Nachdem wir Ihnen Anleitungen für den Bau des eigenen Hochbeets präsentiert haben, folgen nun unsere Tipps für den Anbau von Gemüse, Blumen und Kräutern. Mit unseren Pflanzkalendern und Infos über die richtigen Mischkulturen geht das ganz einfach. Dazu geben Blogger mit Hochbeet-Erfahrung Tipps und berichten aus ihrem Garten-Alltag.

Blumen anpflanzen

Sie haben Ihr Hochbeet aufgebaut und mit Erde, Ästen und Co. aufgefüllt? Dann können Sie jetzt mit dem Bepflanzen beginnen. Bevor es jedoch an das Aussäen geht, stellt sich die Frage, welchen Zweck Ihr Hochbeet erfüllen soll: Möchten Sie Gemüse und Kräuter ernten oder Zierpflanzen anbauen? Letzteres ist zwar die einfachste Art, ein Hochbeet zu bewirtschaften, doch ein paar Dinge gibt es auch beim Anpflanzen von Blumen zu beachten.

Starkzehrer
  • Sonnenblumen
  • Chrysanthemen
  • Geranien
Mittelzehrer
  • Dahlien
  • Löwenmäulchen
Schwachzehrer
  • Stiefmütterchen
  • Begonien
  • Petunien

Denn Hochbeete haben eine besonders hohe Nährstoffkonzentration im Boden. Deshalb dürfen im ersten Jahr der Bepflanzung nur Blumen angebaut werden, die einen hohen Nährstoffbedarf haben und damit zu den Starkzehrern gehören. Im zweiten Jahr können Sie dann vermehrt Mittelzehrer anbauen und ab dem dritten Jahr Schwachzehrer.

Pflanzkalender für Blumen

Den Pflanzkalender für Blumen können Sie hier als PDF downloaden.

Mischkulturen: Diese Blumensorten passen gut zusammen

Die Sonnenblume neben der Dahlie oder doch lieber neben dem Stiefmütterchen? Beim Anlegen eines Blumenhochbeets müssen Sie vor allem auf die Größe und die Blühzeit der Zierpflanzen achten:

  • Große Blumen werden am besten in die Mitte des Beets gepflanzt.
  • Kleine Blumen sowie Hängepflanzen können Sie an den Rand des Hochbeets pflanzen.
  • Pflanzen Sie immer nur Blumen an, die auch zeitgleich blühen. Damit Ihr Beet immer in voller Blumenpracht erstrahlt.

Gemüse anpflanzen

Süße Karotten, knackiger Salat und saftige Gurken: Der Traum von Gemüse aus dem eigenen Garten kann mit einem Hochbeet ganz einfach in Erfüllung gehen.

Gemüse im Hochbeet

Damit Ihr Gemüse so schön wächst, muss es richtig angepflanzt werden.

Doch wie auch beim Anbau von Blumen müssen Sie darauf achten, welche Gemüsesorten sich zum Anbau in den einzelnen Jahren eignen und zwischen Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern unterscheiden.

Karotten und Radieschen kann man sehr gut ins Freie setzen, da halte ich mich immer an die Angaben auf der Packung. Auch Zucchini gedeihen gut in einem Hochbeet, da pflanze ich den Samen in ein Anzuchttöpfchen (selbstgemacht aus Zeitungspapier) und stelle es in eine durchsichtige Box. Erst wenn der Frost weg ist, wird die Pflanze hinaus gesetzt. Eine Pflanze genügt normalerweise völlig, da sie sehr ertragreich sind.

– Rebecca von colorfulworld.at

Starkzehrer
  • Auberginen
  • Kartoffeln
  • Kohlarten
  • Kürbisse
  • Lauch
  • Tomaten
  • Zucchini
  • Sellerie
Mittelzehrer
  • Karotten
  • Paprika
  • Radieschen
  • Zwiebeln
  • Spinat
  • Kohlrabi
  • Porree
Schwachzehrer
  • Erbsen
  • Bohnen
  • Feldsalat
Interessant wäre es für mich, Kartoffeln und wieder Möhren anzubauen. Mir gefällt der Gedanke, das im Garten anzubauen, was man auch sonst im Alltag gerne isst und sowieso einkaufen würde.

