Das Saunieren ist Kulturgut vieler Völker, wobei je nach Lifestyle unterschiedliche Sauna-Arten entwickelt wurden. Weltweit bekannt sind die Schwitzzelte der Indianer, Schwitziglus der Inuit, russischen Banjas, türkischen Hamams und finnischen Saunen. Während die einen gern in heißem Dampf saunieren, schwitzen andere lieber in warmer, trockener Luft. Hau(p)tsache, man schwitzt. Und wem die klassische Sauna zu heiß ist, für den gibt es mildere Varianten wie Biosauna und Caldarium. Wir erklären Ihnen, was dahinter steckt und geben Tipps zum sanften Saunagang.

Die Vor- und Nachteile der klassischen Sauna

Vor allem in Europa hat sich die finnische Sauna einen Namen gemacht: Sie gilt als die am weitesten verbreite Sauna-Art. Wer nach dem klassischen Konzept der Skandinavier sauniert, heizt seinen Körper zunächst im Saunaraum bei heißer, trockener Luft stark auf, um ihn anschließend mit Hilfe kalter Außenluft und kalten Wassers abzukühlen. In der Regel sorgt ein sogenannter Steinofen in dem mit Holz verkleideten Saunaraum für die Wärme, die sich im Raum von unten nach oben steigert. Saunierende können sich mit der Wahl ihrer Sitzhöhe also für die ihnen genehme Temperatur in diesem Temperaturgefälle entscheiden. Unten herrschen etwa 80, oben etwa 100 Grad Celsius. Und ganz unter der Decke zeigt das Thermometer auch mal 105 Grad Celsius an. Die relative Luftfeuchtigkeit ist dabei mit Werten zwischen zwei und fünf Prozent sehr gering.

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Mann Sauna Aufguss

Entspannend für gesunde Menschen

Auf das Saunieren unter solch klassischen Bedingungen reagiert unser Körper mit einer Aktivierung seiner Abwehrzellen. Die Blutgefäße erweitern sich, so dass die Durchblutung angeregt wird. Das Herz pumpt dabei etwa das Doppelte der üblichen Menge an Blut durch den Körper. Herzschlag und Atmung beschleunigen sich entsprechend. Das Saunieren wirkt wie eine leichte körperliche Belastung, die ein gesunder Körper nicht nur wegsteckt, im Gegenteil: Sie führt schlussendlich zur Entspannung der Muskeln.

Belastend für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen

Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Störungen ist der Temperaturwechsel einer klassischen Sauna oft zu belastend. Ihr Herz möge es am liebsten, wenn alles gleichmäßig sei, sagt Christian Hengstenberg, Oberarzt in der Kardiologie des Deutschen Herzzentrums München, dem Focus.

Die Biosauna als sanfte Alternative zur klassischen Sauna

Die Saunabedingungen in der Biosauna

Die sogenannte Biosauna ist vom Konzept her eine leichtere Version der oben beschriebenen finnischen Sauna. Light bezieht sich insbesondere auf die Temperatur der Sauna: Statt der 80 bis 100 Grad Celsius saunieren Sie in einer Biosauna bei niederen Gradzahlen zwischen 45 und 60 Grad. Die Luftfeuchtigkeit liegt in einer Bio-Sauna zwischen 40 und 55 Prozent. Alternative Bezeichnungen für die Biosauna sind milde beziehungsweise sanfte Sauna oder Softsauna.

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„Sinnvolle“ Extras

Wegen der milderen Temperaturen wird in der Regel in einer Biosauna auf Aufgüsse verzichtet. Stattdessen werden häufig ätherische Öle eingesetzt, um dem Saunaraum ihr duftendes Aroma zu verleihen – das je nach Wirkstoff unterschiedlich auf Körper und Seele wirkt. Um das Sauna-Erlebnis buchstäblich „sinnvoller“ zu gestalten, kombiniert man das Saunieren auch gerne mit einer Licht- und/oder einer Klangtherapie.

