Muss ein Zaun genehmigt werden? Welcher Zaun und welche Einfriedung braucht eine Baugenehmigung? Zaunart, Zaunmaterial, Zaunhöhe – wovon hängt es ab, welcher Zaun genehmigt werden muss? Zaun auf Grundstücksgrenze – genehmigungspflichtig oder nicht? Gibt es unterschiedliche Regelungen pro Bundesland? Unser Ratgeber beantwortet diese und noch mehr Fragen und gibt Ihnen wertvolle Tipps rund um das Thema Zaun Baugenehmigung.


Wer plant, einen Zaun oder eine Einfriedung zu errichten, sollte sich vorab mit den rechtlichen Aspekten des Vorhabens beschäftigen: baurechtliche und nachbarrechtliche. Um die eingangs gestellten Fragen zur Baugenehmigung für Zaun und Einfriedung zu beantworten, ist es wichtig, zunächst die beiden Begriffe Zaun und Einfriedung zu klären.

Begriffserklärung: Zaun Einfriedung – was ist das?

Als sogenannte Einfriedung wird eine Anlage bezeichnet, mit der ein Grundstück nach außen hin abgegrenzt wird. Die Einfriedung schützt das Grundstück auf verschiedene Weise:

  1. Sie hindert Menschen und Tiere daran, das Grundstück zu betreten.
  2. Sie schützt vor klimatischen Einflüssen von außen, darunter Wind, ebenso wie vor Immissionen, darunter Lärm.
  3. Sie verhindert Einblicke von außen auf das Grundstück (Sichtschutz).

Der Begriff Einfriedung ist demnach wörtlich zu nehmen: Die Anlagen zur Abgrenzung sollen dem Grundstück Frieden bringen und ihn bewahren. Anlagetechnisch lassen sich Einfriedungen in „tote“ und „lebende“ Materie unterscheiden. Zu den „toten“ Einfriedungen zählen Zäune und Mauern, zu den „lebenden“ Hecken. Demnach ist ein Zaun nur eine spezifische Art einer Einfriedung.

Welche Zaunarten gibt es?

Zäune lassen sich nach ihrem Material, ihrer Bauweise und ihrem Zweck in verschiedene Zaunarten und Zauntypen unterscheiden:

Zaunmaterial: Ein Zaun kann aus Holz, Metall, Stein (zum Beispiel Gabionen) oder Kunststoff (zum Beispiel WPC) sowie Materialmixen daraus beschaffen sein. Demnach gibt es im Handel, selbstverständlich auch bei uns im Onlineshop, Holzzäune, Metallzäune, Gabionenzäune und Kunststoffzäune.

Gabionen Zaun bepflanzen

Zaunaufbau: Ein Zaun kann beispielsweise aus Latten, aus geschmiedetem Eisen und aus Draht gemacht sein. Demnach sind Lattenzäune, schmiedeeiserne Zäune und Maschendrahtzäune handelsüblich.

Einsatzzweck: Ein Zaun kann zum Beispiel als Garten- und Grundstückszaun, Sichtschutzzaun, Koppelzaun oder Gehegezaun im Einsatz sein.

Einen Überblick über Zaunarten und Zauntypen liefern wir Ihnen mit unserer kleinen Zaunkunde, die Sie im Beitrag „Zaun aufbauen: Ratgeber zum Zaun selber aufbauen aus Holz, Metall, Kunststoff und Stein“ lesen können.

Damit wissen Sie, was die Begriffe Einfriedung und Zaun heißen, und Sie kennen wichtige Zaunarten und -typen. Es ist an der Zeit, nach dem buchstäblich Rechten zu schauen.

Zaun Baugenehmigung: Wann braucht ein Zaun eine Genehmigung?

Das Errichten eines Zauns oder einer Einfriedung ist eine Sache, die Sie rechtlich absichern müssen. Sie sollten daher wissen, was

  • im für Sie gegebenenfalls geltenden Nachbarrechtsgesetz steht,
  • die Bauordnung Ihres Bundeslandes vorschreibt (Landesbauordnung),
  • Ihr zuständiges Bauamt an lokalen Vorschriften bereithält.