– Viktor von garden-blog.de

Tipp: Ein Vlies oder eine Thermohaube, die über das Hochbeet gelegt werden, schützen das Gemüse auch bei niedrigen Temperaturen vor Frost und Tieren wie zum Beispiel Vögeln.

Vlies auf dem Hochbeet

Ein Vlies schützt das Hochbeet im Winter.

Ich hatte Brokkoli und Salat sowohl im Hochbeet als auch im „normalen“ Gartenbeet. Beide gediehen fast gleichermaßen gut, im Hochbeet etwas kräftiger. Man merkte, dass sie mehr „Energie“ hatten, was aber in unserem Fall auch daran liegen kann, dass das Hochbeet mehr Sonne abbekommt. Auf jeden Fall ist das Hochbeet von der Bearbeitung her einfach bequemer, auch gab es wesentlich weniger Unkraut zu bekämpfen!

– Birthe von birthesgartenzeiten.wordpress.com

Pflanzkalender für Gemüse

Den Pflanzkalender für Gemüse können Sie hier als PDF downloaden.

Meine Saison 2015 im Hochbeet: Kürbisse – auch Zierkürbisse – am Rand pflanzen, Brokkoli und Kohl in der Mitte (genügend Platz einplanen, er braucht viel Platz und nimmt Radieschen und Salat schnell die Sonne weg), Radieschen, Rettich, Salat, Brokkoli und 1-2 Gurken an den Rand.

– Birthe von birthesgartenzeiten.wordpress.com

Mischkulturen: Diese Gemüsesorten passen gut zusammen

Beim Gemüseanbau ist das Anlegen von Mischkulturen besonders wichtig. Nutzpflanzen sind auf unterschiedliche Nährstoffmengen angewiesen und geben Nährstoffe an den Boden ab. Je nach Wurzelausscheidung (unter der Erde) und Duftausscheidung (über der Erde) hemmen sich die Pflanzen im Wachstum oder schützen sich gegenseitig.

Setzen Sie Rankpflanzen an den Rand – damit die Ranken nach außen führen. Kohl und Gemüse mit einer längeren Wachstumszeit nach innen setzen. Schnellwachsende Sorten wie Salat, Pflücksalat, Radieschen, oder Gemüsesorten, die ständig geerntet werden können, nach außen – auch wenn man in der Regel im Hochbeet dank der begrenzten Ausmaße ALLE Pflanzen gut erreichen kann. Ansonsten gilt wie im Blumenbeet: hohe Pflanzen in die Mitte oder nach hinten, kleine Pflanzen nach vorne. Dies ist aus einem weiteren Grund sinnvoll: Die großen Pflanzen würden sonst zu viel Schatten spenden.

– Birthe von birthesgartenzeiten.wordpress.com

Blumenkohl im Hochbeet

Dieser Blumenkohl ist Bohnen ein guter Nachbar.

Besonders gut zusammen passen zum Beispiel:

  • Tomaten mit Bohnen, Kohlrabi und Kopfsalat
  • Paprika mit Endivien
  • Radieschen mit Zwiebeln, Karotten, Salat, Spinat, Tomaten und Zucchini

Es gibt jedoch auch einige Gemüsesorten, die sich nicht vertragen, wie:

  • Tomaten mit Erbsen und Gurken
  • Paprika mit Tomaten
  • Radieschen mit Gurken

Eine Übersicht über alle Mischkulturen finden Sie hier.

Kräuter anpflanzen

Bei der Anlage eines Kräuter-Hochbeets kommt es besonders auf den Boden an. Denn einige Kräuter-Sorten wie Lavendel, Salbei, Thymian und Rosmarin wachsen am besten auf nährstoffarmem Boden. Hier sollten Sie Erde zum Befüllen der Bodenschichten wählen, die zu einem Drittel mit Sand gemischt wurde.

