Das Anlegen eines Steingartens sollten Sie frühzeitig und mit Bedacht planen. Wir zeigen Ihnen in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie ganz einfach selbst einen Steingarten anlegen können, welche Pflanzen geeignet sind und geben Tipps zur Gestaltung und Pflege Ihres Steingartens.

Gärtnern mit Strategie: Jeder Stein hat seinen Platz beim Anlegen eines Steingartens

Ein Steingarten imitiert ein Fleckchen Erde, wie Sie es im Gebirge finden. Er ist sozusagen die Nachbildung einer kleinen Alpenlandschaft in Ihrem Garten. Typisch für das Original ist eine leichte Hanglage, die zur Sonne ausgerichtet ist. Große Steinbrocken spenden nicht nur Schatten und Halbschatten, sondern speichern zudem die Sonnenwärme und geben sie noch lange nach Sonnenuntergang an ihr Umfeld ab. Um einen eigenen Steingarten anzulegen, brauchen Sie drei Hauptelemente:

  • Steine,
  • Kies und
  • Pflanzen.

Die geringe Hanglage von etwa zehn Prozent ergibt sich entweder aus den natürlich schrägen Lagebedingungen Ihres Gartens oder Sie müssen zum Beispiel mit Geländeaufschüttungen künstlich für die nötige Schräglage sorgen. Das scheint auf den ersten Blick Extraarbeit zu sein, doch der Aufwand lohnt sich: Dank der leichten Neigung fließen sowohl Regen- als auch Gießwasser zügig von selbst ab, so dass die speziellen Steingartenpflanzen keine nassen Füße bekommen. Staunässe mögen sie nämlich gar nicht.

Unser Tipp: Besitzen Sie keine Hanglage, können Sie alternativ zum klassischen Steingarten auch einen sogenannten Geröllgarten anlegen. Bei wenig Platz kann ein Kiesbeet mit steinigem Boden und Pflanzen, die diesen bevorzugen, platziert werden. Eine Mini-Lösung für Steingarten-Liebhaber wäre zudem ein Steinbeet im Pflanzgefäß. Weitere Möglichkeiten Natursteine als Gestaltungsmittel im Garten zu nutzen, zeigt Ihnen unser Magazinbeitrag „Natursteine im Garten: Inspirationen für die Gartengestaltung rund ums Gartenhaus“.

So zeichnen Sie eine Lageskizze zum Anlegen Ihres Steingartens

Zur Planung Ihres Steingartens gehört unbedingt eine Skizze. Zeichnen Sie dort maßstabsgerecht ein, welche Fläche Sie für Ihren Steingarten vorgesehen haben. Halten Sie die Lichtverhältnisse fest, die auf der ausgewählten Fläche herrschen werden. Denken Sie dabei auch an Verschattungen durch Bauten und Bäume.

Tragen Sie außerdem die Bodenbeschaffenheit ein – und markieren Sie die Stellen, wo die Bodenqualität noch verbessert werden kann bzw. soll. Markieren sollten Sie auch die Stellen, die Sie mit klassischer Steingartendekoration gestalten wollen. Dazu zählen zum Beispiel eine Treppe, ein Sitzplatz oder eine kleine Wasserlandschaft.

Als Letztes gehören Trittstellen, Pfade und Wege in Ihre Steingarten-Planungsskizze.

So finden Sie die passenden Steine für Ihren Steingarten

Steine sind das charakteristische Gestaltungsmittel des Steingartens. Sie sollten deshalb die wegen ihrer Größe und/oder Beschaffenheit optisch auffälligen Steine für Ihren Steingarten strategisch platzieren. Die Herausforderung für einen jeden Steingartenanleger wird dabei sein, dem natürlichen Vorbild der Alpen auf lediglich begrenzter Gartenfläche nachzukommen.

Lassen Sie also die Regeln der formalen Gartengestaltung beiseite und konzentrieren Sie sich auf eine natürliche, unregelmäßige Anordnung (musterlos, unsymmetrisch) sämtlicher Elemente Ihres Steingartens. Kontraste sind eine gute Rezeptur: Kombinieren Sie große mit kleinen Steinen, kantige mit runden Steinen, glatte mit rauen Steinen.

