Ein Strandkorb geht immer. Auch ohne Strand und Meer. Wir stellen Ihnen die gängigsten Strandkorb-Modelle samt passendem Zubehör vor und erklären ihre Unterschiede. Dazu gibt’s Spannendes aus der Geschichte des Strandkorbs sowie zahlreiche Tipps zum Aufstellen, zur Deko und zur Pflege von Strandkörben.

Typisch deutsch: der Strandkorb

Der Strandkorb gilt als deutsches Phänomen: Während anderswo am Strand Liegestühle aufgestellt werden, stehen an deutschen Stränden von Ostsee und Nordsee Strandkörbe. Es gibt weder im Englischen noch Französischen ein Wort für Strandkorb, man bedient sich daher in diesen Sprachen des deutschen Begriffs. Manche meinen, der Strandkorb sei das Küsten-Äquivalent zum Schrebergarten. Womit wir eine Punktlandung im Garten hingelegt hätten. Doch bevor es um den Strandkorb im Garten, also den Gartenkorb geht, sollten Sie den typischen Strandkorb kennenlernen:

Der Strandkorb – ein echtes Küstenkind

Schon seit dem späten Mittelalter habe es laut Zunftberichten und Gemälden Sitzmöbel mit hochgezogener, geflochtener Rückenlehne gegeben, sogenannte überdachte Stühle, die allerdings nur im Innenbereich genutzt wurden. Mit der zunächst eher medizinisch ausgerichteten und dann zunehmend auch touristischer werdenden Bäder- und Seebäderkultur an deutschen Nord- und Ostseeküsten wurden auch zugehörige Strandmöbel entwickelt, darunter Strandstühle (1871 im Musterbuch des Korbmachers Ernst Karl Nikolaus Freese erstmals erwähnt) und Strandkörbe (1875 bestellt für Kurgäste auf Norderney).

Die ersten Strandkorb-Modelle wurden auch Sitzkörbe, Korbhütten (Theodor Fontane am 12. August 1882 in seinem Brief aus Norderney) oder Kiepen am Meer genannt.

Blau weißer Strandkorb am Strand

Nach all diesen Vorläufern und ihren Machern gilt dennoch Wilhelm Bartelmann, seines Zeichens Rostocker Hof-Korbmachermeister als der Erfinder des Strandkorbs. Er soll seinen ersten Strandkorb, inspiriert von Freeses Zeichnungen für Korbmacher, im Frühjahr 1882 für die an Rheuma leidende, ältere Dame Elfriede von Maltzahn gebaut haben, die sich eine schützende Sitzgelegenheit für den Strand wünschte, um trotz ihrer Krankheit einen Sommeraufenthalt in Warnemünde genießen zu können.

Kurz darauf entwickelte er das Maltzahn-Modell weiter und schuf den Zweisitzer-Strandkorb mit Markisen Fußstützen und Seitentischen, der sich als Prototyp an Deutschlands Küsten verbreitete. Spannend am (St)Rande: Bartelmanns Frau Elisabeth nahm die Vermarktung der Strandkörbe erfolgreich in die Hand: Schon 1883 vermietete sie Strandkörbe am Leuchtturm von Warnemünde, wenige Jahre später bereits in sechs weiteren Ostseebädern.

Aufbau und Funktionsweise des klassischen Strandkorbs

Strandkörbe stehen heute dicht an dicht gereiht an Nord- und Ostseeküste. Ihr Aufbau hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts kaum geändert.

Strandkörbe in einer Reihe

Traditionelle Bauweise

Der typische deutsche Strandkorb ist ein kompaktes Konstrukt mit etwa 1,60 Meter Höhe und 1,20 Meter Breite. Er bringt gute 70 bis 80 Kilogramm auf die Waage. Konstruiert wird er aus vier Grundelementen:

  • Der sogenannte Bock ist die konstruktive Basis. Er wird traditionell vorwiegend aus Kiefer oder Fichte gemacht, heute auch aus Schichtholzplatten oder Birkenmultiplexplatten, aus afrikanischem Iroko oder asiatischem Teakholz. Das Holz wird mit entsprechenden Holzschutzmitteln wetterbeständig gemacht.
  • Die zwei Seitenteile des Strandkorbs werden am verschraubt. Idealerweise sind sie außen mit je einem Tragegriff bestückt.
  • Die sogenannte Haube, also das zum Dach gestaltete Rückenteil, wird mit Hilfe von zwei bis drei Metallschlaufen rückseitig am Bock eingehängt. Daher bleibt die Haube beweglich. Sie lässt sich in vier oder fünf Stufen nach hinten verstellen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Strandkorb eine Rückholfeder hat, die das Wiederaufrichten der Rückenlehne erleichtert. Ohne sie brauchen Sie zum Verstellen der Lehne jedes Mal ordentlich Kraft. Es gibt inzwischen auch Strandkörbe mit Gasdruckfederung, die es auch weniger kräftigen Personen erlaubt, die Rückenlehne leicht zu verstellen.

Die Seitenteile und die Haube bestehen aus einem hölzernen Gestell, das mit einem sogenannten Flechtwerk ausgefüllt wird. Heute sind an die 95 Prozent der Strandkörbe aus Kunststoff geflochten. Kommt Naturmaterial zum Einsatz, handelt es sich meist um lackierten Rohrbast aus Bambus oder Rattan – importiert aus Asien. Nur noch selten besitzt ein Strandkorb das traditionelle Weidengeflecht.

Die textile Auskleidung des Strandkorbs

Ein Strandkorb ist in der Badesaison über Wochen und Monate Sonne, Wind, Regen und schlimmeren Wetterbedingungen ausgesetzt. Hinzu kommt möglicherweise Sand (vom Strand), der ihm substanziell zu schaffen macht. Der Korb muss daher vor allem eins sein: wetterfest.

Sein Allwettersitz wird heute mit imprägniertem Markisenstoff oder optisch zumindest textilähnlicher PVC-Folie bezogen. Für bequemes Sitzen sorgen mit Schaumstoff oder Kokosmatte gefüllte Sitzpolster. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Polsterung gute fünf, sechs Zentimeter oder mehr dick ist – dann drückt auch beim langen Verweilen im Strandkorb nichts.

Ausstattung und Zubehör

Das Grundmodell eines Strandkorbs besitzt zudem:

  • gepolsterte Fußkästen zum praktischen Ausziehen,
  • ein oder zwei, jeweils an Drahtbügeln aufgehängte Seitentischchen, die sich in einer ausgefrästen einrasten lassen,
  • Armlehnen
  • sowie eine Sonnenmarkise zum Abklappen an der Dachkante.

Die meisten Strandkörbe sind außerdem mit einer Wäscheschnur ausgerüstet, die im oberen Übergang der Rückenlehne zum Verdeck quer gespannt wird. Auf die Wäscheschnur kommen nasse Badesachen und Handtücher zum Trocknen.
Mietkörbe haben in der Regel ein Holzgitter, mit dessen Hilfe die Sitznischen verschlossen werden, die es dem Nutzer ermöglichen, sein Strandzeug im Strandkorb zu lassen, wenn er den Strand für kurz oder lang verlässt.

Die 4 gängisten Strandkorbmodelle

Strandkorb ist nicht gleich Strandkorb. Wir stellen Ihnen die unterschiedlichen Modelle vor:

Nord- und Ostseemodelle

Zwei unterschiedliche Modelle machen an deutschen Stränden das Rennen. Die einen an der Ostsee, die anderen an der Nordsee:

Strandkorb rot weiß am Strand

  • Strandkörbe in typischer Ostseeform haben abgerundete, geschwungene Seitenteile und ihre Hauben sind gebogen.

Strandkorb weiß blau am Strand

  • Strandkörbe in Nordseeform haben gerade Seiten und eine eher kantig wirkende Haube.

Halblieger und Liegermodelle

Traditionell sind beide Strandkorbmodelle sogenannte Halblieger. Das heißt, die Rückteile lassen sich bis zu einem Winkel von 55 Grad nach hinten verstellen. Nordseekörbe können Sie mitunter auch als sogenannte Liegermodelle kaufen. Sie werden auch Ganzlieger genannt und sind bis zu 90 Grad absenkbar, so dass Sie darauf auf Wunsch auch waagerecht liegen können.

