Sie träumen von einem Pool im eigenen Garten, wollen aber keine klassische Anlage mit viel Chemie-Einsatz? Es geht auch natürlicher: Schwimmteiche und Naturpools funktionieren rein biologisch und sind im Betrieb sogar günstiger. Wir zeigen Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf und erklären, worauf Sie achten müssen.

Was gibt es Schöneres als einen Pool auf dem eigenen Grundstück? An warmen Sommertagen nach der Arbeit einfach mal ins kühle Nass abtauchen ist Entspannung pur! Hohe Unterhaltskosten und der Einsatz von Chlor und anderen Chemikalien machen allerdings weniger Freude, waren sie jedoch lange Zeit unvermeidlich. Mittlerweile gibt es bewährte Alternativen zum klassisch betriebenen Pool, die das Wasser mit natürlichen Methoden reinigen und weniger bis gar keinen Strom verbrauchen.

Bio-Pool, Naturpool, Badeteich oder Schwimmteich?

Wer sich für die natürlicheren Pool-Varianten interessiert, trifft auf vielerlei Begriffe: Bio-Pool, Schwimmteich, Naturpool, „naturnaher Schwimmteich“, „Living-Pool“, „Öko-Swimmingpool“ – die Möglichkeiten scheinen unendlos. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Begriffe unterschiedliche Techniken bezeichnen, andere nur kreative Wortschöpfungen für diesselbe Variante darstellen.

Was sind also die wichtigen Unterschiede und Gemeinsamkeiten? Allen Varianten gemeinsam ist lediglich der Verzicht auf Chemie. Kein Chlor, kein OZON, keine sonstigen Desinfektionsmittel werden für den Betrieb benötigt. Wie die natürliche Wasseraufbereitung dann im Detail funktioniert, darin unterscheiden sich die Anlagen. Sofern diese wichtige Arbeit ausschließlich von Pflanzen und Plankton verrichtet wird, handelt es sich um einen „Schwimmteich“. Werden biologisch-mechanische Filtersysteme eingesetzt, spricht man vom „Naturpool“. Alle anderen Bezeichnungen meinen eine dieser Varianten oder beziehen sich auf Mischformen zwischen den Systemen.

Der Schwimmteich: natürlicher geht’s nicht!

Der Schwimmteich ist ein großer Gartenteich, der in mehrere Zonen aufgeteilt ist: Einerseits die Fläche, in der man ungestört schwimmen kann, andererseits die Pflanzzone, bzw. „Regenerationszone“, die der Wasseraufbereitung dient. Zwischen beiden Bereichen muss der Wasseraustausch möglich sein oder durch Pumpentechnik hergestellt werden.

Die Pflanzzone benötigt stolze 50 Prozent der Fläche und beherbergt vielerlei Wasserpflanzen, die mit ihren Wurzeln zur Reinigung beitragen. Die Hauptarbeit leistet dabei der sich entwickelnde Zoo- und Phytoplankton, der Bakterien und andere Verunreinigungen beseitigt. Bei der Bepflanzung einer solchen Anlage ist die richtige Wahl der Pflanzen entscheidend: Nur wenn Unterwasser-, Sumpf- und Röhricht-Pflanzen im richtigen Verhältnis vertreten sind, klappt die Wasserreinigung auch problemlos.

Auf dem Foto sehen Sie z.B. eine solche Pflanzzone, die unter der Wasseroberfläche vom Schwimmbereich abgegrenzt ist und sich hinter dem Holzsteg fortsetzt.

Pflanzzone im Schwimmteich

Ein Schwimmteich kann auf diese Weise ganz ohne Technik betrieben werden. Keine Chemie, kein Stromverbrauch, keine Filter, ein Traum für Naturfreunde, die eine kompromisslos natürliche Anlage wünschen. Da es sich um ein stehendes Gewässer mit erheblichem Pflanzenanteil handelt, wird sich allerdings auch die Tierwelt einfinden: Lurche, Wasserläufer und Frösche fühlen sich hier wohl, ebenso Larven von Libellen und anderen Insekten.

