Nutzpflanzen im Garten: Das müssen Sie wissen!

Garten und Balkon sind sehr gut geeignet, um dort Nutzen bringendes Grünzeug anzubauen. Lesen Sie, was Nutzpflanzen sind und warum sie so genannt werden. Darüber hinaus erklären wir Ihnen, welchen konkreten Nutzen Ihnen die verschiedensten Nutzpflanzen im Garten und auf dem Balkon bringen und wie Sie für sich den größten Nutzen aus deren Anbau ziehen können.

Was sind Nutzpflanzen?

Der Begriff Nutzpflanzen ist ein Oberbegriff für sämtliche Pflanzen, die sich der Mensch zunutze macht. Das sind demnach Pflanzen, die als Nahrungsmittel, Genussmittel, Heilmittel oder Futterpflanzen für Tiere verwendet werden können. Nutzpflanzen sind aber auch all diejenigen, die als pflanzliche Rohstoffe technisch nutzbringend weiterverarbeitet verarbeitet, zum Beispiel zu Papier, zu Textilien oder zu Brennstoffen zum Erzeugen von Heiz- und Prozesswärme. Abzugrenzen von den Nutzpflanzen sind die sogenannten Zierpflanzen.

Die Nutzpflanzen lassen sich unterteilen in wildwachsende und in kultivierte Pflanzen. Diese werden auch Wildpflanzen beziehungsweise Kulturpflanzen genannt. Der britische Bericht „State of the Worlds Plants“ liefert kontinuierlich Daten zum Zustand der globalen Pflanzenwelt. Er zählte in seiner aktuellen Fassung von 2017 fast 400.000 bekannte Gefäßpflanzen, also Pflanzen, die aus den drei Organen Wurzel, Sprossachse und Blatt bestehen. Jährlich kämen demnach Hunderte Neuentdeckungen hinzu.

Nur etwa 20.000 dieser Pflanzen nutze der Mensch, wovon wiederum ein großer Anteil der Gewinnung von Medikamenten diene. Kultiviert habe der Mensch etwa 500 verschiedene Pflanzenarten.

Nutzpflanzen im Garten Weintrauben in Hand

Welchen Nutzen bringen Nutzpflanzen im Garten?

Ein Blick zurück auf die Geschichte des Gartens zeigt, dass der Mensch Gärten nutzt, also anlegt, hegt und pflegt, seit er sesshaft geworden ist. Die Ägypter der Pharaonenzeit und auch die Alten Griechen versorgten ihre Küchen bereits mit Pflanzen aus ihrem Garten: Nutzpflanzen waren damals bevorzugt Obst, Gemüse und Wein. Im Orient setzte man recht früh auch auf Zwiebeln und Salat sowie Gewürze. Von den Alten Römern ist überliefert, dass sie in ihrem Gärten Nutzpflanzen wie Arzneipflanzen und Kräuter anbauten. All das zeigt, dass ein Garten vor allem der Versorgung mit Lebensmitteln dient und sein Nutzen sich über den Ertrag in Gewichtsmaß pro Flächenmaß bewerten lässt. Es gilt: Je ertragreicher ein Garten mit Nutzpflanzen ist, desto höher ist sein Nutzen.

Im Zuge der Kultivierung von Pflanzen hat der Mensch den Ertrag von Pflanzen erhöht: Dazu wählte er als Saatgut für das Folgejahr stets die Samen der ertragreichsten und gesündesten Pflanzen aus. Diese Selektion kombinierte er zunehmend mit ackerbaulichen Maßnahmen wie gezielte Unkrautbekämpfung und Düngung. Inzwischen ist es so, dass die vom Menschen kultivierten Nutzpflanzen ohne die Hege und Pflege von Menschenhand kaum Überlebenschancen in der wilden Natur hätten.