Sonstige Strandkorbmodelle

Ist von einem Syltkorb die Rede, ist ein Strandkorb gemeint, dessen Haube sich dank eines mechanisch recht aufwändigen Federzugs stufenlos verstellen lässt.

Neben den an Ost- und Nordsee weit verbreiteten Klassikern des Ostseekorbs und Nordseekorbs sowie des Syltkorbs gibt es ein viertes Strandkorb-Modell mit ostdeutscher Geschichte: Der Strandkorb „made in DDR“ hat kein Geflecht, sondern stattdessen eine Haube aus gebogenem Phenolharz. Seine Seitenteile bestehen aus Spanplatten – der Grund für seinen Beinamen „Typ Platte“ (Stichwort: Plattenbau).

Die Strandkorbbauer haben auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Kunden reagiert und inzwischen neben dem klassischen Zweisitzer auch Ein-, Drei-, Vier- und sogar Fünfsitzer auf den Markt gebracht.

Außerdem gibt es – in der Regel als individuelle Sonderanfertigung – heute Strandkörbe mit Extras wie

    • aufklappbarer Sitz,
    • integriertes verschließbares Fach,
    • Fußrasten mit Stauraum,
    • große, abnehmbare Tische,
    • drehbares Untergestell mit Kugelkranzlager zum einfachen Ausrichten zur Sonne
  • und eingenähte Seitentaschen, sogenannte Lektüretaschen.

Hochwertige Luxus-Strandkörbe sind mit einer Heizung, einer integrierten Bar, einem Kühlschrank und/oder eine Musikanlage ausgestattet.

Der Strandkorb wird zum Gartenkorb

Der Strandkorb erfreut sich mittlerweile einer so großen Beliebtheit, dass er längst den Sprung vom Strand in den Garten, auf die Terrasse oder gar den Balkon vieler Menschen geschafft hat. Dort bietet er ein Plätzchen zum Sitzen und/oder Liegen, das zum Lesen, Ruhen und Träumen einlädt. Doch wie am Strand ist der Strandkorb auch im Garten Wind und Wetter ausgesetzt.

Welche Dinge gibt es bei der richtigen Strandkorb Position und Pflege also zu beachten?

Der richtige Platz für den Strandkorb im Garten

Generell können Sie Ihren Strandkorb im Garten überall platzieren. Bedenken Sie jedoch, dass ein Strandkorb recht schwer ist und ein häufiger Platzwechsel damit anstrengend wird. Hinzu kommt, dass die in der Regel zum Lieferumfang gehörenden Rollen, die Sie an der Unterseite des Strandkorbs befestigen können, weniger dem Platzwechsel als dem Transport vom und zum Winterlager dienen sollen. Suchen Sie also einen Aufstellort im Garten, an dem der Strandkorb von März bis Oktober gut steht.

Als Küstenkind steht der Strandkorb gern auf Sand. Viele Gartenbesitzer ahmen die natürliche Umgebung des Strandkorbs im Garten nach und stellen ihn auch dort auf eine eigens aufgeschüttete Sandschicht. Dagegen spricht jedoch, dass Sand Feuchtigkeit sehr schnell aufnimmt und nur schwer wieder loswird. Auch Unkraut lässt sich von Sand nicht vom Wachsen und Vermehren abhalten, der vermeintliche Strand im Garten kann damit schnell unansehnlich wirken. Nicht zuletzt benutzen freilaufende Katzen Ihren Sand womöglich gerne als Katzenklo.

Unser Tipp: Schaffen Sie anstelle einer einfachen Sandschicht einen Zierkiesgrund, der zum Beispiel mit Fleece unterlegt ist. Denkbar wäre auch ein Standplatz oder eine Art Podest aus Ziegelsteinen, Bodenplatten oder Holzboden. Das hat auch den Vorteil, dass bei Niederschlag weniger Schmutz an den Strandkorb spritzt und der Korb steht schlimmstenfalls nicht im Wasser.

Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie den Strandkorb auf die Terrasse stellen. Dort steht er wie Ihre sonstigen Terrassenmöbel gegebenenfalls auch unter der Terrassenüberdachung, die ihn gut vor Sonne und Niederschlag schützt.