Wegen der vielen Pflanzen setzen sich auf Dauer Sedimente auf dem Teichboden ab und auch die Oberfläche wird ohne Pflege nicht komplett frei bleiben. Im Frühsommer und -herbst kann es gelegentlich zu einer Eintrübung des Wassers kommen, wodurch die Wasserqualität an sich aber nicht leidet.

Schwimmteich naturnah

Die Gestaltung eines Schwimmteichs kann vielerlei Formen annehmen. Organisch-naturnahe Bauweisen mit Teichfolie, Natursteinen und Randbepflanzung mögen der Idee am nächsten kommen, doch gibt es heute auch viele Varianten, die dem klassischen Pool nachempfunden sind: mit geradlinigen Becken, Betonwänden und ebenso eingefassten Pflanzbereichen.

Mischform: Schwimmteich mit Filtertechnik

Eine sehr erfolgreiche Weiterentwicklung des Schwimmteichs nutzt die Filtertechnik für die Sauberhaltung der Oberfläche. Pumpe und Skimmer (Oberflächenabsauger) filtern das Wasser mechanisch, Blätter und andere Verschmutzungen werden so effektiv entfernt.

Je nach Bauweise und Größe der Anlage kann eine weitere Pumpe für den zügigen Austausch zwischen Pflanzzone und Schwimmfläche sorgen. Durch den vermehrten Technikeinsatz gelingt es, auch mit deutlich weniger Pflanzzone auszukommen. Je leistungsfähiger die eingesetzte Filteranlage ist, desto kleiner kann die Regenerationszone sein – ein Vorteil, der die Einrichtung eines Schwimmteichs auch auf kleineren Grundstücken möglich macht. In einer solchen Anlage muss die Pflanzzone auch nicht direkt in die Schwimmzone übergehen, sondern kann dank der Umwälzungspumpe daneben angelegt werden.

Schwimmteich mit Pflanzzone extra

Bei allen Varianten, die auch Pumpen für die Wasserumwälzung nutzen, verschwimmen die Begriffe. Man findet sowohl die Bezeichnung „Schwimmteich“ als auch „Naturpool“, sowie diverse andere Wortschöpfungen. Wir bleiben bei „Schwimmteich“ für alle Versionen, die auf Pflanzen nicht ganz verzichten, denn letztlich macht die Technik den wesentlichen Unterschied aus, nicht die Optik.

Hier ein weiteres attraktives Beispiel, das mit verkleinerten Pflanzzonen auskommt.

Schwimmteich mit Pflanzzonen

Mit der richtigen Pumpen- und Filtertechnik lässt sich eine Pflanzzone auch erhöht aufbauen und für den Rückfluss des Wassers mit hübschen Wasserspielen nutzen.

Schwimmteich mit Wasserspiel

Es wundert nicht, dass Schwimmteiche mit Pump- und Filtersystemen heute verbreiteter sind als die Varianten, die gänzlich auf Technik verzichten. Sie sind variabler in der Gestaltung, brauchen weniger Platz, ihr Ökosystem ist nicht ganz so empfindlich und es fällt weniger Reinigungsarbeit an. Dafür verbrauchen sie allerdings mehr Strom durch evtl. rund um die Uhr betriebene Pump- und Filtersysteme.

Der Naturpool: Biologisch gereinigt ohne Pflanzen

Ein Naturpool kann ganz ohne Pflanzen angelegt und betrieben werden. Die Wasserreinigung übernehmen außerhalb des Pools platzierte Sand- und Phosphatfilter, die sich gut unter einer Holzterrasse verstecken lassen. Der Sandfilter wird rund um die Uhr vom Poolwasser durchströmt, wodurch ein Biofilm entsteht, der für das biologische Gleichgewicht sorgt. Die Algenbildung wird durch den Einsatz eines Phosphatfilters verhindert, denn Algen ernähren sich u.a. von Phosphat.