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Ob Ihr Steingarten Platz für einen tonnenschweren Findling hat – diese Entscheidung bleibt Ihnen selbst überlassen. Die Steingärtner sind geteilter Meinung, ob die (optisch dominanten) Steine von ein und derselben Gesteinsart sein sollten oder nicht. Wobei für kleine Steingärten eher dazu geraten wird, nur eine Gesteinsart zu verbauen, um die Optik nicht zu unruhig zu gestalten.

Die kleineren Steine im Steingarten sollten harmonisch zu den großen Blickfängern passen. Gängig ist Kies aus folgenden Gesteinsarten:

  • Alpendolomit
  • Basalt
  • Diabas
  • Gneis
  • Jurakalkstein
  • Naturgranit
  • Sandstein
  • Schiefer

Unser Tipp: Nutzen Sie möglichst Steine aus Ihrer Region – die kommen aus derselben Mikroklima-Zone, in der auch Ihr Steingarten angelegt wird und kurze Transportwege minimieren zudem die Transportkosten. Vielleicht können Sie diese sogar sparen, in dem Sie sich Ihre Steine aus einem nahegelegenen Steinbruch selbst abholen?

Steingarten anlegen – eine praktische Schritt für Schritt Anleitung

Ein Steingarten bringt vor allem den Vorteil, dass er vergleichsweise wenig Pflege braucht. Vorausgesetzt natürlich, er ist richtig angelegt. Im Folgenden zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie selbst profimäßig einen Steingarten anlegen können.

So bereiten Sie den Grund für Ihren Steingarten vor

Damit Ihre Steingartenpflanzen später wohl gedeihen, brauchen Sie den passenden Lebensraum. Neben der Sonne von oben und dem Halbschatten der großen Steine gehört dazu ein recht nährstoffarmer, sandig-kiesiger Boden, der gut wasserdurchlässig ist.

Eine sogenannte Drainage ist ratsam, wenn keine Hanglage möglich oder diese unerwünscht ist. Mit Hilfe der Drainage können Sie Stauwasser kontrolliert ableiten. Ein spezielles Unkrautvlies erspart Ihnen von vornherein mühsames Jäten im Steingarten und bewahrt die Drainage vor einer Verstopfung durch Substrat. Und ein Wühlmausdraht hält die Wühlmäuse vom Steingarten fern.

In dieser Reihenfolge sollten Sie den Grund für den Steingarten vorbereiten:

  1. Boden auskoffern: Heben Sie den Boden auf der gesamten Steingartenfläche etwa 30 bis 50 Zentimeter tief aus.
  2. Erarbeiten Sie dabei gegebenenfalls ein Gefälle!
  3. Entfernen Sie sämtliches Wurzelwerk und Unkraut aus dem durch die Auskofferung entstandenen Raum.
  4. Legen Sie dann den Wühlmausdraht flächendeckend aus.
  5. Errichten Sie gegebenenfalls als Nächstes die Drainageschicht. Verteilen Sie dazu 10 bis 20 Zentimeter Kies, Sand, Bauschutt und Erde im Aushubraum. Dabei können Sie falls gewünscht kleine Hügel anlegen.
  6. Danach überdecken Sie das Ganze mit einem Unkrautvlies. Achten Sie darauf, dass sich die einzelnen Teile des Vliesmaterials reichlich überlappen (mindestens 10 Zentimeter sind empfehlenswert).
  7. Zum Schluss kommt das Bodensubstrat dran: Verteilen Sie eine 20 bis 30 Zentimeter hohe Schicht aus sandig-kiesigem Mutterboden oder geeigneter Pflanzenerde aus dem Fachhandel.

Steinbeet mit Kies und Pflanzen

So platzieren Sie die Steine in Ihrem Steingarten

Das Platzieren der Steine in Ihrem Steingarten erfolgt anhand Ihrer Planungsskizze. Dabei geht es nach der Größe der Steine: Zuerst kommen die großen Steine an ihren Platz. Sie sollten mit der größten Fläche nach unten und bis zu einem Drittel im Boden stecken, sich ergebende Hohlräume füllen Sie anschließend mit Sand auf. Das grobe Drainagematerial gibt dem Brocken extra Halt. Falls nötig schneiden Sie dazu ein Kreuz ins Unkrautvlies darunter.