Denn während Sie den einen Zaun/die eine Einfriedung „nur“ amtlich (örtlich zuständige Baubehörde) genehmigen lassen müssen, brauchen Sie für den anderen Zaun/die andere Einfriedung mitunter zusätzlich das Einverständnis Ihres Nachbarn oder gar eine Genehmigung Ihres Bundeslandes.

Zaun und Einfriedung – alles, was Recht ist

Beim Errichten von Zäunen als eine Art „tote“ Einfriedung kommt es mitunter nicht nur auf nachbarrechtliche Vorschriften an, sondern auch auf baurechtliche: Denn per Definitionem handelt es sich dabei um sogenannte bauliche Anlagen.

Zaun auf Grundstücksgrenze: Das müssen Sie beachten!

Wer eine Hecke als eine Art „lebender“ Einfriedung pflanzt, der muss nachbarrechtliche Grenzabstände für Hecken beachten. Oder, das Einverständnis des Nachbarn vorausgesetzt, die Hecke wird auf der Grundstücksgrenze gepflanzt, wodurch sie von einer aus rechtlicher Sicht einfachen Gartenhecke zur sogenannten Grenzanlage wird.

Für Grenzanlagen jeder Art („tote“ wie „lebende“ Einfriedungen auf der gemeinsamen Grundstücksgrenze) gilt: Wurden diese mit der Zustimmung (Genehmigung) des Nachbarn errichtet, dürfen Sie sie ohne dessen Einverständnis weder eigenmächtig verändern noch entfernen.

Zaun aus Holz

In unserem Onlineshop finden Sie eine Vielzahl an Holz-, Metall- und Sichtschutzzäunen wie der Alpholz Luke-Staketenzaun Eiche.

Sichtschutzzaun: Das müssen Sie wissen!

Handelsübliche Sichtschutzzäune, wie Sie sie auch in unserem Onlineshop in großer Auswahl finden, haben typischerweise Höhen zwischen 1,70 und 2,10 Metern. Damit gelten sie unter Umständen als bauliche Anlagen und sind entsprechend genehmigungspflichtig. Auch hier hilft ein Blick ins lokale Baurecht oder der Gang zur/ein Anruf bei der zuständigen Baubehörde: Fragen Sie dort, ob es eine Einfriedungssatzung gibt und was drinsteht.

Was bedeutet ortsüblich?

Bevor Sie einen Zaun/eine Einfriedung planen und errichten, schauen Sie sich am besten in der Nachbarschaft um: Welche Zäune und Einfriedungen gibt es dort? Wie hoch sind die Zäune, woraus bestehen sie? Das, was Sie Großteils an Zäunen und Einfriedungen vorfinden, ist bei Ihnen „ortsüblich“ – und daran sollten Sie sich halten.

Andernfalls, zum Beispiel bei großen Unterschieden, gelten die von den Bundesländern festgelegten Vorschriften zur Höhe von Einfriedungen. Dazu müssen Sie wissen, dass bis auf die Bundesländer Bayern, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern alle Bundesländer Nachbarrechtsgesetze aufgestellt haben. Es gilt:

  • Berlin (BE): etwa 1,25 m hoher Maschendrahtzaun (§ 23 „Beschaffenheit“ NachbG Bln)
  • Brandenburg (BB): etwa 1,25 m hoher Maschendrahtzaun (§ 32 „Beschaffenheit“ BbgNRG)
  • Hessen (H): etwa 1,20 m hoher Maschendrahtzaun (§ 15 Beschaffenheit)
  • Niedersachsen (NS): bis zu 1,20 m hoher Zaun (§ 28 Beschaffenheit der Einfriedung)
  • Nordrhein-Westfalen (NRW): etwa 1,20 m hohe Mauer oder Zaun (§ 35 Beschaffenheit)
  • Rheinland-Pfalz (RP): 1,20 m hoher Zaun aus festem Maschendraht (§ 39 Einfriedungspflicht)
  • Saarland (SL): 1,20 m hoher Zaun aus festem Maschendraht (§ 43 Einfriedungspflicht)
  • Sachsen (SN): bis 2,00 Meter hoher Zaun (§ 23 Anforderungen an Grundstückseinfriedungen)
  • Sachsen-Anhalt (ST): bis 2,00 Meter hoher Zaun (§ 23 Anforderungen an Grundstückseinfriedungen)
  • Schleswig-Holstein (SH): ein etwa 1,20 m hoher Zaun aus Maschendraht (§ 31 Beschaffenheit der Einfriedigung)
  • Thüringen (TH): 1,20 m hoher Zaun aus festem Maschendraht (§ 39 Einfriedungspflicht)