Die optimale Pflege Ihres Garten-Strandkorbs

Die Pflege Ihres Strandkorbs im Garten bestimmt dessen Material. Hölzerne Bauteile brauchen unbedingten Wetterschutz – und zwar regelmäßig. Selbst das sogenannte Terrassenholz Teakholz, das von Natur aus als weitgehend wasserabweisend gilt, bekommt ohne extra Holzschutz mit der Zeit eine gräuliche Oberfläche, die sogenannte Patina.

Strandkorbteile aus modernem Kunststoff hingegen sind wetterfest und verlieren auch nicht an Farbe, wenn sie lange in der Sonne stehen. Kunststoff können Sie zudem mit lauwarmem Wasser und bei starkem Schmutz mit einem umweltfreundlichen Reinigungsmittel putzen.

Textilien vom Strandkorb lassen sich idealerweise zum Waschen abnehmen. Wenn Sie den Korb regelmäßig ausbürsten, bleiben die Stoffe lange schön.

Mit einer Schutzhülle können Sie Ihren Strandkorb im Garten während der Saison vor Niederschlag schützen. Bevor Sie ihn dann ins Winterquartier verlagern, sollte der Strandkorb unbedingt sauber und komplett trocken sein. Für das Winterquartier gelten anschließend dieselben Lageranforderungen wie für Ihre übrigen Terrassenmöbel.

Die schönsten Deko-Ideen für Ihren Strandkorb

Der Strandkorb ist an sich schon ein echter Hingucker im Garten. Im klassischen Design leuchten seine Markisenstoffe in Blau-Weiß, Grün-Weiß oder Gelb-Weiß weit über Ihren Gartenzaun hinaus. Mögen Sie die Streifen nicht, können Sie, insbesondere bei einem extra für Sie angefertigten Strandkorb (siehe Einkaufstipps unten), nahezu jedes Stoffdesign wählen, das Ihnen gefällt und auch zu den übrigen Möbeln in Ihrem Garten passt.

Dekorativ wirken Leuchtmittel vieler Art an Ihrem Strandkorb. Je nachdem, ob Sie im Strandkorb eine romantische oder eher sportlich-puristische Stimmung bevorzugen, greifen Sie zu passenden Windlichtern, Lichterketten und Laternen, die Sie am Strandkorb anbringen. Achten Sie hierbei auf die Sicherheit (bei Kerzen & Co.) und den Energieverbrauch (Solarleuchten statt herkömmlicher Akkuleuchten).

Bedenken sie bei aller Freude am Dekorieren, dass Ihr Strandkorb im Lieferzustand bestmöglich gegen Witterungseinflüsse geschützt ist. Eingriffe am Holz können zu Schwachstellen werden, die Feuchtigkeit eindringen lassen.

Unser Tipp: Dekorieren Sie lieber den Stellplatz für den Strandkorb im Garten nach Ihrem Geschmack, beispielsweise als Strandidyll oder als Oase im Grünen. Lassen Sie sich von unseren Besonderten Orten im Garten inspirieren. Falls Sie die unmittelbare Umgebung des Strandkorbs bepflanzen möchten, achten Sie auf den nötigen Abstand zum Korb, denn Grünzeug hinterlässt beim Wachsen und Gedeihen so manche Spur. Außerdem verschatten die Pflanzen den Strandkorb, so dass die Sonne Feuchtigkeit dort nicht mehr ganz so ungehindert aufsaugen kann wie bei einem freistehenden Korb.

Die besten Kauftipps für Strandkörbe

In Deutschland gibt es mehrere Manufakturen, die ihrem Handwerk teils mit langer Tradition nachgehen. Dort können Sie sich einen Strandkorb nach Ihren Vorstellungen bauen lassen. Ein guter Strandkorbbauer kann dabei das Design des Strandkorbs auch an Ihre bereits vorhandenen Gartenmöbel anpassen. Aber: Die individuellen Lieblingsstücke sind meist teurer als Strandkörbe, die Sie im Fachhandel kaufen.

Wer nach Alternativen zu den handelsüblichen Strandkörben für den Garten sucht, kann Palettenmöbel selbst bauen. oder eine Hängematte selbst machen.

Palettenmöbel im Garten

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Titelbild: ©iStock/frankoppermann
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