Der aktuelle Nutzen von einem Garten, indem Sie Nutzpflanzen anbauen, ist ganz klar die Selbstversorgung mit Lebensmitteln, deren Weg auf den Teller Sie selbst bestimmen können. Anders als es Ihnen bei handelsüblichem Obst und Gemüse möglich ist, entscheiden Sie in Ihrem Garten über die Anbaubedingungen: Sie setzen nach eigenem Gutdünken auf bestimmte Anbaumethoden, auf den Einsatz oder Verzicht von Pflanzenschutzmitteln und Dünger. Sie bestimmen die Fruchtfolge. Sie bestimmen den Zeitpunkt der Saat ebenso wie den der Ernte. Das in diesem Sinne selbst bestimmte Gärtnern sorgt aber nicht nur für volle Teller, sondern bringt neben finanziellen Vorteilen auch eine gehörige Portion an Lebensfreude mit sich: Laut Studien bringt das Anbauen, Hegen und Ernten von Nutzpflanzen im Garten Gesundheit und Glück.

Welche Nutzpflanzen gibt es?

Die Wikipedia zeigt eine Liste von Nutzpflanzen mit vielen Informationen zum konkreten Nutzen der einzelnen Pflanzen. Diese hier wiederzugeben, würde den Rahmen unseres Ratgebers sprengen. Deshalb haben wir eigene Bestenlisten beliebter Garten Nutzpflanzen für Sie aufgestellt, unterteilt in Obst- und Gemüsepflanzen:

Top 7 beliebter Obstpflanzen

  1. Apfel: Äpfel sind in Deutschland mit Abstand das beliebteste Obst. Mehr als 20 Kilogramm esse jeder Deutsche davon im Jahr. An die 1.000 Apfelsorten werden hierzulande angebaut, von süß bis sauer im Geschmack. Äpfel stehen unter anderem als Rohkost auf dem Speiseplan, als Zutat für Kuchen, als Trockenobst und als Beilage in deftigen Speisen.
  2. Erdbeere: Mehr als drei Kilogramm Erdbeeren verspeist jeder Deutsche im Jahr.
  3. Birne: Mit etwas mehr als zwei Kilogramm verzehrt der Deutsche zwar deutlich weniger Birnen als Äpfel im Jahr, dennoch ist die Birne hierzulande sehr beliebt.
  4. Blaubeere / Heidelbeere: Im selben Maß wie Birnen landen auch die blauen Beeren auf den Tellern deutscher Verbraucher.
  5. Kirsche: Gut zwei Kilo Kirschen verzehrt jeder Deutsche im Jahr.
  6. Beeren wie Stachelbeere, Johannisbeere, Himbeere und Brombeere belegen mit insgesamt etwa anderthalb Kilogramm Verzehrmenge pro Kopf und Jahr in Deutschland Platz 6 dieser Top Ten.
  7. Pflaume: Etwas mehr als ein Kilogramm Pflaumen landen jährlich im Magen des deutschen Durchschnittverbrauchers.

Quelle

Gärtner mit Kartoffeln aus der Erde

Top 14 beliebter Gemüsepflanzen

  1. Kartoffel: Auch die Rangliste der beliebtesten Gemüse-Nutzpflanzen im Garten führen Äpfel an: die Erdäpfel. So nennt man die Kartoffel landläufig auch gerne. Fast 60 Kilogramm verzehrt jeder Deutsche davon im Jahr.
  2. Tomate: Mit rund 25 Kilogramm jährlichem Verzehr pro Kopf belegt die Tomate Platz 2.
  3. Karotte: Immerhin 8 Kilogramm Karotten isst jeder Deutsche im Jahr – diese Menge bringt dem Wurzelgemüse Platz 3 auf dieser Liste ein.
  4. Rote Bete: Hätten Sie gedacht, dass die Rote Bete in der Beliebtheitsskala der Deutschen Gemüsefreunde noch vor den Zwiebeln und Gurken landet? Wir auch nicht!
  5. Zwiebel
  6. Gurke
  7. Erbse
  8. Paprika
  9. Kopfsalat
  10. Kohlrabi
  11. Porree
  12. Champignons
  13. Spargel
  14. Spinat: Der letzte Platz in der Gunst der deutschen Gemüseverbraucher geht an den Spinat – ein Kilo davon verzehrt jeder Deutsche im Jahr.

Quelle

Kleine Ernte im Krautgarten

Was ist beim Anbau von Nutzpflanzen im Garten zu beachten?

