Mit steigenden Temperaturen wird Ihre Terrasse zum Wohnraum: Dort wird gegessen, geredet, gelesen, geruht, kurz: gelebt. Neugierige Blicke von Nachbarn oder Passanten sind dabei meist unerwünscht. Wir zeigen Ihnen deshalb, wie Sie auf Ihrer Terrasse für Sichtschutz und Privatsphäre sorgen können.

Sichtschutz ist nicht gleich Sichtschutz

Sie haben die Qual der Wahl, wenn Sie Ihre Terrasse vor neugierigen Blicken schützen wollen. Sichtschutz gibt es in den unterschiedlichen Materialien, die ihre spezifischen Eigenschaften mitbringen. Wir systematisieren im Folgenden die Möglichkeiten zur Sichtschutzgestaltung, um Ihnen einen praktischen Leitfaden an die Hand zu geben, mit dem Sie sich für den passenden Sichtschutz für Ihre Terrasse entscheiden können.

Dazu müssen Sie zunächst klären,

  • ob Ihr Sichtschutz nur vor Einblicken von der Seite, sprich: „über den Gartenzaun“, schützen soll,
  • oder ob Sie auch Sichtschutz vor Blicken von oben brauchen, weil beispielsweise Nachbarn von höher gelegenen Fenstern und Balkonen auf Ihre Terrasse schauen können.

Ist Sichtschutz von oben und von der Seite gewünscht, sollten Sie sich zunächst mit den gestalterischen Möglichkeiten zur Terrassenüberdachung vertraut machen.

Unsere Rubrik Terrassen im Magazin hält dazu einige informative Beiträge für Sie bereit. Zum Beispiel:

Eine Terrassenüberdachung bringt Ihnen neben dem Sichtschutz von oben zugleich einen Wetterschutz: Denn unter einem Terrassendach sind Sie vor Regen, Hagel & Co. geschützt und je nach Modell bietet es Ihnen auch einen Sonnenschutz.

Markise unter Glasdach

Von der Konstruktionsweise Ihrer Terrassenüberdachung hängt es ab, ob ein seitlicher Sichtschutz bereits integriert ist oder nicht. Ein Blick in unseren Onlineshop zeigt Ihnen viele Beispiele für Terrassenüberdachungen – mit und ohne Seitenelemente. Für Terrassendächer ohne seitliche Gestaltungselemente können Sie den seitlichen Sichtschutz extra gestalten. Wie und womit, das stellen wir Ihnen im Folgenden vor. Gerne können Sie sich auch von unserem Pinterest-Board „Atemberaubende Terrassenüberdachungen aus aller Welt“ inspirieren lassen.

Eine grundlegende Entscheidung, die Sie beim Gestalten Ihres Terrassensichtschutzes treffen müssen, ist die, ob Ihr Sichtschutz mitwachsen soll oder nicht. Sie entscheiden sich damit also für oder gegen einen Sichtschutz aus Pflanzen.

Sichtschutz aus Pflanzen

Ein Sichtschutz aus Pflanzen ist ohne Frage eine Lösung, die die Terrasse als erweitertes Wohnzimmer perfekt mit dem Garten / Grundstück verbindet. Denn die Pflanzen bringen nicht nur lebendiges Grün, sondern gegebenenfalls auch ihre jeweilige Blütenfarbe in den Sichtschutz mit ein. Doch ein Sichtschutz aus Pflanzen muss je nach Pflanzenart zunächst einmal herangezogen werden. Unter Umständen ist der pflanzliche Sichtschutz erst nach ein, zwei oder mehr Jahren so dicht, wie sie ihn wünschen. Für einen Sichtschutz aus Pflanzen brauchen Sie demnach Geduld.

Die Pflanzen wollen außerdem gehegt und gepflegt werden – auch dann, wenn die Terrassensaison vorbei ist. Für den sichtschützenden Wuchs brauchen Sichtschutzpflanzen außerdem oft Wuchshilfen. Wenn Sie diese Fürsorge für Ihren pflanzlichen Sichtschutz übernehmen wollen und auch die wegen der Wuchshilfen auf Sie zukommenden Extrakosten nicht scheuen, haben Sie die Wahl zwischen:

  • dauerhaft um die Terrasse eingepflanzten Gewächsen
  • und Pflanzen, die Sie in geeigneten Pflanzgefäßen am Terrassenrand (Achtung: das kostet Terrassenplatz!) oder außen vor aufstellen.

