Schneelast Carport: Welche Schneelast trägt Ihr Carport?

 Der Carport hat die Aufgabe, darunter abgestellte Fahrzeuge vor Niederschlägen zu schützen. Seiner Aufgabe wird er jedoch nur gerecht, wenn er so konstruiert ist, dass ihm Wind und Regen nichts ausmachen und er die Schneemenge auch tragen kann, die im Winter darauf landet. In unserem Ratgeber zum Thema Schneelast Carport informieren wir Sie über alles Wissenswerte zu Wetterfestigkeit (Standfestigkeit, Statik) vom Carport und zur Schneelast auf dem Carport.

Der Klimawandel lässt unser Wetter mittlerweile ordentliche Kapriolen schlagen. Und so ist mit Schneefall auch dort zu rechnen, wo dieser eher ungewöhnlich ist. Auf dem Carportdach stellt Schnee eine Belastung dar: die sogenannte Schneelast. Denn der Schnee drückt mit seinem Gewicht auf die Carportkonstruktion. Und da kommt so einiges an Mehrgewicht zusammen:

Wann und wie wird Schnee zur Carport Schneelast?

Bevor wir gleich ausführlich darüber schreiben, wie groß die Carport Schneelast überhaupt ist, mit der Sie in Ihrer Region (sogenannte Schneelastzone) rechnen müssen, wollen wir kurz den Begriff selbst erklären:

Was ist die Carport Schneelast?

Landet Schnee auf Ihrem Carportdach und bleibt er dort liegen, wirkt er aus physikalischer Sicht mit seinem Gewicht auf die Konstruktion ein. Dies tut er als Flächenlast, deren Wirkrichtung senkrecht zur Grundfläche ist. Die Carport Schneelast ist damit eine Auflast, die sich in Newton pro Quadratmeter (m2) angeben lässt. Die für den Standsicherheitsnachweis vom Carport angesetzte Schneeleast legt die europäische Norm DIN EN 1991-1-3 „Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke – Teil 1-3: Allgemeine Einwirkungen – Schneelasten“ inklusive Nationaler Anhang (mit Anlage bauaufsichtlich eingeführt in der Liste der Technischen Baubestimmungen) fest. Wobei die DIN EN 1991-1-3 nach Bedarf (Stichwort: Klimawandel) an die jeweils neusten Erkenntnisse (aktuelle Schneemessdaten) angepasst wird. Wegen dieser Dynamik gelten für alte Gebäude mitunter andere Schneelasten als die in der aktuell gültigen Fassung der DIN EN 1991-1-3. Mit Hilfe der Norm DIN EN 1991-1-3 plus Nationalem Anhang können Sie die Carport Schneelast für jeden Standort ermitteln – und zwar abhängig von Schneelastzone und Geländehöhe. Der Clou: Die Norm nimmt auch auf die Dachneigung und Dachform Ihres Carports Rücksicht.

Unser Tipp:Die „Zuordnung der Schneelastzonen nach Verwaltungsgrenzen“ finden Sie im Internet, zum Beispiel auf Seiten wie www.bauministerkonferenz.de oder www.dibt.de. Beachten Sie beim Kauf Ihres Carports, dass die Carport Schneelast einen oberen Grenzwert darstellt. Gibt ein Carport-Hersteller für sein Produkt eine zulässige Carport Schneelast von 1 kN/m2 an, trägt das Carport sicher 100 Kilogramm (kg) Schnee je Quadratmeter Grundrissfläche des Dachs (Projektion auf die Waagerechte).

Wie groß ist die Carport Schneelast?

Man sieht einer in der Winterkälte anmutig vom Himmel tanzenden Schneeflocke nicht an, wie schwer sie ist. Ein Gramm? Ein halbes Gramm? Oder nur einen Bruchteil dessen? Damit Sie sich ein Bild davon machen können, wie Schnee Ihrem Carport zur Last wird, es buchstäblich belastet, haben wir ein paar Fakten über den weißen Wunderstoff für Sie zusammengetragen: Eine mit fünf Millimetern (mm) durchschnittlich große Schneeflocke wiegt etwa 0,004 Gramm. Herrschen eisige Minusgrade, hat die Schneeflocke eine Plättchen- oder Prismenform. Steigen die Temperaturen in Richtung Null, bilden sich Sterne mit sechs Ärmchen, die im Fachjargon auch Dendriten genannt werden. Um den Gefrierpunkt (Null Grad) herum verkleben die Eiskristalle zu Wattebausch ähnlichen, klumpigeren Schneeflocken. In Abhängigkeit von seinem "Liegealter", Eigenschaften wie seinem Feuchtigkeitsgehalt, seiner Farbe und seiner Dichte sowie dem Ort, wo der Schnee auftritt und warum, lässt er sich in verschiedene Schneeklassen unterscheiden.