Die oben aufgezählten Garten Nutzpflanzen, sowohl Obst- als auch Gemüsesorten, sind allesamt geeignet für den Anbau in heimischen Gärten. Das heißt, sie gedeihen sehr gut bis gut in mitteleuropäischen Witterungsverhältnissen, vorausgesetzt, Sie kümmern sich um diese und optimieren die Wachstumsbedingungen vor Ort, falls nötig.

Gewächshaus im Sommer
Zwar bleibt Ihnen der Tomatenanbau im Winter verwehrt – doch lassen sich im Gewächshaus Diana eine Vielfalt an Wintergemüsen kultivieren!

Insbesondere die genannten Gemüsesorten können Sie schon lange vor Saisonbeginn anbauen, wenn Sie das in einem geeigneten Gewächshaus tun. Damit verlängern Sie die Anbauzeit insgesamt und haben länger etwas Frisches auf Ihrem Teller. In unserem Onlineshop bieten wir Ihnen eine große Auswahl an Gewächshäusern – variierend in Größe und Design. Es besteht sogar die Möglichkeit, das Gewächshaus zu beheizen. Dann können Sie darin ganzjährig Nutzpflanzen anbauen und sind bei der Ernte maximal unabhängig von den Jahreszeiten. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber: „Gewächshaus heizen: So geht es richtig„.


Wer seinen Balkon mit Nutzpflanzen bestücken möchte, kann dies gut in sogenannten Hochbeeten tun. Die bieten auf wenig Platz eine hinreichende Erdmasse mit guter Pflanztiefe, sodass sich Ihre Nutzpflanzen darin wohlfühlen. Schauen Sie gerne in unseren Onlineshop, um sich zur Vielfalt an Hochbeeten zu informieren!

Die besten Tipps & Tricks zum Anbau von Nutzpflanzen im Garten und auf dem Balkon

Damit Ihnen der Anbau von Nutzpflanzen im Garten und auf dem Balkon möglichst gut gelingt, haben wir hier wichtige Tipps für Sie zusammengetragen:

Tipp 1: Sortenwahl

Greifen Sie beim Kauf von Saatgut und Jungpflanzen zu Sorten, die der Händler als robust verkauft. Achten Sie auch auf die sortentypische Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlingsbefall. Wir raten zum Kauf alter Sorten, die besonders gut zum heimischen Klima passen.

Tipp 2: Multikulti im Gartenbeet

Kombinieren Sie Nutzpflanzen im Garten- und Balkonbeet, die sich ergänzen und einander positiv beeinflussen. So passt Rote Bete beispielsweise gut zu Zucchini und Zwiebeln, während Möhren und Petersilie nicht nebeneinander wachsen sollten. Eine lange Liste mit guten und schlechten Nachbarn bietet der NDR hier https://www.ndr.de/ratgeber/garten/nutzpflanzen/Gemuese-im-Garten-anbauen-Die-wichtigsten-Tipps,gemuese712.html.

Tipp 3: Fruchtfolge

Jede Pflanze beansprucht den Boden, in dem sie wächst anders. Um den Boden nicht zu sehr auszulaugen, sollten Sie unbedingt auf eine bodenfreundliche Fruchtfolge achten. Wir raten dazu, die Beetfläche für die geplante Multikulti-Nutzpflanzenfamilie in vier Abschnitte zu teilen, diese jeweils sortenrein zu bepflanzen und die Bepflanzung der Teilflächen jährlich reihum zu wechseln.

Pflanzenkalender für Gemüse, Kräuter und Blumen

Tipp 4: Aussaat-Termine

Informieren Sie sich zu Aussaat-Terminen der verschiedensten Nutzpflanzen im Garten, um die bestmöglichen Wachstumsbedingungen zu schaffen. Als Faustregel für unser heimisches Klima gilt: Viele Gemüsesorten sind frostempfindlich und sollten deshalb erst nach den sogenannten Eisheiligen in die Erde kommen, das sind fünf Tage Mitte Mai.

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Titelbild: ©iStock/Jay Yuno
Artikelbilder: Bild 1: ©iStock/mythja; Bild 2: ©istock.com/ET1972; Bild 3: ©iStock.com/eag1e; Bild 4: ©iStock / Highwaystarz-Photography; Bild 5: GartenHaus GmbH; Bild 6: GartenHaus GmbH; Bild 7: ©iStock/AlexRaths

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