Bewachsene Pergolga

Dauerhafter Sichtschutz aus Hecken, Sträuchern und Gräsern (Bambus)

Als dauerhafte Sichtschutzlösung haben sich Hecken und Sträucher bewährt. Unser Magazinbeitrag „Sichtschutz im Garten: Hecken und Sträucher“ macht Sie mit den hierzulande wohl gedeihenden Gewächsen bekannt und erklärt Ihnen anschaulich, wie Sie Hecke und Strauch blickdicht um Ihre Terrasse wachsen lassen können.

Im Unterschied zu den eher steifen Hecken aus Thuja & Co., wirken grüne Wände aus Gräsern lebendiger und bewegter. Bambus als ein Vertreter der Gräser, speziell der Süßgräser, ist aus eben diesen Gründen besonders beliebt: Er wächst schnell und blickdicht, ist wintergrün und vergleichsweise pflegeleicht.

Unser Tipp: Sie können Bambus sowohl dauerhaft einpflanzen als auch „mobil kübeln“ (siehe unten).

Dauerhafter oder saisonaler Sichtschutz aus Kletterpflanzen

Auch Kletterpflanzen sind beliebte Sichtschutzgewächse. Unter anderem deshalb, weil sie bis auf wenige Ausnahmen wie die Spreizklimmer Kletterrosen weniger Platz benötigen als Hecken, die oft ein bis zwei Meter breit wachsen. Wichtig für die Anschaffung eines Sichtschutzes aus Kletterpflanzen ist die Frage, ob Sie einjährige oder dauerhafte Pflanzen kaufen. Dazu müssen Sie wissen, dass einjährige Kletterpflanzen wie Feuerbohnen oder Kapuzinerkresse nicht nur Abwechslung in die Gestaltung der Terrasse bringen, sondern auch schneller wachsen als dauerhafte wie Efeu und wilder Wein. Ein Sichtschutz daraus wird also in der laufenden Saison dicht.

Außerdem brauchen einjährige Kletterpflanzen meist weniger Pflege; ein Beschnitt ist meist unnötig. Einen Überblick über grüne Wände aus Kletterpflanzen, darunter Selbstklimmer, Ranker und Schlinger, verschafft Ihnen unser Magazin-Beitrag „Sichtschutz mit Kletterpflanzen – aber mit welchen“. Dort besprechen wir ausführlich, welche Kletterpflanze welche Art von Kletterhilfe benötigt: So können Sie den zeitlichen und finanziellen Aufwand abschätzen, den ein Sichtschutz aus Kletterpflanzen verursacht.

Sichtschutz mit Pflanzkübeln

Dauerhafter oder saisonaler Sichtschutz aus Topf- und Kübelpflanzen

Ein Sichtschutz in Pflanzgefäßen ist eine mehr oder weniger dauerhafte Möglichkeit, fremde Blicke von Ihrer Terrasse fernzuhalten. Empfehlenswert ist die Lösung insbesondere für kleinere Terrassen, die von einer manifesten Sichtschutz-Konstruktion zumindest optisch mitunter erschlagen wirken. Pflanzen Sie in den Pflanzgefäßen Kletterpflanzen an, gehen diese mit den entsprechenden Kletterhilfen, die teilweise an der Terrassenkonstruktion befestigt sind, eine zumindest für die Saison andauernde, feste Beziehung ein. Mehrjährige Kletterpflanzen verbleiben dort sogar über Jahre. Anders verhalten sich Sichtschutzpflanzen wie hochwachsende Gräser, darunter der oben bereits erwähnte Bambus.

Die stehen quasi ohne große Stütze am Terrassenrand. Wegen der nicht nötigen Verbindung zur Terrassenkonstruktion sind sie flexibler zu händeln und eher austauschbar. Bedenken Sie bei der Entscheidung für oder gegen Topf- und Kübelpflanzen auch, dass die nötige Investition in die Pflanzgefäße bei frei im Boden wurzelnden Pflanzen entfällt.

