Leider kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man sich von seinem geliebten Gartenhaus trennen muss. Sei es aufgrund von Wetterschäden, Platzmangel oder weil sich die Bedürfnisse und Ansprüche an das Gartenhaus verändert haben. Allerdings gilt es dabei einiges zu beachten – von der richtigen Vorgehensweise bis hin zur fachgerechten Entsorgung und die nicht zu unterschätzenden anfallenden Kosten.

Abriss: Geht das auch ohne Profis?

Grundsätzlich gilt: Konnten Sie das Gartenhaus alleine aufbauen, können Sie es in der Regel auch selbst abbauen. Bestenfalls haben Sie dazu noch die alte Montageanleitung zur Hand, dann sollte der Abbau vom Ablauf her einfach nachvollziehbar sein. Allerdings sollten Sie sich bevor Sie loslegen gut überlegen, ob Sie über die nötige Zeit und ein geeignetes Transportmittel für den anfallenden Sperrmüll verfügen. Denn der Abriss eines Gartenhauses ist mit guter Vorplanung, viel Zeit und einigen Vorkehrungen verbunden. Sollten Sie sich trotzdem dafür entscheiden, die Kosten einer Baufirma zu sparen, suchen Sie sich Unterstützung im Freundes- und Familienkreis und treffen Sie entscheidende Vor- und Nachbereitungen:

  1. Zunächst steht die Entrümpelung der Geräte und Einrichtung an. Hier wird bereits erster Sperrmüll anfallen.
  2. Am besten mieten Sie sich einen Baucontainer für den Sperrmüll. Beim Abriss eines Gartenhaues kommen gerne mal mehrere Kubikmeter Sperr- und Sondermüll zusammen der anschließend entsorgt werden muss! Der Container wird von der Entsorgungsfirma geliefert und abgeholt und der darin enthaltene Sperrmüll fachgerecht entsorgt. Seien Sie großzügig bei der Zeitberechnung. Je älter das Gartenhaus ist, desto stärker sind Nägel und Balken verzogen. Das erschwert das Auseinanderbauen der einzelnen Holzbretter erheblich. Auch Hitze und Regen können das Gartenhaus angegriffen haben und beispielsweise das Entfernen einer Bitumen Dachpappe erschweren, die dadurch gerne mal verklebt.Hier ein Beispiel, wie so ein Handabbruch aussehen kann. Dabei brauchen fünf Arbeiter für den Abbau ungefähr inkl. Abräumung ca. fünf Stunden.
  3. Der Abriss eines Gartenhauses ohne Hilfe ist nicht empfehlenswert. Suchen Sie sich Unterstützung im Freundes- oder Familienkreis.
  4. Beachten Sie, dass es für die verschiedenen Baumaterialen eigene Vorschriften für deren Entsorgung gelten. (Ausführliches dazu später.)
  5. Falls Sie keinen Container mieten wollen, suchen Sie vorher in Ihrer Umgebung nach einem geeigneten Wertstoffhof oder einer Entsorgungsanlage für den späteren Sperrmüll.  Dabei wird Ihr altes Gartenhaus vermutlich nicht in einen Pkw passen. Am besten mieten Sie   noch einen Sprinter für den Abtransport.

Hier finden Sie eine Übersicht zur Sperrmüllentsorgung, passend zu Ihrem Wohnort.

Egal, ob Sie eine Firma für die Müllbeseitigung bestellen oder selber zum Wertstoffhof fahren – das Abladen und Entsorgung kostet in jedem Fall etwas. Eine Übersicht über die durchschnittlichen Kosten für einen Container finden Sie hier (ca.113 – 170 Euro pro Tonne).

Spaten

Ein kleines Gartenhaus lässt sich auch selber abbauen.

Wie entsorge ich richtig?

Falls Sie nicht alles direkt mit dem bestellten Container entsorgen lassen, gilt wie bei allen Arten von Müll  auch hier, die einzelnen Bestandteile zu sortieren. Angefangen bei Metallen, wie Nägel, Schrauben, Leisten oder Schlösser, über Glas und Dachpappe bis hin zu Holz. Metallische Gegenstände gehören dabei auf den Wertstoffhof, ebenso wie Glas und  Bitumen oder Teer-Dachpappe. Letztere sind besonders schädlich, da sie  aus Teermaterialien bestehen, die bei Verbrennungen hochtoxische Gase freisetzen, die Luft und Grundwasser beeinträchtigen.  Bei Holz muss an sich nochmals getrennt werden. Dabei werden vier Klassen unterschieden.

  1. Naturbelassenes, nur mechanisch behandeltes Holz (A1)
  2. Verleimtes, lackiertes oder angestrichenes Holz (A2)
  3. Beschichtetes Holz (A3)
  4. Mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz (A4).

