Was ist ein Schleppdach und braucht ein Gartenhaus so etwas? Hinter dem gewöhnungsbedürftigen Begriff verbirgt sich eine äußerst praktische Dachvariante, die viele Vorteile hat. Wir zeigen viele Beispiele ganz unterschiedlicher Gartenhäuser mit Schleppdach – lassen Sie sich inspirieren!

Das Schleppdach: Definition und Geschichte

Der Begriff „Schleppdach“ („abgeschlepptes Dach“) meint ein weit über den üblichen Dachüberstand hinaus gezogenes Dach. Die so entstehende zusätzliche Dachfläche, die nahtlos mit dem Hauptdach verbunden ist, wird in der Regel durch Eckpfeiler gestützt. Im Querschnitt betrachet ist das Schleppdach ein Pultdach, dessen First an die Dachkante (Traufe) des jeweiligen Hauptgebäudes anschließt, ohne dass ein Übergang sichtbar wäre.

Kirche-mit-SchleppdachHistorisch betrachtet haben Schleppdächer eine weit zurückreichende Tradition. Üblich waren sie bei Bauernhäusern und anderen Gebäuden der Landwirtschaft, etwa als offene Schutzdächer oder zur geschützten Lagerung von Vorräten und Gerätschaften. Auch bei alten Kirchenbauten findet man sie als seitliche Anbauten oder offene Vorhallen.

Als „Schleppdach“ wurden ursprünglich nur Erweiterungen eines Satteldachs verstanden, das Nebengelasse und Anbauten bedeckt. Es wurde oft nachträglich über einen erweiterten Eingangsbereich gebaut und mit dem bestehenden Satteldach verbunden. In modernen Siedlungen wird das Schleppdach auch heute wieder gern genutzt, um Garagen oder Carports direkt am Haupthaus mit zu überdachen.

Das Schleppdach am Gartenhaus: Mehr Platz im Trockenen!

Kaminholz unterm SchleppdachGartenhäuser erfahren durch ein Schleppdach eine praktische Funktionserweiterung, denn der zusätzlich gewonnene überdachte Raum kann zu verschiedensten Zwecken genutzt werden, z.B.

  • um Feuerholz für einen Kamin trocken zu lagern,
  • als Stellplatz für Fahrräder,
  • als zusätzlicher Stauraum für Gartengeräte, Gartenmöbel oder Grill-Utensilien,
  • als Platz für eine gemütliche Sitzecke oder Gartenbank.

Dabei ist das Schleppdach auch am Gartenhaus keine neue Erfindung, wie etwa dieses „historische“ Gartenhaus zeigt, das sogar gleich zwei davon bereit hält:

altes Gartenhaus

Der urige Schuppen musste kürzlich einem neuen Gartenhaus weichen, bei dessen Wahl man jedoch nicht auf den Komfort eines Schleppdachs verzichten wollte. Die Kunden wählten das Gartenhaus Maria-40 mit Anbau und Schleppdach (hier die Aufbaugeschichte), das dank des verlängerten Dachs einen großen überdachten Stellplatz bereit hält:

Gartenhaus Gerätehaus Maria 40

Wie man an diesem Modell bereits sieht, bezieht sich der Name „Schleppdach“ zumindest im Gartenhaus-Sektor nicht mehr nur auf verlängerte Satteldächer. Die Dachformen moderner Gartenhäuser sind vielgestaltig, wobei auch beliebte Varianten mit Flachdach, Pultdach und sogar Doppelpultdach mit einem praktischen Schleppdach zu haben sind.

Klassisch: Schleppdach am Satteldach

Das Gartenhaus Franco-44 Premium mit Satteldach ist ein klassisches Beispiel für die traditionelle Bauweise eines Schleppdachs, das eine der beiden Dachschrägen nach außen verlängert und den Grad der Schräge beibehält:

Schleppdach am Satteldach

Ganze 4,4 Quadratmeter Nutzfläche werden hier vom Schleppdach vor der Witterung geschützt – viel Platz, um alles abzustellen, was niemals nass werden sollte.

