Wer regelmäßig in der Sauna schwitzt, schwört auf ihre positiven Effekte auf Gesundheit, Attraktivität und Wohlbefinden. Wir erklären, wie die Sauna tatsächlich auf Körper und Seele wirkt und geben Ihnen 9 gute Gründe, warum ein Besuch in der Sauna auch Sie gesund, schön(er) und jünger macht.

Warum die Deutschen in die Sauna gehen – oder eben nicht

Mehr als fünf Millionen Deutsche gehen häufig in die Sauna oder ins Dampfbad, weitere 21+ Millionen zumindest ab und zu (Quelle: Statista 2017).

Einer aktuellen Umfrage von YouGov von Anfang 2017 zufolge wären immerhin zwei Drittel der Deutschen schon einmal in der Sauna gewesen, ein Drittel noch nie. Diejenigen, die nicht in die Sauna gingen, hätten dies in der Umfrage mit der dort üblichen Hitze (42 Prozent) begründet. 24 % der Nicht-Saunagänger seien demnach bislang schlichtweg noch nicht auf die Idee gekommen. Und jeweils 19 % würden die Sauna aus Scham oder Langeweile meiden.

Ganz anders die überzeugten Saunagänger: 63 % von ihnen hätten angegeben, dass sie die Sauna besuchten, weil sie dort Entspannung fänden. 46 % begründeten, dass die Sauna gesundheitsfördernd sei. 24 % der Saunagänger nannten Spaß als Grund ihres Saunabesuchs, 16 % würden die Hitze mögen. Für 14 % sei die Sauna ein Ort, an dem sie Zeit mit Freunden und Bekannten verbrächten.

Was die Sauna gesund macht

Der Besuch einer Sauna bringt Ihren Körper ordentlich ins Schwitzen: Sie verlieren während zwei, drei Saunagängen bis zu einen Liter Schweiß. Dafür sorgt die Hitze, die je nach Saunatyp variiert.

Zwischen 40 und 110 Grad Celsius sind in Saunen üblich. In der hierzulande weit verbreiteten Finnischen Sauna herrschen heiße 75 bis 110 Grad Celsius.

So reagiert Ihr Körper auf Saunahitze, Abkühlung und Ruhe

Sobald Sie im Saunaraum sind, arbeitet Ihr Kreislauf auf Hochleistungsniveau. Sie geraten – rein körperlich – in Stress, entsprechende Stresshormone werden ausgeschüttet. Ihre Blutgefäße weiten sich, Ihr Herz schlägt schneller. Ihr Blutdruck sinkt. Um alle Organe Ihres Körpers mit Blut zu versorgen, muss Ihr Herz jetzt mehr arbeiten.

Wichtig: Um das Herz nicht zu überfordern, sollten Sie pro Saunagang nicht länger als acht bis zwölf Minuten in der Hitze bleiben.

Wegen der hohen Temperaturen entspannen sich die Muskeln in Ihrem Körper. Zugleich wird dank der heißen Luft in der Sauna die Durchblutung Ihrer Schleimhaut in Nase, Mund und Rachen verbessert. Auch Ihr Stoffwechsel kommt bei der Saunahitze auf Trab. Ebenso das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem). Ihre Haut wird bis zu 40 Grad Celsius heiß, der Blutfluss darin verdoppelt sich. Die Temperatur in Ihrem Körperkern erhöht sich um ein, zwei Grad Celsius.

Frau Dusche kalt Wasser

Aber: Nur dann, wenn Sie Ihrem aufgeheizten Körper anschließend einen Kälteschock verpassen, ist die Sauna gesund.

Warum? Wegen der kühleren Luft außerhalb des Saunaraums und des kalten Wassers ziehen sich Ihre Blutgefäße schlagartig zusammen, der Blutdruck steigt, der Körper schaltet auf Alarm. Deshalb werden Adrenalin und Hormone ausgeschüttet.

Während der anschließenden Entspannungsphase schlägt Ihr Herz gleichmäßig, voller Kraft und vergleichsweise langsam. Ihre Haut fühlt sich angenehm an.

Das bringt die Sauna – 9 gute Gründe für den Saunabesuch

Von den Vorteilen der Sauna für Ihre Gesundheit haben Sie dann das Meiste, wenn Sie regelmäßig in die Sauna gehen. Nach einem halben Jahr regelmäßigen Schwitzens können Sie die vielfältige Wirkung dessen sicher spüren. In unserer Liste nennen wir Ihnen 9 positive Effekte, mit denen Sie rechnen können:

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1. Saunieren stärkt Ihre körpereigene Abwehr
Dem für die Sauna typischen Wechsel von Heiß (Schwitzen) und Kalt (Abkühlen) wird eine vorteilhafte Wirkung auf das vegetative Nervensystem nachgesagt. Zugleich mindere er entzündliche Prozesse in Ihrem Körper. Eine optimal aufgestellte Abwehr lasse Erregern keine Chance – die Sauna beuge somit Infekten wie Erkältungen & Co. nachhaltig vor.