Je nach Kategorie fallen unterschiedliche Vorschriften und Kosten für die Entsorgung an. Hier finden sie alles zum detaillierten Nachlesen. Falls Sie zusätzliche Abfallarten beim Abriss feststellen, gehen Sie auf Nummer sicher, bringen Sie sie zum Wertstoffhof und lassen Sie sich dort vom Fachpersonal beraten.

Abriss: Durch eine Firma

Einfacher und unkomplizierter geht der Abriss mit Hilfe einer Fachfirma. Hierbei müssen Sie sich weder um die Entsorgung, noch um Sperrmüllvorschriften kümmern und auch nicht selbst Hand anlegen. Allerdings kann so ein Abriss gut und gerne 2000 Euro kosten (Quelle) – je nachdem wie groß und solide das Gartenhaus verarbeitet ist bzw. war. Am besten vereinbaren Sie zunächst einen Besichtigungstermin mit der Abrissfirma Ihrer Wahl und lassen sich einen detaillierten Kostenvoranschlag präsentieren. Die Kosten berechnen sich dabei aus Arbeitsaufwand, Entsorgung und eventuellen Zusatzgebühren durch spezielle Baumaschinen oder Sondermüll. Sollte Ihr Gartenhaus auf einem Massivfundament wie beispielsweise Beton stehen, ist der Abriss durch eine Firma sehr empfehlenswert, da hier zusätzliches Knowhow gefragt ist. Das gleiche gilt, sollte das Häuschen zusätzlich über eine Nasszelle oder Küchenzeile verfügen. Insbesondere bei sehr alten Gartenhäusern ist professionelle Unterstützung ratsam!  Bei den meisten Gebäuden vor 1990 kamen bei der Isolation oftmals auch giftige Stoffe, wie Asbest oder künstliche Mineralfasern, zum Einsatz. (Quelle) Diese bedürfen aus gesundheitlichen Gründen einer fachmännischen Abtragung und fallen zudem unter das Arbeitsschutz- und BGR 128 Gesetz. Ansonsten ist die Vorgehensweise dabei grundsätzlich ähnlich wie die von Hand. Nach der Entrümpelung, die viele Firmen ebenfalls zu Übernehmen anbieten, werden Dach und Holzbauten entfernt. Danach wird alles bis auf das Grundgerüst abmontiert oder abgetragen. Falls ein Handabbruch nicht ausreicht, wird das Fundament mit einem Bagger abgerissen. Der Bauschutt wird dann zusammen mit dem Sperrmüll vom Grundstück entfernt.

Aus Alt mach Neu

Altes Gartenhaus abreißen

Dieses Gartenhaus darf in den verdienten Ruhestand – und macht Platz für seinen Nachfolger…

Sobald das alte Gartenhaus nun seinen Dienst quittiert hat, ist wieder freie Nutzfläche vorhanden, die es zu bearbeiten gilt. Soll kein neues, schönes Gartenhaus mehr den alten Platz einnehmen, können Sie die Fläche entweder neu bepflanzen oder auch ein Beet erschließen. Je nachdem wie gut die Bodenbeschaffenheit und die Lage der Fläche ist, sind ein Gemüse- oder Kräuterbeet, eine Rosenecke oder ein Obstbaum schöne Möglichkeiten, um den Garten sinnvoll zu nutzen oder zu verschönern. Falls es etwas ganz Neues sein soll, kann auch ein Teich eine Alternative werden. Die meisten entscheiden sich jedoch dafür, nicht auf ihr liebgewonnenes Gartenhaus verzichten zu wollen und suchen einen schönen Ersatz. Dabei können Sie trotzdem neue kreative Ideen einfließen lassen. War das Gartenhaus zuvor nur Abstellraum für Gartengeräte, so kann das neue mit einem schönen Design auch zum Erholungs- und Rückzugsort werden, zum Beispiel, wenn Sie es als Atelier ausgestalten. Wir haben hier für Sie ein paar „Zweckentfremdungen“ gesammelt, an die man vielleicht gar nicht gedacht hat. Auch eine schöne Möglichkeit, die neue alte Fläche zu nutzen, ist eine Sauna. Besonders in der kalten Winterzeit ist mit ihr eine tolle Neuerung für den eigenen Garten geschaffen, gerne auch mit frischem Design! Wie wäre zum Beispiel eine Fasssauna? Bestimmt das Highlight im Garten, sollten Sie Besuch haben. Auch wenn der Abriss schwer fällt – so lohnt es sich doch meistens.

Neues blaues Gartenhaus

… der sich sehen lässt!

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Abriss Ihres Gartenhauses!

Bilder und Video: Video: © youtube.de / Kanal von PukePals  Bild 1: © istock.com / iahulbak, Bild 2: © istock.com / LM3311, Bild 3 und 4:  © privat / gartenhaus-gmbh