Faustregel: Eine Baugenehmigung für Zaun und Einfriedung ist dann notwendig, wenn dieser/diese anders als

  • ortsüblich
  • und/oder anders als vom Gesetz vorgeschrieben

ausgelegt werden soll. Häufig sind Einfriedungen zudem genehmigungspflichtig, die an eine öffentliche Verkehrsfläche grenzen.

Die Kosten für die Baugenehmigung für den Zaun richten sich nach den Landesgebührenordnungen der jeweiligen Bundesländer.

Genehmigungspflichtigen Zaun ohne Baugenehmigung bauen – welche Konsequenzen drohen?

Sie bauen Ihren Wunschzaun/Ihre Wunscheinfriedung ohne Baugenehmigung, gleichwohl Sie wissen, dass Sie diese zuvor vom Amt und/oder Nachbarn hätten einholen müssen? Dann müssen Sie nach deutscher Rechtslage damit rechnen, dass Sie Zaun oder Einfriedung umbauen oder gar abreißen müssen.

Besteht eine Einfriedungspflicht?

In dem Moment, wo ein Nachbar eine Einfriedung verlangt, entsteht eine gesetzliche Einfriedungspflicht. Wobei der Nachbar sein Verlangen nicht in einer bestimmten Form ausdrücken muss. Er kann die Einfriedung also auch mündlich verlangen.

Unser Tipp: Um im Falle eines Nachbarstreits auf Nummer sicherzugehen, sollten das Einfriedungsverlangen schriftlich festgehalten und quittiert werden.

In den Bundesländern BW, RP, SL, ST und TH besteht eine Einfriedungspflicht zum Schutz des Nachbarn. Generell gibt es sie, so sie denn ortsüblich ist, auch in BE und BB. In H, NRW, NS und SH besteht eine Einfriedungspflicht für bebaute oder gewerblich genutzte Grundstücke in sogenannter Innenortslage. In BW (Innerortslage), BY, HB, HH, MV und SN besteht keine Einfriedungspflicht.

Unser Tipp: Das Nachbarrecht ist ein Privatrecht. Daher gilt, dass öffentlich geregeltes Recht wie Baurecht, Straßen- und Wegerecht sowie Naturschutzrecht vorrangig ist.

Wer ist fürs Errichten von Zaun und Einfriedung zuständig?

Verlangt ein Nachbar eine Einfriedung, stellt sich die Frage, wer sie errichten muss. Die Bundesländer unterscheiden Einfriedungen in

  • sogenannte gemeinsame Einfriedungen (BW, H, NRW, RP, SL, ST, SH, TH)
  • und sogenannte Rechtseinfriedungen (BE, BB, N),

um die Zuständigkeit dafür zu bestimmen.

Dabei bedeutet der Begriff Rechtseinfriedung, der grundsätzlich an § 162 I. Teil 8. des Preußischen Allgemeinen Landrechts angelehnt ist, dass von der Straße aus betrachtet, die rechte Grenze eines Grundstücks auf Verlangen des Nachbarn einzufrieden ist. Auf diese Weise sollen die Kosten für das Errichten und Unterhalten einer Einfriedung möglichst gleichmäßig aufgeteilt werden.

Zaun selber aufbauen aus Metall

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Titelbild: ©iStock/altmodern
Artikelbilder: ©iStock/Kenny10; ©GartenHaus GmbH; ©iStock/EvgeniiAnd