Die Wirkung der Biosauna auf Körper und Geist

Mit den vorgeschriebenen Saunabedingungen schonen Sie Ihren Kreislauf und kommen dennoch gut ins Schwitzen. Ein Besuch der Biosauna ist deshalb sowohl für Sauna-Anfänger als auch für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen empfehlenswert. Auch Kinder ab sechs Jahren können einen Biosauna-Gang wagen. Daher steht die Biosauna gerade bei Familien hoch im Kurs. Zu 30 Minuten Aufenthalt in der Biosauna raten Mediziner im Allgemeinen. Grundsätzlich gilt: Sobald Sie Unwohlsein verspüren, sollten Sie die Sauna verlassen.

Der Biosauna-Ablauf

Auch in einer Biosauna absolvieren Sie mehrere Durchgänge, meist zwei bis drei, wobei Sie zwischen mildem, kreislaufschonendem Schwitzen und Ruhephasen beziehungsweise einem kurzen Bad in einem Kaltwasserbecken oder einer kalten Dusche wechseln.

Biosauna für Daheim

Im Fachhandel finden Sie Saunen für daheim, die Ihnen beides bieten:

  • die Funktionen einer klassischen finnischen Sauna
  • und die einer Biosauna.

Je nach Hersteller wird diese duale Funktionalität zum Beispiel umgesetzt, indem ein Kombi-Wandofen und die zugehörige Steuerung Ihnen die Programm-Wahl lassen, Ihre Sauna nach Lust und Laune entweder heiß oder mild zu starten. Häufig werden solche Saunen als Kombi-Saunen gehandelt. In unserem Onlineshop finden Sie eine große Auswahl an  , um sich Ihre sanfte Traumsauna einzurichten.

Besitzern einer klassischen finnischen Sauna bieten manche Hersteller das nötige Zeug zum Aufrüsten Ihrer Sauna. Fragen Sie am besten beim Hersteller nach.

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In unserem Onlineshop finden Sie eine Vielzahl an schönen Innensaunen, die Sie auch zum sanften Saunieren nutzen können.

Noch eine milde Sauna-Alternative: das römische Dampfbad Caldarium

Der klassische Aufbau und die Funktionsweise eines Caldariums

Das Caldarium, mitunter auch Calidarium genannt, war ursprünglich Teil einer klassischen Therme des alten Roms. Der Saunaraum wurde mit Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad Celsius gleichmäßig erwärmt. Daher auch die Bezeichnung: Wärmestrahlungsbad. Der menschliche Körper empfindet solche Strahlungswärme als besonders angenehm, heute nennen wir den Effekt auch Kachelofeneffekt (denn die Wände sind wärmer als die Luft im Raum).

Römische Therme Caldarium

Kreislaufschonend und muskelentspannend

Die Luftfeuchtigkeit im Caldarium beträgt üblicherweise an die 100 Prozent. Das heißt: Es herrscht Dampf! Weil Sie quasi darin baden, wird das Caldarium auch Dampf- oder Inhalationsbad genannt. Die Kombi aus vergleichsweise milder Gradzahl und maximaler Luftfeuchte soll den Kreislauf schonen und die Muskulatur auf angenehme Weise entspannen. Deshalb wird das Saunieren im Caldarium auch hitzeempfindlichen Personen empfohlen, denen die übliche trockene Luft in der Sauna nicht so bekommt: Kindern, Älteren und Herz-Kreislauf-Patienten. Ein Besuch im Caldarium soll zudem positiv auf Bronchien und Schleimhäute wirken und helfen, Erkältungen vorzubeugen. Diese Wirkung lässt sich mit Duftessenzen verstärken.

Ablauf eines Saunagangs im Caldarium

Fachleute empfehlen auch fürs Caldarium zwei bis drei Sauna-Durchgänge von jeweils 20 bis 30 Minuten mit Ruhepausen zur Abkühlung zwischendurch.

Caldarium für Ihr Zuhause

Da das Caldarium die Mutter der Dampfsauna darstellt, können Sie sich für daheim eine entsprechende Dampfsauna einrichten. Sie müssen dann gegebenenfalls Abstriche bei der Beheizungsart machen – das traditionelle Heizen mit Hypokausten verbraucht Unmengen von Heizenergie. Und moderne Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen betreibt man heutzutage eher energiesparend im Niedertemperaturbereich.

Sauna Dampf

Das rät Wellness-Expertin Tanja Klindworth zum sanften Saunieren

Tanja vom Blog Spaness, was ist besser (sanfter): Bio-Sauna oder Caldarium? 

