Wer ein Gartenhaus nicht nur als Geräteschuppen nutzt, sondern eine wohnlich eingerichtete Wohlfühloase sein eigen nennt, braucht für die kühleren Tage auch eine Heizung. Zweifellos dominieren bequeme Elektro-Öfen diesen Bereich, da sie – einmal installiert – keinerlei Aufwand verursachen. Wer es allerdings richtig urig oder ein bisschen romantischer mag, hat auch im Gartenhaus die Möglichkeit, einen Holzofen oder Kaminofen zu nutzen.

Vorteile und Nachteile der Holzheizung im Gartenhaus

Kaminofen

Das offene Feuer sieht nicht nur gut aus, sondern gibt auch angenehm warm.

Während Elektro-Radiatoren und E-Heizungen einfach nur Wärme erzeugen, schafft ein zünftiger Holzofen eine besonders gemütliche Atmosphäre. Insbesondere die heute beliebte Form des geschlossenen Kaminofens mit Fenster gestattet den Blick ins Feuer, man hört die Holzscheite knistern und schaut dem Spiel der Flammen zu. Kein Wunder, dass sich so manche Gartenhausbesitzer einen solchen Ofen wünschen!

Dabei ist es nicht nur ein Hang zur Romantik, der für den Holzofen spricht, es gibt auch ganz handfeste Vorteile, die mit der Holzheizung verbunden sind:

  • Die trockene Wärme, die diese Öfen ausstrahlen, ist vom Wohlfühlfaktor her mit keiner anderen Hauswärme zu vergleichen.
  • Mit Holz heizt man umweltfreundlich, denn es ist ein nachwachsender und somit nachhaltiger Rohstoff. Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen hat es eine gute Klimabilanz, da nur das CO² in die Luft abgegeben wírd, das zuvor während des Holzwachstums aus ihr entnommen wurde. Der CO²-Ausstoß wäre derselbe, wenn das Holz auf natürlichem Wege verrotten würde.
  • Mit Holz heizen ist wirtschaftlich, da die Kosten gering sind. Üblicherweise wird heimisches Holz verwendet, dessen Preise auch weitgehend stabil bleiben, wenn fossile Brennstoffe (inkl. aus ihnen gewonnener Strom) heftig steigen. Zudem kann auch das kostenlose Holz verheizt werden, das im Garten durch Baumschnitt und das Absterben mancher Bäume und Sträucher immer mal wieder anfällt (es muss allerdings trocken und gut abgelagert sein.)

Auch Aspekte, die gelegentlich als Nachteile eines Holzofens genannt werden, wollen wir hier nicht unterschlagen:

  • Platzbedarf: Das Holz für die Befeuerung des Ofens benötigt Lagerplatz. Wir empfehlen, zu diesem Zweck gleich ein Gartenhaus mit Schleppdach zu erwerben, das für diesen Zweck optimal geeignet ist. Oder man rüstet so ein herunter gezogenes Dach einfach nach, z.B. mit einem der praktischen Schleppdach-Bausätze im Sortiment der Gartenhaus Gmbh.
Schleppdach zum Anbauen

Das Holz sollte trocken gelagert werden.

  • Die Anschaffungskosten: im Vergleich zum bloßen Aufstellen eines Radiators sind sie zweifellos deutlich höher! Dafür sind Holzöfen im Verbrauch günstig, so dass sich das über die Jahre wieder ausgleicht. Zudem gibt es für das Gartenhaus geeignete Holzöfen schon relativ günstig. Es spricht auch nichts dagegen, ein „antikes“ Modell aufzupeppen und wiederzuverwenden, sofern der Ofen als solches noch in Ordnung ist.
  • Es fällt Asche an, das stimmt! Doch wer Holzfeuer mag, hat meist auch nichts gegen den Umgang mit dem Naturmaterial und seinen Rückständen. Da es sich um saubere Holzasche handelt, lässt sie sich auch als Dünger bzw. Zusatz zum Kompost verwenden.
  • Brandgefahr? Insbesondere in Holzhäusern wird gerne vor Brandgefahr gewarnt. Dabei ist ein korrekt installierter Holzofen nicht gefährlicher als etwa ein Gasofen, der gerne mal statt einer E-Heizung in Gartenhäusern zum Einsatz kommt. Man stellt den Ofen auch nicht einfach so auf, sondern muss einige Sicherheitsaspekte beachten, sowie eine Genehmigung des zuständigen Schornsteinfegers einholen.