2. Saunieren bringt Ihren Kreislauf auf Trab
Der wiederholte Temperaturwechsel in der Sauna wirke zudem anregend auf Ihren Kreislauf. Regelmäßige Saunagänge würden damit zum Herz-Kreislauf-Training, was die Versorgung Ihres Körpers mit Sauerstoff verbessere. Einer Studie der Universität Ostfinnland zufolge, sollen regelmäßige Sauna-Besuche besonders wirksam vor einem plötzlichen Herztod und anderen Herzrisiken schützen.

3. Saunieren erhöht die Lebenserwartung
Laut der eben erwähnten, klinisch relevanten Studie der Uni Ostfinnland sollen diejenigen, die regelmäßig in die Sauna gingen, auch mit einer höheren Lebenserwartung rechnen können – gleichwohl die Studie nicht belegen konnte, warum dies so sei.

4. Saunieren verbessert Ihr Hautbild
Wegen der Saunahitze weiten sich Ihre Blutgefäße, die Haut wird stärker durchblutet und besser mit Sauerstoff versorgt. Mit der Abkühlung nach dem Schwitzen verengen sich Ihre Blutgefäße wieder. Das trainiert die Gefäße, Ihre Haut zeigt sich rosig und frisch. Wegen der verbesserten Versorgung wirkt die Haut insgesamt gesünder und schöner. Ein Saunagang entferne zudem abgestorbene Hautschüppchen und sorge so für porentiefe Sauberkeit. Trockene Haut profitiert zudem von der hohen Luftfeuchtigkeit in der Sauna, sie kann mehr davon mehr speichern, wie eine Studie zeigte. Mangelnde Feuchtigkeit fördert die Faltenbildung. Alles in allem verjüngt der regelmäßige Saunabesuch demnach Ihr Hautbild. Wer mit Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Akne und Neurodermitis kämpfe, soll diese mit regelmäßigen Saunabesuchen ebenfalls mildern können.

5. Saunieren verbessert Ihre Atmung
Auch Ihre Atmungsorgane werden von dem Temperaturwechsel zwischen Saunaraum und Drumherum angeregt. In der Hitze können Sie sogar tiefer durchatmen als außerhalb. Das Durchatmen trainiert Ihre Atemorgane, auf Dauer sollen Sie mehr Luft fassen können. Von der feucht-heißen Luft, die dafür sorgt, dass Ihre Schleimhäute besser durchblutet werden, profitieren Sie besonders, wenn Sie Probleme mit Ihren Bronchien haben. Asthma-Patienten und an chronischer Bronchitis leidende Saunagänger sollen ihre Beschwerden durchs Saunieren mildern können: In der heißen Sauna Luft erwärme und entspanne sich die Bronchialmuskulatur der Atemwege, was die Schleimproduktion ankurbele.

6. Saunieren entspannt Ihre Muskeln
Besonders gut täte ein Saunabesuch Ihnen, wenn Sie sich gerade sportlich betätigt hätten – auch das hat eine Studie bestätigt: Sie können mit dem Gang in die Sauna einem Muskelkater also vorbeugen.

7. Saunieren verbessert das Wohlbefinden
Wer sich in die heißen Temperaturen einer Sauna begebe, veranlasse damit laut einer Studie die körpereigene Produktion von sogenannten Glückshormonen wie Serotonin und Endorphinen, was das Wohlbefinden steigere und ein Gefühl der Euphorie auslöse.

8. Saunieren hilft gegen Einschlafprobleme
Der vom Gang in die Sauna erhöhte Serotoninspiegel im Gehirn soll schlaffördernd wirken.

9. Saunieren lindert Kopfschmerzen
Eine kleine Studie konnte belegen, dass der regelmäßige Gang in die Sauna die Intensität von Schmerzen und Kopfweh bei Patienten, die an chronischen Kopfschmerzen des Spannungstyps CTTH litten, minderte.

Frauen Sauna Ofen

Macht der Sauna-Aufguss die Sauna gesund?

Der Aufguss erhöhe den Hitzestress kurzzeitig, den Ihr Körper erfährt, wenn Sie sich in die heiße Sauna begeben. Er erhöhe die Luftfeuchtigkeit im Saunaraum. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Für die meisten der oben genannten positiven Wirkungen der Sauna sei der Aufguss allerdings irrelevant.