Für das Gewicht, also die Last, mit der Schnee auf den Carport wirkt, spielen insbesondere Eigenschaften wie der Anteil an Feuchtigkeit und die Dichte eine Rolle.

Feuchtigkeitsgehalt verschiedener Schneearten

  • Pulverschnee ist recht trocken. Auch unter Druck neigt er nicht dazu, zu verkleben. Seine Dichte beträgt meist weniger als 60 Kilogramm pro Kubikmeter (kg/m3)

  • Feuchtschnee, der auch unter der Bezeichnung Pappschnee geläufig ist, verklebt (pappt) unter Druck. Das ist auch der Grund, warum Sie daraus prima Schneebälle formen und Schneemänner bauen können. Interessant: Aus derartigem Feuchtschnee lässt sich kein Wasser herausdrücken.

  • Nassschnee dagegen ist sehr nass, deutlich schwerer und klumpt. Aus ihm lässt sich leicht Wasser pressen

  • Und dann ist da noch sogenannter Faulschnee, Ihnen sicher besser bekannt als Schneematsch: ein Mix aus Wasser und Schneebrocken, die kaum noch zusammenhalten.

Wichtig zu wissen ist, dass eine über Tage angewachsene Schneeschicht nicht einheitlich (homogen) wächst, sondern Schicht für Schicht. Wobei die einzelnen Schneeschichten von unterschiedlicher Schneequalität sein können. Das macht es schwer, ihr tatsächliches Gewicht und damit die daraus resultierende Carport Schneelast abzuschätzen.

Dichte verschiedener Schneearten

  • Trockener, lockerer Neuschnee (Pulverschnee) bringt zwischen 30 bis 50 kg/m3 auf die Waage

  • Gebundener Neuschnee wiegt 50 bis 100 kg/m3, stark gebundener Neuschnee sogar 100 bis 200 kg/m3

  • Trockener Altschnee, harscher Schnee also, wiegt zwischen 200 bis 400 kg/m3, feuchtnasser 300 bis 500 kg/m3

  • Trübes Schnee-Eis hat ein Gewicht von etwa 800 kg/m3, während klares Wasser-Eis mit 900 kg/m3 schon fast eine Tonne wiegt.

Unser Tipp: Achten Sie bei Schneefall darauf, wie stark er sich aufschichtet! Denn eine Schneeschicht von 10 Zentimetern Stärke auf einem Carportdach mit einer Dachfläche von beispielsweise 10 m2 ergäbe einen Kubikmeter Schnee und der könnte demnach zwischen 30 und mehreren Hundert Kilos wiegen. Letzteres wäre eine recht ordentliche Schneelast, die Ihr Carport mitunter über mehrere Tage hinweg stemmen muss! Zum Glück ist unsere Welt, analog zu den Windlastzonen, auch in sogenannte Schneelastzonen unterteilt. Kennen Sie Ihre Carport Schneelastzone? Wie Sie die Carport Schneelast berechnen können, zeigen wir Ihnen in unserem Ratgeber "Warum Sie wissen sollten, in welcher Schneelastzone Ihr Gartenhaus steht" ausführlich. Schauen Sie gerne mal rein!

Was ist eine Carport Schneelastzone?

In Abhängigkeit von der typischerweise in einer Region aufkommenden Schneelast unterscheidet man folgende Carport Schneelastzonen, wobei die regionaltypische Schneelast in Kilonewton (kN) pro m2 genannt ist:

  • Carport Schneelast Zone 1 >/= 0,65 (kN/m2)
  • Carport Schneelast Zone 1a >/= 0,81 (kN/m2)
  • Carport Schneelast Zone 2 >/= 0,85 (kN/m2)
  • Carport Schneelast Zone 2a >/= 1,06 (kN/m2)
  • Carport Schneelast Zone 3* >/= 1,10 (kN/m2)

Wie Sie sehen, nimmt die Intensität der Schneelasten von Zone 1 nach Zone 3 zu. *In Zone 3 kommt es in bestimmten Lagen (zum Beispiel Oberharz, Hochlagen des Fichtelgebirges, Reit im Winkl, Obernach/Walchensee) zu höheren Carport Schneelasten.