Das ist vor allem eine Sache der eigenen Vorliebe und des Be- und Empfindens. Das Caldarium ist grundsätzlich etwas kühler als die Bio-Sauna. Beide Varianten sind zu empfehlen für Saunagänger, die eher hitzeempfindlich sind, beide gelten als immunsystemstärkend und kreislaufschonend. Beim Caldarium kommt der Effekt der Bedampfung und Inhalation hinzu. Auch der ist der Gesundheit zuträglich. In Verbindung mit Aromen und Ölen kann sogar eine antibakterielle und anregende Wirkung erlangt werden.

Wie kann ich mir daheim in meiner Sauna ein sanftes Sauna-Erlebnis verschaffen? 

Im Prinzip gilt für die Sauna zuhause dasselbe wie für eine öffentliche Saunalandschaft: Einen sanften Saunaaufenthalt erlebt der Saunierende bei niedrigen Temperaturen. Das sanfte Saunaerlebnis daheim lässt sich gut vorbereiten: Trinkwasser oder Tee bereitstellen, Handtücher, Bademantel und Decken bereitlegen, eine gemütliche Ruheecke schaffen.

Welche drei Empfehlungen hast du, um besonders sanft zu saunieren?

1. Ich empfehle, den Körper mit einem warmen Fußbad auf den Saunabesuch vorzubereiten.
2. Wer sich nach dem Saunagang abkühlen möchte, der sollte mit Wassergüssen von den Armen und Beinen über den Rücken und Rumpf starten – immer von außen nach innen. Den Kopf erst zum Schluss abkühlen! Danach für Wärme und Ruhe sorgen.
3. Niemals krank in die Sauna gehen! Wer hier unsicher ist, dem rate ich vorab zu einem Fachgespräch mit dem Arzt oder dem Fachpersonal einer Saunalandschaft.

Lesen Sie dazu auch unseren Magazinbeitrag: Sauna bei Erkältung – zu empfehlen oder besser vermeiden?

Frau liegt auf waagerecht auf einer Holzbank in der Sauna

Vielen Dank, Tanja, für Deinen Experten-Rat!

13 Tipps für sanftes Saunieren

Die folgenden Tipps helfen Ihnen beim Einstieg in oder Umstieg auf die sanfte Sauna:

  1. Eine Dusche vor dem ersten Saunagang reinigt und entfernt einen störenden Fettfilm auf der Haut.
  2. Trocknen Sie sich nach dem Duschen gründlich ab, dann schwitzt sich’s hinterher besser.
  3. Auch wenn es verlockt – ein Schwatz in der Sauna ist Ihrer und der Rund-um-Entspannung Ihrer Saunakollegen eher abträglich.
  4. Sauna-Anfänger, Kinder und Personen mit Herz-Kreislauf-Störungen sollten zunächst auf den unteren und kühleren Sitzplätzen Platz nehmen. Steigern können Sie sich immer noch!
  5. Liegend befindet sich Ihr Körper innerhalb einer Temperaturstufe – das ist angenehm.
  6. Um Schwindel zu vermeiden, sitzen Sie die beiden letzten Minuten unbedingt aufrecht!
  7. Gegen ein Absacken des Blutes in die Beine hilft leichte Bewegung derselben.
  8. Verlassen Sie den Saunaraum, sobald Sie sich unwohl fühlen!
  9. Direkt nach einem Training sollten Sie die Sauna nur mit normalem Puls besuchen.
  10. Gehen Sie nicht mit einem vollen Magen in die Sauna!
  11. Gehen Sie nie durchfroren oder fröstelnd in die Sauna! Besser ist es, sich vorher zu akklimatisieren.
  12. Stillen Sie Durst erst nach dem letzten Saunagang – und bitte nur alkoholfrei! Anders klappt’s nicht mit dem Entschlacken.
  13. Nach dem Saunieren nicht mehr mit Duschgel & Co. duschen – Ihre Haut ist bereits porentief rein, der natürliche Hautschutz würde nur unter den Pflegemitteln leiden. Besser ist eine anschließende (rückfettende) Hautpflege mit Creme oder Lotion.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim temperaturschonenden Saunieren im Eigenheim.

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Artikelbild: ©iStock/Geribody

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