Die Findlinge und Co. sind die Blickfänger und Ankerpunkte des gesamten Steingarten-Arrangements. Dann sind die mittelgroßen und kleineren Einzelsteine an der Reihe. Es folgen die gewünschten Steingartenelemente wie Sitzbank, Treppe, Steinfiguren und Ähnliches.

Das Ganze sollten Sie dann buchstäblich für ein paar Tage sacken lassen. So kann sich das arrangierte Material, gegebenenfalls auch unter Einfluss von Niederschlag, an Ort und Stelle richtig setzen.

Mit diesen Gewächsen bepflanzen Sie Ihren Steingarten „artgerecht“

Im Steingarten spielen Steine die Haupt- und Pflanzen die Nebenrolle. Gemäß dem Vorbild der Alpen braucht auch Ihr Steingarten nun grüne Einzelstücke, darunter

  • kleine Gehölze,
  • Halbsträucher,
  • Gräser und
  • blühende Pflanzen.

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Bei der Wahl der für Sie richtigen Steingartenpflanzen kommt es auf die Höhe an: Sie sollten sich vorab über deren Wuchshöhe informieren, damit die Pflanzen später nicht zu viel Ihres Steingartens verdecken. Außerdem sollten Sie beachten, wie viel nährstoffreichen Boden jede Steingartenpflanze zum Gedeihen braucht.

Die folgende Liste gibt Ihnen eine Auswahl an beliebten Steingartenpflanzen (in Klammern: der jeweilige botanische Name):

  • Alpenaster (Aster alpinus)
  • Alpenbalsam (Erinus alpinus)
  • Alpen-Leinkraut (Linaria alpina)
  • Blauraute (Perovskia)
  • Blauschwingel (Festuca cinerea)
  • Enzian (Gentiana)
  • Fuchsien (Fuchsia
  • Glockenblumen (Campanula)
  • Grasnelken (Armeria caespitosa)
  • Junkerlilien (Asphodeline lutea)
  • Katzenpfötchen (Antennaria dioica)
  • Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
  • Kriechwacholder (Juniperus horizontalis)
  • Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides)
  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Narzissen (Narcissus)
  • Nelken (Dianthus)
  • Reiher-Federgras (Stipa pulcherrima)
  • Schleifenblumen (Iberis)
  • Schmetterlingsstrauch (Buddleia davidii)
  • Steinbrech (Saxifragia)
  • Strauchrose (Rosae)
  • Thymian (Thymus)
  • Zittergras (Briza minor)
  • Zwergkiefer (Pinus pumila)

Steingarten anlegen: Infografik zum Ausdrucken

Mit unserem praktischen PDF zum Herunterladen, zeigen wir Ihnen die wichtigsten Schritte zum Steingarten anlegen.

Unser Tipp: Drucken Sie sich die Grafik aus, damit Sie diese mit in den Garten nehmen können.

Steingarten anlegen Anleitung

So pflegen Sie Ihren Steingarten nach dem Anlegen

Der Steingarten braucht kaum Pflege, nur mäßige Bewässerung in trockenen Zeiten (Sommer sowohl als Winter) und Düngung. Von Schädlingen und Krankheiten bleibt er weitgehend verschont. Sie sollten allerdings regelmäßig Unkraut jäten, besonders im Frühling und Sommer. Denn gerade im Frühling und Frühsommer angepflanzte Jungpflanzen können mit Unkraut nur schwer konkurrieren. Auch welke Pflanzenteile sollten Sie entfernen, sobald diese anfallen.

Wichtig: Entfernen Sie Moos vom Boden, sobald es sich dort zeigt – es könnte Ihre Steingartenpflanzen ersticken.

Ihr Steingarten steht! Jetzt brauchen Sie noch eine optische Brücke zum weniger steinigen Rest des Gartens? Die können Sie mit den passenden Gartenwegen aus Stein bauen. Tolle Ideen dazu haben wir für Sie in unserem Magazinbeitrag „Gartenwege gestalten: auf gutem Fuß zum Gartenhaus“ gesammelt.

Sie suchen zusätzliche Inspiration zur Gartengestaltung? Schauen Sie doch auf unserem Pinterest-Boards zu Die schönsten Steingartenhäuser, Gabionen Gartengestaltung und Gartengestaltung: Französischer Garten vorbei.

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Titelbild: © iStock/BasieB
Artikelbild: © iStock/katkov