Regensichere Abstellflächen zu schaffen ist jedoch nicht die einzige Funktion eines Schleppdachs. Am nächsten Beispiel, dem Gartenhaus Nordkapp-44 ISO sieht man eine Schleppdach-Variante, die einen geschlossenen Anbau überdacht:

2-Raum-Gartenhaus-Nordcap-braun

Neben dem Wohnraum von gut 10 m² bietet der Anbau ganze fünf Quadratmeter Platz und kann gut als separater Geräteraum genutzt werden.

Auch schlichte Gartenhäuser müssen auf den Komfort eines Schleppdachs nicht verzichten, wie das preiswerte Gartenhaus Lewis-28 zeigt. Seine Grundfläche von nur 3,98 x 2,78 Metern wird an der kürzeren Seite durch ein stabiles Schleppdach um 1,20 Meter überdachte Nutzfläche ergänzt:

Kleines Gartenhaus mit Schleppdach

Das moderne Gartenhaus: ein Schleppdach am Pultdach

Wegen ihrer modernen Form sehr beliebt sind Gartenhäuser mit Pultdach: mit einer geneigten Fläche, die üblicherweise zur Wetterseite hin ausgerichtet wird, hat es die Form eines Pults, wie es früher in den Schulen genutzt wurde und noch heute als “Rednerpult” üblich ist. Gestalterisch kann man mit einem Pultdach einiges anfangen, es z.B. begrünen oder auch recht einfach für eine Solaranlage nutzen. Auch das Pultdach gibt es in einer Variante mit Schleppdach, wie etwa beim Modell Maria-28. Hier zwei Kundenfotos, die sehr viel lebendiger wirken als das Katalogbild:

Gartenhaus Maria-28 mit Schleppdach

Das Schleppdach kann wahlweise links oder rechts am Gartenhaus angebracht werden, das im übrigen auch in einer Variante mit 40mm Wandstärke erhältlich ist. Ganz ebenso flexibel und stilistisch ähnlich ist das Gartenhaus Yorck-28, das allerdings deutlich mehr Nutzfläche bietet und mit einem zusätzlichen Sprossenfenster ausgestattet ist.

gartenhaus-yorck-schleppdach

Stylisch: Gartenhaus mit Flachdach und Schleppdach-Erweiterung

Anders als der Name denken lässt ist ein Flachdach nicht wirklich ganz flach. Damit der Regen gut abläuft hat es normalerweise noch eine kleine Neigung von drei bis unter zehn Prozent. Flachdächer sind ein Berkenntnis zu kompromisslos moderner Gartenhausarchitektur und passen gut in Gärten mit klarer Linienführung, aber auch inmitten einer grünen Wildnis setzen sie einen spannenden Kontrapunkt. Ein Flachdach nimmt zudem in der Höhe keinen Platz weg, was in Gärten mit großen alten Bäumen wichtig sein kann. Oft sind es Design-Häuser, die auch abseits der Dachgestaltung besonders schicke Details aufweisen, z.B. durch außergewöhnlich große Fenster und Türen – und manchmal auch mit einem ganz besonderen Dach wie beim Gartenhaus Modern-E 44 ISO mit Schleppdach:

Gartenhaus mit Flachdach und Schleppdach

Der zusätzlich überdachte Außenbereich ist hier ganz besonders groß, nämlich ganze 2,50 x 3,20 Meter – acht Quadratmeter Outdoor-Bereich, mit denen man einiges anfangen kann. Hier ein Blick auf den Grundriss mit allen Maßen:

Grundriss Gartenhaus Modern

Zwar wird im Bildbeispiel die Fläche unter dem Schleppdach als Abstellraum genutzt, doch reicht der Platz auch für eine Sitzgruppe aus und könnte gut als überdachte Terrasse funktionieren. Ganz ähnlich wie beim Flachdach-Gartenhaus Violet zu sehen, das noch etwas mehr überdachten Raum bietet:

Gartenhaus Violet mit Flachdach

Das besondere Gartenhaus: Doppel-Pultdach mit Schleppdach

Ein echter Hingucker ist eine kreative Variante des Pultdachs: das Stufendach bzw. Doppel-Pultdach. Zwei Pultdächer sind hier gegeneinander gesetzt, jedoch etwas versetzt positioniert. Der so entstehende Giebelbereich wird oft für zusätzliche Fenster genutzt, die den insgesamt höheren Hauptraum zusätzlich belichten. Hier wirkt das herunter gezogene Schleppdach besonders harmonisch, etwa beim Gartenhaus Aktiva-28:

Gartenhaus mit Doppel-Pultdach und Schleppdach

Es wundert nicht, dass dieses Modell, das auch in Wandstärke 44mm zu haben ist, viele Interessenten begeistert. Mit dem Außenmaß: 320 x 320 cm plus 150 cm für das Schleppdach gehört es zu den kleineren Gartenhäusern, die überall hin passen. Seine geringen Dimensionen macht es allerdings durch den designerisch ebenso gefälligen wie auffälligen Stil mehr als wett! Wobei der Gestaltungsspielraum bei diesem Modell dank des Stufendachs besonders groß ist, wie die folgenden Bilder zeigen:

Gartenhaus Stufendach mit Schleppdach

Wer nun trotz der gezeigten Auswahl kein für die eigene Situation geeignetes Gartenhaus mit Schleppdach findet, hat bei der Gartenhaus GmbH die Möglichkeit, ein ganz individuelles Gartenhaus nach Maß anfertigen zu lassen.

Ein Schleppdach selber bauen

Die verschiedenen Vorteile eines Schleppdachs spielen bei der Wahl eines Gartenhaus-Modells durchaus eine Rolle, für manche eine entscheidende. Was aber, wenn bereits ein Gartenhaus vorhanden ist, das noch zu neu oder zu schön ist, um es nur wegen des fehlenden Schleppdachs zu ersetzen? Für diesen Fall finden sich im Netz natürlich Anleitungen zum Selberbau mit Material- und Werkzeuglisten, die allen etwas handwerklich Begabten einen praktikablen Weg weisen.

Ein Schleppdach lässt sich sowohl an Gartenhäusern als auch anderen Gebäuden nachrüsten, es ist kein Hexenwerk, das nur von absoluten Profis geleistet werden könnte. (Manche Kunden der Gartenhaus GmbH ergänzen ihr gewähltes Modell sogar gleich nach dem Aufbau).

Das Fertig-Schleppdach als Bausatz

Für alle, die ein umfangreiches DIY-Vorhaben gerne vermeiden möchten, bietet der Markt zum Glück auch weniger aufwändige Lösungen. Im Sortiment der Gartenhaus Gmbh findet sich ein Schleppdach-Bausatz in drei Größen, der an nahezu alle Gartenhäuser passt.

Schleppdach zum Anbauen

Die Schleppdächer lassen sich wahlweise links oder rechts am Gartenhaus anbauen, allenfalls sind die Pfosten noch passend zur Höhe des vorhandenen Gartenhauses zu kürzen. Sie werden inklusive Dachpappe geliefert und müssen nur noch montiert werden. Ein Werk, das garantiert einfacher ist als der Zusammenbau so mancher Möbel des bekannten Möbelhauses aus dem Norden. :-)

Sie suchen zusätzliche Inspiration rund um Gartenhäuser? Schauen Sie doch einmal auf unserem Pinterest-Board zu Die besten Kundenprojekte vorbei. Dort haben wir zusätzlich eine Vielzahl an schönen Boards zum Thema Haus, Garten und Gartenhaus für Sie zusammengestellt.

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Bildnachweis: © Kirche Notre-Dame in Antigny: Jimjag / Fotolia.com