Kräutergarten im Hochbeet

Alexandras Kräuter-Hochbeet in der Aufbauphase.

Als Kräuter sind vor allem Pflanzen zu empfehlen, die besonderen Schutz bzw. Wärme brauchen. Da zählt der Basilikum zum Beispiel dazu, weil der gerne mal von Schnecken gefressen wird. Im Hochbeet kann man ihn da besser schützen.

– Rebecca von colorfulworld.at

Beim Einpflanzen der Kräuter im Hochbeet müssen Sie besonders die Wuchshöhe beachten:

  • Zu den hoch wachsenden Kräutern gehören: Liebstöckel, Rosmarin, Salbei und Estragon. Pflanzen Sie diese Kräuter nach Norden hin ein. Dadurch nehmen Sie niedrigen Kräutern nicht den Platz und die Sonne weg.
  • Kerbel, Pfefferminze, Kapuzinerkresse und Anis zählen zu den halbhoch wachsenden Kräutern. Sie werden am besten in der Mitte platziert.
  • Zu den niedrig wachsenden Kräutern zählen Schnittlauch, Petersilie, Majoran und Kresse. Sie gedeihen am besten in südlicher Pflanzlage.
Kräuter mit Schildern im Hochbeet

Dank kleiner Schilder lassen sich die Kräuter im Hochbeet leicht zuordnen.

Ich habe einen bestimmten Platz gewählt, um die Pflanzen einzusetzen:

  • hohe Pflanzen wie Tomaten, Paprika oder Liebstöckl nach hinten, denn sie brauchen viel Wasser und werden 1 Meter hoch und noch höher.
  • Pflanzen, die Schatten benötigen, so wie Waldmeister oder Lungenkraut, habe ich zwischen den hohen Pflanzen zu Fuße gesetzt. Diesen Pflanzen macht der feuchte bis nasse Boden nichts aus, und so sind sie auch vor Sonne geschützt.

– Alexandra von alexandrasgarten.blogspot.de

Tipp: Sie können kleine Kräuter auch sehr gut als Lückenfüller in das Gemüse-Hochbeet pflanzen.

Kräuter und Pflanzen im Hochbeet

Kleine Kräuter am besten an den Rand pflanzen.

Meiner Meinung nach müssen diese drei Kräuter auf jeden Fall in ein Hochbeet gepflanzt werden:

  • Kapuzinerkresse
  • Salbei
  • Gundermann

Alle drei Pflanzen wirken nämlich sehr stark auf unsere Gesundheit.

  • Salbei nehme ich nicht nur in der Gewürzküche. Ich mache auch Hustensaft daraus oder ein Brustbalsam für die Kinder.
  • Kapuzinerkresse wirkt auf Grund ihrer Inhaltsstoffe (Senfglycoside) antibiotisch. Es ist also unser natürliches Antibiotikum. Die Blüten machen sich optisch auch sehr gut im Salat.
  • Gundermann ist ein Alleskönner. Er enthält ätherische Öle und Saponine (Seife) und kann so den Schleim der Atemwege befreien. Die Bitterstoffe regen die Verdauung an und stärken Herz und Leber. Die Gerbstoffe können wundes, schlecht heilendes oder eitriges Gewebe wieder festigen. Auch Gundermann hat antibiotische Eigenschaften und kann daher auch ganz gut bei Zahnschmerzen oder Ohrenschmerzen helfen.

– Alexandra von alexandrasgarten.blogspot.de

Alexandras Kräuterhochbeet

Alexandras Kräuter-Ernte.

Für alle, die noch nach einem guten Rezept für die Verarbeitung der Kräuter suchen, hat Alexandra von alexandrasgarten.blogspot.de eine Idee:

Mein Rezept für Gundelreben in Milch:

Früher schon hatte man Kräuter in der Milch aufgekocht, da die Milch fettlösliche und auch wasserlösliche Inhaltsstoffe lösen kann.