Sichtschutz, der nicht mitwächst

Haben Sie sich gegen einen Sichtschutz aus lebenden Pflanzen entschieden, ist das Angebot an Gestaltungsmöglichkeiten nahezu unüberschaubar groß. Um dennoch eine Entscheidungshilfe zu liefern, sortieren wir die Möglichkeiten im Folgenden. Los geht’s mit der Bauweise:

Sichtschutz als Wand, Zaun oder Freisteller

Sichtschutzwände gibt es aus allen möglichen Materialien, natürlichen Stoffen wie auch Kunststoffen. Sie können Sichtschutzwände

  • mit etwas Geschick in DIY-Manier selber bauen, zum Beispiel nach den Anleitungen für natürliche Sichtschutzvarianten, die Ihnen unser Magazinbeitrag „Sichtschutz selber bauen“ liefert,
  • oder als Fertigteil kaufen.

Im Fachhandel finden Sie unter anderem Sichtschutzwände aus nachwachsenden Materialien wie Holz-, Bambus- oder Weidenelementen, die Sie um Ihre Terrasse herum montieren können. Darüber hinaus gibt es solche Sichtschutzelemente auch aus leichtem Kunststoff sowie aus Werkstoffkombinationen wie Aluminium und Glas oder Aluminium und Kunststoff. Eine Alternative dazu wäre eine massiv gemauerte Sichtschutzwand. Dazu können Sie „wildes“ Gestein (natürlich geformte Feldsteine oder Felsgestein) ebenso verwenden wie einheitlich von Maschinen geformte Mauersteine.

Unser Tipp: Ein Sichtschutz aus Gabionen ist schnell angelegt und braucht so gut wie keine Pflege.

Schubkarre vor Gabionen

Sichtschutzzäune beziehungsweise sogenannte Sichtschutzzaunblenden sind oft aus natürlichen Materialien gemacht. Allerlei Pflanzenteile werden hierfür zu Matten verarbeitet, zum Beispiel Bambus, Rinde, Weide, Schilfrohr, Farn oder Heidekraut.

Während Sichtschutzwände und -zäune so gebaut sind, dass Sie sie seitlich nach Belieben „verlängern“ können, indem Sie mehrere Wand- oder Zaunelemente miteinander verbinden, um Ihren Terrassensichtschutz passgenau zu errichten, stehen Freisteller buchstäblich „für sich allein“ und „auf eigenen Füßen“. Sie sind zum Teil im Boden verankerbar, teilweise komplett mobil. Voll mobile Sichtschutzfreisteller sind so konstruiert, dass sie Wind und Wetter ausreichend Gewicht entgegenbringen können und sich somit sicher aufstellen lassen.

Sichtschutz aus pflanzlichen Materialien

Bei Ihrer Entscheidung für oder gegen einen nicht mitwachsenden Sichtschutz aus pflanzlichen Materialien sollten Sie unbedingt bedenken, dass die darin verarbeiteten Äste, Zweige und Blätter mit der Zeit natürlich verrotten. Das heißt, sie verändern ihr Aussehen und ihre Funktionalität so lange bis sie optisch nicht mehr viel hermachen und womöglich zerfallen. Zwischendrin müssen solche Sichtschutzelemente „artgerecht“ gepflegt und hier und da auch mal ausgebessert werden.

Sichtschutz aus Kunststoff, Metall, Glas oder Stein

Kauf(mit)entscheidend bei Sichtschutzelementen aus nicht nachwachsenden Materialien ist sicher die Tatsache, dass auch diese Ihre Aufmerksamkeit und Zuwendung brauchen. Soll heißen: Kunststoff, Metall, Glas und Stein wollen regelmäßig gereinigt werden, um ihr ursprüngliches Aussehen dauerhaft zu behalten. Wobei Stein auf natürliche Weise verwittert.