Machen Düfte im Sauna-Aufguss die Sauna gesünder?

Duftende Essenzen, zumeist als Zugabe von ätherischen Ölen realisiert, sollen die positiven Effekte der Sauna, insbesondere auf die Atemwege, verstärken können. Sie sind daher gängige Praxis in vielen Saunen.

Aber: Die Aromastoffe können Ihre Bronchien und Lunge reizen und Hustenattacken auslösen. Das gilt vor allem für Kinder und Allergiker, denn die ätherischen Öle können Luftnot verursachen. Auch wer einen niedrigen oder hohen Blutdruck hat, sollte die duftenden Aufgüsse meiden.

Und noch ein großes Aber: Laut dem Abschlussbericht „Gefahrenstoffexposition bei Saunaaufgüssen“ der DGUV (2016) setzen Saunaaufgussmittel „bei hohen Temperaturen durch Pyrolyse Aldehyde und Ketone frei. Formaldehyd und Aceton stellen den Hauptanteil der Emissionen dar. Bei der Durchführung von Aufgusszeremonien mit Aufgusswasser wurden die Formaldehydgrenzwerte nach TRGS 900 (Arbeitsplatzgrenzwerte als 8h-Schichtmittelwert und Kurzzeitwert über maximal 15 Minuten) unter Beachtung der herstellerseitigen Dosierangaben und der Empfehlungen der DGfdB für das Ausbringen der Aufgusswässer eingehalten. Dosierungen über der Herstellerempfehlung und schnelle Aufgüsse können zu Formaldehydkonzentrationen über den zulässigen Grenzwerten führen.“ Dazu müsse man wissen, dass die „Freisetzung von Formaldehyd wegen der Einstufung als Humankanzerogen (K1B), dem Verdacht auf mutagene Wirkung (M2) und wegen seiner hautsensibilisierenden Wirkung (H1) eine besondere Rolle bei der Beurteilung der beruflichen Gefahrstoffbelastung bei Saunaaufgüssen“ spiele.

Wer mehr zum Thema Aufguss wissen möchte, kann sich dazu in unserem Magazin-Beitrag Saunakultur: Der Sauna-Aufguss informieren.

Sauna Aufguss Kelle

Wann ist die Sauna ungesund?

Aufgrund der oben beschriebenen Wirkung der Sauna auf Ihren Körper gibt es Personengruppen, denen vom Besuch einer Sauna dringend abgeraten wird, darunter Menschen mit:

  • akuten Asthma-Problemen, weil der Kälteschock beim Abkühlen zu einer reflexartigen Verengung der Bronchien führen und einen akuten Anfall auslösen könne.
  • mit Rheuma, wenn sie sich nicht in einem entzündungsfreien Intervall befinden.
  • mit Entzündungen der inneren Organe und Blutgefäße.
  • mit Nierenproblemen, weil die Niere beim Saunieren sehr belastet wird. Wegen des Flüssigkeitsverlustes sinkt das Blutvolumen, der Urin wird konzentrierter. Das könne die Bildung von Nierensteinen fördern.
  • mit einer koronaren Herzkrankheit und Herzschwäche.
  • mit grippalen Infekten und Erkältungen.
  • mit Bluthochdruck, weil es wegen der plötzlichen Verengung der Blutgefäße bei einem kalten Guss oder beim Einstieg in das Tauchbecken zu einem massiven Blutdruckanstieg kommen könne.
  • mit Schwindelanfällen, weil die Kreislaufregulation auf die schnell wechselnden Zustände des Kreislaufsystems beim Wechsel von Kalt zu Warm nicht ausreichend rasch reagieren könne und weitere Schwindelattacken (mit Sturzgefahr) möglich seien.

Wie viel Sauna ist gesund?

Die positive Wirkung eines mehrgängigen Saunabesuches ist nachhaltig. Sie profitieren etwa eine Woche davon. Deshalb ist es ratsam, regelmäßig einmal pro Woche in die Sauna zu gehen. Häufigere Saunabesuche seien durchaus machbar. Allerdings sollte dann die Zahl der einzelnen Gänge reduziert werden, wobei gelten sollte: Je öfter Sie pro Woche in der Sauna sind, desto weniger Gänge sollten Sie pro Besuch absolvieren.

Ist für Schwangere ein Saunabesuch gesund?

Das Thema Schwanger in die Sauna diskutieren wir in einem extra Artikel.

Wir hoffen, Sie sind mit unseren 9 guten Gründen fürs Saunieren neugierig auf einen Saunabesuch geworden. Oder haben Sie gar Lust bekommen, sich eine eigene Sauna nach Hause zu holen?

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Titelbild: ©iStock/Wavebreakmedia
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