Den wesentlichen Unterschied zu den Schwimmteichen, bei denen Pumpen auch zur Umwälzung und zum Filtern des Wassers genutzt werden, besteht im kompletten Verzicht auf Pflanzen. Ein Naturpool spart also noch mehr Platz als jeder Schwimmteich mit Pflanzzone. Damit passt er auch auf kleinere Grundstücke, bzw. es bleibt mehr Fläche fürs Baden und Schwimmen. Ohne Pflanzen bleibt das Wasser im Pool zu allen Jahreszeiten glasklar, während ein Schwimmteich gelegentlich eintrüben kann. Wer also seinen Badespaß jederzeit „ungetrübt“ genießen will, ist mit einem Naturpool auf der sicheren Seite.

Und die Bauformen? Während bei naturnahen Schwimmteichen ohne Technik erdmodellierte, organische Formen vorherrschen, haben Naturpools meist geometrische, in Beton gegossene Becken. Der Naturpool ist also rein optisch kaum vom klassischen Swimmingpool zu unterscheiden, lediglich die Technik funktioniert biologisch und kommt ganz ohne Chemie aus.

Naturpool

 

Funktioniert: Die Pflanzzone ohne Pflanzen

Ein gelungenes Beispiel für eine weitestgehend pflanzenfreie Poolvariante ist die großzügige Anlage mit Naturpool und Gartenhaus Clockhouse, die Familie Jöbstl erschaffen hat.

Naturpool mit Clockhouse

Der Großteil der Filtertechnik wurde unter dem Steg und der Plattform versteckt oder verschwindet unsichtbar unter der Kiesschicht, durch die das Wasser gefiltert wird.

Naturpool

Wer sehen will, wieviel Erde für diesen Pool bewegt wurde, kann gerne die Aufbaugeschichte dieses Projekts nachlesen. Herr Jöbstl schrieb uns damals über seine Entscheidung für einen Naturpool:

„Da wir keine Biotop- und Frosch-Liebhaber sind, zögerten wir erst ein wenig, doch haben wir bei Sichtung mehrerer Referenzprojekte dann doch Lust auf Naturpools bekommen. Die gute Wasserqualität und optischen Gestaltungsmöglichkeiten haben uns überzeugt und die allzu lauten Frösche finden an der von uns gewählten Variante mit kaum Uferbepflanzung zum Glück keine Freude.“

Kaum Uferbepflanzung? Das ist untertrieben, denn tatsächlich wächst gar nichts auf der Kiesschicht im Vordergrund. Dennoch kann sich Familie Jöbstl über glasklares Wasser im Pool freuen. Auch im Winter muss das Wasser nicht extra abgelassen werden. Da Rohre und Filtertechnik gut geschützt verbaut sind, braucht so ein Naturpool den Frost nicht zu fürchten.

Naturpool im Winter

Was kosten Schwimmteiche und Naturpools?

Zu den Kosten des natürlicheren Schwimmvergnügens lässt sich sagen: Das kommt darauf an! Zwar lassen sich im Internet durchschnittliche Quadratmeterpreise für verschiedene Bauweisen finden, doch sind diese Angaben wenig verlässlich. Welche Kosten tatsächlich anfallen, hängt immer von den individuellen Gegebenheiten und Wünschen, vom jeweiligen Aufwand für die naturnahe Gestaltung und von der mehr oder weniger luxuriösen Ausstattung eines betonierten Poolbeckens ab. Auch die weiteren Punkte können sich auf die Kosten auswirken:

  • Tiefe der Schwimmzone
  • Zugänglichkeit der Baustelle
  • Grundstückslage (Hanglage oder Ebene)
  • Grundwasserspiegel: Muss das Grundwasser während der Bauarbeiten abgesenkt werden?
  • Art des Untergrunds (Fels, Sand, Lehm?)
  • Art der biologischen Filterung
  • Höher gelegte Pflanz- und Filterzonen?
  • Ausstattung (Unterwasser-Scheinwerfer, Gegenstromanlage, Heizung, usw.)
  • Material der Holzterrasse (Lärche, Ipe, WPC, o.ä.)
  • Gestaltung der umgebenden Verkehrsflächen (Betonstein, Naturstein?)