Erweisen Sie ihm ab und an einen Fegedienst und befreien Sie ihn regelmäßig von Mikroorganismen wie Moos und Flechten, die sich darauf festsetzen und die Feuchtigkeit im Mauerwerk halten, was auf Dauer dessen Beschaffenheit angreift. Metall, Glas und Kunststoff reinigen Sie am besten mit lauwarmem Wasser. Gegen hartnäckigen Schmutz hilft ein ökologisches Putzmittel, zum Beispiel ein Spritzer Essig im Wasser.

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Sichtschutz aus Stoff

In unserer Übersicht über alle Möglichkeiten zur Gestaltung eines Sichtschutzes für Ihre Terrasse darf ein Material nicht fehlen: Stoff. Robuste Webstoffe aus natürlichen Fasern von Baumwolle, Bambus, Leinen, Flachs, Hanf oder Nessel lassen sich – zumindest als saisonale – Sichtschutzmittel sehr gut einsetzen. Auch Kunstfasern haben sich dafür gut bewährt. Sie finden im Fachhandel mit Stoff bespannte Seitenelemente für Ihre Terrassenüberdachung und Freisteller beziehungsweise Freihänger wie Sonnensegel. Auch Markisen gibt es in unzähligen Modellen.

Wissen müssen Sie, dass textile Sichtschutzmittel Wind und Wetter nur bedingt standhalten. Sie verwittern unter Einwirkung von Sonnenlicht, Niederschlag und Wind und verlieren dabei an Elastizität, Farbe und Reißfestigkeit. Außerdem verschmutzen die Textilien und brauchen eine passende Reinigung.

Dafür bieten Stoffe Ihnen viele Farben und Muster, um Ihren Terrassensichtschutz individuell zu gestalten, wobei Sie bedenken sollten, dass die Sichtschutzflächen recht groß ausfallen können und Farben und Muster dann eine entsprechend große Wirkung haben. Bewährt haben sich einfarbige und dezent gestreifte oder gemusterte Stoffe in hellen Farben.

Textiler Sichtschutz ist in der Regel eine mobile Lösung, die Sie flexibel und nach Bedarf einsetzen können. Er ist wegen des vergleichsweise geringen Aufwands und der leichten Händelbarkeit auch eine Lösung für einmalige Situationen wie Familienfeiern, die vor den Blicken nicht geladener Zuschauer geschützt werden sollen. Wegen des geringen Platzbedarfs bietet sich eine textile Sichtschutzlösung auch auf kleinen Terrassen an.

Wie viel Sichtschutz darf sein?

Mit einem Ratgeber wie diesen möchten wir Sie auch zu rechtlichen Fragen informieren. Denn gerade im zwischenmenschlichen Bereich kommt ein Sichtschutzmittel einem Ausschluss gleich, der vom Nachbarn mitunter (zu) persönlich und deshalb zum Anlass genommen wird, darüber zu streiten. Einen allgemeinen Einstieg ins Thema Sichtschutzrecht bietet Ihnen unser Magazinbeitrag zur Baugenehmigung für Terrassenüberdachungen.

Speziell zum Sichtschutz müssen Sie Folgendes wissen: Vieles dazu regelt das deutsche Bürgerliche Gesetzbuch ab § 903 bis 924 – Inhalt des Eigentums. Darüber hinaus greift das sogenannte Nachbarrecht, das Sache des Bundeslandes ist. Außer in Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es in allen Bundesländern Nachbarrechtsregelungen, die unter anderem Richtlinien für Hecke, Zaun und Mauer als Grenzmarkierung oder als Sichtschutz enthalten. Wichtig: Daneben gibt es bestimmte Bebauungspläne, über die die Städte und Gemeinden walten.

Sie suchen zusätzliche Inspiration zur Terrassengestaltung? Schauen Sie doch auf unserem Pinterest-Kanal zu Terrassenüberdachungen vorbei. Zusätzlich finden Sie dort eine Vielzahl an schönen Boards rund um Haus und Garten.

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Titelbild: ©iStock/Spiderplay
Artikelbilder 2-5: ©iStock/NaLha; ©iStock/piovesempre; ©Vivanno.de; ©iStock/BrilliantEye