 

Carport Schneelastzonen in Deutschland auf einen Blick (Karte)

Grafik: Von Störfix - Selbst fotografiert, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=462545

Carport Schneelastzonen in Österreich auf einen Blick

Zum Berechnen einer Carport Schneelast in Österreich können Sie sich an den in der ÖNORM EN 1991-1-3 sowie der ÖNORM B 1991-1-3 enthaltenen Werten orientieren. Die Norm gliedert Österreich in vier Schneelastzonen, was aber anders als in Deutschland gehandhabt wird: Die vier österreichischen Carport-Schneelastzonen resultieren nicht aus geografischer Einteilung, sondern aus über Jahre gemessenen meteorologischer Daten. Wichtig: Die Einteilung gelte nur für Orte mit Seehöhen bis 1.500 Meter. Für Carport-Standorte oberhalb 1.500 Meter Seehöhe können Sie sich direkt bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ZAMG beziehungsweise bei den lokalen Baubehörden informieren. Mehr dazu steht hier. Eine übersichtliche Schneelastkarte für Österreich finden Sie nach einem Klick auf diesen Link.

Carport-Schneelastzonen in der Schweiz auf einen Blick

Carport Schneelastzonen für Standorte in der Schweiz zeigt die Norm SIA 261:2003 (SN EN 1991-1-3/NA; SIA 261.003/NA:2016 SNV Norm: Eurocode 1 - Einwirkungen auf Tragwerke - Teil 1-3: Allgemeine Einwirkungen, Schneelasten - Nationaler Anhang NA zu SN EN 1991-1-3:2003) auf. Für eine Schneelastzonenkarte der Schweiz klicken Sie bitte auf diesen Link.

Unser Tipp: Wer weiß, in welcher Schneelastzone sein Carport steht, hat damit – zumindest unter normalen Klima- und Wetterbedingungen – einen guten Anhaltspunkt für die Anforderungen an die Carport-Statik. Wobei Sie in Zeiten des Klimawandels - wie eingangs schon angedeutet - nahezu überall mit ungewöhnlichen Wetterkapriolen rechnen müssen. Es kann demnach nicht schaden, einen statisch stärker aufgestellten Carport zu kaufen. Schauen Sie sich dazu gern in unserem Online-Shop um, unser Angebot an Carports ist nicht nur vielzählig, sondern auch vielfältig.

 

Schneelast Carport: Wann müssen Sie das Dach räumen?

Mit dem Wissen um die Carport Schneelast und den Infos zur aktuellen Wetterlage haben Sie es in der Hand, Ihren Carport von seiner Schneelast zu befreien, bevor er unter dieser einbricht. Können Sie dies nicht selbst erledigen, haben Sie die Möglichkeit entsprechende Räumdienste damit zu beauftragen. Unser Tipp: Trägt der Carport bereits eine Schneelast und ist Neuschnee angekündigt, sollten Sie immer prüfen, ob die Konstruktion auch diese noch trägt oder es besser ist, den alten Schnee erstmal vom Dach zu fegen, bevor neuer fällt.

Carport Schneelast upgraden – ist das möglich?

Ein Carport ist ein recht einfach konstruiertes Bauwerk. Lasttragende Elemente sind die Pfeiler. Die lassen sich bei Bedarf auch verstärken, was die Carport Schneelast erhöht. Fragen Sie dazu am besten einen Fachmann! Sie möchten mehr zur Statik von Bauwerken im Garten wissen? Dann sehen Sie sich doch einmal auf unseren Pinterest-Boards zu CarportsSaunen und Gartenhäusern im Winter um! Zudem haben wir für Sie auf Pinterest eine Vielzahl weiterer schöner Boards rund um Haus und Garten zusammengestellt. Folgen Sie uns auch gern auf Facebook, Instagram und Twitter, damit Sie keinen unserer neuen GartenHaus Ratgeber und GartenHaus Magazinbeiträge mehr verpassen.

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Titelbild: ©GartenHaus GmbH/Kundenprojekt

Artikelbilder: Bild 1-4: ©GartenHaus; Bild 5: Störfix - Selbst fotografiert, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=462545; Bild 6: ©iStock/liveslow