Zutaten:

  • 1/4L reichhaltige fettanteilige Milch
  • 1 Handvoll Gundelrebe

Zubereitung: Gundelrebenblätter in der fetthaltigen Milch aufkochen (fetthaltige Milch ist besser, da sich die ätherischen Öle besser lösen können).

Reinigt Leber, Lunge, Galle, Nieren, Harnblase und überhaupt den ganzen Körper.

Hochbeet-Pflege

Damit Sie sich an den hohen Erträgen Ihres Hochbeets lange freuen können, ist die richtige Pflege wichtig. Die Zusammensetzung der Bodenschichten führt dazu, dass das Erdreich mit der Zeit absackt, da der Kompost verrottet. Dem wirken Sie entgegen, indem Sie dem Beet jedes Jahr etwas neue Kompost-Erde zugeben. Nach fünf bis sieben Jahren müssen Sie die Erde des Hochbeets dann komplett austauschen, da alle Nährstoffe im Boden verbraucht wurden. Überprüfen Sie dabei die Hochbeet-Konstruktion auf faule Stellen und bessern Sie diese gegebenenfalls aus.

Düngen Sie auf keinen Fall mehrmals. Das schadet dem Organismus im Beet und führt bei Überdüngung zum Absterben der Wurzeln.

– Alexandra von alexandrasgarten.blogspot.de

Erde im Beet

Alle fünf bis sieben Jahre muss die Erde im Hochbeet ausgetauscht werden.

Meine Pflanzen wurden letztes Jahr von Mehltau befallen. Ich werde versuchen, in diesem Jahr rechtzeitig mit meiner aus 2014 angesetzten Ackerschachtelhalmbrühe Gurken und Kürbisse zu stärken, evtl. mit Brennesseljauche. Ansonsten die Pflanzen beobachten und befallene Blätter direkt abschneiden.

– Birthe von birthesgartenzeiten.wordpress.com

Im Gegensatz zu einem am Boden befindlichen Beet liegt die Temperatur in einem Hochbeet um einige Grad höher. Dadurch trocknet die Erde schneller aus. Wässern Sie die Pflanzen deshalb besonders regelmäßig, vor allem im Sommer.

Blaue Gießkanne gießt Hochbeet

Da die Bodenschichten im Hochbeet schnell austrocknen, müssen Sie viel gießen.

Ich werde auch heuer wieder mit hochwertigem organischen Langzeit-Naturdünger düngen, aber nur jetzt im Frühling. Das reicht bis zum Herbst.

– Alexandra von alexandrasgarten.blogspot.de

Tipp: Das Abdecken des Beets mit einem Vlies, Kohlrabiblättern oder Grasmulch wirkt ebenfalls dem Austrocknen der Erde entgegen.

Ich habe immer nur in der Früh gegossen, um die Schnecken im Zaum zu halten. Diese habe ich natürlich immer wieder abgeklaubt, denn auch im Hochbeet verweilen sie unter der Erde und kommen nachts raus, um den guten Salat zu vertilgen.

– Alexandra von alexandrasgarten.blogspot.de

Umgraben müssen Sie das Beet übrigens nicht, denn diese Aufgabe übernehmen Regenwürmer.

Wir bedanken uns bei Rebecca (colorfulworld.at), Viktor (garden-blog.de), Alexandra (alexandrasgarten.blogspot.de) und Birthe (birthesgartenzeiten.wordpress.com) für ihre tollen Tipps und wünschen Ihnen viel Spaß beim Bepflanzen Ihres Hochbeets!

Titelbild: ©Istock.com/ fotolinchen. Bild 1-3: Birthe von birthesgartenzeiten.wordpress.com, Bilder 4-8: Alexandra von alexandrasgarten.blogspot.de Bild 9: ©Istock.com/Jacob Ammentorp Lund, Bild 10: ©Istock.com /Elenathewise