spät und machen nur die Wege durch den Dschungel mit dem Rasenmäher gangbar. Das ist wichtig, damit sich genug Wildgemüse aussamen können.“

Gemüse aus dem Permagarten

Grüne und gelbe Tomaten, gigantische Zucchini: An Wildgemüse wird es Ihnen im Permagarten nicht mangeln.

Auch wenn Sie selbst gerne der Herr über Ihren Garten sind – die Natur weiß am besten, was sie braucht, was sie will und was sie kann. Arbeiten Sie deshalb mit ihr im Einklang und erhöhen Sie so in der kommenden Saison Ihre Chancen auf eine reiche Ernte und eine üppige Blütenpracht!

Vielen Dank, liebe Hanne, für die Einblicke in deinen Permagarten. Wir wünschen dir auch in diesem Frühling viele tolle Gartenerlebnisse in deiner kleinen Wildnis.

Bilder: © Hannelore Zech / Permagarten.wordpress.com