Wenn Sie nun noch bedenken, dass unter „Schwimmteich“ sowohl erdmodelierte Folienteiche als auch architektonisch aufwändige Betonbecken verstanden werden, dürfte umso klarer werden, dass es keine allgemeine Antwort auf die Kostenfrage geben kann. Mehrere tausend Euro lassen sich allerdings bei allen Varianten durch Eigenarbeit sparen. So können Sie sich z.B. selbst um den Aushub kümmern, etwaige Beckenmauern errichten und die Bepflanzung übernehmen, während eine Fachfirma die Planung, Abdichtung und die technischen Installationen vornimmt. Es empfiehlt sich, vom Start weg mit einem Fachbetrieb zusammen zu planen, um Fehler zu vermeiden, die am Ende die Kosten nochmal in die Höhe treiben.

naturnaher Schwimmteich

Betriebskosten und Pflege

Der Energieverbrauch der verschiedenen Pool- und Teichvarianten unterscheidet sich im laufenden Betrieb: Sobald – wie beim Naturpool und den erläuterten „Mischformen“ – eine Pumpe im Dauerbetrieb das Wasser filtert und umwälzt, steigen auch die Stromkosten deutlich. Hier spart die ökologische Methode des naturnahen Schwimmteichs ohne Technik spürbar Geld. Hinzu kommen jeweils Kosten für Zubehör und Schwimmteichdünger, sowie für Pflegeleistungen und Technik-Wartung am Naturpool, sofern Sie das eine Fachfirma machen lassen.

Die Pflegearbeiten sind im naturnahen Schwimmteich naturgemäß umfangreicher: Regelmäßig müssen die Pflanzen zurückgeschnitten werden, damit bei deren Zerfall nicht zu viele Nährstoffe ins Wasser gelangen. Da sich Sedimente auf dem Boden absetzen, müssen auch diese Ablagerungen gelegentlich entfernt werden. Wer ein geradliniges Betonbecken betreibt, kann diese Arbeit auch einem Reinigungsrobot überlassen, ganz unabhängig von der verwendeten Filtertechnik. Auch im aufwändig gefilterten Naturpool wird der Beckenboden durch Einträge aus der Luft irgendwann verschmutzen.

Alles, was von oben aufs Wasser fällt, muss im Naturpool ebenso wie im Schwimmteich regelmäßig entfernt werden. Wenn dies im Wesentlichen durch einen Skimmerfilter geschieht, muss dieser Filter entsprechend oft kontrolliert und gereinigt werden. Im Herbst kann ein Laubnetz hilfreich sein, das verhindert, dass das fallende Laub den Filter verstopft oder ins Becken absinkt.

Haben Sie für die Planung und zumindest teilweise Umsetzung eine Fachfirma beauftragt, sollten Sie zusammen mit der Firma auch gleich ein Pflegekonzept erstellen. Viele Anlagen werden einmal im Jahr professionell durchgecheckt, während die Eigentümer kleinere Arbeiten übers Jahr selbst erledigen. In jedem Fall sollten Sie bei der Wahl der Baufirma darauf achten, dass die Partner längerfristig bei Fragen und Problemen zur Verfügung stehen. Dann steht Ihrem Badevergnügen auch über viele Jahre nichts im Wege.

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Bildquellen:

Titelbild + Artikelbild 2,3,4,5,6,10: Balena GmbH – Teich und Pooltechnik
Artikelbild 1: ©kai-creativ – Fotolia.com / #3571466
Artikelbild 7,8,9: Gartenhaus GmbH (Kundenprojekt Familie Jöbstl)