Voraussetzungen zum Betrieb eines Holzofens im Gartenhaus

Holzofen im Gartenhaus, Brandschutz

Große Gartenhäuser gewährleisten eine ausreichende Belüftung.

Es versteht sich fast von selbst, dass ein Holzofen nicht in ein ganz kleines Gartenhaus gehört. Die Holzverbrennung benötigt Luft, deshalb ist ein größerer Raum günstiger, der jedoch auch über eine ausreichende Belüftung verfügen muss. Will man das Gartenhaus im Winter nutzen, sollte es eine Innendämmung zulassen, so dass die Wärme besser im Haus gehalten wird. Optimal ist die Wahl eines Gartenhauses mit einer hohen Blockbohlenstärke: ab 40 mm Wandstärke sind geeignet, die erhältlichen Varianten reichen bis hin zu 70 mm und sogar 90 mm sind möglich.

Um einen Holzofen im Gartenhaus betreiben zu dürfen, müssen sodann verschiedene Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden:

  • korrekte Abstände zur Wand und zur Decke müssen eigenhalten werden,
  • es braucht eine brandgeschützte Durchführung des Kaminrohrs durch das Dach bzw. die Wand
  • eine bestimmte Höhe des Kaminrohrs ist vorgeschrieben
  • die Wand, vor der der Ofen steht, benötigt evtl. Brandschutz,
  • ebenso der Boden, auf der der Ofen steht.

Schornsteinfeger

Die genauen Erfordernisse des gewählten Holzofens stehen in den Begleitmaterialien des jeweiligen Geräts. Allgemeine Vorschriften sollte man schon bei der Planung beim zuständigen Bezirksschornsteinfeger erfragen, der den Ofen in aller Regel dann auch abnehmen wird. Da die Vorschriften für Feuerstätten von Bundesland zu Bundesland verschieden sind und auch die Gemeinden hier und da noch eigene Verordnungen erlassen, ist es unverzichtbar, sich vorab genau zu erkundigen. Die Schornsteinfeger sind zur Beratung verpflichtet und kennen die Lage in der jeweiligen Gemeinde.

Zu guter Letzt gelten noch besondere Vorschriften aus Vereinssatzungen für Gartenhäuser in Kleingartenanlagen, die beim Vorstand des jeweiligen Vereins zu erfragen sind. Wer Ärger vermeiden will, sollte das keinesfalls auslassen, denn es kann sonst sein, dass man die liebevoll errichtete Feuerungsstätte wieder entfernen muss.

Die alles klingt vielleicht aufwändig und kompliziert, doch kann man ja allermeist die Erfordernisse schon in einem einzigen Gespräch mit dem Schornsteinfeger klären. Die Hürden auf dem Weg haben schon viele Gartenhausbesitzer problemlos gemeistert, die heute glückliche Besitzer eines Kamin- oder Holzofens sind.

 

moderner Holzofen

Es muss übrigens nicht immer ein „klassischer“ Holz- oder Kaminofen sein. Es gibt auch moderne Design-Öfen, die sich sehen lassen können. Zum Beispiel dieses Modell von Stack, gesehen bei DEA VITA.

Gartenhäuser mit Holzofen

Als Beispiel einer besonders gelungen Integration eines Holzofens kann das Gartenhaus von Familie Bazna gelten, dessen Aufbau und Einrichtung im Artikel Das 5-Eck-Gartenhaus Julia-40 ausführlich beschrieben ist. Auch unser Titelbild zeigt diesen Ofen, der nun an kalten Tagen im wohnlich gestalteten Gartenhaus seine wohlige Wärme verströmt. Hier nochmal ein Blick ins Haus Julia mit vorschriftsmäßig aufgestelltem Holzofen:

gartenhaus-einrichtung3

Und noch eine Außenansicht, auf der man das Kaminrohr besonders gut sieht. Es ist mehr Schmuckstück als schlichter Kamin, finden wir:

gartenhaus-julia-terrasse

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Bildnachweis:

Titelbild: Familie Bazna / Gartenhaus GmbH (Kundenfoto)
Kaminofen: Simon Lange – fotolia.com
Schleppdach-Anbau: Gartenhaus GmbH
Holzofen 2: Familie Bazna / Gartenhaus GmbH (Kundenfoto)
Illu Schornsteifeger: miceking – Fotolia.com
Moderner Holzofen von Stack: DEA VITA CC BY-ND 3.0
Haus Julia, Innenraum: Familie Bazna / Gartenhaus GmbH (Kundenfoto)
Haus Julia, von außen: Familie Bazna / Gartenhaus GmbH (Kundenfoto)